Seinen Traum leben , den eigenen Weg gehen? Ängste überwinden ..

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18 Antworten

Guten Tag, dschungelboss,

hier antwortet dir jemand, der in wenigen Tagen die letzte sperrige Zahlenkombination in seinem Leben erlebt - ich werde 77 Jahre alt. Und der nicht daran glaubt, dass du mit "schönem Treibenlassen" jemals Dschungelboss werden kannst - denn da überlebt, wer Bescheid weiß und Handeln geübt ist.

Es fällt mir schwer zu den sehr beeindruckenden Antworten von Realsausi und Stefan Bamberg etwas hinzuzufügen. Aber das Leben ist für jeden SEINS und deshalb konkret, wunderschön lebenswert und manchmal abgrundtief schlimm zu ertragen. Vor allem: nicht vorhersehbar!

Dieser Satz bezieht sich auf ein Zitat, das ich aus deiner Frage geholt habe: "Ob ich einfach weg gehen soll , das ganze hinter mir lassen soll (wie z.B. für ein FSJ, wobei ich danach ja auch nicht weiter weis)." Wer nicht einmal weiß, was am kommenden Wochenende sicher passiert, muss sich hüten, ein ganzes Leben vorausplanen zu wollen. Pythagoras sah das deutlicher: "Das Gestern ist vorbei, das Morgen noch nicht da. Lebe also heute!"

Wir alle werden nicht immer besonders gut auf "LEBEN" als solches vorbereitet. Vor allem, weil Eltern und Lehrer uns nicht als "Suchende" sehen dürfen. Antworten suchende... Weil uns in vielen Bereichen allgemeines Zeug angeboten wird wie "seinen Traum leben". Oder der Fragende bekommt Antworten, die ihn solchen Quatsch denken lassen wie "Es ist nicht so , dass ich unglücklich bin mit dem Leben an sich (ich schätze es sogar sehr stark) , nur wenn ich dann daran denke , mein ganzes Leben nur dafür zu leben irgendwelche Arbeit für irgendjemanden zu machen , nur um "gut integriert" zu sein , dann kommt in mir wieder dieses Gefühl der Nutzlosigkleit und sinnlosigkeit auf , woher ich denke auch diese Depressionen stammen."

Wer von kleinauf wie wir vier Brüder von einer wunderbaren Mutter nach dem 2. Weltkrieg lernen durfte, dass ohne ARBEIT in der Welt nichts geschieht, der hat später nicht gefragt, was er tun soll, sondern der hat etwas getan - Realsausi und Stefan Bamberg sind die besten Beispiele unter den anderen Antwortenden. Der Resthof an der Ostsee wird seine Besitzer nur freuen, wenn sie außer Geld viel Arbeit in ihn gesteckt haben. Der Bäcker steht morgens in aller Frühe auf und backt dir die Brötchen, auf welche du nicht verzichten möchtest. ohne zu denken, dass er "...etwas für jemanden macht, um gut integriert zu sein..." Am Ende der Aufzählung steht dann Stefan Bamberg, der in seinem Leben gehandelt hat - sogar sich um die sehr aufwändige und Geduld verlangende Altenpflege verdient gemacht hat. Arbeit, schreinern, Lernen! (ist Arbeit, mein Bester!) - Hut ab!

Vor 18 Jahren bin ich in die Ukraine gekommen. Weil der deutsche Arbeitsmarkt mich nicht mehr haben wollte. Meine sehr grundlegenden Russischkenntnisse (Studium in Moskau - Diplomarbeit - ARBEIT auch dort!) brachten mir ein Angebot. Habe im ersten Jahr als Einkäufer für Trockenmilch, Kasein und anderes 95.000 km in einem alten Ford-Diesel auf den hiesigen Straßen zurückgelegt. ARBEIT??? Aber immer! Bin hier verheiratet mit einer guten Frau, habe Freunde und zur Zeit einige Sorgen mit dem Verhältnis beider slawischen Nachbarn - nur mache ich mir nicht vor, dass ich Welt und Gesellschaft umwälzen kann. Bin kein Genie.

Leben - das darf ich dir sagen - besteht aus einer Kette kleinerer und größerer Abenteuer. Wenn man es so sehen will. Der Rest der Leute sieht, dass es kein deutliches Vergnügen ist - kommt dann auf die Idee, dass Tanzunterricht, Gesangslehre das Wahre wären. Ohne harte Arbeit wird auch aus solchen "Talenten" extrem selten ein solider Künstler. Vor allem: was sollen wir ohne "unser täglich Brot" vom arbeitenden Bäcker mit allen den Sängern und Schauspielern? Höre bitte auch du auf, die Arbeit zu verteufeln. Es gibt ein deutsches Gedicht - "Ehre der Arbeit". Hole es dir aus dem Internet. Vielleicht wirst du dann verstehen, wieviel Freude gut erledigte Arbeit machen kann. Die nicht von alleine kommt, auf die du dich durch Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten (kluge Hände) vorbereiten und die du aktiv suchen musst.

Inaktivität, Verbrauchermentalität ist bei der Gestaltung des eigenen, für jeden unverwechselbaren Lebens einfach nur unverzeihlich!

Soeben ist mein Erlebnisbuch - Ein "OSSI" im "Wilden Osten" - im Verlag LEBENSREISE erschienen - ISBN 978-3-639-67349-4 . Es trägt den Untertitel "Das andere Erlebnisbuch". Es verbreitet meine Sicht auf das Leben als Reihung von oft nur winzigen Abenteuern. Das versuche ich auch über meinen Blog zu vermitteln:

http://erlebnis-leben.blogspot.com/

Unter meinen Antworten hier ist auch die an fantasy gespeichert - zu Träumen und Freiheit. Kannst ja einmal dort stöbern.

Bleibe recht gesund!

