Seit wann ist es üblich, dass in den USA beim Wahlkampf je ein Demokrat gegen einen Republikaner antritt und weshalb?

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4 Antworten

Zunächst sollte man sich vergegenwärtigen, dass die nordamerikanischen Kolonien (die späteren USA) die erste moderne Demokratie sind, noch vor der französischen. Es gab praktisch keine Vorläufer oder Beispiele, an denen sich die Vereinigten Staaten beim Aufbau ihres politischen Systems hätten orientieren können.

Sehr kurz gesagt, galt zunächst ab dem zweiten Präsidenten John Adams ein First-Party-System, dann ab der Jacksonian Era ein Second-Party-System (1832-1854), bevor sich mit der Gründung der Republikaner 1854 das Zweiparteiensystem etablierte.

Zentrale Figur bei der Entwicklung des Parteiensystems war Präsident Andrew Jackson, dessen Anhänger die Demokratische Partei gründeten und so 1829 Jackson zum Erfolg verhalfen. 

Durch Jackson wurde die Funktion der Parteien als Patronageparteien festgelegt, die sich bis heute erhalten hat. Parteien dienen vor allem als Möglichkeit, Ämter zu verteilen und Interessen zu bedienen.

Jede der beiden Parteien ist politisch-ideologisch hochgradig heterogen und regional sehr unterschiedlich ausgerichtet. Offensichtlich hat sich diese Kombination aus ideologischer Vielfalt und Patronage-Funktion über die Jahre als geeignet für die Herrschaft in einem diversen Staatswesen mit etwa 320 Mio. Bevölkerung erwiesen, so dass ab Mitte des 19. Jhs. kein Third-Party-Candidate mehr eine reelle Chance auf das Präsidentenamt hatte.

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Wenn die Parteien mehrere Kandidaten ins Rennen schicken würden, dann würden diese sich ja gegenseitig die Stimmen wegnehmen und die Wahrscheinlichkeit auf eine Wahlsieg wäre gleich null. 

In den USA hat sich über die Jahre ein Zweiparteiensystem etabliert. Natürlich gibt es noch weitere Parteien, die allerdings kaum Bedeutung haben. Eine Dynamik in der Parteienlandschaft wie i. Deutschland, wo Grüne, AfD, etc kommen (und gehen), ist in dieser Form in den USA quasi undenkbar.

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Die Kandidaten der Demokraten und Republikaner haben die besten Chancen auf den Wahlsieg. Andere Kandidaten anderer Parteien, die es gibt, spielen so gut wie keine Rolle.
Siehe z:B. das Ergebnis von 2012:
https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_presidential_election,_2012#Results

Und weil i.a.R. Demokraten und Republikaner die aussichtsreichsten Kandidaten sind, berichten die Medien hauptsächlich über sie, so dass der Eindruck entstehen kann, dass es nur 2 Kandidaten gibt.

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