Seitdem Papa Tod ist bin ich total verändert.was ist mit mir los,wie ging es euch?

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8 Antworten

Jeder verarbeitet Tod auf seine Art und Weise. Meine Mutter ist im Dezember letzten Jahres verstorben (bin momentan 18 btw) und klarerweise war die familie geschockt, wie alle damit umgegangen sind war jedoch stark unterschiedlich. Ich für meinen Teil bin generell recht rational denkend, was es mir "leichter" Gemacht hat das ganze zu verkraften. Mein Bruder der jünger ist verzog sicht ziemlich schnell und wollte zeit für sich alleine. Momentan müssen mein Vater und ich uns auf den Haushalt sowie auf meinen bruder konzentrieren.

Habe nun vor 2 Wochen mit einem Psychologen geredet. Es ging gar nicht um etwas spezielles sondern einfach um die generelle Lage und wie ich dazu stehe. Kann Es nur empfehlen, zu jemandem zu gehen, der in dem Gebiet ausgebildet ist, auch wenn es nur dafür ist mal offen über das geschehene zu sprechen.

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Jeder verarbeitet so etwas anders. Du brauchst wahrscheinlich einfach nur Zeit um das ganze zu verarbeiten. Vielleicht willst du ja aber auch mal mit jemandem darüber reden? Das könnte vielleicht helfen. Ich finde es aber toll, dass du uns überhaupt deine Situation erklärt hast und eine Antwort wolltest. Das ist ein Weg zur Besserung. Mein Beileid wünsche ich dir trotzdem noch, obwohl ich dich nicht kenne. Eine wichtige Person zu verlieren ist nicht einfach. Vielleicht hilft es dir ja, mal mit ihm zu reden, obwohl du ihn nicht sehen kannst. Er passt sicherlich von oben auf dich auf. <3 Liebe Grüße :*

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Kommentar von melody30
01.03.2016, 03:22

Dankeschön sehr lieb von dir :)

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Meine Cousine hat mir letztens erzählt, dass sie nach dem Tod unserer Großmutter auch total kühl war und erst Monate später alles aus ihr rausgebrochen ist. Als mein Stiefvater gestorben ist (allerdings an einem Herzinfarkt und nicht langsam um sich zu verabschieden) bin ich auch direkt wieder zur Schule gegangen und war total kalt und mir war alles egal, die Bilder könnte ich nicht verarbeiten und habe sie von mir weggeschoben bis ein halbes Jahr später alles hochkam. Manchmal dauert es etwas bis man sowas richtig realisiert. Allerdings gibt es Trauerbegleiter bei der Johanniter und auch freiwillige welche das machen, zieh dir notfalls einen zu rate, wenn du glaubst, dass du den Tod nicht verarbeiten kannst. Alles ist besser als Verdrängen, glaub mir, das macht dich mental einfach nur kaputt.

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Wenn Gefühle wie Angst oder Schmerz zu groß sind, schützt uns unser Unterbewusstsein, damit wir das nicht in aller Wucht spüren.

Um solche Gefühle verarbeiten zu können, brauchen wir Zeit. - Meine Mutter starb in einem Krankenhaus, in das sie hineingegangen war, um hinterher gesünder zu sein. Ich kann davon ausgehen, dass dort schlampig gearbeitet wurde.

Ungefähr drei Jahre danach merkte ich, dass sich etwas in mir veränderte, etwas löste. Und mir wurde klar, dass ich wohl die drei Jahre in einer Art von Schock war.

Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst. - Vielleicht möchtest Du Deinem Vater einen Brief / Briefe schreiben. Die kannst Du aufheben oder verbrennen und so per Rauch zu ihm schicken (sei sorgfältig beim Verbrennen, fackel die Wohnung nicht ab).

Wie geht es Deinen Familienangehörigen = Mutter, falls Du hast Geschwister. Vielleicht geht es ihnen ähnlich, und auch sie denken, mit ihnen stimmt etwas nicht und fühlen sich allein mit ihren Gefühlen.

Dir wird hier empfohlen, eventuell mit einem Psychologen / einer Psychologin zu sprechen. Solche Gespräche können gut entlastend sein.

Google mal mit

trauerbewältigung phasen
und mit
hilfe trauerbewältigung

.