Siegfried

Haha, ich kann Deine Gefühle sehr gut nachvollziehen, auch wenn ich bereits deutlich älter bin als Du (zur Zeit 25). Ich habe auch oft solche Gedanken. Im möchte mein Leben auch "sinnvoll verbringen", Gutes tun, etwas tun, was die Menschheit oder zumindest unsere Gesellschaft tatsächlich voran bringt, nicht profitorientiert und gewinnstrebend handeln. Wir sind beide Altruisten. Wir wollen die Gesellschaft als ganzes voran bringen, nicht uns selbst auf Kosten der Gesellschaft bereichern.

Ich kann Dir sagen, dass ich persönlich es auch nur abschnittsweise schaffe, diese Gedanken unter Kontrolle zu haben. Mir persönlich geht es eigentlich immer so, dass ich wenige (in der Regel ein oder zwei) langfristige Ziele habe, die mir wirklich wichtig sind und die so weit gesteckt sind, dass sichergestellt ist, dass ich sie nicht binnen weniger Jahre erreichen werde, und für die es keine Garantie, aber zumindest eine realistische Aussicht auf Erfolg gibt. Und dann gibt es kleinere, in kürzerer Zeit und relativ sicher zu erreichende Ziele, zum Beispiel einen bestimmten Bildungsabschluss zu erzielen (befinde mich zur Zeit im Masterstudium) und so weiter.

Ich habe zum Glück seit längerer Zeit einen richtigen "Lebenstraum", den ich inzwischen bereits seit fünf Jahren verfolge. Leider gab es zwischendurch starke Rückschläge und zur Zeit weiß ich nicht so recht, wie ich weitermachen soll (ich habe auch Angst, weil es dabei um eine Sache geht, bei der ein statistisches Risiko besteht, dass ich dabei mein Leben verlieren könnte, andererseits wäre es aber auch für mich das absolut Genialste auf der Welt, wenn ich mein Ziel erreichen würde, das führt zu einem unglaublich starken Konflikt), aber das sind hoffentlich nur Verzögerungen. Die grobe Richtung behalte ich auf jeden Fall weiter bei. Und auf dem Weg nehme ich noch ein paar Ziele mit, die etwas greifbarer sind.

Es geht mir auch des öfteren so, dass ich mir vorkomme, als sei ich in eine Sackgasse gerannt, als ginge es nicht weiter. Am besten ist es, wenn ich dann versuche, mich abzulenken und vorübergehend einen anderen Plan zu verfolgen, aber immer mit dem Hintergedanken, sich trotzdem weiter auf das "ferne Ziel" zuzubewegen und sich auf keinen Fall von ihm zu entfernen.

Ich wünsche Dir in jedem Fall alles Gute und weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg! Setze Dir Ziele und lass Dich nicht davon abbringen!

Ich würde die Gesellschaft lieber gerne einreißen und vollkommen neu errichten ^^

Vielen Dank :)

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@dschungelboss

Das Gefühl kenne ich auch, aber leider (oder zum Glück? ;-) ) ist das nicht so einfach. ;-)

Ich persönlich habe starke Probleme mit unserem Wirtschaftssystem, weil es meiner Meinung nach unweigerlich dazu führt, dass Leute sich egoistisch verhalten. In diesem System gewinnt derjenige, der einerseits möglichst viele Leute "unter sich hat", die er zu Spottpreisen für sich arbeiten lassen kann, andererseits möglichst auch ein Monopol am Markt, sodass er den Verbrauchern das Geld aus der Tasche ziehen kann.

Das System "belohnt" gewissermaßen diejenigen, die deine Regeln zwar nicht brechen, aber zumindest "dehnen" und damit der Gesellschaft, und auch dem System selbst, Schaden zufügen.

Andererseits wird Konsum vom System "bestraft", da Du Geld ausgeben musst, um konsumieren zu können, wodurch Du selbst an Kaufkraft und somit an Einfluss und "Marktmacht" verlierst. Konsum ist aber letztlich das, was das System am Leben hält. Ohne Konsum würden die Märkte in sich zusammenbrechen. Das System "bestraft" also diejenigen, die es am Leben halten.

Es ist aus meiner Sicht vollkommen irrational und es fällt mir schwer, zu verstehen, wie ein System, das in sich dermaßen "unschlüssig" zu sein scheint, entstehen und vor allem wie es sich so lange halten konnte.

Abgesehen von unserem Wirtschaftssystem finde ich unsere Gesellschaft gar nicht so schlecht. Sicher gibt es immer wieder Bestrebungen der Politik, die Freiheit der Bürger einzuschränken, wie der NSA-Skandal gezeigt hat, aber dagegen regt sich wenigstens wahrnehmbarer Widerstand. Unser Wirtschaftssystem hingegen wird einfach immer als "gegeben hingenommen" und nie hinterfragt. Viele Menschen denken, "es war schon immer so und es würde anders auch nicht funktionieren", aber das ist ein Trugschluss. Nur weil ein Zustand sich lange hält, ist er noch lange kein Optimum oder gar "alternativlos". Meines Erachtens ist es Zeit, sich von der Marktwirtschaft zu verabschieden, da die Rahmenbedingungen, zumindest in der westlichen Welt, heutzutage einfach vollkommen anders sind. Die Marktwirtschaft hat sich entwickelt, um knappe Güter zu verteilen. Wir haben aber heutzutage dermaßene Produktionskapazitäten, dass die meisten Güter einfach schlicht nicht knapp sind. Eigentlich müssten die Preise ins bodenlose Stürzen. Tun sie aber nicht. Die Preise die wir sehen, gehorchen nicht mehr wirklich den Prinzipien der Märkte, sie sind nur noch "Artefakte", getrieben durch Spekulation und Zockerei, von der Wirklichkeit vollständig entkoppelt.

Heutzutage muss man, bedingt durch den technologischen Fortschritt, Automatisierung, etc. nur noch ein Bruchteil dessen an Aufwand treiben, um ein bestimmtes Produkt herzustellen, wie noch vor einigen Jahren. Trotzdem steigen die Preise immer weiter.

In vielen Branchen herrscht Fachkräftemangel. Trotzdem sind dort viele, teilweise gut ausgebildete Menschen arbeitslos.

Das System funktioniert nicht mehr. Die Spekulanten haben es "kaputt gemacht". Was wir brauchen ist jemand, der wieder unvoreingenommen an diese Sache herangeht und eine Alternative entwickelt. Jemanden, der wieder mit einem weißen Blatt Papier anfängt.

