Selbstständiges "Geschäft" als sozusagen Kleinunternehmen gründen

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4 Antworten

Mit der Ablehnung von Mondpreisen rennst Du bei den meisten Menschen hier offene Türen ein. Doch es funktioniert anders.

Bei allem was mit dem Verkauf zubereiteter Speisen läuft, da geht man davon aus, die Warenkosten mindestens mal drei oder 3,75 zu nehmen. Die Gefahr damit reich zu werden existiert nicht.

Umgekehrt ist etwa 1/3 für Waren zu rechnen, 1/3 für Standmiete, Fahrtkosten und was da noch alles anfällt. Vom letzten Drittel wird dann ggf. Gewerbesteuer und Einkommensteuer bezahlt.

Die Standmiete richtet sich in der Regel danach was an einem Ort umgesetzt werden kann. Da ist man schon der Gekniffene. Oder meinst Du, dass die Preise an Flughäfen nur deshalb so hoch sind, weil die Ladenbetreiber Flugzeuge so super finden und andere vom Kaufen abhalten wollen?

Deine Sache mit den Kühlboxen ist ja nett gedacht. Funktioniert nur nicht. Mit Getränkeverkauf brauchst Du mindestens drei Kühlschränke.

Haushaltsgeräte als Toaster kannst Du zwar vermutlich nehmen, die sind aber nicht für den Dauereinsatz konstruiert. Damit sogar Brand gefährlich. Für solche Einsatzorte gibt es extra Unternehmen die mit Gastro-Qualität versorgen. Dazu gehört es auch, dass die Oberflächen leicht gereinigt werden können.

Nächstes Problem. Nach Deiner Schilderung meint man fast, dass Du von einer vierfachen Bauchladengröße ausgehst. Da ist Dein Optimismus fehl am Platz, Du brauchst einen wirksamen Spuckschutz. Selber brauchst Du auch Platz für einen Arbeitsbereich. Schließlich kannst Du nicht das Geld noch in die Ware fallen lassen.

Für die Hygiene ist zu sorgen. Es ist einfach Pflicht, dass Du Dir nicht nur die Hände waschen kannst, sondern die Gäste empfinden das auch als sehr angenehm. Beim Getränkeverkauf kann das Problem der eigenen Gäste-Toiletten auftreten. Das dürfte aber Länderrecht sein. Bier verkaufen und die Toilette wird Pflicht. Das im Kaufhaus welche sind, selbst wenn Du genau davor stehst zählt nicht.

Du rechnest echt nur mit 1700 bis 2000 Euro. Gut. Dann das mal 3 sind Euro 5.100 Umsatz. Dazu die Umsatzsteuer. Nehmen wir nur 7% und damit die Getränke raus. Einnahmen damit Euro 5457. Der Durchschnitt ist so. Und Du willst ja noch Rücklagen haben. Für die Wiederbeschaffung und Reparatur Deines Standes. Für Tage die Du nicht arbeiten kannst. Für die Rente. Kankenkasse mit 350 Euro. Letzteres wird wohl eingerechnet sein, trotzdem bist Du mit Sicherheit in der Einkommensteuer, wenn Du das umsetzen kannst.

Bei 25 Arbeitstagen werden das aber viele Toast-Brote. Erst recht wenn Du den Burger für 1 Euro als Maßstab vorgibst. Belegte Brötchen beim Bäcker kosten zwischen 2 Euro und 3,50 Euro. Da kommst Du mit dem Warenaufschlag einfach nicht hin. Da Du an vielen Standorten eine Menge Konkurrenz hast, wird das sehr schwer mit einem Produkt unter 2 Euro auf die nötige Gästezahl zu kommen.

Dabei muss der Preis ja so gesetzt sein, dass sich keine endlosen Schlangen ergeben. Die meisten Kunden könnten es eilig haben. Selbst bei einem Preis von 1,50 Euro 150 Bestellungen. Etwa 2/3 während der zwei Stoßzeiten. Von 12 Uhr bis 13.30 Uhr und dann noch mal die Stunde um 18 Uhr. 100 Gäste in 150 Minuten ist eine sagen wir mal ambitionierte Schlagzahl.

Dazu kommt noch ein Problem. In den Sommerferien hast Du einen Bruchteil vom Umsatz. Wenn die Leute in einem Jahr viel verreist sind, dann halbiert sich die Anwesendenzahl nicht nur für sechs Wochen. Da fehlt Dir im Sommer schnell mal ein Monatsumsatz.

