Senden Empfangsantennen auch elektromagnetische Wellen?

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6 Antworten

Ja, eine Empfangsantenne erzeugt dann ein eigenes elektromagnetisches Feld. Das tut aber jede andere leitende Struktur in der Umgebung eines elektromagnetischen Feldes auch.

Eine Antenne, aber auch jede andere leitende Struktur stellt somit eine Störung des elektromagnetischen Feldes dar. Grund: In leitenden Strukturen werden durch die elektromagnetischen Wellen Ströme und Ladungsverschiebungen erzeugt. Diese Ströme erzeugen nun ihrerseits ein eigenes magnetisches Wechselfeld. Und die Ladungsverschiebungen erzeugen ein eigenes elektrisches Wechselfeld. Diese Felder überlagern sich zum ursprünglich erzeugenden elektromagnetischen Feld.

Ob Empfangsantennen nun auch elektromagnetischen Energie abstrahlen ist wiederum eine Qualitätsfrage der Antenne. Antennen werden grundsätzlich so optimiert, dass sie die aufgefangene Energie nicht gleich wieder abstrahlen, sondern so gut wie möglich als elektrische Spannung und/oder elektrischen Strom am Einspeisepunkt des Kabels, das zum Empfangsgerät führt, bündelt. Trotzdem hat auch eine Antenne, die einen Wirkungsgrad von 100% hat, also sämtliche aufgefangene Energie an das Kabel weitergibt, ein so genanntes Nahfeld, also eine Störung der der unmittelbaren Homogenität des elektromagnetischen Feldes. Dieses (ideale) Nahfeld klingt aber sehr rasch ab (etwa nach dem dreifachen einer Wellenlänge). Es hat physikalisch nur die Eigenschaft, dass es das Feldbild in Antennennähe "deformiert" aber keine Energie abtransportiert.

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Wenn z.B. ein gestreckter Empfangsdipol (offener Schwingkreis) axial senkrecht zur Ausbreitungsrichtung in der E-Ebene einer elektromagnetischen Welle ausgerichtet ist und eine der Wellenlänge der elektromagnetischen
Welle angepasste Dipollänge besitzt, dann wird in ihm eine elektrische Spannung influenziert, deren Frequenz mit der Frequenz der elektromagnetischen Welle übereinstimmt. Im Dipol entsteht eine elektromagnetische Schwingung, die einerseits über eine Leitung (Antennenkabel) einem Empfangsgerät zugeführt wird und andererseits in einem bestimmten Maße als elektromagnetische Welle abgestrahlt wird. Bei Yagi-Antennen, die i.d.R. aus dem Empfangsdipol, einem Reflektor und mehreren Direktoren besteht, ist die abgestrahlte Welle beim Empfangsdipol unerwünscht (kann durch Anpassung klein gehalten werden), beim Reflektor und den Direktoren dagegen bezweckt. Man erzielt dadurch einen größeren Antennengewinn und eine bessere Richtwirkung der Antenne (sowohl bei Sende- als auch bei Empfangsantennen). Bei Sendeantennen ist die Abstrahlung generell erwünscht.

LG

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Die Antenne tut das nicht von alleine, aber sie strahlt Wellen mit Frequenzen ab, die der Empfänger selbst erzeugt. Überlagerungsempfänger (Superhet) arbeiten mit eigenen Ozillatoren, die das Empfangssignal auf einen Hilfsträger ummodulieren, der mit einer Zwischenfrequenz schwingt. Diese Zwischenfrequenz kann außen gemessen werden.

Auf diese Weise soll früher die Bundespost aus Peilfahrzeugen nach Schwarzhörern gesucht haben: http://www.geschichtsspuren.de/forum/viewtopic.php?t=10977&postdays=0&postorder=asc&start=0

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Der Eingangsschwingkreis erzeugt ein schwaches elektromagnetisches Feld. Das kann z.B. zur Ortung von Empfängern genutzt werden.

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Da manche Teile z.B. einer Yagi-Antenne auch die Wellen reflektieren, senden sie auch Strahlung ab. Allerdings ist das so wenig, dass du es vergessen kannst.

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definitiv: NEIN

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