Setzt sich die Mitleidsethik gegen Tierversuche in dem Sinne ein?

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3 Antworten

Bei der Thematik Tierversuche gibt es genau eine Aussage, der ich jederzeit bedenkenlos zustimme:

"So viele wie notwendig, so wenig wie möglich" 

Leider verstehe ich die Fragestellung nicht gänzlich - meintest du damit, dass heutzutage häufig "Mitleid" (unsere Mitleidsethik) als legitimer Grund bzw. ein Argument gegen Tierversuche herangezogen wird? 

Ich habe in den letzten Jahren leider sehr häufig die Erfahrung gemacht (machen müssen), das Menschen niemals "einfach so" altruistisch oder ethisch korrekt handeln. Vielmehr steht hier oftmals einfach der Aspekt im Vordergrund, seine eigene moralische Überlegenheit zu demonstrieren. Soll heißen: es gibt beispielsweise enorm viele Leute, die sich auf Facebook über (vermeintliche) Tierquälerei im Zuge von Tierversuchen ereifern (und für ihre oftmals radikalen Statement auch sehr viele positive Rückmeldungen erhalten). Aber wenn tatsächlich (gottbehüte) eine schwere Krankheit ins Haus steht die einer Behandlung bedarf, ist es völlig egal ob die Medikamente gegen diese Erkrankung an Tieren getestet wurden. Hauptsache, man überlebt (was ja auch Sinn macht). 

Die zweite Frage, also wie man persönlich zu Tierversuchen steht, ist naturgemäß leichter zu beantworten: Für mich stellen Tierversuche in erste Linie ein "notwendiges Übel" dar, welches entgegen aller Unkenrufe enorm zu Verbesserung der Lebensbedingungen kranker Menschen beigetragen hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir von Krebs, AIDS, den modernen Impfstoffen gegen Polio, TB, HPV, Ebola, Meningitis oder schlichtweg ganz banalem Asthma sprechen - nur mithilfe der Tierversuche waren hier entscheidende medizinische Fortschritte möglich.

Und hier muss man auch ganz klar die Grenze ziehen: Sind Tierversuche wirklich notwendig oder gibt es auch andere, mögliche Alternativen. 

Heutzutage haben wir natürlich völlig andere Möglichkeiten als vor zehn, zwanzig Jahren. Unser technisches und auch naturwissenschaftliches Know-How steigt seit Jahren nahezu exponentiell - wir verstehen bestimmte Zusammenhänge und Mechanismen (auch im menschlichen Organismus) immer besser und haben nunmehr auch die Möglichkeit durch immer besser Soft-/Hardware bestimmte Abläufe nachzubilden, zu visualisieren. 

Meines Erachtens ist es nur mehr eine Frage der Zeit, bis Tierversuche obsolet geworden sind - und das ist durchaus positiv.  

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Kommentar von IEVOSOIR
17.06.2016, 18:48

Ganz genau! Wie Sie schon erwähnt haben, ist die Empörung auf Social Plattformen groß, wenn wieder einmal ein Tier gequält wurde, für welchen Zweck auch immer. Wie Sie richtig erkannt haben, lebt unsere Gesellschaft zweigleisig, einerseits gegen Tierversuche, anderseits dafür. In allen anderen Punkten Stimme ich Ihnen zu. Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar! Wird mir bei meiner Arbeit hilfreich sein! 

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Hallo, 

einfach die Such-Funktion nutzen. Die Frage gibt es gefühlte 1000x. 

Die Meinungen gehen hier ziemlich weit auseinander. Kann man also nicht pauschal sagen. Ich finde Tierversuche nicht gerecht. Desweiteren kopiere ich dir einfach mal meine übliche Antwort zu dem Thema: 

Ich bin dagegen, dass irgendwelche Tiere für uns leiden nur weil wir uns für was Besseres halten. Ich nenne es auch gerne Doppelmoral. Ich für meinen Teil halte aber auch nicht sehr viel von der Pharmaindustrie. Ich bin eher für Naturheilkunde, Akupunktur und Homöopathie. Ganz auf Schulmedizin verzichte ich aber nicht. Wegen mir, meiner Familie und meinen Tieren muss niemand sein Leben lassen. 