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@NoHumanBeing

Der dritte Absatz muss beginnen mit:

"Das System 'belohnt' gewissermaßen diejenigen, die seine Regeln zwar nicht brechen, aber zumindest 'dehnen' ..."

(Tippfehler.)

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@NoHumanBeing

Beim NSA Skandal kommt es mir aber eher so vor , als würde man sich erst beschweren und eine Woche ist es wieder jedem egal(ein paar Leute gehen auf die Straße , aber was bewirken die schon)

Und wie du sagst , eigenes Denken ist in unserer Gesellschaft auch nicht gerne gesehen .. Das Wirtschaftssystem ist da und hat zumindest für uns oberflächlich den Anschein zu funktionieren , also machen wir uns auch keine Mühe drüber nachzudenken ob es überhaupt richtig ist.

Ich finde das geht schon von der Gesellschaft aus(und den Leuten die dieser mittels Medien usw. manipulieren)

Ich halte es auch für ziemlich absurd , dass Politiker Macht haben ... Das die Politiker die Polizei befehlen kann. Polizei und Militär arbeiten nicht für das Volk sondern für ein paar Lobbyisten und Politiker. (wobei es auch anders geht , wie man ja z.B. in Ägypten gesehen hat) ..

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@dschungelboss

Die Gewaltenteilung besteht in unserem momentanen Rechtssystem (was sich durchaus ändern kann) in Legislative (gesetzgebende Gewalt), Exekutive (ausführende Gewalt), Judikative (rechtsprechende Gewalt).

Der Bundestag ist Teil der Legislative.

Die Polizei ist Teil der Exekutive (und untersteht dem Innenministerium, wie die Nachrichtendienste (Geheimdienste) übrigens auch).

Die Gerichte stellen die Judikative.

Dass der NSA-Skandal so wenig Aufsehen erregt hat war wohl die Tatsache, dass einfach klar ist, dass auslänidsche Geheimdienste uns massiv überwachen, weil Spionage (auch wenn die Politik es eher "Auslandsaufklärung" nennen würde) deren Aufgabe ist. Wenn die NSA uns nicht überwacht hätte, würde das entweder bedeuten, dass sie ihren Job nicht gemacht haben, oder aber, dass sie Deutschland als so unwichtig für das Geschehen in der Welt erachtet, dass man sich gar nicht erst bemüht, es zu überwachen.

Es war vollkommen logisch dass die NSA (und auch sämtliche anderen ausländischen Geheimdienste, wie der britische GCHQ, etc., aber sicher auch die Israeli und weiß der Geier wer noch alles) uns überwachen. Unsere Geheimdienste machen das ja auch, oder zumindest versuchen sie es. Ich habe so meine Zweifel, ob sie in der Lage dazu sind. ;-)

Es war regelrecht lächerlich, dass es plötzlich zu einer Schlagzeile in den Medien wurde, dass die NSA uns überwacht hat. Dass sie das Telefon der Kanzlerin abgehört haben. Ist doch vollkommen logisch, dass sie es versuchen, die Frage ist nur, ob sie es schaffen. Und so wie das Thema Datensicherheit und Kryptographie derzeit gehandhabt wird (ich bin Informatiker und auf den Bereich IT-Sicherheit spezialisiert), schafft das wirklich jede Institution, die halbwegs Ressourcen zur Verfügung hat. In Klartext heißt das: Jedes Land, das einen Geheimdienst hat, der diesen Namen verdient, wird in der Lage sein, uns zu überwachen. (Das gilt übrigens anders herum genau so. In den USA gibt es auch kritische Systeme, die offen sind wie ein Scheunentor, das weiß ich sozusagen aus erster Hand. So viel nur dazu.) Und dann tun wir "überrascht" wenn sie sie es wirklich machen. ;-)

Das ist schon ziemlich absurd. Die eigentliche Enthüllung waren die Methoden, mit denen sie es machen. Die waren nämlich vorher nicht bekannt. Dass sie es tun, davon ist eigentlich ohnehin jeder ausgegangen, der nicht vollkommen naiv ist.

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Eigentlich stehe ich überhaupt nicht auf Ratgeberbücher, aber "Die 4-Stunden Woche - mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben" von Timothy Ferris hat mich persönlich sehr inspiriert und begeistert. Ferris spricht deine Themen an. Die finanzielle Freiheit ist sozusagen nur der Schlüssel sein Leben selbstbestimmt und sinnvoll zu gestalten. Das Leben wäre sicher erfüllter, wenn Menschen einfach nur das tun würden, was sie wirklich wollen, nicht, was ihnen permanent von außen eingetrichtert wird durch gesellschaftliche Konventionen, Medien, Werbung, Konsum usw.

Die Schwierigkeit besteht darin, herauszufinden, wie man leben will und daher ist der Weg das herauszufinden die eigentliche Aufgabe. Selbstbestimmtes Leben ist eher die Ausnahme, auch wenn einige jetzt aufschreien werden und sagen: ich lebe doch selbstbestimmt. Aber selbständiges Denken lernen wir in unserem System nicht, wir werden vielmehr darauf konditioniert in einem bestimmten Rahmen zu funktionieren und gar nicht zu merken, daß man in einem Hamsterrad gefangen ist. Das eigene Leben wird dann auf das Wochenende, den Urlaub oder einfach auf später verschoben - nur, der richtige Zeitpunkt kommt nie, weil einfach immer etwas dazwischen kommt.

http://www.die-4-stunden-woche.de

Man könnte sagen du triffst den Nagel auf den Punkt .. Wie ich sagte ich habe zudem Thema auch schon andere Bücher gelesen , aber vielleicht ist das hier noch hilfreicher.

Danke :)

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Dann kommen aber Ängste auf , dass man z.B. Freunde in dieser Zeit verliert , irgendetwas verpasst. Sollte man diese Ängste einfach hinter sich lassen ?

