Selbsthass...(innerer Kritiker)

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7 Antworten

@ Cruellas

Bitte sagt nicht ich soll zum Psychologen, ich bin nicht psychisch krank.

Ich glaube du siehst das völlig falsch. Wenn man zum Psychologen geht, dann ist man nicht im allgemeinen krank, aber deine Psyche schreit nach HIlfe.

Dein Selbsthass kommt doch nicht einfach so aus dem Himmel herabgeflogen, sondern der muss eine Ursache haben. solange du die nicht herausfindest, wirst du ewig jammern:

Ich hasse mich selber, hasse mich, dass ich immer noch unten bin, nichts auf die Reihe bekomme, dass sich nichts ändert und und und.

Wenn sich etwas ändern soll, dann musst du mal den Anfang machen und etwas dagegen tun.

Anfangen kannst du mal, indem du aus deiner Opferrolle herauskommst. Du nimmt dir doch selber die Möglichkeit, etwas zu verändern und machst dich dadurch selber zum Oper.

Der Satz ist mehr als interessant und sagt sehr viel =

Und wenn ich versuche etwas in meinem Leben zu verändern, hass ich mich immer noch

Wo ist denn dein Ehrgeiz, es nicht nur zu versuchen, sondern es auch zu WOLLEN. Viele Menschen sagen (egal was es ist), kann ich nicht. Kann ich nicht, heisst ich will es nicht.

Jede Veränderung kann schmerzhaft sein aber sie kann auch eine andere Lebensqualität bringen.

Ich bin nie zufrieden mit mir. 

Da wäre schon ein weiterer Punkt, den du herausfinden musst:

Warum bist du so? Ein Mensch der nie zufrieden mit sich ist, dem fehlt was. Er verlangt von sich zu viel und wird sich entweder ständig hinterherrennen oder überholen und wird trotzdem nicht zufrieden mit sich sein.

Kein Mensch ist perfekt, warum suchst du ständig alles Negative, anstatt dir zu sagen:

Ich will mein Leben verändern, ich will leben

Ich habe mein Selbsthass nie hinterfragt

Wenn du das herausgefunden hast, dann kannst du deine Baustellen nacheinander abarbeiten.

Das kannst du allerdings nicht alleine, denn sonst hättest du bereits einen Weg gefunden.

Also solltest du dich doch mal mit einem Psychologen unterhalten. Du kannst es ja später auch wieder lassen, wenn du denkst es bringt nichts, was ich nicht glaube.

Aber so lange du so in deiner Opferrolle drinsteckst, deinem Selbsthass erlaubst, dass der die Oberhand über dein Leben gewinnt, so lange wirst du weiterhin in deinem Selbstmitleid als Opfer baden.

Weist du, du kannst alles versuchen und gewinnen, wenn du aber erst gar nicht mal den Versuch anstrebst, dann hast du bereits verloren.

Wie turbomann schon sagte, geht man nicht (ausschließlich) zum Psychologen, weil man entsprechend des gesellschaftlichen Vorurteils psychisch krank ist, sondern einfach weil es einem nicht gut geht und dieser Zustand das Leben deutlich beeinflusst, was ja bei dir der Fall zu sein scheint.

Ich selbst bin aufgrund eines medizinischen Problems fast schon zufällig an Verhaltenstherapie geraten und entgegen meiner Erwartung und vorherigen Vorurteile über Psychotherapie war das eine der besten Ereignisse in meinem bisherigen Leben! Selbsthass, Minderwertigkeitskomplexe und so weiter sind mir nicht fremd und man selbst tendiert ganz einfach aufgrund der Problematik dazu, das mit sich selbst ausmachen zu wollen und bei sich selbst den Fehler/die Ursache zu suchen. Nicht hilfreich und ganz und gar nicht gesund!

