seit 2 Jahren durchgehend Kopfschmerzen!

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Du schreibst, Du trägst eine Brille. - Es gibt durchaus die Möglichkeit, dass die Brille Deinen Augen nicht richtig angepasst ist.

Ich hatte mal sowas. Ich saß beim Augenarzt im Wartezimmer, und das war ziemlich voll. Unter anderem war dort eine Frau mit einem vielleicht 6-jährigen Sohn, der echt unausstehlich war. Er schrie laut rum und tobte wie verrückt. - Alle Wartenden waren sichtlich genervt. Und ich, die eigentlich sehr gut mit Kindern kann, ebenfalls.

Als ich endlich aufgerufen wurde, war ich sehr erleichtert. Zuerst machte eine Arzthelferin mit mir den Sehtest. Das Ergebnis legte sie dem Arzt vor, er untersuchte noch meine Augen und verschrieb mir dann eine neue Brille. Diese Brille war viel stärker als die, die ich vorher hatte.

Ich setze die neue Brille auf, und ich sah alles schief, auch den Fußboden. Ich rief beim Optiker an, und der sagte, das kann bei einer neuen Stärke ein paar Tage sein, das pendele sich aber ein. - Dann kamen Kopfschmerzen ...

Ich ging wieder zum Augenarzt und erzählte ihm das. Das sagte er, er würde meine Augen jetzt so untersuchen, wie es mit Babys und Kleinstkindern macht, die ja nicht lesen können und nicht mal sagen können, was für Bilder ihnen gezeigt werden. - Danach sagte er verblüfft, die neue Brille sei viel zu stark für mich, meine Augen seien nur verspannt. Ich erzählte ihm dann von dem Erlebnis im Wartezimmer mit dem unausstehlichen Kind, und er verstand, dass ich dann bei der Untersuchung vollkommen verspannt war, so auch die Muskulatur an den Augen.

Ich schreibe Dir dies so ausführlich, weil Du möglicherweise auch unter Verspannungen leidest, die seelische Ursache haben (dazu gleich mehr).

Ich empfehle Dir, zum Augenarzt zu gehen und ihm zu sagen, dass Du unter ständigen Kopfschmerzen leidest. Bitte ihn, Deine Augen so zu untersuchen, wie es bei Babys gemacht wird, weil Du nicht sicher bist, ob Du durch Verspannung vielleicht falsch beim Sehtest reagierst.

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Du schreibst, dass Deine Mutter mit Dir nicht mehr zum Arzt gehen will, weil sie genug hat mit Arztbesuchen, was Deine Schwester angeht.

Bewusst oder unbewusst kann es durchaus sein, dass Du den Eindruck hast, Deine Mutter liebt Deine Schwester mehr als Dich. - Auch wenn Du meinst, es sei nicht so: Unser Unterbewusstsein reagiert oftmals ähnlich wie ein vierjähriges Kind mit all den Freuden und den Leiden. Das kann uns bewusst sein, meistens ist das aber eher unbewusst. - Ich habe mich im Laufe von Jahren darin trainiert, mehr von meinen unbewussten Reaktionen mitzukriegen und bin oftmals erstaunt, wie verschieden ich Situationen mit meinem Verstandes-Bewusstsein und mit meinem kindlichen Bewusstsein empfinden kann.

Für die Spannung der Muskulatur ist nicht unser Wachbewusstsein = Verstandesbewusstsein zuständig, sondern unser Unterbewusstsein. Ebenso ist es zuständig für die Durchblutung, das Gleichgewicht, das Einschlafen, Gesundheit der Haut ... Die allermeisten körperlichen Aktionen macht also das Unterbewusstsein, das könnten wir bewusst überhaupt nicht leisten. - Die einfache Formel: Das Unterbewusstsein des Menschen kann all das, was ein Säugetier kann.

Das Unterbewusstsein managt auch zum großen Teil unsere Gefühle und unsere Erinnerungen.

Wenn also im kindlichen Teil des Unterbewusstseins Trauer darüber herrscht, Deine Mutter würde Deine Schwester mehr lieben und umsorgen wie Dich, ist es ja ziemlich schlau, wenn es Dir / Deinem Körper auch heftiges Unwohlsein macht in der Hoffnung, Du würdest von Deiner Mutter dieselbe Menge und Qualität an Zuwendung bekommen wie Deine Schwester.

Solche Symptome, wie Du aufzählst, kann das Unterbewusstsein durchaus machen, damit Du krankheitsmäßig genauso "wertvoll" erscheinen magst wie Deine Schwester.

Ich weiß, liest sich irgendwie komisch ... wenn Du aber in Ruhe darüber nachdenkst, merkst Du sicherlich, dass da eine Menge Logik drinsteckt.

