Selbstständig in Deutschland - Krankenversicherungspflicht auch bei langen Auslandsaufenthalten?

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7 Antworten

Wenn du in Deutschland noch gemeldet bist, bist du auch krankenversicherungspflichtig. Nur wenn du Deutschland tatsächlich komplett verlässt, (auswanderst) erlischt diese Pflicht. Dann kannst du deine private KV für einen Beitrag von 10 % als "Anwartschaftsversicherung" weiter laufen lassen. Später kannst du dann diesen Vertrag wieder ohne erneute Gesundheitsprüfung wieder aufleben lassen.

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Kommentar von Reisender00
11.03.2014, 13:22

Dank für die Info. Dann verstehe ich allerdings diesen Paragraphen nicht, ZITAT:

"Nach § 30 Abs. 3 Erstes Sozialgesetzbuch (SGB I) hat jemand seinen Wohnsitz dort, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird. Den gewöhnlichen Aufenthalt hat jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt. Durch die jeweilige Bezugnahme auf die Umstände des Aufenthalts bzw. des Wohnsitzes hat sich in der sozialgerichtlichen Rechtsprechung, insbesondere auch des Bundessozialgerichts (BSG), die Auffassung durchgesetzt, dass abweichend von der zivilrechtlichen Regelung der §§ 7, 8 des Bürgerlichen Gesetzbuches sich sowohl der Wohnsitz als auch der gewöhnliche Aufenthalt im Wesentlichen an objektiv zu beurteilenden tatsächlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten desjenigen orientiert, für den dieses Tatbestandsmerkmal rechtserheblich ist (z. B. BSG, SozR 5870 § 2 Nr. 44). Entgegen der Auffassung der Klägerin kommt damit subjektiven Elementen nicht die Bedeutung bei, die sie ihnen zumisst. Vielmehr ist das reale Verhalten des Betroffenen in Bezug auf den Lebensmittelpunkt maßgebend. Ein entgegenstehender Wille, an einem bestimmten Ort zu wohnen, ist dann ohne Bedeutung, wenn er nicht realisierbar ist (BSG, a. a. O.). Der bloße Domizilwille, d. h. der Wunsch, ins Inland einzureisen, hier zu wohnen oder sich gewöhnlich aufzuhalten, reicht demnach allein nicht, und zwar auch dann nicht, wenn bereits entsprechende Vorbereitungshandlungen getroffen werden (Schlegel in jurisPK zu § 30 SGB I Rz. 44). Auf die ordnungsbehördliche Meldung eines Wohnsitzes beim Einwohnermeldeamt kommt es ebenfalls nicht an (BSG, SozR 3 5870 § 2 Nr. 36)."

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Grds. besteht eine Krankenversicherungspflicht, die aber keiner prüft. Die private Krankenversicherung kann auf eine Anwartschaftsversicherung umgestellt werden für die Zeit des Auslandsaufenthalts. Um den Versicherungsschutz in Deutschland nicht zu verlieren wäre folgende Möglichkeit umsetzbar: - Anwartschaftsversicherung für die (hoffentlich im Leistungsumfang hochwertige PKV) - langfristige Auslandsreisekrankenversicherung bis 365 Tage (Tipp: Divers Alert Network DAN - die haben so etwas verhältnismäßig günstig). Hintergrund: ist mal wirklich was gesundheitlich brennend fliegen die einen zurück nach Dtl. - Eine vorformulierte Willenserklärung mit Unterschrift bei einer Person deines Vertrauens hinterlegen, dass die PKV wieder aktiviert werden soll (falls du selber aufgrund gesundheitlichen Zustands nicht dazu in der Lage bist)

Was bedeutet das alles zusammen: die PKV wird in der Anwartschaft günstiger, die Reisekrankenversicherung garantiert die Rückführung bei brenzligen gesundheitlichen Situationen und die Willenserklärung sichert die Leistung der PKV wenn Du ungeplant zurück musst. Grundsätzlich könntest Du die PKV auch jedes Mal, wenn Du auf Heimatbesuch bist für den einen Monat aufleben lassen...

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Kommentar von Reisender00
11.03.2014, 15:29

Danke, dass hört sich ja vielversprechend an :)

Werde es mal so meiner PKV vortragen und sehen, was sie dazu meint.

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Es gibt noch einen Weg, die Versicherungspflicht in Deutschland zu erfüllen und zugleich in Thailand gut versichert zu sein: Du wechselst in einer internationale Krankenversicherung bei einem EWR-Dienstleister, welche konform ist mit § 193 Abs. 3 VVG. Bei diesen Versicherungen- da gibt es mehrere Anbieter überwiegend aus England - gilt, dass sie grundsätzliche geeignet sind, die Versicherungspflicht in Deutschland zu erfüllen, solange sie ambulante und stationäre Deckung bieten und einen Selbstbehalt von nicht höher als 5.000 EUR pro Jahr aufweisen. Du kannst also zum nächsten Termin - vermutlich Ende des Jahres mit Kündigung bis spätestens Ende September - Deine derzeitige deutsche PKV kündigen und in eine solche internationale Krankenversicherung wechseln. Die bietet zum Beispiel Versicherungsschutz "Weltweit ohne USA" an, was bedeutet dass Du sowohl in Deutschland wie in Thailand gleichermaßen versichert bist.

