Selbst wenn Religion nur erfunden wäre und "Opium fürs Volk" ist - hätte sie dann nicht trotzdem eine Berechtigung?

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Warum nicht an das Gute glauben. Es tut niemanden weh, wenn man tatsächlich das GUTE sieht/lebt und nicht die zum Großteil verworrenen Schriften, Gebote, Verordnungen usw. in sich hineinzieht. Ich glaube an Gott und seinem eingeborenen Sohn. Schon der Name Jesus Christus klingt ausgesprochen schön und hat etwas Anmutiges und Friedliches. Auch seine Vergleiche sind verständlich und einfach formuliert und haben nichts Angsteinflößendes wie Moses seine Memoiren im AT - das ich bis dato nie richtig gelesen habe, weil es mir viel zu kompliziert ist und auch paradox im Vergleich zum NT. Ich bin nicht von Geburt an getauft und mir wurde dieser Glaube auch nicht vorgelebt, aber ich habe Augen und Ohren und habe mich von Kind an für diese Glaubensrichtung interessiert und mich freiwillig zum christlichen Glauben bekannt mit dem Unterschied, dass ich nicht glaube, dass der Schöpfer tausende von Geboten versenden musste, sondern nur das EINE = "SEID LIEB"!, sei denn die Menschheit jener Zeit war zu blöd die beiden Worte "SEID LIEB" wörtlich zu verstehen. Denn mit diesen 2 Wörtern ist alles gesagt und bedarf keiner Aufzählungen was Gut (Lieb) oder Böse ist. Als krasses Beispiel: Ein Mörder kann nicht LIEB sein, oder? Also schlussfolgere ich, dass ich nicht Morden darf ohne dafür bestraft zu werden und auch nicht das Recht habe, einem Menschen das Leben zu nehmen, denn das gehört Gott und dafür würde er mich richten - mit Fug und Recht. Gut und Böse zu unterscheiden, Weise zu handeln, Menschen nicht verletzen usw. steht für "SEID LIEB" und da kann man nichts hinein oder heraus interpretieren. Auch wenn ich meinem Freund vom Feind schützen möchte, ist das nicht "SEID LIEB", weil ich ja dann bewusst den Feind verletzen würde. Nur Freunde, keine Feinde ist Gottes Gebot - wäre da nicht Luzifer. Das einzige aus dem AT, was ich verstehend lesen und glauben kann, ist Noah mit seiner Arche. Und jedes Mal, wenn ich einen Regenbogen sehe, weiß ich, dass Gott nie mehr eine Sintflut schicken würde um die Menschheit auszurotten. Es ist schlicht und ergreifend unser freier Wille zu entscheiden, was Gut und Böse ist und die entsprechenden Konsequenzen zu tragen - in welcher Form auch immer.

solange es vielen Menschen glücklich werden lässt, hat es dann nicht auch seine Berechtigung?

Ja, klar, das kann man so sehen. Die Frage ist halt, wie viele Menschen dadurch glücklich werden und wie viele eigentlich ihr Leben verpfuschen, indem sie sich an Gebote halten, die sie eben gar nicht glücklicher machen, sondern nur einschränken.

Religion hat eben auch die Komponenten Macht und Geld. Da sind Milliarden im Spiel und nicht durch alles wird der Gläubige wirklich glücklicher, sondern vieles ist Selbstzweck und zugunsten der Führungselite dieser Religionsgemeinschaften.

Bedenke, dass viele Gläubige ihr Leben lang leiden an Gewissensbissen und Schuldgefühlen, vielleicht nicht ihre Wünsche und Bedürfnisse befriedigen, ihr Leben nicht genau so leben und entfalten, wie es ohne all die religiösen Vorschriften möglich wäre.

Da verzichten Menschen auf die große Liebe, weil die Religion nicht passt. Oder auf Sex vor der Ehe, weil irgendjemand das willkürlich als böse definiert hat, oder auf Selbstbefriedigung, weil es Sünde sei oder oder oder.

Ja, du hast schon Recht, dass Religion auch Hoffnung und Zufriedenheit geben kann und sicherlich bei vielen auch tut. Aber eben nicht nur. Man muss schon Effekte in beide Richtungen betrachten.

Und ist es gut sein Leben nach etwas zu richten, von dem man eigentlich erkennen kann, dass es Mumpitz ist? Gebote einzuhalten, die sich ein Mensch ausgedacht hat, aber so tut, als ob es einen Gott gäbe, der das will? Kann das wirklich eine Bereicherung und Berechtigung sein?

Sollten wir im 21. Jahrhundert nicht andere Möglichkeiten haben, unser Bedürfnis nach Hoffnung und Zuversicht zu stillen?