Echte Freundschaft hält das aus. Ich habe Freundschaften, die ich seit fast 50 Jahren pflege. Manchmal sieht man sich ein Jahr nicht.

Und Du wirst jede Menge neuer Freunde gewinnen können. Eine große Chance.

Ich finde es schön mich einfach treiben zu lassen , jedoch kommt es mir so vor als würde dieses treiben mich nicht voran bringen , sondern mich auf der Stelle stehen lassen.

Ich war genauso. Und ich habe mich Treiben lassen. Und ich kann Dir nun sagen, daß es falsch war. Es ist nicht leicht, seinen Weg zu finden, aber es ist es wert, ihn zu suchen. Das geht aber nicht, wenn man den Kopf in den Hintern steckt. Der Weg fällt Dir nicht vor die Füße.

Du mußt Dich und die Welt ausprobieren. Das ist ein sehr aktiver Vorgang. Dazu gehört es auch, mal ein Risiko einzugehen. Die schlimmste Gefahr ist, in 50 Jahren zurückzublicken und festzustellen, daß man immer noch am gleichen Punkt steckt und nichts sich entwickelt hat. Das ist viel schlimmer, als mal auf die Schnauze zu fallen.

Ein Schlüssel für ein breites Feld an Möglichkeiten ist Wissen und Bildung. Je mehr Du kannst, je mehr Du weißt, desto mehr Wege erschließen sich Dir.

Warum nicht ersmal eine Lehre in einem Handwerk machen? Vielleicht liegt es Dir zu Tischlern und Du kannst später aus edlem Holz hochwertige Möbel bauen.

Wie also soll man seinen eigenen Weg gehen , wenn man nicht weis , welcher der eigene Weg ist , wenn man nicht weis wo dieser hinführt?

Es ist nicht so, daß wir im jungen Alter diesen Weg genau vor uns sehen können. Zum Glück. Was wäre das für ein Leben, wo alles schon vorher bestimmt ist. Es geht nicht darum, seinen Traum zu leben. Aber es kann dahin führen. Unsere Wege sind immer völlig uneindeutig zu Anfang.

Ich habe war in der gleichen Gemütsverfassung wie Du vor 30 Jahren. Ich habe viel Zeit verschwendet, meinen Weg zu suchen, statt einfach auf einem voran zu gehen. Nun besteht mein Leben daraus, mit meiner lieben Frau zusammen einen Resthof in einer wunderschönen Landschaft 1000 m von der Ostsee zu sanieren. Wir werden hier ein paar Tiere haben, viel Gemüse und Obstbäume, viel Platz mit netten Menschen in Kontakt zu kommen. Wir leben hier unseren Traum.

Aber nicht, weil ich vor 30 Jahren gewußt hätte, daß ich hier landen werde.

Unser Weg kommt immer an Abzweigungen, an denen wir neu entscheiden müssen, wo es langgeht. Es gibt im Leben kein Navi, daß uns sagt, in einem Jahr links abbiegen zu müssen. Jede dieser Entscheidung verlangt wieder eine Besinnung darauf, was uns wichtig ist, sie verlangt manchmal auch den Mut, ein Risiko einzugehen.

Das Wichtigste aber ist, voran zu kommen. Nicht stillzustehen. Weitergehen. Auch mal einen Umweg in Kauf nehmen, auch mal durch ein Dornengestrüpp zwingen, um auf die andere Seite zu kommen.

Es gibt keinen leichten Weg, es gibt kein Navi, es gibt nur den Willen, nicht stehen zu bleiben. Und seit ich meinen Hintern wiede hochgekriegt habe, ist mein Leben unendlich reicher und bunter geworden. Nicht ohne Dornen, aber es hat sich gelohnt.

Ich wünsche Dir, daß Du auch Deinen Hintern hochkriegst und Dich auf den Weg machst. Ohne ein konkretes Ziel anzupeilen. Der Auslandseinsatz könnte ein guter Anfang sein.

Vielen Dank .. Umso schöner ist es wenn jemand aus Erfahrung spricht , was du ganz eindeutig tust :)

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Hallo dschungelboss,

in der Tat, wir befinden uns in diesem Leben auf einem Schachbrett, mit genauso vielen schwarzen wie weißen Feldern, und was das Leben mir der einen Hand gibt, nimmt es mit der anderen wieder. Wie Du z. B. schon sagst, man kann schon ein paar Dinge haben im Leben, aber man muss dafür arbeiten, und jeder wahrhaft weise Mensch wie Du stellt sich irgendwann mal die Frage, was denn unter dem Strich überhaupt dabei herauskommen soll, und ob sich das überhaupt lohnt. Dieses Schachbrettprinzip gilt übrigens nicht nur für die Arbeit, sondern auch für alle anderen Bereiche des Lebens. Die große Liebe z. B. ist wunderschön, aber kostet einen wahnsinnigen Preis...

Die Lösung für dieses menschlich-irdische Dilemma, die in diesem weltlichen System und sogar im Namen der Religion zuhauf angeboten wird, lautet, wie Du schon ganz richtig sagst: "Lebe Deinen Traum, geh´ Deinen Weg, überwinde Deine Ängste etc....."

Aber ich kann Dir aus 48jähriger Lebenserfahrung und viel philosophisch-theologischem Verständnis heraus sagen, dass Selbstverwirklichung nicht funktioniert, eine Lüge ist. Es funktioniert hauptsächlich aus folgenden Gründen nicht: 1.) Den Preis musst Du dennoch bezahlen. 2.) Du musst auch andere aus dem Weg dabei drängen, und um das zu ertragen, musst Du Dein Gewissen abstumpfen lassen. 3.) Gott spielt bei dem Weg der Selbstverwirklichung nicht mit, denn Er ist eifersüchtig. Er möchte der alleinige Regisseur Deines Lebens sein. In Gottes Augen sind die Menschen, die selbst etwas aus ihrem Leben gemacht haben, die größten Versager.

Es gibt keinen echten Ausweg innerhalb dieses Schachbretts. Um den echten Ausweg zu finden, musst Du das Schachbrett verlassen.