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Meine Idee ist also:

Zum Augenarzt, um zu prüfen, ob die Brille wirklich Deinen Augen angepasst ist. - Wenn die Stärke der Gläser nämlich tatsächlich falsch ist, kann das nämlich Symptome wie einige der von Dir aufgezählten auslösen.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du auch an Muskelverspannung leidest. Dein Hausarzt oder ein Orthopäde kann Dir Krankengymnastik verschreiben.

Und nicht zuletzt denke ich, dass Dir eine Psychotherapie weiterhelfen könnte. Viele denken, das sei ehrenrührig, ist es aber nicht. Wenn die Augen krank sind, geht man zum Augenarzt, wenn die Ohren krank sind, zum Ohrenarzt - und wenn die Seele krank ist, geht man zum Psychologen. Überweisung gibt's vom Hausarzt.

Wenn Du Deinem Hausarzt sagst, dass Du den Verdacht hast, dass Dein verschiedenes Unwohlsein auch psychisch sein könnte, vielleicht weil Deine Schwester auch so krank ist, kann ich mir gut vorstellen, dass er Dich darin unterstützt, eine Psychotherapie zu machen.

Denk mal darüber nach.

Ich wünsche Dir alles Gute und eine schöne innere Balance.

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Meine Mutter hat mir die Psychotherapie auch schon vorgeschlagen, jedoch habe ich bisher diese abgelehnt. Nun denke ich darüber nochmals nach. Vielleicht versuche ich es doch mal.

Dass ich Verspannungen habe, die durch eine zu starke Brille kommen, kann nicht sein, da ich merke, dass meine Gläser schon wieder zu schwach sind (sehe alles leicht verschwommen). Dies ist aber erst seit ca. 2 Monaten so. (Ich habe meine jetzige Stärke schon 10 Monate.) Und die Kopfschmerzen habe ich seit ca. 2 Jahren, und das so gut wie durchgehend. Können die Verspannungen trotzdem unter anderem von einer zu schwachen Brille kommen? Ich habe im April sowieso einen Augenarzttermin, daher verschreibt er mir sehr wahrscheinlich dann eine neue Brillenstärke.

LG, sportskanoneLB

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@sportskanoneLB

Ich neige zur Kurzsichtigkeit - gar nicht sehr, 0,5 und 1,0 Dioptrin. - Als ich plötzlich die so viel stärkere Brille bekam, war ich doch ziemlich schockiert, und ich begann, mich mit Fehlsichtigkeit zu beschäftigen. - Besonders interessant fand ich das Buch von John Selby mit dem Titel Kurzsichtig. Dadurch habe ich viel gelernt über Fehlsichtigkeit und psychologische Zusammenhänge.

Es gibt also oft seelische Gründe, warum ein Mensch (unbewusst) lieber andere Menschen oder Umstände im Leben nicht so klar sehen möchte. Wird dann die Fehlsichtigkeit mit einer Brille korrigiert, das Uhnterbewusstsein also gezwungen, klar hinzuschauen, aber die psychologische Ursache wurde nicht behoben, werden die Augen wieder schlechter, und es muss eine stärkere Brille her.

Vielleicht macht Dein Unterbewusstsein das ja bei Dir auch so. Denn ich finde es schon erstaunlich, dass Deine Augen schon nach 10 Monaten schlechter geworden sind, so dass Du neue Brillengläser brauchst. - Die Situation bei Dir zu Hause scheint ja ziemlich schwierig zu sein. Und so ist es gut möglich, dass Dein Unterbewusstsein einiges davon nicht haben will / nicht sehen will. Also sorgt es dafür, dass Du verschwommen siehst. - Wird nun die Sehstärke der Brille korrigiert, muss das Unterbewusstsein ja nachlegen, also die Augen wieder so machen, dass Du die Umstände nicht klar sehen musst ... und immer so weiter ...

Du kriegst das Buch günstig gebraucht zu kaufen. Normalerweise empfehle ich, Bücher im Buchladen vor Ort zu kaufen, um den kleinen Buchhandel zu unterstützen. Weil es hier

http://www.amazon.de/gp/offer-listing/3426079275/ref=dp_olp_used?ie=UTF8&condition=used

aber so günstig angeboten wird, zeig ich Dir das gerne.

Falls Du weitsichtig bist, kann das auch daran liegen, dass Du das, was in Deiner Nähe ist, nicht sehen willst, und lieber in die Ferne schaust. (Darauf geht Selby auch ein.)

Du hast ja demnächst den Termin bei Deinem Augenarzt. Bitte ihn doch, Deine Augen so zu untersuchen wie Babyaugen. - Du kannst ihm ja erklären, dass Du ausschließen möchtest, dass Deine Fehlsichtigkeit aufgrund von muskulärer Verspannung so stark ist. - Kannst ja sagen, in Deinem Freundeskreis war mal sowas. Da wurde eine stärkere Brille verschrieben, die dann doch verkehrt war. Und der Augenarzt hatte mit solch einer "Babyuntersuchung" erkannt, dass die Augen nur verspannt waren, und die Brille gar nicht so stark sein durfte.