Was mir im Laufe der Therapie geholfen hat/immer noch hilft, ist Positive Reflexion des Tages (oder der Woche, haupsache, ein regelmäßiger Zeitabstand). Wenn du jemanden hast, mit dem du das regelmäßig zusammen machen kannst: zunächst überlegst du selbst, was an dem Tag/der Woche positiv war - das können ganz banale Dinge sein wie ein Regenbogen oder schönes Wetter oder aber auch das Treffen mit Freunden, das Spaß gemacht hat - und etwas, was du selbst an dir magst - eine Eigenschaft oder deine Augen oder irgendwie so etwas. Danach sagt dir dein Gegenüber, was ihm/ihr positiv an dir aufgefallen ist, Dinge, die bei dir gut geklappt haben oder generell Dinge, die die Person an dir mag. Wenn du aus Scham oder was auch immer niemanden einbeziehen möchtest, kannst du auch einfach allein ein Büchlein führen und jeden Abend überlegen, was gut an dem Tag war. Mag erstmal nicht wunderlich effektiv klingen und gerade am Anfang ist es schwer, positive Aspekte zu finden, aber auf Dauer hilft es ungemein, den Tag trotz allem Mist mit einem positiven Blick abzuschließen und sich nicht ganz so schlecht zu fühlen.

Und wenn eine Verhaltenstherapie wirklich nicht für dich in Frage kommt, kannst du auch bei der Caritas/Diakonie o.ä. erstmal eine unverbindliche und kostenlose Beratung in Anspruch nehmen, um überhaupt mit jemandem reden zu können.

Alles Gute für dich und ich wünsche dir von Herzen, dass du deine Einzigartigkeit, deinen Wert und deine Stärken erkennst! :-)

Hi Cruellas, 

du scheinst extrem unzufrieden mit dir zu sein. Und könnte es vielleicht so sein, dass egal was du machst, du dann auch weitgehend unzufrieden bleibst?

Wenn das so wäre, dann käme das einer Dilemma-Situation gleich: Egal was du machst, dir erscheint alles oder zumindest sehr viel als schlecht, was mit dir und deinem Leben zusammenhängt(?).  Und vielleicht beschleicht dich dabei das Gefühl, dass egal was du künftig machen wirst, es ja eh nur wieder falsch laufen kann (?).

Diese Radikalität entnehme ich deinen Worten, Zitat:

"Ich habe in meinem Leben noch nie etwas auf die Reihe bekommen! Ich hasse mich einfach. Und wenn ich versuche etwas in meinem Leben zu verändern, hass ich mich immer noch. Ich bin nie zufrieden mit mir." 

Ich könnte dir jetzt entgegenhalten, dass das alles in dieser Radikalität nicht zu 100%  stimmen kann. Ich vermute auch sehr, dass es in dieser Radikalität auch nicht stimmt. Andererseits scheint deine sehr negative Sicht für dich sehr bestimmend zu sein(?!).

Wenn dem so wäre, hast du eine Idee, wodran das liegen könnte?

Wurdest/wirst du gemobbt?

Wurden/werden sehr hohe Leistungsanforderungen an dich gestellt?

Fühlst du dich zu wenig respektiert/geliebt?

In unserer Leistungsgesellchaft kann schnell der Eindruck entstehen, dass  der Wert eines Menschen hauptsächlich von Dingen wie Geld, beruflicher Erfolg, Aussehen, Sportlichkeit etc. abhängt. Viele Menschen versuchen weitgehend perfekt rüber zu kommen, was aber dann nicht immer so laufen kann - m.E. auch gar nicht immer so laufen muss = noboy is perfect.

Ich persönlich finde diesen Perfektionismus nicht notwendig  und finde, dass der krank machen kann und leider auch krank macht. Viele vergleichen sich mit anderen, sind nie zufrieden mit sich, weil sie denken, alle anderen wären besser aufgestellt als sie selber. Dabei könnte es sein, dass die auch nur bluffen, gar nicht besser sind und sich möglicherweise auch mit Minderwertigkeitsgefühlen plagen.

Du bist wertvoll- genauso wie jeder Mensch wertvoll ist. 

Dieser Wert ist  erst einmal unabhängig von dem, was wir als Menschen machen, an Besitz haben, auch unabhängig davon was wir verbockt haben usw.

