Seit ihr auch Atomkraftgegner oder Befürworter?

Das Ergebnis basiert auf 47 Abstimmungen

Befürworter 55%
Gegner 45%

12 Antworten

Weder noch. Denn Atomkraft ist nichts, was man per se kategorisch ablehnen oder begrüßen kann oder sollte.

Meiner persönliche Ansicht auf das Thema ist daher, dass ich insb. Kernfusion, sowie auch einigen weiteren alternativen Konzepten gegenüber der Kernspaltung zur Energiegewinnung durchaus aufgeschlossen gegenüber stehe.

Dennoch sehe ich die derzeitig konstruierbaren Reaktoren durchaus problematisch. Nicht nur wird der Atomstrom aus diesen Kraftwerken immer teurer (auch weit teurer als die Erneuerbaren insb. ohne EEG-Umlage), es besteht weiterhin ein großes und unkalkulierbares Sicherheitsrisiko (siehe Fukushima) und auch das Endlager-Problem ist noch ungelöst. Aufgrund dessen sehe ich derzeit keine sicheren, verlässlichen und gut funktionierenden Kraftwerkslösungen.

Dennoch sollte man meiner Ansicht auf alle Fälle weiter an Atomkraft forschen, doch insb. zur Eindämmung des Klimawandels sollte sich der Fokus auf andere und v.a. die erneuerbaren Energien richten.

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Warum sind die Reaktoren ab der Generation III+ wie z.B. der russische BN800 "Atommüllfresser" nicht begrüßenswert? Ich meine, die Halbwertzeit des Mülls auf ca. 30 Jahre herunter zu bekommen und zumindest dafür zu sorgen, dass für ein Fukushima-Ereignis das Ding wochenlang unbeaufsichtigt laufen müsste, wobei im Falle des Falles ein "Core-Catcher" installiert ist, damit selbst eine Kernschmelze nicht die Umwelt verseuchen kann, sollte doch wohl mehr als nur ein Lichtblick sein, oder? Und das ist nur die Technik, die bereits läuft, in der Entwicklung sind schon ganz andere Sachen:

https://dual-fluid.com/technologie/

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Gegner

Es gibt immer wieder Probleme mit den Langzeitfolgen. Ein in Betrieb genommenes Kernkraftwerk produziert zwar eine kWh zu einem Preis von 4 bis 8 Cent, aber man muss auch die Baukosten, die Instandsetzungskosten und Endlagerungskosten beachten.

Beispielsweise kostet der Bau des Kernkraftwerkes in Großbitanien, das den Namen "Hinkley Point" trägt, zum Beispiel 21,2 Miliarden Euro. Ähnlich hoch werden auch die Kosten des Baus eines Atomkraftwerkes in Deutschland sein.

Man benötigt auch schon für die Intstandsetzung des Kraftwerkes eine Kraftanstrengung. Die Brennelemente halten 4 Jahre und müssen danach ausgetauscht werden (Quelle https://www.verivox.de/strom/themen/brennelement/). Dabei muss nicht nur die Bennpalets ensorgt werden sondern ebenfass die Metallhülle der Palets.

Hinzu kommt, dass man ein Atomkraftwerk nur 60 Jahre in Betrieb haben kann - maximal 80 Jahre. Dann muss es abgebaut oder entkernt werden.

Schlussendlich muss, wenn man verbrauchte Palets und ausgediente radioaktiven Gerätschaften des Atomkraftwerkes endlagern. Dabei wurde nocht nicht einmal ein solches gefunden, wehalb man es in Zwichenlagerstätten einlagert.

Alles in Allem kostet dies ziemlich viel und die gesamtgesellschaftlichen Kosten werden auf 42 Cent pro kWh geschätzt und die momentan verfügbare Kerntechnologie kann somit nicht mit der Windenergie mithalten (8 cent pro kWh)https://www.bund-sh.de/energie/atomkraft/hintergrund/die-wahren-kosten-von-atomkraft/).

Vor diesem Hintergrund kam ich zur Auffassung, dass man bei Atomstrom nicht nur das Risiko von Unfällen hat, sondern auch diese Technologie nicht mehr wirtschaftlich ist.

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Befürworter

An sich Befürworter, allerdings nicht für die alten AKWs. Aber ich lege große Hoffnungen in Fusionskraftwerke. Die in der Testphase befindlichen Anlagen sind aber noch deutlich zu klein, um allzu euphorisch zu sein, aber die bisherigen Ergebnisse sind äußerst vielversprechend.

Der Bau wird extrem teuer, aber der Unterhalt umso günstiger.

Gegner

Die Söhne von Los Alamos haben versucht, eine monströse Untat durch eine ebenso monströse Wohltat auszugleichen, und ihre geistigen Nachkommen meinen ohne den Trost des Glaubens an den atomaren Mythos und seine immerfort neu erfundenen Folgemythen (Flüssigsalz, Thorium, Tokamak...) nicht existieren zu können. Jede Generation hat halt an ihrem eigenen seelischen Ballast zu schleppen.

Gegner

Wir hinterlassen anderen Generationen ein Erbe, das unberechenbar und sündhaft teuer ist. Das ist egoistisch, kurzsichtig, verbrecherisch.

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