Seit ich klein bin habe ich versucht gutherzig mit menschen umzugehen aber seit ich deswegen immer wieder schwer gekränkt wurde habe ich mich immermehr zum?

4 Antworten

Der richtige Weg ist so gut wie niemals der leichtere.

Du fühlst dich besser. Die Leute, die du jetzt mies behandelst dafür nicht.

Denk's mal anders durch: Wären wirklich absolut alle (also nicht nur viele, wie jetzt, sondern bis zum letzten Mann jeder einzelne) so egoistisch, wie du derzeit, wäre die Welt dann ein schönerer Ort?
Und was wäre im anderen Fall - was, wenn alle so bemüht und gutherzig wären, wie du es mal warst?
Es ist ja wohl klar, wie sich das beantwortet. ;)

Ich weiß, die Welt wird niemals "voller Liebe" sein - so ein weltfremder Hippie bin ich nicht. Aber gerade deshalb dürfen die Leute, die noch ein Konzept davon haben, gutherzig, bemüht, nachsichtig und so weiter zu sein, niemals damit aufhören. Und wenn doch - naja, dann haben sie erfolgreich genau so viel Verantwortung daran, dass es nicht angenehm hier ist, wie alle, die sie dereinst verurteilten.

Außerdem: Gut ist man nicht wegen der anderen, gut ist man wegen sich selbst. Wenn man etwas nur so lange tut, so lange es sich auszahlt, dann ist das egoistisch. Also wenn die Tatsache, dass du oft damit eingefahren bist, für dich ausreicht, es lieber auf eine Art zu probieren, von der du selbst merkst, dass sie nicht sonderlich nett oder gar konstruktiv ist, dann warst du niemals kein Egoist.

Ich hab' in meinem Leben schon mehr als genug einstecken müssen, aber gerade das hat mich immer darin bestärkt, gutmütig sein zu wollen. 1. Weil ich nicht zu denen werden will, die mir so viel Schmerz bereitet haben und 2. weil die Welt doch eh schon so finster ist. Warum sollte ich sie noch finsterer machen, wenn ich auch die Möglichkeit habe, sie ein bisschen heller zu gestalten?

Gut ist nicht das, dass den größten Komfort für das Individuum beinhaltet, sondern das, dass die Summe allen Leids gerecht verteilt. Vermeiden kann man weder Kränkung noch Schmerz vollständig - aber gerecht verteilen könnte man's. Jeder, der seine Portion abgibt, lädt sie jemandem auf, der eh schon mehr als genug aushalten muss.

Außerdem: Freundschaften zwischen Egoisten sind unverbindlich - und Unverbindlichkeit führt auf Dauer zu Einsamkeit und die wiederum ist schmerzhaft. Das ist doch in Wahrheit auch nicht angenehmer.

Wir können uns immer nur zwischen drei Rollen entscheiden
- Das passive Opfer
- der Überzeugte
- der Täter

Ich sehe die Risiken darin, dass ich offenherzig auf die Menschen zugehe - ich fahre auch manchmal ein. Ich pass' aber einfach besser auf mich auf mit jedem Mal, wo das passiert -> aber ich werde niemals einfach alle abschreiben. Wer sich abschreibt, wird zum Opfer, wer alle anderen abschreibt, zum Täter.

Dazwischen liegt das Kämpfen - das ist halt nicht einfach.
Na und?

Wow, riesen Respekt. Sehr, sehr schöne Antwort. Ich bin dankbar so etwas lesen haben zu dürfen. :)

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Gutherzigkeit muss nicht unwweigerlich dazu führen, dass man sich zu einem Egoisten entwickelt. Man muss halt lernen, wem man wohlgesonnen ist und wem nicht. Aus seinen Erfahrungen, die man gemacht hat, lernt man zu unterscheiden und zwar dahingehend, dass man Menschen erkennt, die es einem danken, dass man sie unterstützt und die erkennt, die einen nur ausnutzen. Wenn man merkt ausgenutzt zu werden, dem sollte man natürlich einen Riegel vorschieben, aber nicht alle Menschen verdienen es, dass man sie schlecht behandelt, wenn sie den Eindruck machen, Hilfe zu benötigen.

Selbstbewusstsein ist eine gute Charaktereigenschaft und macht einen tatsächlich glücklicher, da man weiß, dass man sich im Zweifelsfall auch zur Wehr setzen kann.

Trotzdem solltest Du einmal überlegen, ob es wirklich alle, denen Du aufgrund Deiner Vergangenheit vor den Kopf stößt, es auch verdient haben.

Zu einem sozialen Wesen, das sich vollständig in eine Gesellschaft integrieren möchte, gehört es auch, dass man ein gewisses Maß an Empathie mit sich bringt.

Schon mal etwas vom gesunden Egoismus gehört? Du stehst an erster Stelle. Hast du dir geholfen, so kannst du es auch anderen. Nicht umgekehrt.

Kennst du das Prinzip im Flugzeug mit dem Sauerstoffmasken? Erst sich selber absichern, erst dann bedürftige. Denn wenn du erst versuchst deinem Nachbar die Maske auf zusetzen, es nicht schaffst, dann seid ihr bei bewusstlos und damit hast du dann viel bezweckt.

Herzlose Grüße

Alex

Grausame Rechtschreibung

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