Sensitivität - ist sie ein Segen oder ein Fluch für mich?

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8 Antworten

Ich bin wahrscheinlich (Habe noch kein ärztliches Attest oder dergleichen) auch hochsensibel.

Auch mir wurde sehr viel Empathie nachgewiesen und wurde von meinen Freunden dafür schon gelobt. Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man akzeptiert, dass man eben so ist: Der Körper ist halt empfindlich, man reagiert eben speziell auf Reize und äußere Einflüsse, daran kann man nichts ändern!

Es hat seine Vorteile und Nachteile. Große Künstler, Musiker, Wissenschaftler, Schauspieler sind und waren hochsensibel, diese Menschen sind eine Bereicherung für unser kultures Dasein und das menschliche Schaffen. Ich selbst kenne von mir nur, dass ich extrem genau darauf achte, wie sich Personen verhalten und das mich eine "schlechte Stimmung" innerhalb der Familie oft schnell emotional belastet.

Freunde sind ein wichtiger Hafen für zart besaitete Menschen, da spreche ich aus eigener Erfahrung! Man braucht Leute, denen man vertrauen kann und die einen helfen, mit dieser verrückten Welt umzugehen. Jeder muss seinen Weg finden, damit umzugehen, aber das schaffst du schon, da bin ich mir sicher!

LG

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Kommentar von JackySmith
08.02.2017, 15:14

Schöne Antwort! :-) Eine Psychotherapeutin meinte mal zu mir, dass man nicht feststellen kann, ob jemand hypersensibel ist. Es gibt lediglich Anhaltspunkte, die darauf schließen lassen. Sie hat es damals ganz gut begründet, nur kann ich mich leider kaum daran erinnern.

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Kommentar von JuliansWorld74
08.02.2017, 16:14

@rocker73

Du schreibst:

"Ich bin wahrscheinlich (Habe noch kein ärztliches Attest oder dergleichen) auch hochsensibel."

Das liegt daran, das hochsensiebelität (HSP) offiziell nicht als Störung, krankheit oder sonstiges gewertet wird und es somit (noch) keine Klassifikation wie im ICD-10 oder DSM-5 gibt.

Ich habe aber mal gelesen, das daran, von wem auch immer, gearbeitet wird und es sich irgendwann hoffich mal ändert. Derzeit wird es nur als "phänomen" bezeichnet.

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Kommentar von ApfelBirneSalat
29.04.2017, 23:35

Schöne Antwort - aber ein "Attest" brauchst Du dafür nicht - das ist KEINE Krankheit! - Lediglich eben ein Wesenszug - den halt nicht jeder hat..............

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Kommentar von crusher456
26.06.2017, 19:39

Danke Rocker73! :)

Mit den Freunden hast du wahrscheinlich recht. Hab ich auch erkannt.. sollte mir vllt mal n paar suchen ;) 

LG

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Hallo.
Ich für mich habe auch rausgefunden, dass ich über-sensibel bin. Und was du da schilderst, das kenne ich sehr gut! Jedes noch so kleine Detail im Verhalten, in der Stimme, alles wird wahrgenommen. O.o
Mir fällt es auch auf, dass ich in z.b. Filmen unbewusst auf so 'unwichtige' Details achte, wie z.b. die Farbe der Schnürsenkel des Hauotdarstellers. 😂

Persönlich empfinde ich es als eine Mischung aus Fluch und Segen.
Als Fluch z.b. diese Unsicherheit, ob mein Gegenüber das sagt was er meint, weil seine Körpersprache ja irgendwie was anderes sagt.
Und als Segen empfinde ich die große Gabe die kleinsten Freuden so tief zu empfinden, als wäre es ein 6er im Lotto. So kann es passieren, dass mich ein Sonnenaufgang fast zum weinen bringt, weil er so wunderschön ist. 😍
Alles in allem überwiegt für mich die schöne Seite, die Stärke, Dinge zu schätzen zu wissen und auch mich selbst gut reflektieren zu können. :)

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Kommentar von crusher456
07.02.2017, 00:39

Danke für deine Antwort Erlebens-Genosse! :-)

Ich verstehe genau was du meinst! :-D Als Mann empfinde ich es oftmals als Fluch, wenn ich, während ich pornografisches Material anschaue oder auch beim Sex selbst, auf bestimmte Details achte und plötzlich jegliche Geilheit verloren geht ^^

Wobei man zwischen Sensibilität und Sensitivität unterscheiden muss so viel ich weiß!