Der einzige Weg hierzu ist Jesus Christus. Was selbst die wenigsten Gläubigen wissen oder tatsächlich praktizieren, ist, dass Jesus Seinen wahren Nachfolgern übernatürliche Versorgung anbietet, sie durch Seinen Kreuzestod freigekauft hat aus dem System. D. h. Du wirst wahrscheinlich gar nicht mehr arbeiten müssen, und wenn doch, dann wird die Arbeit eine gänzlich andere Qualität haben als im weltlichen System.

Mein Rat an Dich ist daher folgender: Kauf´ Dir keine Selbstverwirklichungsbücher mehr, sondern kauf´ Dir eine schöne vollständige Bibel mit Großdruckbuchstaben, damit Du auch wirklich darin liest. Lies jeden Tag ein Stück darin, und bitte dann Jesus, Dir alles Gelesene zu offenbaren und zu erklären. Bitte Ihn, Dich in allem zu führen, zu leiten und Dir den Glauben und die Kraft zu schenken, Ihm zu gehorchen und den Weg mit Ihm zu gehen.

Bitte Jesus vor allen Dingen beharrlich um Seinen Geist, das ist das "Lebendige Wasser", und höre nicht auf mit diesem Gebet, bis Du es hast.

Dann wirst Du das Wunder der der vollständigen Freiheit, Liebe und Glückseligkeit für alle Ewigkeit erleben.

Mit den herzlichsten Segenswünschen, und alles Gute für Deine Zukunft!

Alburnus

Dass Du das alles im Moment so trostlos siehst, hat vielleicht mit Deiner Depression zu tun. Wenn Du die überwunden hast, wirst Du auch Dein Leben wieder in fröhlicheren Farben sehen können.

... und es gibt endlos viele Möglichkeiten, Dein Leben zu gestalten. Und das mit dem FSJ klingt doch nach einer guten Idee. Du musst ja immer nur für den Moment wissen, was Du tun willst und nicht jetzt schon Dein ganzes Leben verplanen, zumal es ja gerade dieses langfristig durchgeplante Leben ist, was Dich so zu erschrecken scheint.

Und auch langfristig zwingt Dich ja niemand, nur ein "Rädchen im System" zu sein. Du kannst ja in jedem Moment frei wählen, was Du tun und lassen willst - so lange Du bereit bist, die Konsequenzen zu tragen. Es gibt z.B. in Deutschland eine Menge Landkommunen, Kommunitäten und ähnliche Projekte - so was kann auch eine Option sein, nur mal um eine der vielen möglichen alternativen Lebensformen zu nennen.

Ich glaube, wenn Du Dich zuerst darum kümmerst, Deiner Berufung zu folgen und dabei immer nur einen Fuß vor den Anderen setzt, wird sich der Rest schon ergeben. Ich meine nicht, dass Du dann keine Probleme im Leben haben wirst, aber Du wirst ein Leben führen, von dem Du am Ende sagen können wirst, dass es das wert war.

Also: Ich würde Dir empfehlen, Dich darum zu kümmern, was im Moment "dran" ist und was als unmittelbar Nächstes kommt. Alles Andere wird sich finden.

Hallo, ich finde die Antwort von Realsausi auf deine Fragen sehr wertvoll. Insgesamt machst du dir meiner Meinung nach zu viele Gedanken. Du schreibst, dass dein Gefühl von Nutzlosigkeit der Grund von Depressionen ist, dass kann aber genau umgekehrt sein. Falls du tatsächlich eine Depression hast, könnten die Grübeleien ein Symptom sein.

Insgesamt denke ich, dass du dir zu viele Gedanken machst. Vieles im Leben ergibt sich einfach. Und es wird auch zu verschiedenen Wendungen kommen, was sich wiederum auf dein Denken und deine Wünsche auswirkt.

Das Leben muß ausprobiert werden- es gibt keinen Plan. Du solltest nicht so viel nach vorne Denken. Lebe einfach!

Ich persönlich finde, die Idee ein FSJ zu machen sehr gut. Wenn du nach deiner Genesung die Chance und die Kraft hast es zu tun, tu es einfach. Es ist eine positive Herausforderung, du wirst daran wachsen, andere Menschen und Lebensweisen kennenlernen und neue Freunde gewinnne. Verpassen wirst du nichts- im Gegenteil, du kannst nur gewinnen. Die Ängste sind normal. Wenn du eine Psychotherapie machst, wirst du aber vielleicht auch erfahren haben, dass man Ängste nur mit Taten überwinden kann.

Falls der Einsatz im Ausland doch eine zu große Herausforderung ist, dann kannst du einen anderen Freiwilligendienst absolvieren.

Zu Auslandseinsätzen gibt es eine ganz gute Seite: rausvonzuhaus.de Googel mal.

Was den Beruf anbetrifft: man kann vieles im Leben ändern, nicht jeder ist im Hamsterrad gefangen, dass unsere Gesellschaft stark auf Arbeit ausgerichtet ist und nach einer gewissen Zeit Routine eintritt, das ist wahr. Muß aber nicht automatisch so sein. Man kann auch Erfüllung im Job finden und wir dürfen nicht vergessen, dass hier in Deutschland viele Möglichkeiten offen stehen.

Je mehr Erfahrungen du im Leben machst, desto mehr lernst du dich selbst und deine Wünsche und Fähigkeiten kennen lernen.

alles Gute für Dich!

Mein Rat ist in der Realität (Alltag) das Beste zu machen,Schrittf ür Schritt. Wenn man zuviel grübelt in der Zukunft oder in der Vergangenheit-dann verliert man die Bodehaftung-bekommt Depressionen. Ich räume auf ,gehe in die Natur und habe einen Schreibblock dabei wo ich meine Visionen aufschreibe. Wenn du deine Interessen,Visionen einen Raum gibst deinen Wünschen da wo du die Neugier das gute Gefühl in dir spürst,da ist der rechte Weg.

