Sex vor der Ehe- ja oder nein?

18 Antworten

Es geht hier erst mal nicht um die subjektive Meinung bezüglich der Bibelstellen, was scheinbar niemand verstanden hat. Hier geht es darum, was in der Bibel steht.


Diese Stelle ist zwar krausig, aber den sich kompetent fühlenden Nihilisten möchte ich mal dieses Zitat aus der Bibel entgegensetzen (Gute Nachricht-Übersetzung), was die Vorstellung im Alten Testament davon zum Ausdruck bringt:


[20] Hat der Ehemann aber mit seiner Beschuldigung Recht gehabt und die Eltern können die Unberührtheit ihrer Tochter nicht beweisen, [21] so wird die junge Frau vor das Haus ihres Vaters geführt und dort von den Männern der Stadt durch Steinigung hingerichtet. Sie hat sich wie eine Hu re benommen, obwohl sie noch im Haus ihres Vaters lebte. Eine solche Schandtat darf in Israel nicht geschehen. [...]

5. Mose 22, 20-21b



Daraus resultiert schonmal deutlich, dass vorehelicher Geschlechtsverkehr bei der Frau ungewollt war vom Gesetz. Über den Mann wird im alten Testament dazu nicht viel gesagt. Als Christ darf man sich fragen, ob man so hart mit anderen Leuten noch ins Gericht gehen darf als Mensch, aber die Ansicht über vorehelichen Koitus ist klar und da im Christentum eine Frau genau so viel Wert ist, wie ein Mann, gilt das auch für den Mann. Mit "Unberührtheit" ist deutlich Geschlechtsverkehr gemeint und mit "Haus ihres Vaters" das unselbstständige Unverheiratetsein (man hat damals entweder bei seinen Eltern gelebt oder hatte eine eigene eheliche Familie, das war selbstverständlich und andere Fällen werden wahrscheinlich deshalb auch nicht erwähnt).


Paulus meint zu diesem Thema auch:


[8] Den Unverheirateten und den Verwitweten sage ich: Es ist am besten, wenn sie meinem Vorbild folgen und allein bleiben. [9] Aber wenn ihnen das zu schwer fällt, [SOLLEN] sie [HEIRATEN]. Das ist besser, als wenn sie von unbefriedigtem Verlangen verzehrt werden. [10] Für die Verheirateten dagegen habe ich eine verbindliche Vorschrift. Sie stammt nicht von mir, sondern von Christus, dem Herrn: Eine Frau darf sich von ihrem Mann nicht trennen. [11] Hat sie sich von ihm getrennt, so [SOLL SIE UNVERHEIRATET BLEIBEN] oder sich wieder mit ihrem Mann aussöhnen. Ebenso wenig darf ein Mann seine Frau fortschicken.

1. Korinther 7, 8-11


Das heißt, für Paulus schließt der Geschlechtsverkehr die Ehe mit ein, wie zu damaligen Zeiten so selbstverständlich war, sodass man es scheinbar nicht explizit aufschrieb. Paulus bezieht sich vor allem im letzten Teil des Zitats auf den Kontext des vorherigen Zitats, welches den Fall der Unzufriedenheit des Mannes mit der Frau regelte. Erwähenswert ist auch, was er zur Scheidung sagt:


[15] Wenn aber der ungäubige Teil auf der Trennung besteht, dann gebt ihn frei. In diesem Fall ist der christliche Teil, Mann oder Frau, nicht an die Ehe gebunden. Gott hat euch zu einem Leben in Frieden berufen. [16] Weißt du denn, Frau, ob du deinen Mann zum Glauben führen und dadurch retten kannst? Oder weißt du, Mann, ob dir das bei deiner Frau gelingt?

1. Korinther 7, 15-16


Was Jesus zur Scheidung sagt und warum eine andere Ehe nach der Scheidung deutlich gegen das Ehebruchgesetz verstößt:


[31] Bisher hieß es: 'Wer sich von seiner Frau trennen will, muss ihr eine Scheidungsurkunde ausstellen'. [32] Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau trennt, außer sie hat ihrerseits die Ehe gebrochen, der treibt sie in den Ehebruch. Und wer eine Geschiedene heiratet, wird zum Ehebrecher.

