Selbständigkeitserziehung - wie geht ihr vor?

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11 Antworten

Was hat denn die Erledigung von Hausaufgaben mit Selbständigkeit und Eigenverantwortung zu tun? Beides kann doch nur bei vom Kind selbst gesetzen Zielen oder Aufgaben entwickelt werden. Das Deine Tochter die Hausaufgaben verweigert, ist nicht außergewöhnlich. Es sind schließlich nicht ihre, sondern die der Lehrer. Und sie hat wenigstens das Rückrad, nicht alles unwidersprochen hinzunehmen. DAS ist sehr wohl ein Ausdruck von Eigenverantwortung.

Viele Leute glauben, wenn Kinder nicht selbständig das tun, was sie tun sollen, seien sie nicht eigenverantwortlich. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn sie die Wünsche/Forderungen anderer erfüllen, ist es das Gegenteil von eigen und selbst. Jemanden so zu manipulieren, dass er nur noch will, was er wollen soll, ist zwar Erziehung, aber keine zur Selbständigkeit und Eigenverantwortung, sondern zu Gehorsam. Da stellt sich die Frage, willst Du in Wahrheit vielleicht ein gehorsames Kind?

Wenn Du ein eigenverantwortliches Kind willst, musst Du dafür sorgen, dass es nicht fortwährend damit beschäftigt ist, die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen. Die Hausaufgaben sind nichts anderes als das. Die Lehrer halten sie für wichtig und Du vermutlich auch, Dein Kind aber nicht. Sonst würde es sie machen und würde fragen, wenn es allein nicht weiterkäme.

Eigentlich ist es garnicht so schwer mit der Eigenverantwortung: Mische Dich in das Leben Deines Kindes dann ein, wenn es Dich darum bittet. Nimm es in den Arm, wenn es in den Arm genommen werden will, beantworte Fragen, wenn es sie stellt oder hilf ihm dabei, eine zu finden. Besorge ihm eine Gitarre, wenn es Dir sein Interesse dafür bekundet usw. usv.

Dein Kind kam - wie 98 Prozent aller Kinder - als eigenverantwortliches Wesen auf die Welt (wissenschaftlich nachgewiesen). Wenn es das heute nicht mehr ist, liegt es an der Einmischung der Erwachsenen.

Gruß Matti

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Kommentar von azallee
23.11.2015, 10:08

Danke für deinen freundlichen und ausführlichen Rat. Ich werde das so ausprobieren und wenn ich darf, melde ich mich bei dir mit einem feedback. ;-)  Du hast es besser veranschaulicht und verdeutlicht, als alle Erziehungsratgeber zusammen und das mit so wenigen Worten! Toll.

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Vertrauensgrundsatz lautet das Zauberwort. Lass das Kind volle Kontrolle und Verantwortung für den Schulalltag haben, knklusive Pausenbrot schmkeren. Letztendlich bringt es nichts, sein Kind durch die Schulzeit durchzupeitschen. Danken wird es Dir dafür nicht. So schwer es ist: Lass es laufen. Jeder findet seinen Weg im Leben, ob die Eltern nun nachrücken oder nicht. Die intrinsische Leistungsmotivation wird ganz von allein irgendwann geweckt, sobald ein konkretes Ziel vor Augen ist.

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Ich habe das so gehandhabt dass ich mich was Schule betrifft um nichts gekümmert habe, außer es traten Probleme auf.
Sprich: Ich habe Anfangs ein paar Mal erwähnt dass Hausaufgaben zu machen sind bzw. nachgefragt. Hat er diese nicht von selbst erledigt hat es ihm die Lehrerin gesagt. Damals war er 7. Kann mich erinnern danach kam es nur noch einmal vor dass er morgens plötzlich die Hausaufgaben noch machen musste. Frühstücksbrot mache ich ihm aber.
Ab und zu sehe ich mir die Hefte an und versuche herauszufinden wo er Probleme hat - dann bespreche ich das mit ihm und übe nebenher etwas zu Hause. Allerdings nicht wirklich viel - er muss selbst lernen zu lernen.
Bei den Elternsprechtagen versuche ich herauszufinden ob es Probleme gibt um die ich mich kümmern sollte weil er noch zu klein ist und so weiter. Im Grunde genommen könnte man aber sagen ich lasse ihn in Sachen Schule komplett allein. Kommt er zu spät muss er das halt der Lehrerin erklären. Ist auch einmal passiert. Ich denke alles passiert einmal - die Kinder merken sich so etwas schnell. Seitdem trödelt er nicht mehr so viel herum beim Aufstehen.
Wenn er Hilfe braucht und extra nachfragt - helfe ich natürlich. Allerdings nur soweit ich denke dass ich nicht zu viel helfe. Wie gesagt - irgendwann werde ich nicht mehr helfen können und er muss selbst lernen sich zu organisieren - zu lernen - mit Schwierigkeiten klarzukommen.
Mein Tip wäre also jetzt: Lassen. Nicht mehr darum kümmern. Gucken, ob sie Probleme hat damit - auch wenn es sich "nur" um persönliche Belastung handelt. Dann reden. Aber NUR helfen wenn es UNBEDINGT erforderlich ist. Mit 11 ist das sicher schwerer als mit 7 aber denke es ist nie zu spät. Grundsätzlich gibt es für mich im Moment nur 2 Dinge die mir sehr wichtig sind wo ich immer wieder gucke ob Schwierigkeiten da sind: Mathe und Deutsch. Grundrechenarten und Rechtschreibung - wenn man es genau nimmt. Ansonsten kümmere ich mich NULL um seine schulischen Dinge. Maximal wenn er fragt und wie gesagt dann auch nur so wenig wie möglich.

