Seit wann leben die Menschen in Staaten?

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4 Antworten

Kommt vielleicht auch ein wenig drauf an, welche Definition von "Staat" man anwendet. Ich verstehe darunter eine Gesellschaft, die zentrale übergeordnete Institutionen gebildet hat, die eine legitimierte Gewalt über den Mitglieder der Gesellschaft ausüben können.

Historisch gesehen sind die ersten Staaten im 4. bis 3. Jahrtausend v. Chr. entstanden, in Mesopotamien, Ägypten und China. In Mitteleuropa sind Staaten erst viel später entstanden, und auf anderen Kontinenten haben Menschen noch bis zur europäischen Kolonisierung in Dorf- oder Stammesgemeinschaften gelebt. Ganz vereinzelt gibt es noch heute Stammesgruppen, die ohne übergeordnete Institutionen organisiert sind (etwa im Regenwald), auch wenn ihr Gebiet auch schon von einem Staat beansprucht wird.

dawala 23.01.2013, 06:27

auf anderen Kontinenten haben Menschen noch bis zur europäischen Kolonisierung in Dorf- oder Stammesgemeinschaften gelebt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_historischer_Stadtgründungen

Nur nicht so hochmütig. Und da fehlt der ganze amerikanische Kontinent. Einigermaßen gut erforscht sind die Maya. Schadet auch nicht den Begriff mal bei Wiki einzugeben.

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BjoernWilhelm 01.02.2013, 04:06
@dawala

Schon klar. Ich meinte nicht alle, sonst hätte ich "die Menschen" geschrieben. Ich dachte eher an Gruppen im Regenwald von Papua-Neuguinea und Brasilien oder die Aborigines in Australien. Dass Mayas und Chinesen schon eine Hochkultur hatten, als die Germanen noch dörfliche Stammesgesellschaften waren, ist ja fast allgemein bekannt. Viel zu wenig bekannt ist, dass es auch in Afrika schon vor der Ankunft der Europäer etliche Staaten gab (Äthiopien, Benin, Mali-Reich, Songhai-Reich, Simbabwe um nur ein paar zu nennen). Für Hochmut also wirklich kein Grund.

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Seit die Seßhaftigkeit und die mit IHR verbundene Arbeitsteilung es mit sich brachten, das eine Verwaltungsinfrastruktur, eine gestzliche Regelung des Zusammenlebens, ein geregelter Wirtschafts- und Warenaustausch und -verkehr etc. entstanden. Lass uns mal so von der Zeit der frühen Induskulturen und später der Hochkulturen im fruchtbaren Halbmond reden und vorsichtig sechs- bis siebentausend Jahre zurückrechnen, als die ersten Staatenkeimlinge entstanden. Zunächst waren das natürlich Stadtstaaten, wie Mohendjo Daro, Harappa, Ur, Uruk, Mari..., drüben in Amerika kamen etwas später ebenfalls Stadtstaaten mit ruralem Umfeld auf, wie Tical, Uxmal, Chichen Itza... Staaten sind ja nichts anderes als hochniveauige Organsiationsformen der menschlichen Gesellschaft.

Meine Einschätzung entspricht vlt. nicht der allgemeinen Auffassung. Das bitte ich im Hinterkopf zu behalten.

Hirsch01640 23.01.2013, 20:18

Dem würde ich zustimmen. Seit es etwas zu verwalten gab, die Menschen also mehr produzierten (ernteten, erjagten, fischten), als sogleich verbraucht wurde, musste diese Arbeit jemand machen. Und jede Verwaltung ist an Selbsterhaltung interessiert. (Daher auch die unbesiegbare Bürokratie.) Weil verwalten meist angenehmer ist als zu jagen, zu fischen, zu pflügen oder zu kämpfen. Und je besser jemand organisieren konnte (objektiv, weil es leicht zu verwalten war und/oder subjektiv, weil derjenige einfach besser war in Rechnen, Verteilen, Argumentieren, als andere) umso leichter konnte er ein Gemeinwesen zusammen halten.

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Napoleon hat die deutschen Königreiche vor ein paar Jahrhunderten zu einem ersten deutschen Staat vereint. Frankreich gibt es neben England als Staat schon , ich glaube ein paar Jahrhunderte länger. In China gab es Dynastien und die sind glaub ich auch schon tausende Jahre her. Also Ägypten war auf jedenfall ein in sich geschlossener Staat und das ist schon mindestens 7000 Jahre her. Wen Luxemburg als Staat gilt müsste mann die erste Gemeinde der Menschheit ja schon als einen Staat, einer in sich geschlossenen Gesellschaft ansehen. ja da hat @ ASKandAnswerBox schon Recht. Das ist Definitionssache ab einem bestimmten Punkt. lg.

Dafür müsst man Staat definieren

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