Cheerio

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Hallo, ich rate bei allen Dingen, die mit "Versicherung" zu tun haben, eine schriftliche Abstimmung mit der Versicherung herbeizuführen. Wenn es um die Ertattung "größerer Beträge" geht, versuchen die Versicherungen immer ein Hintertürchen zu finden. Der Patient ist meist nicht in der Lage die Behandlungskosten vorauszuzahlen und dann noch jahrelang mit der Versicherung um die Erstattung vor Gericht zu streiten! Machen Sie sich doch mal kundig, ob es nicht eine andere PKV gibt, bei der Sie sowohl in Deutschland wie auch in Thailand versichert sind. Die KV's in Thailand schließen nur Jahresverträge - wer mehr kostet als er bringt, erhält keinen neuen Vertrag..... Ich pendle auch zwischen TH und D - in D muß mich die AOK auch für einen kurzen Zeitraum versichern, weil ich bis zum Ausscheiden aus dem Berufsleben dort freiwillig versichert war. Während dem Aufenthalt in Thailand bin ich bei | reiseservice@mapfre.com (Kundenbetreuung – Reiseversicherungen). versichert. Diese Versicherung bietet auch bei langen Reisen eine Deckung zu einem unerwartet angemessenen Beitrag. Wie die Leistung aussieht, kann ich nicht sagen - ich habe die Versicherung noch nie in Anspruch genommen. mfg Hajobello

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lebe ich in Thailand und komme jedes Jahr ungefähr einen Monat nach Deutschland um meine Familie zu besuchen

Und warum willst du dann unbedingt in Deutschland gemeldet bleiben? Kannst du natuerlich aber warum?

Bedenke bitte auch die steuerlichen Aspekte! Dein Lebensmittelpunkt liegt eindeutig in Thailand und somit bist du in Deutschland nur beschraenkt steuerpflichtig. Dies kann zu erheblichen Nachteilen fuehren, wenn du in D steuerliche Regelungen nutzt, die nur unbeschraenkt Steuerpflichtigen zur Verfuegung stehen. Das kann richtig Aerger geben und vor allem teuer werden, wenn dir das Finanzamt irgendwann auf die Schliche kommt, die Steuerbescheide der letzten Jahre fuer unwirksam erklaert und rueckwirkend alles auf Basis der beschraenkten Steuerpflicht neu berechnet.

Welche Nachweise deine PKV benoetigt, um dich aus der Versicherung zu entlassen, weiss ich nicht. Da du aber durchaus in D gemeldet bleiben kannst, wenn du deinen Lebensmittelpunkt zwar im Ausland hast, in D aber auch noch einen Wohnsitz unterhaeltst, muss es da ausser einer Abmeldebescheinigung ja auch noch was anderes geben.

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Wo sind sie gemeldet? Wenn in Deutschland, dann müssen sie in Deutschland krankenversichert bleiben, denn dort herrscht Versicherungspflicht. Melden Sie sich um nach Thailand, dann können Sie sich dort vor Ort entscheiden, wie Sie sich absichern möchten.

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Kommentar von Reisender00
11.03.2014, 12:44

Ich bin in Deutschland gemeldet und dies soll auch so bleiben.

"Wenn in Deutschland, dann müssen sie in Deutschland krankenversichert bleiben, denn dort herrscht Versicherungspflicht."

Genau hierauf ziehlt meine Frage ab, ob dies in meinem Fall wirklich so ist, denn im Internet findet man Aussagen in ähnlichen Fällen wie:

"Wichtig ist der gewöhnliche Aufenthalt, nicht der gemeldete Wohnsitz"

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Es ist richtig, dass jeder in Deutschland krankenversicherungspflichtig ist. Eine Krankenversicherung darf dich nur aus dem Vertrag entlassen, wenn du einen neuen Krankenversicherungsvertrag nachweisen kannst.

Es gibt in Thailand eine franzoesische Versicherungsgegsellschaft - April, eine Tochtergesellschaft der AXA, mit Sitz in Paris - die dir sowohl Schutz in Thailand als auch in Europa bietet und wesentlich preiswerter ist als deutsche Versicherungsgesellschaften.

Die Beitraege sind in Euro zu entrichten und da der Sitz Paris ist, koennen die Beitraege auch voll steuerlich in Deutschland abgesetzt werden.

Mit dem Nachweis der Versicherungspolice muss deine deutsche Versicherung deiner Kuendigung zustimmen.

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