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Kommentar von azallee
23.11.2015, 09:16

Auf welche Schulform geht dein Kind? Das meinige ist auf dem Gymnasium und hat in allen Fächern Probleme, daher traue ich mich nicht, sie auch noch im Stich zu lassen. Ich habe so den Eindruck, sie weiß nicht, wie man lernt, bzw. wie man sich die Zeit einteilt und wieviel man lernen muss, um fit zu sein.

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Kommentar von GroupieNo1
23.11.2015, 23:21

Ich muss da jetzt kurz meinen Senf dazugeben. Wir sind 3 Kinder. Unsere Eltern haben sie NIE um unsere schulsachen gekümmert. Wenn wir sie baten, uns abzufragen ja, aber mit uns gelernt, Hausaufgaben machen oder ähnliches haben sie nie!
Wir haben alle 3 Abitur und studiert. Meine Brüder haben beide Ihre Doktortitel auf verschiedene Gebieten.
Wir mussten das aber von ersten Tag an lernen. Ich war das erste halbe Jahr 1 klasse in der mittagsbetreuung und dann zu Hause auf mich alleine gestellt. Meine Eltern kamen nach 17-18 Uhr, dann wurde gegessen und wenn ich fragen hatte konnte ich kommen, kontrolliert hat keiner.

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Dein Kind war letztes Jahr noch Grundschüler?

Nun ja, einfach erst mal in Klasse 5 reinstarten wie man in der Grundschule aufgehört hat und dann sich  peu à peu ausschleichen innerhalb des ersten Halbjahres und klar stellen, dass man für Probleme da ist....

Und bei mir ist das so, dass ich immer schön schnell helfen könnte, schnappe ich mir immer mal ein Schulbuch meines Kindes als Bettlektüre ;-) Ich muss dazu allerdings sagen, ich bin grundsätzlich ein Vielleser , der wie ein Schwamm Infos saugen kann und mitunter parallel div. Bücher liest.


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Ja, finde ich gut!

Ausdauernd und konsequent weniger für das Kind tun. Auf der anderen Seite aber prüfen, ob es alles macht, einen Gesprächspartner braucht oder sonst welche Anregungen. Wenn nicht, sollte das Auswirkungen haben. Diese wiederum auch konsequent einhalten, was zumal schwer fallen mag.

Selbständig heißt für mich selbst stehend, auf eigenen Beinen stehen, aus eigenen Kräften und Fähigkeiten heraus denken und handeln. Das sollte man dem Kind zuvor lernen und erklären.
Möglichkeiten dazu anbieten. Z.B. die Verwendung des PC's für Schularbeiten zeigen, erlauben und anbieten.
Oder erklären, was das Kind in welcher Situation tun könnte.
Also das sind jetzt nur irgendwelche Beispiele, weil ich ja eure näheren Umstände nicht kenne, aber damit du verstehst, was ich meine.

Fehler und Schwächen zulassen, ihr machen lassen, als zum Leben dazugehörig anerkennen, als wichtige Quelle von Erfahrungen sehen, gegebenenfalls darüber sprechen, ohne dabei zu arg zu (be-) werten.

Loslassen ist meiner Ansicht nach auch ein Annehmen. Selbst also annehmen und akzeptieren, dass Kinder eigenständiger werden und du selbst wieder mehr Zeit für eigene Aufgaben, Herausforderungen, für dich selbst, Interessen und so hast; diese entsprechend nutzen.
Veränderungen akzeptieren und mit gehen.

