Selbständigkeit. Wie berechnet sich die Krankenversicherung?

4 Antworten

Umsatz interessiert die Kasse nicht, nur der Gewinn.

Selbständige in der GKV erwirtschaften einen Gewinn von 4.350,- € p.M., sofern sie keinen niedrigeren Wert nachweisen.

Der Nachweis wird - vom Gründungsjahr abgesehen durch den Einkommensteuerbescheid geführt. Dann gilt bis zum nächsten Bescheid der dort ausgewiesene Wert als Grundlage.

ABER:

Es gibt Mindesbeitragsbemessungsgrundlagen.

  • Für hauptberuflich Selbständige: 2.231,25 € im Monat
  • Für Gründer oder in Fällen sozialer Härte: 1.437,50 € im Monat
  • für nebenberuflich Selbständige oder sonstig freiwillig Versicherte: 991,67 € im Monat

Niedrigeres Einkommen darf nicht als Grundlage herangezogen werden (§ 240 SGB V).

Der Beitragssatz beträgt

  • 14% zur KV (ohne Anspruch auf Krankengeld), zzgl. Zusatzbeitrag
  • 2,55% zur Pflegeversicherung (2,8% wenn zw. 23 und 65 und kinderlos).


Vorab:

Der Umsatz ist als Bezugsgröße irrelevant, entscheidend ist der Gewinn.

Und die Berechnungsgrundlage für die Beiträge freiwillig gesetzlicher Versicherter finden sich in § 240 SGB V. Die Mindestbeitragshöhe bemisst sich demnach wie folgt (Zitat):

"Für freiwillige Mitglieder, die hauptberuflich selbständig erwerbstätig
sind, gilt als beitragspflichtige Einnahmen für den Kalendertag der
dreißigste Teil der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze (§ 223), bei
Nachweis niedrigerer Einnahmen jedoch mindestens der vierzigste,"

(Zitat Ende), Quelle http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/240.html

Das sind in 2017 also entweder € 1920.-- oder € 1440.--, aus denen sich die Beiträge berechnen. Oder anders ausgedrückt: Auch bei niedrigeren Einnahmen sinken die Beiträge nicht unterhalb dieser Werte ab.

bedeutet dies, dass ich dann nach der ersten Einkommensteuererklärung bei zu hohen Gewinnen im Jahr 2018, Nachzahlungen an die Versicherungsanstalt auf mich zukommen werden?

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@Michael20172017

Nachzahlungen oder Erstattungen gibt es nur für das Gründerjahr, da hier kein Steuerbescheid des Vorjahres vorliegt aus dem ein Wert hervorgeht.

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Eine private Versicherung interessiert sich überhaupt nicht dafür was du verdienst (höchstens im Zusammenhang mit einer Tagegeldversicherung)

In der gesetzlichen Krankenkasse kannst du als Existenzsgründer, in den ersten 3 Jahren zum Mindestsatz versichert werden.

Das bedeutet dann aber, dass du jährlich deinen Einkommensbescheid vorlegen musst. Danach wird dann der Beitrag für die nächste Periode festgelegt.

Dein "Uusatz" interessiert die Krankenkasse ebenso wenig

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