Selbstmitleid nach Verletzung

2 Antworten

Meine Mutter hatte vor 3 Jahren nach einem schweren Sturz ein gebrochenes Becken. Zudem waren Steißbein und Sitzbein gebrochen. Ihre Frakturen wurden konservativ behandelt (also ohne OP) sie wurde schon am 3. Tag nach dem Unfall auf die Beine gestellt zum Laufen. Sie musste mit einem Gehbock lernen zu laufen. Nach ein paar weiteren Tagen an Unterarmgehstützen. Nach 2 Wochen Krankenhaus, 3 Wochen Reha. Dort musste sie alles soweit es ging selbständig bewerkstelligen. Und es hat auch geklappt. Also ich denke ganz ehrlich, dass dein Onkel es übertreibt. Wer will, der kann das sicherlich. Aber wenn er nicht will, dann habt Ihr als Angehörige keine großen Chancen, es ihm Begreiflich zu machen, dass er was tun soll. Das Einzige wäre vielleicht, nicht immer gleich zu springen, wenn er was will, sondern es ihn erst mal selber versuchen zu lassen! Wäre es gesundheitstechnisch nicht möglich, hätten die Ärzte nicht gesagt, dass er es machen soll. Er muss halt auch mal die Zähne zusammen beißen und mitarbeiten. Sonst wird er nie mehr richtig auf die Beine kommen. Dass sollte Ihm klar sein.

Ja da hast du vollkommen recht, das sehe ich genauso und das wollte ich auch hören. Ehrlich gesagt lebt er nicht in Deutschland, sondern im Nordirak bei seiner Familie. Er wurde aufgrund eines schweren Unfalls nach Deutschland ins Krankenhaus eingewiesen. Jeden Tag haben wir ihn besucht, ob es meine Mutter war, mein Mann oder einige Bekannte. Was ich nicht für richtig halte, ist dass er meine Mutter (seine Schwester), die jeden Tag 2 Stunden Wegezeit hat bis zur Arbeit und dort noch 7 Stunden arbeitet und danach von Berlin nach Potsdam zu ihm ins Krankenhaus gefahren ist mit aller Müdigkeit und Erschöpfung, die selbst Diaberikerin ist , einen Glaukom hat und sogar an Hypertonie erkrankt ist, mein Onkel sich nicht trotzallem zufrieden gibt, sondern schwere Vorwürfe macht, dass keiner für Ihn da ist. Verstehst du das ? Das regt mich besonders auf.

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Ja. Ich kann dich sehr gut verstehen. Leider ist das alles nicht einfach. Wenn dein Onkel nicht will, dann könnt ihr nicht viel tun. Deine Mutter soll langsam machen und etwas mehr an sich denken. Nicht dass sie komplett ausfällt und auch noch schlimmer krank wird als sie schon ist. Kann es sein, dass dein Onkel so ein typischer "Pascha" ist? Alle müssen springen, wenn er mit den Fingern schnippt? Sorry, wenn ich das jetzt so hart sage, aber genau das kam mir in den Sinn, als ich deine Antwort gelesen habe. Ihr müsst ihm klar machen, dass ihr such jemand seid!!! Nicht alles dreht sich nur um ihn, klar, er ist krank und braucht Hilfe, aber er muss auch was dafür tun. Und vor allem muss er lernen, nach seinen Möglichkeiten zurecht zu kommen. Es ist vielleicht hart für euch, aber denkt in ErsterLinie an EUCH, dann erst an Andere. Macht euch deshalb nicht kaputt. Zu helfen ist schön und gut, aber niemals zu Lasten der eigenen Gesundheit! Das musste ich damals auch auf ganz ähnliche Art und Weise lernen.

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@Larimera

Ich habe das meiner Mutter genauso gesagt, dass Sie mal an sich denkt und dann an andere. Übrigens ist ja noch der andere Bruder da, der von morgens bis abends wie ein Pascha da sitzt und nichts tut Mir tut es in der Seele einfach weh, dass alles meine Mutter macht, schuftet bis in den nächsten frühen Morgenstunden, während der andere Bruder sorgenlos schläft. Ich hatte meine Mutter klar gemacht, dass sie nicht gott ist und schon keine Krankenschwester. Sie macht mir nur Vorwürfe und meint ich sei eifersüchtig. Findest du das falsch, wenn ich Ihr klar mache, dass ihr Bruder etwas träinieren muss, um wieder auf die Beine zu kommen. Ich habe ihr gesagt, weil sie mir erzählt hat, dass der kranke bruder mitten in der Nacht anruft vom krankenhaus aus und zu meiner Mutter sagt, er hätte Schmerzen. Meien Mutter versuchte ihn zu beruhigen aber was kam da . Er sagte ihr, dass sie nicht für ihn da ist, wenn er sie braucht. Und somit kann ich leider keinen Mitleid haben für Ihn schon gar nicht. Mein Vater hat bei meiner Mutter angerufen und gesagt, dass die Versorgung zu Hause privat keine gute Idee ist, weil es ihm dann schlimmer geht als sonst. Erstens braucht er eine KG, 2. die Finanzierung, da muss sich der älteste Bruder drum kümmern, macht aber nicht und erwartet die Kostenübernahme von meiner Mutter. weil die irakische Regierung im Nordirak nicht mehr zahlt. Mein Vater meinte, er müsste sofort wieder in die Heimat zurück wenn er keine KG finanziert bekommt. Ist doch richtig oder ?