Ein extra Danke für diese Antwort!

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So sehe ich das auch.

Das wäre die Langform meiner kurzen Antwort.

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Wenn man von den Extrembeispielen ausgeht, hast du natürlich recht. Allerdings ist es fraglich, wie viele Leute tatsächlich auf so etwas wie Selbstbefriedigung aufgrund ihres Glaubens verzichten. Wahrscheinlich nur ein sehr geringer Teil. Nach dem zweiten Vatikanischen Konzil haben Theologen, in Deutschland vorallem Karl Rahner oder Hans Küng und Joseph Ratzinger das Bild einer liebevollen, fürsorglichen Kirche bezeichnet. Keine strafende Kirche mehr, wie vor dem Konzil. Natürlich gibt es heute noch vereinzelt fundamentalistische Bischöfe, wie zum Beispiel Vorderholzer oder Huonder, aber repräsentativ für die Kirche sind diese erzkonservativen Leute nicht.

Und ob die Freiheit, wie sie vorallem in Westeuropa propagiert wird, wirklich so glücklich macht, steht nochmal auf einem anderen Blatt. Eine Reportage von ARD und ZDF zeigt zum Beispiel sehr gut, wie viele Jugendliche sich heutzutage einsam, verlassen und unter Druck gesetzt fühlen. Ein Mädchen sagte, sie habe immer versucht, möglichst viel Sex zu haben, aber glücklich gemacht hat sie das nicht wirklich. Liebe macht glücklich. Sex ist ein Teil der Liebe. Aber Sex ohne Liebe, wie es zum Beispiel von den 68ern propagiert wurde, macht nicht glücklich. Sonst wären Prostituierte ja die glücklichsten Menschen.

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Grundsätzlich ja, aber ich war schon immer als christlich-protestantisch religiöser Mensch so manche Gläubige erschreckender Religionskritiker ...

... denn ist das "Glücksgefühl" der Masochistin (minderwertige Frau der patriarchalischen Religionsethik) oder des Sadisten (höherwertiger Mann der patriarchalischen Religionsethik) tatsächlich philosophisch-theologisch als Glück zu bewerten?!

Oder ist dies Gefühl nur psychologisch die Folge einer von Kindheit an psychisch andressierten Perversion, von der sich jeder humanistisch-ethischer Mensch befreien muss, um "echtes" Glück (Geborgenheit durch biologisch-philosophisches Urvertrauen, vgl. Kantsche Aufklärung mit Bindung an das urmenschlich-göttliche Gewissen) erfahren zu dürfen?!

Das ist richtig. Das Problem bleibt allerdings, dass fast alle Religionen zu allen Zeiten Fremdenhass und Krieg angezogen haben, wie das Licht die Motten. Wir beobachten heute, dass eine Religion umso weniger Probleme verursacht, je weiter sich die Mitglieder von den Lehren der Religion (und insbesondere den heiligen Schriften) entfernt haben.

Religion ist der Wolf im Schafspelz. Mit vielen Liedern und Geschichten wird eine Szene heraufbeschworen, die dann in den Hirnen der Gläubigen zur Wahrheit wird und sie damit einlullt. Natürlich wussten die Dichter und Wahrsager um die Wirkung ihrer Worte, und so lassen sich die Anhänger noch heute täuschen und wähnen sich in Sicherheit. Doch sie sind getäuscht worden. Bemerken werden die meisten das erst, wenn es längst zu spät ist.

Religion ist Betrug und Gotteslästerung, es wird die Unwahrheit über Gott behauptet, so habe Gott mit Menschen gesprochen und Gesetze aufgestellt. Gott spricht nicht mit uns, es gibt keinen Gottessohn und Jesus ist nicht Gott, Gott ist auch nicht dreigeteilt, oder drei Wesen in einer Person.

Sie glauben an eine falsche Religion, beten zum falschen Gott, stellen Figuren auf zu denen sie beten, und auch zu denen, die sie heilig gesprochen haben, alles Gotteslästerung.

Was nutzt ihnen ihre Freude und ihr Glück im Diesseits wenn sie durch die Gotteslästerung das Jenseits verloren haben?

Möge Gott uns gnädig sein.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ex-Christ, Ex-Muslim, Sapere aude ✔️Hester Panim, Deus tacet

Da gibt es seit jahrhunderten Theologen, die sich um solche Fragen streiten und nun kommst Du da her, der die absolute Wahrheit kennt und die Weisheit mit dem Schöpflöffel gefressen hat.

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@Hessen001

Was interessiert mich der Streit von Theologen?

Du suchst wohl auch Streit?

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