Seit wann kombiniert man im Deutschen Jahreszahlen mit Präpositionen im Stile von "in 2015"?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Ich halte das einfach für Faulheit, statt "im Jahre 2015" "in 2015" zu sagen. Es gibt leider so manche neue Formulierung, da rollen sich mir die Fussnägel auf, z. B. "von daher" anstelle von "deshalb". Die deutsche Sprache entwickelt sich halt weiter, nicht immer zum Positiven.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von linneus
07.03.2016, 23:32

faulheit kann es genau nicht sein, denn im deutschen braucht man ja nicht einmal das "in". es ist völllig korrekt, einfach nur die jahreszahl zu nennen. 2015 kamen eine million flüchtlinge nach deutschland ist ein grammatisch einwandfreier satz

0

Sinnlos und unreflektiert wie die meisten Anglizismen.

Der Duden kennt das "in (Jahreszahl)" jedenfalls bisher noch nicht, da ist immer noch von "im Jahre " (Jahreszahl)" die Rede.

Wird aber sicherlich noch kommen. Millionen von strohdoofen Teenies, die dermaleinst Berufe unter anderem als Journalisten ausüben werden, werden es nicht mehr anders kennen und somit versprühen.

Sieh Dich, nimm Sorge.

(Grußformel abgekupfert bei Bastian Sick).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von cookiegirl13
07.03.2016, 23:35

Es gibt zahlreiche solcher ursprünglichen Anglizismen (macht Sinn - Makes Sense) oder grammatikalischen Fehler, beispielsweise die Verwendung von "wegen" mit Dativ, die inzwischen als richtig gelten. Mir gefällt das zwar auch nicht unbedingt (ich bin zwar erst 14 (also ein strohdummer Teen), aber trotzdem eine "Sprachpflegerin"), aber, dass Sprache sich verändert liegt nicht an den "strohdummen Teens", wie du das nennst, sondern daran, dass Sprache etwas Lebendiges ist, was sich nunmal ändert. Wenn dir die neuartigen inzwischen auch richtigen Ausdrücke und Formulierungen nicht gefallen, wird dir keiner verbieten, die ursprünglich korrekten zu verwenden, aber du musst wohl auch akzeptieren, dass Sprache lebt und sich ändern kann.

3
Kommentar von Deponensvogel
08.03.2016, 14:03

Nicht vor den strohdoofen Teenies Angst haben, sondern vor den strohdoofen Typen, die es ihnen beibringen. So am Ende, wie der Journalismus ist, glaube ich, kann er kaum noch tiefer sinken. 

[Vor ein paar Jahren hat man die 90% Zitatfälschungen (ja, 90% aller in der Presse angegebener Zitate sind so nie gesagt worden) dem Leser zumindest in korrekter Form aufgetischt. Dafür, dass heutzutage schon im Hochfeuilleton und Nobelwirtschaftsblatt nicht mal mehr die indirekte Rede korrekt verwendet wird, gibt's von mir auf jeden Fall keinen Vertrauensvorschuss.]

Ängste vor dem allumfassenden (oder eben sprachlichen) Scheitern der nächsten Generation gibt es schon seit über fünftausend Jahren, das ist also nichts Neues und wie immer im Grunde unbegründet. Vor nicht allzu langer Zeit hat man wie wahnsinnig Vokabel aus der belle langue gesammelt, noch früher ziemlich viel Lateinisches. Das Deutsche war schon immer offen für Entlehnungen aus der dominanten Sprache und so wenig das vielen auch gefällt, solange man nicht irre wie die Franzosen die eigene Sprache vor bösen Wörtern aus dem Ausland schützt, ändert sich an diesem (sehr einseitigen) Sprachaustausch auch nichts.

Von dem in + Jahreszahl hab ich jedenfalls noch nie etwas gehört. Wenn's ein Anglizismus ist, der sich für die Mehrheit der Deutschsprecher falsch anhört, wird er sich nicht durchsetzen. So einfach ist das.

0

Meine Vermutung: Das hat der SPIEGEL erfunden bzw. "gepusht", wenn ich hier einem weiteren Anglizismus die Ehre geben darf.

Gruß, earnest

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?