Seitenkraft eines Reifens

2 Antworten

Ein Reifen ist ja kein starrer Klotz, der auf der Straße liegt und für den die Gleichung für Haftreibung gilt (Reibkraft = Haftreibungskoffizient mal Normalkraft).

Der Reifen liegt mit einer von der Last abhängigen Fläche auf der Straße auf. Wenn er rollt, verformt er sich rundum, da die Auflagestelle um den Reifen wandert (Walkarbeit). Das ist auch der Grund, warum Reifen mit zuwenig Druck oder mit zu hoher Achslast überhitzen können.

Ein Reifen, der rollt und gleichzeitig Seitenführungskräfte überträgt, läuft leicht schräg, da die Verformung dann eben etwas "schräg" abläuft.

Da sind ein Haufen nichtlineare Effekte drin, daher wundert das nicht, dass die Seitenführungskraft nicht linear mit der Achslast wächst.

Ob es linear zur Achslast geschieht weiss ich nicht, aber die Seitenführung eines Reifen steigt schon mit der Achslast, weil durch das höhere Gewicht, dass auf dem Reifen lastet, dieser fester auf die Strasse gedrückt wird und es dadurch einer höheren Kraft bedarf, bis er seitlich wegrutscht. Allerdings wirkt durch das höhere Gewicht des Fahrzeugs auch eine höhere Kraft, die es 'aus der Bahn werfen' will. Wie schnell es bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, also unterschiedlicher Beladung, durch die Kurve fahren kann, hängt vom Schwerpunkt des Fahrzeugs ab, der sich, je nachdem, wo die Ladung untergebracht wird, verändert.

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