Du kannst Dich jederzeit mit einer guten Bassis und Werbeträgern selbstständig machen. Ich fühlte mich auch immer unpassend bei meinen Jobs,entweder hatte ich Fans oder Neider und Missgunst. Irgendwann habe ich gemerkt so geht es nicht mehr weiter ,also habe ich mich schlau gemacht wo meine Talente liegen. Bei mir war es im Verkauf und gestalten. Ich machte mich selbständig-unabhängig und war mein eigener Herr. So habe ich meine vermeintliche Schwäche,meine Talente ein vermeintlicher Aussenseiter zu meiner Stärke gemacht.

Wenn nichts mehr geht,räume ich meine Wohnung auf ,ordne alles durch und lese ,forsche in Büchern im Internet nach Geschäftsideen oder Möglickkeiten meine Ideen zu vermarkten. Dann was auch noch hilft ist die realität zu sehen und Dankbarkeit zu haben für das was ich habe. Gesundheit,ein Freundeskreis nicht in einem Kriegsgebiet zu leben. Die Natur zu betrachten ,die Vögel zu beobachen die leben ohne sich zu sorgen und sich Gedanken zu machen die nicht Real in der Gegenwart sind.

Das bringt einen wieder auf den Boden der Tatsachen und holt einen zurück . Die Depressionen ,Zukunftsangst die Nöte verschwinden-lebe jetzt- in der Gegenwart

Der längste Weg fängt mit dem ersten Schritt an, auch dein eigener.

Handele mit Gottvertrauen, aber sei tätig.

Man muß die Menschen nehmen, wie sie sind - es gibt keine anderen. Wende diese Weisheit auch auf dich selbst an; selbst, wenn du dabei Illusionen verlieren würdest - das macht nichts. Die Realität ist der Fiktion bei der Selbstbetrachtung vorzuziehen.

Denk doch mla nach welche Qualifikationen du hast und welche du erreichen kannst. Ich meine in naher zukunft. Und nich von Sonderschuabschluss auf Bachelor oder so. Denk doch mal dran was dir spaß macht. Malst du gerne, wie wärs mit Designer? Gehst du gerne mit Kunden und Menschen um? Oder hast du spaß an Technik? Internet? Es gibt soviel.

Angst ist der grösste "Traumzerstörer" den es gibt. Leute sagen immer, "aber was wenn..." oder "es könnte doch passieren dass...." und danach kommen sie schlimmsten Worst Case Szenarien. Die Leute die sowas labern haben selber nicht die Eier es zu tun und legen dann DIR Steine in den Weg damit du es nicht tust, damit sie nicht nachher die sind die Angst hatten und du der coole Typ der was verrücktes getan hat.

Besonders in Europa sind die meisten verrückten Dinge die man tut relativ ungefährlich. Reisen ist bis auf wenige Ausnahmen absolut safe. Leute trollen ist auch safe, da in Europa niemand eine Wumme dabei hat, und bei denen wenigen Messerstecher sieht man das auch schon auf 500 Meter.

Du musst den Tag leben. Du kannst dein Leben nicht von heute auf morgen in den Griff kriegen. Du kannst nicht sagen, so ab diesem Moment ist mein Leben einfach ge.il. So einfach läuft es nicht. Aber du kannst jeden Tag etwas tun damit dein Leben gei.ler wird. Mache jeden Tag etwas unbequemes. Etwas das dich herausfordert, etwas das du dich eigentlich nicht trauen würdest. Fange mit einfachen Dingen an. Geh in einen Club, zum gefüllten Dancefloor und lege dich dort einfach für 5 bis 10 Sekunden auf den Boden, einfach so. Wenn dich jemand anspricht sag du wärst müde gewesen. Verstehst du was ich meine? Such dir kleine Challenges, die ein wenig überwindung kosten. Dann wirst du selbstbewusster und spontanter und genau diese beiden Eigenschaften braucht man, meiner Meinung und Erfahrung nach, um jeden Tag zu leben und zu lieben. Denn nur so kann man sein Leben erfüllen.

Das ist aber nur meine Meinung, andere Leute sehen das Anders. Aber auf alle Fälle, viel Glück :)

Du hast Ferris gelesen, oder?

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In den Discos die ich hier so kenne sind die Dancefloors leider übersäht mit Fützen , aus Getränken und Zigaretten.

Aber ich verstehe was du meinst , und vielleicht wäre es ja schon mal ein gutes Ziel genau das durchzusetzen was du hier ansprichst ^^

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@dschungelboss

Ja, habe Ferris gelesen. Auch wenn ich sein Buch nicht so unglaublich toll fand, habe ein Beispiel aus seinem Buch genommen, da mir persönlich zu der späten Stunde einfach nix besseres mehr eingefallen ist. xD

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Ich habe schon wiederholt auf ähnliche Fragen geantwortet und wiederhole mich gerne.

Mit 18 wurde ich Soldat. Mit 23 kam ich nach 5 Jahren Soldat und Kriegsgefangenschaft in den Trümmerhaufen Deutschland zurück. All meine Träume aus der Zeit vorher waren geplatzt. Mein ehemaliger Spielkamerad und mein bester Freund hatten den Krieg als Soldat zwar überstanden, waren aber inzwischen an TB gestorben. Mein Arbeitsplatz war besetzt.

Es musste aber weiter gehen und es ging weiter. Ich habe nie aufgegeben und ein erfolgreiches Leben gelebt.

Ein altes Sprichwort sagt: Nach Regen folgt Sonne. Also nicht aufgeben. Es kann nur besser werden.

Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du.. Viele Menschen wissen gar nicht was sie eigentlich wollen, sie passen sich einfach an alle anderen an und existieren nur noch.. Man versucht dir deine Träume auszureden, sie seien zu unrealistisch.. Ich sage dir, der Glaube kann Berge versetzen.. Vlt. kommt es erst noch später in deinem Leben, an einem Tag ändert sich alles und du hast ein Ziel, wer weiss..

Die einen Leute sagen "du kannst", die anderen sagen "du kannst nicht", und beide haben meistens Recht, denn es liegt nur an dir :)

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Evtl. hattest und hast Du so wie ich immer den Gedanken gehabt: "O Gott, wo bin ich hier nur gelandet. Was geht hier eigentlich ab?!" Ich kenne das sehr gut, und ich war da manchesmal an einem Punkt des 'es geht nicht mehr'.