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Nichts ist rein gut oder schlecht. Alles hat Vor- und Nachteile. So ist auch deine stark ausgeprägte Empathie Segen, wie auch Fluch.

Du kannst anderen Menschen (wenn ich es richtig vermute) anmerken, wie es ihnen geht und kannst ihnen ggf. helfen oder zumindest mit ihnen reden. Das ist aus meiner Sicht etwas gutes und ein Segen.

Gleichzeitig grenzt es dich ein, da du, wie du schon geschrieben hast, darauf achtest, was du sagst. Das ist der Fluch daran. Den kannst du allerdings aus meiner Sicht mit mehr Selbstbewusstsein eingrenzen.

Aus meiner Sicht ist Empathie eher etwas gutes, als etwas schlechtes.

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Kommentar von crusher456
07.02.2017, 00:41

Danke!!

Du greifst mit dem Selbstbewusstsein ein Thema auf, dass wohl die Lösung für mein sogenanntes Problem ist.. Ich muss mich damit abfinden, bzw. das beste daraus machen! 

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Hochsensibilität = Hochempfindsamkeit kann beides sein, sowohl Segen als auch Fluch - je nachdem, wie es dir gelingt, sie konstruktiv in dein Leben zu integrieren...

Ich sehe sie als großes Geschenk, wenn man lernt, sich zu schützen und abzugrenzen und die damit verbundenen wunderbaren Fähigkeiten für sich selbst und andere zu nutzen und auszuschöpfen.

Lernt man dies nicht, kann es sich nachteilig auswirken, denn man ist durch diese Gabe auch extrem verletzlich - es bleibt immer eine gewisse Gratwanderung, deine Intuition hilft dir aber dabei, jede Situation zu meistern...

Es gibt sehr gute Bücher zum Thema, die hilfreich aufzeigen und anleiten, wie man Hochempfindsamkeit in sein Leben integrieren kann - der Titel "Zart beseitet" wurde schon genannt, kann ich auch empfehlen...:)

Google mal nach Büchern und lies die Rezensionen dazu - das Gefühl und die Intuition für das Richtige hast du ja schon...:)

Ich wünsch dir alles Gute und ein erfülltes, reiches Leben in Achtsamkeit und voller innerer Stärke...

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Hallo lieber Mark,

Deine Frage hat mich sehr angesprochen!!!  Du hast Glück, dass Du so aufmerksame und gut informierte Lehrer, Psychologen und Psychotherapeuten um Dich hast! Leider können (immernoch) nicht viele Menschen mit diesem Begriff etwas anfangen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht hochsensitive Menschen eher mistrauisch oder ablehnend sind. Daher rate ich Dir zunächst in deinem Umfeld nicht viel darüber zu sprechen, damit Du nicht deswegen Ablehnung erfährst.

Leider habe ich erst mit über 30 Jahren durch einen Tip einer Bekannten das Thema für mich entdeckt. Hätte ich es früher gewust wäre mir viel Zweifel und viel Leid erspart geblieben und hätte ich früher meine Fähigkeiten bewust wahrnehmen und nutzen gelernt!

Vor der Erkenntnis fand ich die Besonderheiten der Hochsensitiven an mir lästig und als Schwäche. Seitdem ich weiß, dass diese dazu gehören und ich besser damit umgehen kann nutze ich auch die positiven Besonderheiten aktiv und geniese es :)

Wie Du schon selbst erkannt hast ist Selbstbewustsein der Schlüssel ;)

Auch ich habe die letzten Jahre daran gearbeitete und es ist möglich selbstbewust(er) zu werden.

Und ich glaube Du hast die richtigen Helfer an Deiner Seite.

Ich möchte Dir noch das Buch "Hochsensibel was tun?" von Ilona Harke empfehlen. Das ist sehr gut geschrieben und hat mir gut getan.

LG und alles Gute!