Matthäus 5, 31-32


[4] Sie erwiderten: ''Mose hat erlaubt, dass ein Mann seiner Frau eine Scheidungsurkunde ausstellen und sie dann wegschicken kann.'' [5] Da sagte Jesus: ''Mose hat euch diese Vorschrift nur gegeben, weil ihr euer Herz gegen Gott verhärtet habt - und damit eure Hartherzigkeit ans Licht kommt. [...] [8] Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. [9] Und was Gott zusammengefügt hat, das sollen Menschen nicht scheiden.''

Markus 10, 4-5 . 8-9


Das "eins sein" in Vers 8 bezieht sich auf das davor erwähnte Zusammenleben von Mann und Frau, was man aufgrund der erwähnten engen Bindung als Ehe interpretiert, weil man den Kontext zum Alten Testament mit der Eheschließung kennt. Leider hat sich Jesus hier aber auch einiges geschwollen ausgedrückt, da er die Ehe nicht explizit erwähnt.


Und bezüglich der Scheidung steht es auch nochmal in Lukas:


[18] Wer sich von seiner Frau trennt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch. Und wer eine Geschiedene heiratet, wird zum Ehebrecher.

Lukas 16,18


Wer hat sich das ausgedacht? Ein echter Christ würde sagen, das war Gott. Paulus hebt allerdings auch explizit hervor, wenn er seine eigene Meinung darstellt. Die Deutung mit dem Verzicht des Koitus vor der Ehe ist übrigens auch nicht so alt, wenn Martin Luther die Ehe noch mit Geschlechtsverkehr einigermaßen gleichsetzte (siehe Quelle: http://www.bibel.com/faq/ehe-schliessung-durch-sex.html).


Jetzt meine Interpretation:


Aus meiner Sicht stellt der voreheliche Sexualverzicht einen Beweis der Aufopferung, Disziplin und Treue gegenüber Gott dar (eine Prüfung) und dass man gewillt ist, die Selbstverwirklichung für Gottes Vorstellung von einer friedlichen Welt zurückzufahren. Damals hatte man auch nicht so viel mit Verhütung am Hut (wie auch?) und Gott konnte so auch eine gute Erziehung der Kinder in einem zusammenhaltenden Haushalt und Kontrolle des Bevölkerungwachstums erreichen (was uns heute insgesamt nicht mehr so sehr gelingt, durchaus durch die Voranstellung von Freiheit gegenüber allem, selbst gegenüber Friede => Liberalismus). Ein Misslingen des Gebots dagegen zeigt eher, dass einem die Regeln und Gott nicht so wichtig ist. Das Einhalten des Gebots ist gleichermaßen wie eine Entscheidung zum christlichen Glauben und zu den christlichen Grundwerten, für die das sehr moderne Freiheitsdenken (was sich übrigens Philosophen neu ausgedacht haben) völlig realitätsfern war (die Freiheitsüberstellung über Regeln/Gesellschaft nimmt dem Zusammenleben auch seinen Sinn meiner Meinung nach).


Entscheiden und bewerten muss jeder Mensch aber von selbst.

Ich möchte noch einmal verdeutlichen, dass die Bibel (bzw. deren Autoren) deutlich implizit Sex vor der Ehe undenkbar hält und dass man dieses Gebot aus dem Kontext direkt ablesen kann. Es war allgemeines Verständnis, dass Sex ohne Ehe nicht geht. Entweder hatte man seine Frau und dann auch Sex oder man lebte ohne Frau und auch ohne Sex (bzw. man hat sich aus Begierde sündig gemacht (Hurerei) und das wollten dann die meisten doch nicht).

[2] Ich dagegen sage: Damit ihr nicht der Unzucht verfallt, soll jeder Mann seine Ehefrau haben und jede Frau ihren Ehemann. [3] Der Mann soll der Frau die eheliche Pflicht leisten und ebenso die Frau dem Mann. [4] Die Frau verfügt nicht über ihren Körper, sondern der Mann; ebenso verfügt der Mann nicht über seinen Körper, sondern die Frau. [5] Entzieht euch einander nicht - höchstens wenn ihr euch einig werdet, eine Zeit lang auf den ehelichen Verkehr zu verzichten, um euch dem Gebet zu widmen. Aber danach sollt ihr wieder zusammenkommen; [SONST] verführt euch der Satan, weil ihr ja doch nicht [ENTHALTSAM] leben könnt.