Ich finde die Medizin gut, so wie sie jetzt ist. Ich habe es hier ja bereits schon öfters geschrieben: Menschen stehen ganz oben auf der Nahrungskette. Wir sind eigentlich jetzt schon viel zu viele Menschen auf dieser Welt - schau sie dir an. Wir werden immer mehr und greifen immer mehr in die Natur ein. Unser Leben ist nix mehr wert (siehe wie leichtsinnig mit Menschenleben in anderen Länder´n umgegangen wird). Wenn jetzt durch die Forschung weitere Krankheiten heilbar werden, dann sind wir in Überpopulation. Und damit würden wir uns selbst zerstören. Dann müssten wir quasi auf Kriege hoffen um wieder Lebensqualität zu erlangen. 

Wenn ein Mensch Krebs o.Ä bekommt, dann ist das nun mal so. Ich sage das nicht einfach so, ich hatte zwei geliebte Menschen die beide an Krebs gestorben sind. Ich habe momentan auch eine schwer kranke Oma. Meine Meinung ändert sich trotzdem nicht. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

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Kommentar von dadita
17.06.2016, 17:09

"Wenn ein Mensch Krebs o.Ä bekommt, dann ist das nun mal so."

Diese Einstellung ist einfach krank...und dass du sie auch gegenüber "geliebten" Menschen vertrittst macht es nicht besser.

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Kommentar von koenigscobra
18.06.2016, 09:10

Ich achte und respektiere Ihre Meinung! Ich finde es auch gut, dass sie trotz allen Widrigkeiten (Erkrankung von Angehörigen) konsequent an ihrem Standpunkt festhalten. 

Aber ich könnte das nicht. Wenn mein Kind krank wäre (es leiden würde) und ich könnte ihm damit helfen, würde ich auch Millionen Ratten/Mäuse/Affen/Fische/Hunde/Katzen über die Klinge springen lassen.

Bei Gott, ich würde selbst einen fremden Menschen töten, wenn ich es damit retten könnte! Nicht sehr nobel oder edel, aber die Wahrheit... :( 

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Tierversuche sind von essentieller Bedeutung für den medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritt. 

Ohne Tierversuche verurteilen wir Millionen Menschen zu einem vermeidbaren Tod. Es gibt keine Ersatzmethode welche in der Lage ist, dass zu leisten was der Tierversuch zu leisten im Stande ist. Komplexe integrative Systeme wie ein biologischer Organismus lassen sich mit unserem heutigen Wissen nur sehr beschränkt simulieren, weder Zellkultur noch andere in vitro oder in silico Verfahren sind dazu im Stande. Ohne Tierversuche würde also die medizinische Forschung zum erliegen kommen...und all jene Menschen welche bisher nicht das Glück hatten, dass ein Heilmittel für ihre Erkrankungen gefunden wird, werden zu sinnlosem und vermeidbaren Leid und Tod verurteilt. Dies sind die Fakten. Und nichts anderes fordern Tierversuchsgegner. 

Weswegen ich der Einstellung letztgenannter auch keinerlei Achtung entgegenbringe. Das Leben von Millionen Kindern, Frauen, Männern ist wichtiger als die Existenz einiger Mäuse.

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Kommentar von IEVOSOIR
17.06.2016, 17:26

Vielen Dank, diese Meinung, vertrette ich selbst auch.

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Kommentar von silberquark
25.06.2016, 00:09

Der Tod der Menschen wird nur durch die Folter und Tötung von Tieren ermöglicht, was vollkommen unmoralisch und herzlos ist. Wenn das Mitgefühl nicht reicht, um sich auch in das Leid einer anderen Spezies wie z.B. einem Hund oder Affen hineinzuversetzen, ist die Empathiefähigkeit leider verkümmert.

Es geht nicht nur um Mäuse, obwohl du das sehr zu betonen scheinst, um deine Sache besser aussehen zu lassen.

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