Ansonsten spürst du selbst, was dich nervt. Bei diesen Situationen vielleicht gleich mal ansetzen. ;-)

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Welche Dinge genau soll deine Tochter selbstständiger erledigen? Mach dir klar, was du erreichen willst, besprich es mit deiner Tochter, sag ihr, was du noch bereit bist, für sie zu tun und was nicht - dann lass los! Deine Tochter kennt jetzt ihre Aufgabe.

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Die Schularbeiten erledigt sie selten. Sie schreibt sie nicht einmal auf. Wenn sie Schularbeiten macht, dann natürlich ganz allein.

Wie es sich in deinem Kommentar anhoert, ist deine Tochter zu selbststaendig, aber nicht genug eigenverantwortlich.

Mein Sohn ist auch 11, viel mehr Hausaufgaben als im letzten Jahr, und er hat leichte Organisationsprobleme, d.h. wenn Hausaufgaben erst fuer naechste Woche sind, macht er sie erst am Tag davor etc. - ich schaetze sowas in der Art meinst du?

Ich frage meinen Sohn jedes Mal nach der Schule, was es heute fuer Hausaufgaben gibt, und wenn er es nicht aufgeschrieben hat (meist) und sich nicht erinnert, muss er im Hausaufgabenforum der Schulwebsite nachschauen (habt ihr sowas nicht?). Dann reden wir darueber was er heute erledigen kann und was aufgeschoben werden kann. Den Rest muss er schon allein erledigen. Meiner Meinung nach ist der Rest zwischen ihm und den Lehrern. Aber ich finde die Eltern sollten in dem Alter schon zumindest nachfragen.

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Kommentar von violatedsoul
23.11.2015, 08:18

Worin erkennst du im Nichterledigen und Nichtaufschreiben etwas zu Selbstständiges?

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Kommentar von azallee
23.11.2015, 08:30

Danke für deine Antwort. Mein Kind ist leider überhaupt nicht selbständig. Und die Hausaufgaben verweigert es schlichtweg, da kann ich fragen solange ich will. Du hast recht, Eigentverantwortung ist bei meinem Kind leider nicht vorhanden. Ich hoffe, das kommt noch mit der Zeit. Außerdem meldet sie sich im Unterricht selten, sie spricht generell sehr wenig mit Menschen. Auch mit den Großeltern, etc. spricht sie nicht. Sie sitzt immer nur daneben, wenn wir Erwachsene uns unterhalten. Auch wenn sie angesprochen wird, gibt sie kaum Antwort. Ich bin manchmal echt am verzweifeln.

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Hausaufgaben sollten Kinder immer von alleine machen. Lernen und üben können sie vorbereitenderweise auch allein. Sollten sie noch irgendwo Probleme haben, sollten sie von sich aus auf die Eltern zugehen, damit sie lernen, dass Bitten um Hilfe keine Schande und Schwäche bedeutet.

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Kommentar von azallee
23.11.2015, 07:43

Leider kommt mein Kind nicht auf mich zu, wenn es etwas nicht kann oder etwas nicht verstanden hat. Deshalb mache ich mir da etwas Sorgen. Die Schularbeiten erledigt sie selten. Sie schreibt sie nicht einmal auf. Wenn sie Schularbeiten macht, dann natürlich ganz allein.

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Kommentar von Kuhlmann26
23.11.2015, 10:06

Hausaufgaben sollten Kinder immer von alleine machen.

Der Satz ist doch ein Widerspruch in sich. Entweder die Kinder soll(t)en oder sie machen sie von allein. Wenn sie sie von alleine machen, müssen sie nicht sollen.

In Dänemark haben die Hausaufgaben noch die Funktion, die ihn zukommt. Sie dienen der Wiederholung und Festigung. Darum sind sie eine freiwillige Aufgabe. Man wiederholt, wenn es den Bedarf gibt. Nach Untersuchungen haben etwa 60 Prozent der Schüler das Bedürfnis nach Hausaufgaben. Es versteht sich von selbst, dass es nicht immer dieselben 60 Prozent sind. Es handelt sich um eine Durchschnittszahl.

Selbst zu entscheiden, ob man Hausaufgaben macht oder nicht ist Eigenverantwortung und - wie der Name sagt - SELBSTständigkeit.

Bei uns sind Hausaufgaben ein Erziehungs- und ein Druckmittel. Darum kommen so häufig die Wörter "sollen" und "müssen" vor.

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Nicht mehr so viel für sie machen.

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Selber den Ranzen packen lassen, Hausaufgaben selber machen lassen und es vielleicht selber zur Schule gehen lassen...

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Kommentar von azallee
23.11.2015, 07:44

Das machen wir bereits.

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