selbstzweifel, angst und unzufriedenheit, was tun?

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2 Antworten

Das sind recht normale Gedanken für einen Menschen, der intelligent und ehrgeizig ist und vor einer Umbruchphase steht. Du willst zuviel planen, zu weit ins Voraus denken. Investiere deine sinnlosen Was-wenn-alles-schiefgeht-dann-ist-alles-schlimm-Gedanken lieber in konkrete Pläne:

Wenn ich das Abi nicht schaffe, kann ich wiederholen. Wenn ich keinen Studienplatz im Studiengang X in Stadt Y kriege, dann aber den NC-freien Studiengang Z in der Stadt B.

Es ist manchmal sogar möglich, ohne Abitur zu studieren, wenn alle Stricke reißen. Und das Studium, wenn du das nicht packst, dann such dir eine andere Berufung. Wenn dich keine WG will, dann zieh ins Wohnheim, da ist es auch schön. Wenn du keine coolen Leute kennenlernst, auch die Uncoolen können dein Leben sozial schön machen (irgendwen lernt man wirklich IMMER kennen, weil alle Erstis in der gleichen verzweifelten ich-bin-allein-hoffentlich-mag-mich-jemand Situation sind).

Und alle anderen Gedanken: Zwinge dich, wenn sie anfangen, sie sofort auszubremsen, weil sie dich nicht weiterbringen. Zwinge dich, an was Schönes zu denken, fange laut zu singen an. Und ansonsten: Da jeder solche Gedanken hat, denk dir, naja ist ja normal dass man ab und zu so denkt, zucke mit den Achseln und schau einen lustigen Film.

Alles wird besser und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt :)

Sicher kann Dir NIEMAND voraussagen, was in Deiner nächsten Zukunft passieren wird. Ich war mal in einer ähnlichen Krise, jedoch weitaus heftiger, und zwar so stark, daß jeder Gedanke, den ich zuende gedacht habe, spätestens nach einer Minute in Richtung Suizid ging. Ich konnte mir damals damit helfen, daß ich nicht mehr mit "ob", "vielleicht", und "hoffentlich" gedacht habe, sondern versucht habe, alles in Wahrscheinlichkeiten zu erfassen. Z.B. ist es unwahrscheinlich, daß jemand sein Ziel erreicht, wenn er nichts dafür tut. Dir aber wird bereits von Zeugen (nämlich Deinen Freunden) bescheinigt, daß Du all Deine Ziele bis jetzt erreicht hast. Das heißt, Du hast eine Trefferquote von 100 Prozent, wenn auch nicht am selben Tag. Manche Dinge brauchen VIEL Zeit und wahnsinnig viel Vorbereitung.

Offensichtlich gab es in Deinem Leben einen ganz massiven "Großunfall". Diesen mußt Du erstmal verarbeiten, und es muß Dir klar werden, daß dies NICHT Deine Schuld war. Du sollst jetzt keinen Haß auf eine bestimmte Person kanalysieren, sondern grundsätzlich folgendes beachten:

1) Wenn Du willst, daß Dir ewas gelingt, dann tue es selbst, und zwar mit ganzer Überzeugung. Treffe Entscheidungen, und lebe mit diesen Entscheidungen auch. 2) Wenn trotz erheblichster Anstrengung, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich, nichts zustande kommt, hat die Umgebung, in der Du es versucht hast, Dich nicht verstanden. Versuche es erneut in einer Umgebung, die Deinen Vorstellungen und Neigungen besser entspricht, und wo Du Dir ähnliche Persönlichkeiten findest. 3) Vermeide UNBEDINGT Dir selber die Schuld für etwas zu geben, was nicht allein von Dir abhängt.

Da Du Dein Fachabitur machst, nehme ich an, daß Du erwachsen bist. Wenn Deine Familie ein Problem mit Dir hätte, dann hättest Du bestimmt schon, wenn auch auf indirektem Wege, davon erfahren. Als Erwachsene bist Du jedoch selber für Dich verantwortlich. Gehe Deinen Weg, und laß die "Leute" reden. Du mußt Deine Steuerung in Deine Hand nehmen, und nicht darüber nachdenken, was Deine Eltern, ein Freund, oder der Pudel des Nachbarn über Dich denken.

Daß Du manchmal Konflikte mit Freunden hast, ist eigentlich ein gutes Zeichen, was von Selbstbewußtsein zeugt. Du vertrittst Deine Position mit Nachdruck gegenüber anderen.

Wo Du sagst, Du könntest nicht mit Männern anbandeln. Nun - ich bin ein Mann, und habe den halben Planeten nach einer Frau abgesucht, die mich halbwegs versteht. Nach mehrjähriger Suche habe ich sie gefunden.

Männer funktionieren SEHR einfach. Ich nehme an, Dir gelingt es, einen Mann anzulocken, aber dann klammerst Du Dich an ihn, und fängst an zu drängeln, daß Du ihn heiraten oder zumindest eine sehr feste Beziehung mit ihm haben willst. Davor haben Männer Angst. Vor allem, wenn sie ihre Partnerin noch nicht lange und intensiv genug kennen. Ja, Männer haben Angst davor, Verpflichtungen einzugehen, bei einem wegen fehlender Zeit unkalkulierbaren Risiko. Der Trennungsschmerz bei einer gescheiterten Beziehung ist auch bei Männern recht hoch.

Männer sind zwar - sagen wir mal "schwanzgesteuert". Du solltest Dich einem Mann jedoch auf keinen Fall sofort an den Hals werfen, weil er dann den Respekt und auch das Interesse an Dir verliert - dann wird da allenfalls ein One-Night-Stand draus. Gewöhne einen Mann langsam an Dich. Wenn er echtes Interesse an Dir hat, wird er es akzeptieren, in den ersten vier Wochen keinen Sex zu haben. Da Du intelligent bist (immerhin Fachabituranwärterin - schafft das die Hälfte der Bevölkerung?), solltest Du Deine nächste Bekanntschaft in Gespräche über durchaus anspruchsvolle Themen verwickeln. Dann wird sich zeigen, ob er Dich WIRKLICH versteht oder zumindest verstehen will, und Du siehst wie er so denkt, usw.

Du kannst die Wahrscheinlichkeit eines Treffers bei der Partnersuche DEUTLICH erhöhen, indem Du evtl. (falls das Deiner Vorgehensweise entsprechen könnte) in der Zeitung eine Konaktanzeige aufgibst. Diese sind für Frauen oft kostenlos.

Ich wünsche Dir viel Glück, auch wenn die Verarbeitung Deiner Krise NICHT an einem Tag erfolgen kann.

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