Es hilft alles nichts. Natürlich kann man mit kleinen Snacks tatsächlich was machen. Allerdings sind Deine Grundannahmen m.E. von Anfang an nicht tragfähig.

Hier geht es Dir wie mir: Ist Dir Dein Produkt so wichtig, dass Du es unbedingt auf den Markt bringen willst? Dann brauchst Du andere Wege.

Zur Gewerbeanmeldung mußt Du mit dem Personalausweis zur Gemeindeverwaltung. Um Lebensmittel zu Verarbeiten und in den Verkehr zu bringen, brauchst Du ein Gesundheitszeugnis (Gesundheitsamt) und eine Konzession (Gewerbeamt) und entsprechende technische und räumliche Ausstattung, die den hygienischen und technischen Vorschriften entspricht. Für die Ausführung im öffentlichen Verkehrsraum oder auf einem privaten Grund (aussen / Kaufhaus ... ), brauchst Du die Genehmigung der Stadt oder Grundbesitzers / Hausbetreibers.

was brauche ich alles für eine Gewerbeanmeldung? (Ausbildung, Berufserfahrung, sonstiges zwingend erforderliches (gibt es da was? )

Für die Gewerbeanmeldung brauchst du (wenn du volljährig bist) nichts als deinen Ausweis und die Verwaltungsgebühr von ca. 25-30 €.

wie wird die Gewerbeanmeldung formuliert? (Nebengewerbe, Kleingewerbe, ??? )

Da wird nicht viel formuliert. Es gibt einen bundesweit einheitlichen Vordruck, in dem im Wesentlichen wichtig ist: Wer bist du ? Was machst du ? Wo machst du das ?

Ein Nebengewerbe oder Kleingewerbe gibt es nicht ! Entweder meldest du ein Gewerbe an oder nicht... In dem Vordruck gibt es eine rein statistische Frage, ob du das Gewerbe zunächst zum Haupt- oder Nebenerwerb ausüben willst. Diese Frage hat aber keine rechtliche Bedeutung und ist keine "Art von Gewerbe".

Der Begriff "Kleingewerbe" wird fälschlicherweise sehr oft für die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG verwendet. Das ist aber auch keine "Art von gewerbe" sondern ein Steuererleichterungsverfahren beim Finanzamt. Mit der Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt hat das überhaupt nichts zu tun.

brauche ich eine abgeschlossene Ausbildung für so einen kleinen Stand um eine Genehmigung zu bekommen?

Eine Ausbilduung brauchst du nicht. Die Lebensmittelaufsicht will von dir aber ein Gesundheitszeugnis und den Unterrichtungsnachweis zum Umgang mit Lebensmitteln sehen.

Bei deinem Plan sehe ich ein wesentlich größeres Problem, das erst einmal nichts mit der Gewerbeanmeldung zu tun hat, aber schnell zum Aus führen kann/wird: Du darfst keine Lebensmittel im stehenden Gewerbe verarbeiten und verkaufen, wenn du kein fließendes Frischwasser und einen Anschluss für Abwasser hast !

...sorry meine Zeichen waren aufgebraucht =)

Also meine Fragen sind =)

  • was brauche ich alles für eine Gewerbeanmeldung? (Ausbildung, Berufserfahrung, sonstiges zwingend erforderliches (gibt es da was? )

  • wie wird die Gewerbeanmeldung formuliert? (Nebengewerbe, Kleingewerbe, ??? )

  • brauche ich eine abgeschlossene Ausbildung für so einen kleinen Stand um eine Genehmigung zu bekommen? (Gastronomie, Systemgastronomie)

Also ich bin grade auf dem Standpunkt, dass ich denke ich brauche nur

  • einen Stand
  • die Geräte (Toaster, Kühltruhe)
  • Küchenwerkzeug (Pfannenwender, Zange,...)
  • Lebensmittel (Toast's, Soßen, Getränke,..)
  • einen Standort und die Genehmigung des Standortes, also z.B. von Kaufhaus Müller
  • die Gewerbeanmeldung und sozusagen die Genehmigung der Gründung meines Gewerbes

und ich bin grade der Meinung dass man für die Gewerbeanmeldung nur volljährig sein muss, die Gerätschaften besitzt um loszulegen und evtl. ein wenig Kapital besitzen muss, um z.b. die ersten drei Monatsmieten des Standes decken zu können.

Belehrt mich bitte eines Besseren =) ich danke euch allen für eure Hilfe =)

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