Gute Nachricht Bibel 1. Korinther 7, 2-5

Paulus fordert direkt zur Ehe auf, damit man gar nicht unzüchtig werden kann, was heißt (ganz gleich von der exakten sexuellen Bedeutung von Unzucht),

dass man nur in der Ehe mit dem Geschlechtsverkehr nichts falsch machen kann

und durch das Gesetz des Ehebruchs erübricht sich die Bewertung des Sonderfalls des Fremdgehens.

Vers 4 macht zudem noch mal auf schöne Art und Weise ersichtlich, dass ein sexuelles Verfügen über den "Körper" des Ehepartners nur dem Ehepartner vorbehalten ist und in Vers 5 wird deutlich, dass der Verzicht auf "ehelichen Verkehr" so etwas wie genereller Entzug bedeutet. Und interessant wird es jetzt auch, da Paulus die Ferne vom ehelichen Verkehr mit einer Pflicht der sonstigen (sexuellen) Enthaltsamkeit gleichsetzt. Das gilt also auch für Unliierte.

Ehe ist nach der Bibel auch nur für Mann und Frau gedacht, so liegt die Überlegung nahe, dass sich Unzucht (die an anderen Bibelstellen auch verachtet wird) auf unehelichen Geschlechtsverkehr bezieht, was man eben auch als Hurerei (häufig auch eine Metapher für "Treuebruch") bezeichnet hat (siehe mein erstes Zitat in meiner Antwort). Wie ich vielleicht schon erwähnt habe erübrigte sich auch weiteres Eingehen darauf, weil man etwas anderes als ehelosen Geschlechtsverkehr nicht kannte oder sich nicht vorstellen konnte (weil: zu intim).

Was ich hier nicht sage ist, dass Sex ohne Ehe nur schädlich sein kann/ist und eine Beziehung/Sex-Leben ohne Ehe nie gut funktionieren kann, aber ich sage, dass es nun mal so in der Bibel steht, wie die Frage es nun wissen wollte. Ich denke, dass eine gesund gelebte Ehe durchaus mehr Bindung, Treue und Verpflichtung schafft (welche von Paulus vom Mann gegenüber der Frau sogar gefordert wird), also insgesamt einen stärkeren Zusammenhalt schafft, als nur eine Beziehung allein und ich denke, dass Verpflichtungen genau das sind, dessen Bewusstsein es vielen heute mangelt (jetzt driften wir wieder zum Liberalismus-Thema ab...) und so das Zusammenleben herabsenkt.

Die Sache mit der Verpflichtung erkennt man im Epheser-Brief:

[28] So müssen auch die Männer ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Körer. Denn ein Mann, der seine Frau liebt, liebt sich selbst. [29] Niemand hat doch je seinen eigenen Körper gehasst; im Gegenteil, er ernährt und pflegt ihn. So tut es auch Christus mit der Gemeinde,

Gute Nachricht-Bibel, Epheser 5,28-29

Damit ist auch gleich die Denkbarkeit eines Machtmissbrauchs des Mannes gegenüber der Frau ausgeschlossen, da der Mann damit seine Macht gegen sich selbst missbrauchen würde, was sonst außerhalb des ehelichen Kontextes auch keinen nicht gehen würde.

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natürlich NEIN, wenn du ein guter christ bist

1Kor 1-9
1 Wovon ihr aber geschrieben habt, darauf antworte ich: Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren.
2 Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann.
3 Der Mann leiste der Frau, was er ihr schuldig ist, desgleichen die Frau dem Mann.
4 Die Frau verfügt nicht über ihren Leib, sondern der Mann. Ebenso verfügt der Mann nicht über seinen Leib, sondern die Frau.
5 Entziehe sich nicht eins dem andern, es sei denn eine Zeit lang, wenn beide es wollen, damit ihr zum Beten Ruhe habt; und dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht versucht, weil ihr euch nicht enthalten könnt.
6 Das sage ich aber als Erlaubnis und nicht als Gebot.
7 Ich wollte zwar lieber, alle Menschen wären, wie ich bin, aber jeder hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so.
8 Den Ledigen und Witwen sage ich: Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich.
9 Wenn sie sich aber nicht enthalten können, sollen sie heiraten; denn es ist besser zu heiraten, als sich in Begierde zu verzehren.

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