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@sallim

Alles was er will ist eine 24 stündige Rund um Betreuung. Er möchte gern einen Rollstuhl, einen Rollator, dass ihm bei seinem Lauf/-und Steh Training unterstützt. Wir haben für Ihm einen Rollstuhl geliehen vom DRK. Dieser Rollstuhl dient aber nur für den Zweck, wenn er draußen zum Spazieren geführt wird. Er möchte es aber nicht nur draußen sondern auch in der Wohnung benutzen. Die Ärzte meinten, es sei keine große Hilfe, wenn er ständig versucht nach solchen Hilfsmitteln greift, denn dadurch, macht er keine Fortschritte, sondern erleidet einen Rückfall, so dass er kaum noch die Beine bewegen kann

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Eine 24-Stunden Betreuung wird für deinen Onkel nicht möglich sein, wer soll das denn bezahlen? Ich würde an Euerer Stelle eine Art "Familienkonferenz" einberufen. MIT deinem Onkel. Und da würde ich einfach mal im Klartext mit ihm reden. Ihm klarmachen, dass ihr gerne bereit seit zu helfen. ABER-unter gewissen Bedingungen und Vorraussetzungen. Diese sind z. B. Er muss sich bemühen, möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen, und alles dafür tun, dass seine Genesung schnell voranschreitet. Sollte er nicht mitarbeiten, würdet ihr euch zurück ziehen und die Hilfe verringern. MALLE Familienmitglieder sollten Aufgaben übernehmen- macht Euch hierzu am besten einen genauen Plan, wer WANN für WAS zuständig ist. Es ist vollkommen richtig, dass du deine Mutter darin bestärkst, auch an sich zu denken. Es bringt keinem was, wenn sie sich vollkommen kaputt macht. Wie das mit der Krankengymnastik und der Finanzierung ist, kann ich dir leider nicht sagen, da kenne ich mich in diesem Fall leider nicht aus. Icv erachte aber KG als sehr sinnvoll und absolut notwendig. Ohne diese wird dein Onkel wahrscheinlich nicht mehr richtig auf die Beine kommen. Im Prinzip muss er wieder komplett neu das Laufen erlernen. Erst mit dem Gehbock, dann den Rollator. Anschließend Gehstützen und dann frei. Je länger er damit wartet und sich dagegen wehrt, desto schwieriger wird es. Durch das lange liegen und nichts tun sind die Muskeln schon sehr verkümmert und geschwächt. Diese sollten zuerst durch Gymnastik gestärkt werden, bevor es endgültig ans Laufen geht. Den Rollstuhl würde ich abschaffen. Will er innerhalb der Wohnung irgendwo hin, dann soll er versuchen zu laufen. Auch wenn es hart klingt, ich denke, dies wird der einzige Weg sein, deinen Onkel wieder auf die Beine zu bekommen. Mach ihm klar, dass wenn er es jetzt nicht packt, er es vielleicht nie mehr schaffen wird. Es klingt sicher erst mal hart, aber es ist die Wahrheit...

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Mag sein, dass es Selbstmitleid ist. Aber bei ernsten Erkrankungen und schwerwiegenden Unfällen ist sowas gar nicht selten. Es ist ein Anzeichen dafür, dass er erst lernen muss, sich mit der neuen Situation abzufinden, und das ist gar nicht so einfach.

Ermutigt Euren Onkel freundlich und untestützt ihn darin, wieder neuen Lebensmut zu finden.

Ja das tun wir ja auch, aber er will es nicht versuchen

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Meine Mutter spielt ja schon seine Krankenschwester, geht selbst arbeiten, daneben ist ja noch ein weiterer Bruder der ihn nur noch Vorwürfe macht statt ihn tatkräftig zu unterstützen.

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@sallim

Ja, solche Situationen schlauchen die ganze Familie. Dass Vorwürfe nicht so gut sind, da sind wir uns ja einig.

Prüft doch mal, ob ihr einen Pflegedienst bekommen könnt, damit deine Mutter entlastet wird. 

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@Kapodaster

Ich danke dir für deine Antwort, aber mit dem Pflegedienst wird es leider nichts, denn das Problem ist ja so, dass er hier in Deutschland weder privat noch gesetzlich versichert ist. Sein Bruder hat ja bei seiner Heimat einen komischen Vertrag abgeschlossen ohne mit uns darüber zu sprechen oder uns einige Informationen zu geben, wo, und wann er nach Deutschland ins Krankenhaus eingeliefert wird, Uns über die Behandlungskosten des Krankenhauses nicht mal informiert, alles allein abgeschlossen. Insgesammt wurde von der irakischen Regierung über 68.000 €uro an das Klinikum Ernst von Bergmann Klinikum überwiesen. Jetzt verlangt die Klinik sogar den Rest und zwar noch 12.000 €. Tja wo sollen wir den Rest herbekommen. Für eine Behandlung einer Krankengymnastik muss ja auch noch was investiert werden. Weiss nicht wie. Das Problem ist, die Regierung von drüben zahlt nicht mehr. Und ein Pflegedienst muss ja auch was bekommen, die machen es ja nicht umsonst. das ist alles zu aufwendig.

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