Seit dem Stillen Aggressionsprobleme bei Berührung?

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4 Antworten

Das Problem ist gar nicht so selten. Es gibt unterschiedliche Erklärungsansätze:

1) Eine Frau, die stillt, begreift ihre Brüste als etwas anderes als nur ein ästhetisches Anhängsel, das primär dazu dient, dem anderen Geschlecht zu gefallen. Indem sie ihre Brüste als das wahrnimmt, was sie sind - nämlich Nahrungsquelle für ihr Kind - ordnet sie unbewusst alle anderen Funktionen diesem Erleben unter. Dieses Empfunden bleibt auch nach der Stillzeit bestehen.

2) Für manche Frauen ist das Begreifen ihrer Brüste als Nahrungsquelle eine Art "innere Emanzipation". Indem sie ihre Fähigkeit zu stillen als das erkennen, was eigentlich zählt, verwehren sie in der Folge dem Mann, ihre Brüste als Lustobjekt.

3) Durch das Stillen entsteht eine besondere Verbindung zwischen Mutter und Kind, die der Vater nicht teilen kann. Daraus entsteht bei der Frau (unbewusst) auch ein Gefühl von Macht. Der Mann bleibt aus der engen Verbindungen ein Stück weit ausgeschlossen. Das (unbewusste) Bedürfnis, diese einmalig enge Beziehung zum Kind aufrecht zu erhalten, kann auch nach der Stillzeit bestehen bleiben und zu Abwehrreaktionen gegenüber dem Mann führen.

4) So wie manche Männer Probleme haben, mit ihrer schwangeren Frau zu schlafen, weil sie das Vorhandensein des Babys in ihrem Lustempfinden stört, entwickeln manche Frauen Abwehrhaltungen, ihre Brust zu etwas anderen zu "nutzen" als zum Säugen ihres Babys.

5) Die Abwehrreaktion hinsichtlich der Brüste ist nur ein Symptom für die Abwehr von sexuellem Verhalten des Mannes insgesamt. Die Frau sieht (unbewusst) ihre Aufgabe darin, den Nachwuchs großzuziehen und ist nicht bereit für neuen Nachwuchs zu sorgen. Sex zum Zweck des Lustgewinns verliert an Bedeutung. Bei manchen Frauen bleibt dieser Zustand dauerhaft, bei anderen verändert er sich mit dem Älterwerden des Kindes wieder.

Es gibt noch ein paar Erklärungsansätze mehr, aber die habe ich nicht mehr parat.

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SyrinaMercury 22.03.2013, 12:02

Danke, in den Erklärungsansätzen kann ich mich durchaus widerfinden.

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Ich denke nicht, dass es etwas mit der Mutter-Kind-Bindung zu tun hat, sondern deine Brust wohl eher "empfindlicher" geworden ist.

Zumindest ist die weibliche Brust in erster Linie zu Ernährung der Nachkommen gedacht - schon seit Urzeit und noch bevor der aufrechte Gang erlernt wurde. Erst da wurde die Brust als Objekt der Begierde für die Männer interessant.

Ich weiß nicht, ob du mit deinem Mann darüber geredet hast. Wenn nicht würde ich ihm sagen "ich ertrage es (im Moment?) nicht".

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SyrinaMercury 20.03.2013, 10:19

Wahrscheinlich sind dort auch viele Nervenstränge vorhanden, die beim Saugen der Brust bestimmte Signale ins Gehirn senden. Ich würde auch gerne mehr darüber wissen. Mein Mann weiß das, kann es aber nicht so recht nachvollziehen.

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Wow, ich dachte, ich wäre die einzige mit dem Problem.... Also die Antwort darauf wüsste ich selber gerne, denn ich habe seit der Stillzeit mit meiner großen Tochter die gleichen Probleme und das ist sogar schon über 4 Jahre her. Zur Zeit stille ich gerade noch unsere Kleine, was auch bald beendet sein wird und ich sage zu meinem Mann immer, die Kinderplanung ist abgeschlossen, die Brüste haben ihren Zweck erfüllt, nun könnte man sie eigentlich entfernen. Das möchte er natürlich nicht, aber ich empfinde Berührungen durch andere mittlerweile als höchstgradig unangenehm. Es tut nicht weh und nix, aber ich möchte es einfach nicht. Früher war das anders... :/

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SyrinaMercury 20.03.2013, 10:23

Nein, du bist nicht allein. Ich habe selbst lange überlegt, ob ich diese Frage überhaupt stelle hier in der Community, aber ich dachte mir, wir sind ja alle weitestgehend anonym und es ist ja auch keine Krankheit. Ich bin froh, dass mich andere verstehen können. Ich wusste nie, an wen ich mich damit wenden sollte und sogar meiner Frauenärztin habe ich das verschwiegen, weil es mir so unangenehm war. Nächste Woche habe ich wieder einen Termin bei ihr und da werde ich es jetzt einfach mal ansprechen, vielleicht weiß sie ja, was es damit auf sich hat.

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Das Kind an der Brust löst in uns Frauen Mutterliebe aus, Beschützerinstinkt. Der Partner will Lust auslösen, beschützen, lieben.

Das sind zwei unterschiedliche Begebenheiten.

Nun stellt sich die Frage: Löst der Partner dabei Beschützerinstinkte aus weil Du womöglich seine Liebe, seine Gefühlswelt nun so unterbewusst so interpretierst? Kann es sein das zwischen Euch Erwachsenen Rangordnungskämpfe unterbewusst ablaufen?

Das war jetzt mal grob dargestellt. Tagebuch von Hand auf Papier geführt kann für Klarheit sorgen. Und, natürlich, Gespräche auf Augenhöhe in der Ich-Form. Also: Ich erlebe Agressionen wenn Du meine Brust streichelst und nicht Du löst Agressionen aus wenn Du meine Brust streichelst.

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SyrinaMercury 20.03.2013, 10:17

Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Und ja, ich habe auch schon mit meinem Partner darüber geredet. Er respektiert das zwar, kann es aber nicht wirklich verstehen. Ich denke schon, dass es was mit dem Beschützerinstinkt zu tun hat. Unterbewusst denke ich dann immer: "Das Stillen war so intim und nur etwas, was mir und meinem Sohn zugestanden hat und jetzt kommt jemand anderes, der denkt, mir so nahe kommen zu können" Kann es auch sein, dass es etwas mit der übertragenen Angst zu tun hat, der Partner könnte dem Kinde die Milch wegnehmen, also die Nahrungsgrundlage entziehen (auch, wenn das Stillen schon einige Jahre her ist)? Mich würde es ausserdem interessieren, welche Vorgänge im Gehirn aktiv werden, wenn an der Brust gesaugt wird. Ich verspüre dann immer ein großes Durstgefühl.

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