Seriöse Parenschaft mit viel Kontakt

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1 Antwort

Ich freue mich über Deine Initiative innerhalb der Schule oder Klassengemeinschaft eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen. Es ist auch sehr gut stetigen Kontakt zu dem Kind zu suchen; das bieten zwar einige Organisationen an, beschränkt sich aber in der Realität meist auf einen Brief pro Jahr zusammen mit dem Schulzeugnis des Kindes um die „Erfolge“ zu dokumentieren.

Bei Deinem Wunsch solltest du bitte folgende bedenken:

1) Das Kind liebt in einer vollkommen anderen Welt als DU, dabei ist es egal ob es in Afrika oder Asien oder sonst wo beheimatet ist.

2) Eine Patenschaft erstreckt sich über die gesamte schulische Ausbildung und meist auch über die Berufsausbildung, also bis das Kind einen Beruf ausüben kann. Das heißt 10 meist aber auch 13 bis 14 Jahre! Hier sehe ich eine Kollision diese Patenschaft innerhalb einer Klasse vornehmen zu wollen, denn so lange dauert in Deutschland selten eine Klassengemeinschaft, ganz abgesehen davon, dass die Patenschaft ja nicht von Einschulung bis Abitur läuft sondern meist irgendwann ab der Oberstufe. Die Patenschaft sollte also federführend von einer Person oder den Eltern übernommen werden und auch nach Beendigung der Schule weitergeführt werden. Natürlich kann man eine Patenschaft zwischendurch kündigen aber versetze Dich in die Situation des Patenkindes, das dann plötzlich ohne Paten da steht. Natürlich wird es weiter unterstützt, aber das Vertrauen zu einem Paten ist dann massiv gestört, da es annehmen muss immer wieder eine Kündigung zu erhalten.

3) Ich habe eine Patenschaft für einen Jungen in Kalkutta (heute Kolkata/Indien) übernommen. Der Junge, Rahul, ist 12 und hat bis vor 5 Jahren auf einem Müllberg gearbeitet. Ich besuche ihn jedes Jahr in Kolkata. Meine Besuchsberichte kannst du im Internet nachlesen unter http://www.asleben.de/h-helgo.html

Die Organisation H.E.L.G.O. e.V. kann ich daher nur empfehlen; zum einen, weil ich die Möglichkeit habe das Patenkind zu besuchen und per E-Mail über die Sozialarbeiter und deutschen Volontäre Kontakt zu meinem Patenkind aufzunehmen und Briefe und Fotos auszutauschen. Aber auch das stößt an Grenzen, da das Kind in Indien sich meine Welt kaum vorstellen kann. Einfache Fragen: wie lang ist dein Schulweg? oder was isst du am liebsten? Stoßen auf Unverständnis, das sich darüber keiner Gedanken macht, man ist froh überhaupt etwas zu essen zu haben (egal was) und da keiner eine Uhr hat, kann man die Länge eines Schulweges kaum mit unseren Maßstäben messen.

Wäre es für Dich möglich ein Kind in Indien zu besuchen, während der Ferien zusammen mit deinen Eltern? Das wäre eine Erfahrung, die Dir sicher viele Perspektiven eröffnet. Ansonsten würde ich Dir eine Mitgliedschaft bei H.E.L.G.O. e.V. in Hamburg empfehlen, die kann man auch jederzeit wieder kündigen.

Übrigens bei H.E.L.G.O. e.V. kommen 97 Eurocent von jedem gespendeten Euro in Indien an.

Glueckskeks23 11.09.2014, 14:15

Vielen, vielen dank dafür dass du dir so viel Mühe für meine Frage gegeben hast! Ich geh jetzt auch sofort bei HELGO gucken

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Aleben 11.09.2014, 14:31
@Glueckskeks23

Vielen Dank für die Bewertung als hilfreichste Antwort.

H.E.L.G.O. e. V. liegt mir sehr am Herzen. die Internetadresse: www.helgo-ev.de

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