Selbständig und Arbeitnehmer, Höhe der Versicherungsbeiträge, sepzieller Fall

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3 Antworten

Wenn du selbständig bist, bist du grundsätzlich freiwilliges Mitglied der Krankenkasse. Dann musst du auf dein gesamtes Bruttoeinkommen den Betragssatz zahlen (bis zur Beitragsbemessungsgrenze)

Du wirst jeweils im Folgejahr deine Einkommenssteuererklärung einreichen müssen und danach wird der Beitrag für das Folgejahr festgelegt.

lmueller 01.09.2013, 10:06

Vielen Dank für deine Antwort.

Wie sieht es denn mit der Abgrenzung "haupt- oder nebenberuflich" aus? Die Einnahmen, die wöchentliche Arbeitszeit und die Tatsache, ob als Selbständiger eigene Arbeitnehmer beschäftigt werden, werden für diese Abgrenzung berücksichtigt.

Sofern die Selbständigkeit nebenberuflich betrieben wird, fallen für diese Einnahmen keine Ausgaben für die Sozialversicherung an?

Danke

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Das Problem hier ist das zwar der Zeitwaufwand der angestellten Tätigkeit überwiegt, jedoch dein Gewinn aus der Selbständigkeit (Gewinn ist relevant NICHT Umsatz) höher ist.

Beschäftigst du Arbeitnehmer im Rahmen deiner Selbständigkeit?

Das einzig sinnvolle hier wäre bei der Krankenkasse ein offizielles Statusfeststellungsverfahren anzustreben, damit du Rechtssicherheit hast.

Niemand MUSS sich privat versichern. Die Frage die zu klären ist, ist ob du gesetzlich pflichtversichert bist (Arbeitnehmertätigkeit ist überwiegend) oder gesetzlich freiwillig versichert (hauptberuflich selbständig) bist.

lmueller 01.09.2013, 12:35

Danke für den Hinweis auf das Statusfeststellungsverfahren, das kannte ich bislang nicht.

Ich beschäftige keinen Arbeitnehmer...

Die Einnahmen aus der Selbständigkeit stammen zu 100% von einem Auftraggeber.

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kevin1905 01.09.2013, 13:20
@lmueller
Die Einnahmen aus der Selbständigkeit stammen zu 100% von einem Auftraggeber.

Dann ist die Selbständigkeit rentenversicherungspflichtig mit 18,9% vom Gewinn (einkommensbezogener Beitrag) oder von der monatlichen Bezugsgöße (Regelbeitrag). Du kannst dich evtl. für 3 Jahre befreien lassen (Antrag ausfüllen u.a. V023). Die Selbständigkeit ist der RV binnen 3 Monaten nach Beginn anzuzeigen sonst drohen Zwangsgelder.

Auch musst du aufpassen, dass du nicht in den Bereich der Scheinselbständigkeit gerätst, dann wärst du nämlich im Grunde angestellt und dein Auftraggeber wäre in Wahrheit Arbeitgeber.

Selbständige können

  • ihren Auftragsort frei bestimmen
  • ihre Arbeitszeit frei bestimmen
  • ihren Urlaub frei bestimmen
  • die Übernahme von Aufträgen nach billigem Ermessen ablehnen (keine Weisungsbefugnis des Auftraggebers).
  • Arbeiten auf eigene Rechnung und eigenverantwortlich

Prüfe deine Tätigkeit diesbezüglich

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Hallo,

die Krankenkasse prüft, ob die Selbständigkeit haupt- oder nebenberuflich ist. Hierbei spielen folgende Punkte eine Rolle: Höhe der Einnahmen aus der Arbeitnehmertätigkeit, aus der Selbständigkeit und ggf. aus weiteren Quellen, wöchentliche Arbeitszeit und die Tatsache, ob in der Selbständigkeit eigene Arbeitnehmer beschäftigt werden.

Wenn die Selbständigkeit nebenberuflich ist, sind keine Beiträge daraus zu entrichten (Ausnahme: wenn man bereits eine Rente aus der Rentenversicherung, eine Betriebsrente, Zusatzrente o.ä. bezieht).

Wenn die Selbständigkeit hauptberuflich ist, sind aus allen Einnahmen Beiträge zu entrichten. Die Mindestbeiträge liegen dann bei 342 Euro monatlich (in besonderen Fällen bei 228 Euro). Der Arbeitgeber zahlt dann keinen Zuschuss zu den Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen mehr.

Ggf. besteht in der Selbständigkeit auch Rentenversicherungspflicht.

.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5Services/01kontaktundberatung/02beratung/01beratungvorort/01servicezentrenberatungsstellen_node.html

Gruß

RHW

lmueller 01.09.2013, 11:22

Danke für die Antwort.

Es werden bei der Selbständigkeit keine weiteren Arbeitnehmer beschäftigt, die Einnahmen sind ca. 50 % höher, aber die Arbeitszeit beträgt nur maximal 1/3.

Gibt es Erfahrungswerte für einen derartigen Fall? Das Einkommen ist fix und die Einnahmen aus der Selbständigkeit schwanken ebenfalls nicht!

Danke und Grüße

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RHWWW 01.09.2013, 16:15
@lmueller

Es gibt ein Rundschreiben für die Krankenkassen vom 3.12.2010. Dort sind viele verschiedene Konstellationen beschrieben.

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