Ich denke das sollte kein Freibrief für Fehlverhalten sein, aber es kann uns als einzelnem Menschen helfen, dass wir uns angenommen und geliebt fühlen, ohne durch Leistung punkten zu müssen.

Glaube an dich, du hast es verdient.

Bestimmt hast du schon einiges Gutes gemacht und in der Zukunft kannst du noch sehr viel sinnvolle und gutes machen, am beten du entschiedest was das sein könnte. 

Ich habe für mich festgestellt, dass fair und nett zu seinen Mitmenschen zu sein mir gut tut, wenn ich mich dabei nicht ausnutzen lasse, Ist nicht einfach den Weg zu finden, aber wir können das glaube ich lernen.

Du kannst dein Ding finden, dass dir gut tut, am besten geht es vermutlich, wenn du das aus Interesse und ohne Zwang kannst.

Liebe Grüße, Thomas

Die Sicht auf sich selbst liegt in dem begründet, wie man als kleines Kind den Blick der Eltern erlebt hat. Vieles davon befindet sich außerhalb unserer Erinnerung, in der allerfrühesten Kindheit.

Der Psychoanalytiker Heinz Kohut spricht in diesem Zusammenhang vom "Glanz im Auge der Mutter". Damit meint er diese besondere Zuwendung der Eltern zu ihrem Kind, die dem Kind verdeutlichen, dass es gewollt und geliebt und mit seinem ganzen Wesen angenommen ist. 

Über diese Spiegelung gewinnt ein Kind im Säuglings- und Kleinkindalter die notwendige Sicherheit, sich selbst als positiv wahrzunehmen.

Fehlt diese Zuwendung der Eltern, kann sich das in einer Selbstwahrnehmung wie der deinen äußern. Dass es schwierig ist, sich von dieser Sichtweise zu lösen, erlebst du gerade sehr drastisch.

Dennoch ist es glücklicherweise nicht unmöglich. Es kann gelingen, sich nach und nach ein positives Selbstkonzept aufzubauen und damit auch einen neuen Blick auf sich selbst zu gewinnen. Es bedeutet Arbeit und Mühe und oft die Unterstützung eines Therapeuten, denn wie du selbst spürst, sind bestimmte Denkmuster tief in deinem Gehirn und in deiner Seele eingebrannt.

Für den Anfang mag es helfen, dass du keine Schuld an dem trägst, wie du dich wahrnimmst. Es befreit dich aber nicht von der Notwendigkeit, dein Schicksal selbst in die Hände zu nehmen, wenn du nicht lebenslang in der Opferrolle bleiben möchtest.

Es ist schwer, sich aus all den Mustern und emotionalen Verstrickungen zu lösen - aber es liegt dennoch in deiner Macht, es zu schaffen. Ein Therapeut kann dir helfen, die Knoten aufzudröseln, die dich im Moment immer wieder daran hindern, frei zu werden.

Mit psychischer Erkrankung hat das nichts zu tun. Diese Knoten haben andere geknüpft. Darum ist es aber hilfreich, sich nicht alleine mit dem Lösen plagen zu müssen.

eien verhalltenstherapie wäre vllt was. doch dazu solltest du genauer beschreiben können inwieweit es dich im leben einschränkt.

ansonsten hiulft es konsequent und immer wieder genau die dinge zutun vor denen du angst hast. dabei ist wichtig das du sie eine weile aushällst. nur einmal schnell augen zu und durch bringt da garnichts.

ansonsten empfehle ich dir yoga. lernen in einer yoga schule und dann täglich zuhause praktizieren. regelmäßig sport zu ztreiben ist sowieso nicht die schlechteste idee.

große veränderungen brauchen ihre zeit und geschehen in kleinen schritten. es heist also drann bleiben und nicht aufgeben. aber es lohnt sich.

Da sind wir zu Zweit, aber im Endeffekt besser als alles hinzunehmen wie es ist.

Meiner Meinung nach, ja, du kommst raus, aber das braucht sehr lange und sehr viel Geduld. kenne das selbst, zwar nicht so extrem, aber ich kenne es.

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