Hourriyah

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Es führt dazu, dass ich mich in keiner Situation so verhalten kann, wie
ich es will, da ich immer im Kopf habe, wie mein Gegenüber auf mein
Verhalten reagiert bzw. was er darüber denkt und ich nichts falsches
machen will


Das hört sich für mich eher nach einer Sozialen Phobie an. Es kann sein, dass deine Eindrücke, die du bekommst, durch deine eventuelle Sensitivität verstärkt werden. Allerdings hat deine Interpretation dieser Reize nichts mit mit der Sensitivität an sich zu tun, denke ich. Es sind die Befürchtungen und Ängste, die du in der jeweiligen Situation hast, die dich blockieren. Dein eigenes Denken hemmt dich. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es sich schwer abschalten lässt.

Mein Tipp: Beschäftige Dich mit (am besten nicht-kognitiven) Dingen, die du magst und die dir Spaß machen. Und wenn du sie noch nicht kennst, finde sie heraus. Probiere dich aus. Am besten in einem sozialen Umfeld, sodass du deine Ängste abbauen kannst. Mach vielleicht auch Aktivitäten, in denen du für dich sein kannst und zur Ruhe kommst.

Mit der Zeit wirst du lockerer werden. Du wirst die positiven Reize mehr genießen können als im Moment. Im besten Fall lernst du zu unterscheiden, in welchem Umfeld und vor allem welche Reize dich am meisten beeinträchtigen und gleichzeitig wo du am meisten von deiner eventuellen Sensitivität profitierst. Das ist wichtig, denn du hast dann zu einem nicht unbedeutenden Teil die Entscheidungsgewalt darüber, ob deine eventuelle Sensitivität eher ein Fluch oder ein Segen für ist.  Und ob sie dir dabei hilft, deine sozialen Ängste abzubauen.


Alles Gute für dich! :-)

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Beides - denn Hochsensibilität bedeutet einerseits Leiden - MIT einem anderen Lebewesen (egal ob Mensch oder Tier) leiden, am Leid in der Welt leiden - aber auch Freude über kleine Dinge, über Musik (die man "tief" empfinden kann) und Farben, Sonnenuntergänge, das Vogelgezwitscher am Morgen usw.

Das Problem des Nicht-Ausblenden-Könnens kenne ich auch - da hilft es sehr, wenn man sich selbst immer wieder kleine Aus-Zeiten, Ruhezonen kleine Zwischen-Oasen gönnt - für sich allein z.B nachdenken (entrümpeln, Gedanken sortieren, das Erlebte sortieren), Musik hören, ausruhen, spazieren gehen, einen Tee genießen uvm. Das ist sehr wichtig, damit man als HSP (Hochsensible Persönlichkeit) nicht ausbrennt.

Sehr schöne Webseiten zu dem Thema sind z.B. Zartbesaitet oder Treffpunkt Hochsensibilität.

Sei unbesorgt, Hochsensibilität ist keine Krankheit, sondern lediglich ein Wesenszug - Hochsensible sind vollkommen normal - weder krank noch muss irgendwas "Therapiert" werden!

 

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HSP kann beides sein. Ein Fluch, weil viele dich nicht verstehen können, was Empfindungen angeht, oder Emotionen. Und auch weil man andere ebenso oft nicht verstehen kann. 

Ein Segen deshalb, wein du Dinge eher und früher empfindest, als Menschen ohne HSP und zwischen den Zeilen besser lesen kannst, wenn Du weist was ich meine ;) . Wenns jemand schlecht geht, merkst Du das auch schneller als HSP-ler, ohne das der andere überhaupt was sagt.

Und es gibt da noch viel mehr Vor- und Nachteile von HSP.

Ich empfehle jeden dazu das Buch "Zart besaitet". Ist ein dämlicher Tittel, ich weis. Aber die wo HSP haben, finden sich sicher öfters darin wieder.

Ich denke, das ich das auch bin. Mein Therapeuth bestätigte das. Aber ich habe auch ADHS und HSP tritt oft auch mit ADHS zusammen auf.

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Kommentar von MissPommeroy
07.02.2017, 11:01

Ich finde den Titel eher passend...:)

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