Nach der Hauptschule habe ich die Fachschule für Technik besucht, anschließend die Fachoberschule für Technik und dann angefangen an der Fachhochschule für Elektrotechnik in Köln-Deutz zu studieren. Und da war dann mal ein Endpunkt erreicht und ich dachte, das kann es doch nicht sein, was hier abgeht, man wird vollgestopft mit Wissen bis zum esgehtnichtmehr, o boh nee .... das 2. Semester habe ich kaum noch besucht, ich wusste nur, das ist nicht mein Weg, aber ich wusste nicht, was ich machen sollte. Hab die Zeit dann genutzt und erst mal Führerschein gemacht vom Bafög-Geld;-) und dann aber im 2. Semester auch das Studium abgebrochen und gejobt, Aushilfsjobs, einmal ich glaube 8 Monate in einem Kunststoffensterwerk Beschläge am Fließband an die Rahmen geschraubt. Bis auch da es nicht mehr ging und ich dachte, man das ist doch Arbeit für Roboter und nicht für Menschen, habe ich dann auch dem Chef gesagt und habe gekündigt, ohne zu wissen wie es weiter gehen sollte. Bei mir ging es immer bis zu einem gewissen Punkt und dann platzte der Korken raus und es ging einfach nicht mehr.

Dann habe ich das gemacht, was mir immer Spaß gemacht hat. Schreinerarbeit. Erst mal 1 Jahr das elterliche Haus ausgebaut und danach übers Arbeitsamt eine Schreinerausbildung in einer vom Arbeitsamt unterhaltenen Einrichtung, die ganz super war, wo man richtig was lernte und so hatte ich nach 2 Jahren den Schreinergesellen in der Tasche. Habe dann 7 Jahre als Schreinergeselle gearbeitet. Aber auch da kam dann der Punkt, wo ich da nicht mehr weitermachen konnte, das heutige Schreinern hat wenig mit massiven Holzarbeiten zu tun, wir machten Ladenausbau, Messebau usw. Da habe ich dann wieder von heute auf morgen gekündigt und ich war da in der Phase total unglücklich mit meinem Leben. Ich wusste nur, so nicht, das kann es nicht sein, das kann nicht der Sinn des Leben sein.

Ich habe dann alles abgebrochen und gedacht, ich muss jetzt hier erst mal raus, habe meine Fotokameraausrüstung verkauft und dann nur ein Hinflugticket nach Indien gebucht und dachte, ich komme erst wieder zurück, wenn ich klar bin in meinem Leben, wenn ich irgendwie weiß wie es sinnvoll weiter gehen soll. Und habe das dann tatsächlich durchgezogen und bin nach Indien geflogen. Ich bin da zuerst in so einen Ashram von der Amma gefahren, von der ich heute weiß, dass das auch nicht so das wahre ist, weil eben Amma da an Wesenheiten angebunden ist, die sie selbst nicht durchschaut (Kali eine Wesenheit aus dem Fallgeschehen). Aber das ist jetzt ein anderes Thema, was jetzt hier nicht ausgeführt werden soll. Auf jeden Fall war ich 5 Monate insgesamt in Indien. Am ersten Tag wäre ich am liebsten sofort wieder zurückgeflogen, so ein Kulturschock ist das, als wenn man auf einem anderen Planeten gelandet wäre, ein völlig fremde Welt. Aber ich hielt durch und dann nach einiger Zeit genoss ich diese andere Welt total. Wenn ich durch den kleinen Ort dort ging (der Ort sah aus, als wenn ich ins Mittelalter zurückversetzt gewesen wäre), war es schon fast wie ein Zuhause, ich wurde begrüßt schon von weitem, man kannte mich.

Und eines Tages hatte ich ein einschneidendes Erlebnis: Ich lag auf dem Bett und eine starke Energie durchfloss mich. Ich setzte mich auf und leitete diese Energie in all meine Ängste. Auf einmal spürte ich einen ganz tiefen Frieden in mir und jegliche Angst viel von mir ab und ich wusste von einem Augenblich auf den anderen: Du hast es doch in Dir, Du musst doch nicht zu einem Guru gehen, um mit Gott in Kontakt zu kommen. Du kannst Dich doch in Deinem inneren direkt an Gott wenden. Das war die tiefe Botschaft die da ganz klar aufstieg. Obwohl ich zu dieser Zeit nichts wusste über Gott, mich nicht sonderlich mit ihm beschäftigt hatte. Ich lief dann die nächsten Tage wie neugeboren umher und erlebte es so, als wenn ich zum ersten Mal in meinem Körper mich bewegte, alles war neu. Und dieses neue war auch später immer präsent in mir.

Ich reiste dann noch einige Zeit in Indien umher und wusste nur immer deutlicher: Du musst wieder nach Deutschland zurück. Da verstehst Du die Sprache, kannst Dich ausdrücken und mitteilen. Ich wusste nicht was ich da machen sollte, spürte es nur immer dringlicher. Als ich dann in Delhi im Flugzeug saß, empfand ich eine Erleichterung nun raus zu kommen aus Indien.

weiter hier anschließend:

In Deutschland ging ich noch mal in meine alte Schreinerei, wollte mir mein Zeugnis abholen, was sie mir noch nicht geschickt hatten. Sie fragten mich, ob ich mal aushelfen wolle. Und aus dem eben mal aushelfen wurde dann wieder ein Jahr, wo ich dort arbeitete, aber in einem ganz anderen Bewusstsein der Achtung und Akzeptanz jedes Menschen. Vorher war ich so in der Einstellung, ach die anderen verstehen ja doch nichts, haben nur Biertrinken und Fernsehen im Kopf. Das kann leicht zu einem spirituellen Hochmut führen.

