Seit wann diskutiert man in der islamischen Welt über das Kopftuch?

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6 Antworten

Das Kopftuch ist kein Diskussionthema, weil es darum nicht geht. Es geht um Hidschab, Khimar und Dschilbab.

Es wird von Nichtmuslimen immer wieder behauptet, dass der Hidschab, die Bedeckung der Aura der Frau, also der gesamte Körper der Frau, mit dem Kopf und den Füße, nicht im Koran stehen würde.

Damit wird auch immer wieder behauptet, dass, nur was im Koran steht, auch verpflichtend ist. Dazu hat aber Allah im Koran einige Verse offenbart, wie z.B.:

Koran Sure 33 Vers 36
Und es ziemt sich nicht für einen gläubigen Mann oder eine gläubige Frau, dass sie - wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit beschlossen haben - eine andere Wahl in ihrer Angelegenheit treffen. Und der, der Allah und Seinem Gesandten nicht gehorcht, geht wahrlich in offenkundiger Weise irre.

Der Muslim muss also Allah und seinem Gesandten Muhammad gehorchen.

Der Islam schützt die Ehre der Menschen und versucht alle Wege und Mittel zu blockieren, welche zur Lasterhaftigkeit führen. Er ermutigt Menschen, zu heiraten und verbietet die Unzucht. Er gebietet Frauen den Hidschab zu tragen und ihren gesamten Körper vor fremden Männern zu bedecken. Der Islam beschützt somit die Frauen und gibt ihnen einen ehrenvollen Status und er beschützt sie vor Unheil und Unsittlichkeit. Unter anderem besteht der Sinn der
Bedeckung darin, dass eine Muslima in der Gesellschaft unabhängig von ihrer Weiblichkeit als Persönlichkeit wahrgenommen werden möchte. Wie die christlichen Nonnen symbolisiert sie der Gesellschaft mit ihrer Kleidung ein
Tabu.

Es gibt einen sehr breiten Konsens der Gelehrten aller Rechtsschulen, auch der Schiitischen, und damit mindestens 97 % aller 1,7 Milliarden Muslime
auf dieser Welt, dass der Hidschab folgende Bedingungen erfüllen muss:

Der Hidschab soll
-  den ganzen Körper bedecken, mit Ausnahme von Gesicht und Händen.
-  Er soll entsprechend der jeweiligen Sitte und Kultur farblich einfach sein.
-  Die Verhüllung soll die Körperkonturen nicht betonen.

Diese Aussagen stützen sich auf folgende Koranverse und viele Überlieferungen der Sunniten und Schiiten:

Koran Sure 33 Vers 33
Und bleibt in euren Häusern und prunkt nicht wie in den Zeiten der Dschahiliya(der Unwissenheit) und verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakah und gehorcht Allah und Seinem Gesandten.
– Anweisung Allahs an die Frauen des Propheten( den großen Vorbildern der muslimischen Frauen)

Koran Sure 24 Vers 31
...
und dass sie ihre Kopfbedeckungen (Khumur) bis über ihre Kleidungsausschnitte(Dschuyub) ziehen, und dass sie ihren Schmuck vor niemandem sichtbar tragen außer vor ihren Ehemännern, usw.
 -  Hidschab-Vers – Bedeckung der Aura der Frau - Khumur ist ähnlich einem Kopftuch, nur viel größer, sodass auch der größte Teil des Oberkörpers bedeckt werden kann.

Koran Sure 33 Vers 59
"O Prophet, sag deinen Ehefrauen und deinen Töchtern und den Frauen der Muslime, sie sollen etwas von ihrem Überwurf (Dschalabib, Pl. Dschilbab) über sich herunterziehen.
-  Dschilbab - Bedeckung, die Kopf und Körper der Frau bedecken

Und nur die allerwichtigsten Überlieferungen(Hadithe und Aussprüche der Imame) zur Bedeckung der Frau, von den Sunniten und den Schiiten würden den Rahmen hier sprengen.

Es gibt also keinerlei Zweifel unter den Muslimen, dass jeder Muslim und jede Muslima sich entsprechend der Vorschriften von Allah zu bedecken hat. 


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Kommentar von earnest
09.03.2017, 13:16

Mal wieder die ollen Kamellen, Khayr.

Mal wieder die Maximalinterpretation der sunnitischen Betonfraktion, die aus Brusttüchern und Schleiern, die die Schamzone bedecken sollen, Kopftücher macht. 

Das ist hier nun schon 1.001x diskutiert worden. So ist dein letzter Satz dann auch, pardon, propagandistischer Unfug.

Die (sehr berechtigten) "Zweifel" führten und führen ja gerade zu den Diskussionen unter Muslimen.

Aber hier kann mal wieder jeder sehen, dass die sunnitische Betonfraktion den Frauen nur gestattet, Gesicht und Hände zu zeigen. Das hast du unmissverständlich ausgeführt.

Willkommen im mittelalterlichen Patriarchat!

Merke: Der Kopf einer Muslima ist KEINE Schamzone.

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Erst seit ein paar Jahrzehnten. Davor war die Pflicht, ein Kopftuch zu tragen, ein Konsens von allen islamischen Gelehrten und allen Rechtsschulen.

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Kommentar von earnest
09.03.2017, 12:42

Du verwechselst - wie das hier leider immer wieder geschieht - die erzkonservative sunnitische Interpretation des Islams mit DEM Islam.

Tatsache ist: Schon unter Atatürk gab es Diskussionen um das Kopftuch.

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Wenn du das in der Türkei  meinst früher wurde zbs nicht erlaubt das man in den türkischen Schulen Kopftuch tragen darf bis wann weiß ich nicht mehr aber ist nicht lange her

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Kommentar von earnest
07.03.2017, 18:58

Atatürk war für das Kopftuchverbot im öffentlichen Raum zuständig.

Und Erdogan für die Re-Islamisierung und die Wiedereinführung eines im Koran nicht vorgeschriebenen Kleidungsstücks.

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Seitdem alte Männer gemeint haben, sie müssten Frauen das Kopftuch aufdrücken - obwohl es im Koran keine Kopftuchpflicht gibt.

Aber Diskussionen gibt es nur praktisch dort, wo Frauen erkennen, was hier mit ihnen gemacht wird und wo sie sich in einer Männergesellschaft trauen, auf die Fragwürdigkeit solcher angeblichen Verpflichtungen hinzuweisen.

Gruß, earnest

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Kommentar von Muslimhelper
07.03.2017, 20:23

Es steht im koran und in Überlieferungen das bedeckung für Mann und Frau Pflicht ist.

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Gar nicht, da wird nicht diskutiert.

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Kommentar von BVBDortmund
07.03.2017, 17:11

Aber ja doch, in der Türkei haben sich Studentinnen ohne Kopftuch eingesetzt, für Studentinnen mit Kopftuch. 

Ich vermute mal, das Diskutieren geht seit hunderten von Jahren. Mit wechem Ergebnis.

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Offene Diskussion gibt es im Islam nicht. Es ist eine Frage der Macht. Wenn die konservativen die Macht in einem Land haben, dann wird das Kopftuch aufgezwungen. Wenn Säkulare wie Atatürk die Macht haben, fällt der Schleierzwang. 

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