Für Kinder und Jugendliche gibt es auch die

  • nummer gegen kummer (google so)
     0800 111 0 333
     (das ist die Nummer in Deutschland, andere habe ich auch)

Dort kannst Du anonym anrufen (Vorname oder Nickname genügt). Zum einen kann
es sehr entlastend sein, seinen Kummer mitzuteilen - bitte unterschätze das nicht. Außerdem hat man dort Erfahrung mit vielen Notlagen, in denen Kinder und Jugendliche sein können, und die wissen sicherlich den einen und anderen guten Rat.

Wenn Du nicht in Deutschland bist, hier weitere Kontaktadressen:

  • In Österreich: Rat auf Draht
     http://rataufdraht.orf.at/?area=Adressen

  • Schweiz: Telefonhilfe 147
     http://www.projuventute.ch/Beratung-Hilfe-147.1377.0.html

  • Liechtenstein: Sorgentelefon Liechtenstein
     (google so, wenn das für Dich richtig ist)

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Mein Vater ist 2011 an einer zu spät erkannten Infektion gestorben.
Es ist wichtig dass man in der Familie über das Erlebnis spricht, sich gegenseitig aufbaut und sich Mut zuspricht.
Wenn man alles in sich reinfrisst wird man am Ende nur selbst krank.
Also sprecht miteinander, über die Zeit als dein Vater noch gelebt hat, eure gemeunsamen Erlebnisse usw.
Du wurst sehen es hilft euch allen

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Ja, du hast "zugemacht", weil du es sonst nicht mehr ertragen hättest. Das ist ein Schutz deiner Seele den Umständen gegenüber.

Es dauert, bis du dich langsam wieder öffnen kannst und deine Umgebung wahrnimmst.

Nimm dir Zeit für die Trauerarbeit. Es muss nicht schnell gehen.

Doch wenn du merkst, du schaffst es nicht allein, dann sprich mit Menschen, die dich verstehen und dir helfen können.

(Du wirst unter "Seelsorge" gewiss einige Adressen finden.)

"Kommet her zu mir alle ihr Mühseligen und Beladenen und ich werde euch Ruhe geben." Matthäus 11,28 (Bibel)

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geh in psychologische betreuung ... dein vater ist zu früh gestorben

trotzdem kann man jetzt nichts mehr dran ändern, du musst die situation nehmen wie sie ist  

aber nicht kalt sein, sondern einfach weiter machen und was "neues" suchen

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Ich bin bei meinem Großvater aufgewachsen, als ich 18 war fand ich ihn in seinem Zimmer. Er hatte einen Herzinfarkt und es kam ziemlich plötzlich und unerwartet, da er eigentlich noch ziemlich gesund und noch recht jung war.
Die erste Zeit ging es mir ähnlich wie dir. Ich konnte gar nicht weinen und irgendwie hatte ich das Gefühl ihn vergessen zu haben. Ich konnte mich plötzlich nicht mehr an die banalsten Dinge erinnern. Später kamen nach und nach die Erinnerungen in ganz merkwürdigen Zeiten wieder zurück. was auch nicht einfach war und es war ganz merkwürdig in einem Moment hätte ich in bitteren Tränen ausbrechen können und im nächsten war ich wieder unglaublich wütend, dann wieder ganz ruhig,... Als hätte ich mich selbst nicht unter Kontrolle. Die Zeit war nicht einfach, aber was ich definitive gelernt habe war, dass Zeit auch wunden heilt. Man muss denke ich einfach da durch und es ertragen und zulassen und auf die Zeit hoffen. Was wirklich wichtig ist, ist dass du dich nicht aus dem Leben gänzlich zurück ziehst. Versuche nach und nach in den Alltag zu finden. Suche dir immer wieder neue Aufgaben und Projekte und vermeide es zuviel nachzudenken. Das zumindest half mir das alles zu überstehen. Für jeden Tag eine Aufgabe und ein Projekt was etwas langfristiger geht. Am Anfang muss man sich wirklich zwingen, aber nach und nach wird es besser. Und versuch etwas zu finden wo dich einfach auskotzen kannst. Etweder ein Tagebuch, eine Vertrauensperson oder eben das Internet wo du einfach schonungslos einfach alle deine Gedanken, so wirr und verrückt sie auch sein mögen los werden kannst. Wenn man sie im Kopf behält, macht es das nur schlimmer.

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