Zur Psychotherapie:

Wenn wir frieren, ziehen wir uns ja wärmer an. Und wenn die Seele friert, braucht sie auch Wärme, Zuflucht und Geborgenheit. - Eine gute Therapie kann sowas leisten. Die Seele / das Unterbewusstsein entspannt sich, und auf angenehme Weise lernst Du, Deine Seele selbst zu wärmen, was Dein Selbstbewusstsein und Dein Selbstwertgefühl stärkt.

Wichtig zu wissen ist: Die ersten fünf Gespräche sind Kennenlerngespräche. Da checken Klient und Therapeut aus, ob sie gut miteinander können, ob sie einen guten Draht zueinander haben. - Fühlst du Dich unwohl, magst Du die Person nicht, dann hab keine Scheu, einen neuen Anfang zu starten mit einem anderen Psychologen / Psychologin.

Ich hab auch mal so eine Therapie beendet, weil ich mit dem Psychologen einfach nicht klar kam. Als ich mir sicher war, dass ich mit ihm keine Termine mehr haben will, ging ich nochmal hin und sagte ihm, "heute ist unser letztes Treffen" und begründete das mit dem, was ich wahrnahm.

Er war erstaunt, dass ich nicht einfach weggeblieben war (wie er es sonst in solch Situationen von Klienten kannte), sondern dass ich ein Abschlussgespräch mit ihm machte. Ich sagte ihm, dass mir das wichtig war - für mich selbst und auch für ihn. (Er hatte keine Anstalten gemacht, mich zu überreden, mit ihm weiterzumachen - damit hätte er aber auch keinen Erfolg gehabt, denn ich war in mir diesbezüglich ganz klar.)

Ich habe mehrere Jahre in einer Jugendberatung ehrenamtlich Jugendliche beraten, die mit sich selbst oder mit anderen Probleme hatten. - Nur einmal war es besser für eine Jugendliche und mich, wenn die Beratung mit einem anderen Berater weitergeführt wurde. Und einmal übernahm ich von anderen Beratern eine Jugendliche, weil wir besser miteinander klarkam. - Also auch sowas ist nicht ehrenrührig.

Dass Deine Mutter Dir auch schon angeboten hatte, Du könntest mal eine Psychotherapie machen, finde ich wunderbar. Das zeigt, dass sie diesem Thema offen gegenüber ist. Das macht es Dir ja leichter. - Es gibt ja Eltern, die gar nicht damit klarkommen, wenn ihre Kinder eine Therapie machen wollen. Entweder, weil sie grundsätzlich Vorurteile haben, was Psychotherapie angeht, oder weil sie fürchten, sie hätten bei ihrem Kind versagt, so dass es eine Therapie braucht. - Aber das ist ja Quatsch. Eine Psychotherapie ist genauso normal wie Behandlung durch andere Ärzte.

Danke fürs Sternchen - ҉ •◝✿⊱ (¯'•.¸(¯'•.¸ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ¸.•'´¯)¸.•'´¯) ⊰✿◝• ҉

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@cyracus

Danke für deine lange Erklärung. ;)

Meine Schwester ist auch bei einer Psychologin, diese ist sehr nett, aber auch kompetent. Und das Menschliche, sowie das Fachliche ist sehr wichtig für mich. Meine Schwester, aber auch meine Eltern sind von ihr absolut überzeugt.

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@sportskanoneLB

Oh wie wunderbar - so bleibt Dir die Suche nach einer gute Therapie erspart!

Viel Glück - und eine schöne innere Balance!

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Du hast ganz sicher keinen unendeckten Tumor. Schmerzen haben einen hohen psychischen Anteil und der Körper kann sie lernen. Treib Ausdauersport, beschäftige Dich mit anderen Dingen und sie zu, dass es mit der Schule klappt. Dann werden die Kopfschmerzen sicher weniger.

also einige der genannten symptome (einschlafen der gliedmaßen, schwindel, verstopfte nase, muskelzittern, bauchschmerzen) können allesamt vom magen her kommen. d.h. du solltest dich mal auf helicobacter pylori testen lassen und auf refluxösophagitis, die können nämlich die genannten symptome auslösen. wenn du damit durch bist, wäre ein test auf unverträglichkeiten angemessen (laktose, fruktose, gluten, histamin). (laktose neigt auch dazu neurodermitis auszulösen und fruktose wird mit psychosomatischen beschwerden assoziiert).

auch probleme mit dem rücken können kopfschmerzen und auch schwindel verursachen, aber nicht die anderen symptome.

wenn da auch nichts bei rum kommt, solltest du dich mal in ein "kopfschmerzzentrum" zur behandlung begeben.

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