Aber nach dem einen Jahr war dann wieder der Punkt erreicht, wo ich wusste, jetzt muss der Weg woanders weitergehen und ich kündigte wieder von heute auf morgen, ohne zu wissen, wie es weiter gehen sollte. Ich hatte dann eine Phase wo ich viel las und mir immer klarer wurde, in was für einen Wahnsinn die Menschen hier sich bewegen, wie kaputt die Erde ist. Und das war 1995. Heute sieht es ja da noch viel heftiger aus. Ich hatte den Drang irgendetwas zu tun. Ich dachte, mit aller Konsequenz will ich da was machen und wenn ich am Ende nur einen Menschen erreicht habe, egal. Ich entwarf eine kleine Broschüre zum Wandel der Erde und dem notwendigen Umdenken, bevor hier alles kaputt ist. Ich lies diese drucken viele tausend mal und verteilte sie kostenlos. Hatte zufällig gerade meine „Vermögenswirksamen Leistungen“ ausbezahlt bekommen und dieses Geld setzte ich ein.

Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich sandte die Broschüre auch an einen Buchverlag, der sie ihren Sendungen beilegte. Und sie verbreitete sich schnell über ganz Deutschland und die angrenzenden Länder. Es erschienen Zeitschriftenartikel über mich, ich kam sogar in eine Radiosendung rein und konnte in mehreren Fortsetzungen berichten. Sogar in Ungarn in einer Focus- ähnlichen Zeitschrift erschien ein Artikel über mich. Wenn ich auch heute nicht mehr hinter allem stehe, was ich da damals in diese Broschüre schrieb, aber die Grundbotschaft war gut. Ich hatte halt noch null Ahnung von den ganzen Fallstricken in der Esoterikszene, dieses Wissen darüber habe ich mir dann erst hart in den Folgejahren erarbeitet.

Über dies Broschüre lernte ich dann auch meine Frau kennen (war sowas wie eine überdimensionale Heiratsanzeige ;-)) Und dann ging das Reisen erst richtig los. Die Folgejahre, so 12 Jahre lang, waren wir praktisch nur unterwegs, auch in vielen Ländern der Erde. Eine intensiv Zeit und es ging immer irgendwie weiter.

Warum schreib ich das alles? Weil ich ähnliches durchmachte wie Du, wirklich manches Mal große Lebenskrisen durchmachte und nicht mehr weiter wusste. Aber dann ging es doch weiter. Eine Suffi-Geschichte, die mich immer sehr beeindruckt hat: „Mojud – der Mann mit dem unerklärlichen Leben“ ( http://www.youtube.com/watch?v=uGWPQ5RqWNY , in diesem YouTube wird die Geschichte ganz schön erzählt, vergiss nur am Schluss die Osho-Einblendung, mit dem Mann und seiner Philosophie will ich nichts zu tun haben ).

Auch wenn die momentanen Zustände in der Welt auch noch so heftig sind, wie sie heftiger kaum noch sein können, gehe Du trotzdem mutig Deinen Weg. Lass Dich davon nicht runterdrücken oder nimm es als Ausrede, stehen zu bleiben. Ich weiß leichter gesagt als getan, ich kenne die Zeiten, wo man nicht mehr kann, einfach nicht mehr weiter gehen kann. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es doch weiter geht und wenn es noch so unmöglich erscheint. Und wenn ich am Ende meines Lebens auch nur einem Menschen helfen konnte, dass er Mut und Kraft fand den nächsten Schritt zu schaffen, dann hatte mein Leben schon einen Sinn. Gemeinsam schaffen wir es. Und ich sehe heute im Rückblick, dass ich wirklich nie allein war und in den schwersten Zeiten, wo „nur eine Spur im Sand zu sehen war“, da hat ER mich getragen! Selbst in Zeiten, wo ich nichts von Ihm wissen wollte. Ich wünsche Dir alles gute für Deinen Lebensweg und Deinen nächsten Schritt

Hier ein Artikel, wo ich auch was zu diesen Konflikten, die evtl. im Moment in Dir ablaufen geschrieben habe: „So trinke ich ihn …“ : gandhi-auftrag.de/Kelch.htm

Und auch dieser hier: „Tragen und Ertragen auf unserem Lebensweg mit den Scrooge-Anteilen in uns“: gandhi-auftrag.de/tragenundertragen.htm

Jetzt befinde ich mich in Paraguay, wo ich eine Seniorenbetreuung mache; hatte in Deutschland dann auch noch mal eine Ausbildung zum exam. Altenpfleger gemacht und dort 4 Jahre in einem Altenheim gearbeitet.

In herzlicher Verbundenheit Stefan

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Vielleicht hilft dir das:

ich bin nicht rk. aber ich könnte mir vorstellen das dir das ein wenig hilft. Falls ich deine Situation falsch eingeschätzt habe, sorry das ich deine Zeit verschwendet habe.

ich bin in einer ähnlichen situation... ich weis ja nicht wie gut du in der schule bist aber ich hab angst das ich dieses jahr nicht schaffe (realschulabschluss... aber auf der BBS)

ich hab mir überlegt so lange schule weiter zu machen wie es geht... wie du...

das versuch ich jetzt auch... aber ich würde auch gerne mal für ein Auslandsjahr in die USA.... solange ich da noch in die schule gehen kann!

ich denke du solltest das FSJ machen... das gibt dir ein jahr mehr zeit zum denken...

deshalb will ich schule machen... ich will zeit schinden da ich keinen plan hab was ich machen möchte...

ich weis auch nicht was ich machen möchte, da sich jeder beruf zwar auf ersten blick gut anhört... aber dann denkt man sich: und dann? was soll cih machen wärend ich dahin arbeiten gehe?

ich möchte niemals heiraten oder kinder haben (denke ich jetzt als 16 jährige^^) deshalb stelle ich mir vor was ich später neben der arbeit mache... ich hab vor sachen wie gesangsunterricht, schauspielunterricht, tanzen usw. zu machen... im moment hocke ich den ganzen tag vor dem computer aber später würde ich gerne künstlerische sachen machen...

und das wars... ich hab immernoch keinen plan was danach kommen soll oder was für ne arbeit ich machen möchte...

ich hab auch nur unrealistische träume... die eh nie in erfüllung gehen... aber ich kann meine träume irgendwie nicht ändern :/

ich hoffe ich konnte dir irgendwie helfen... oder so

da sich jeder beruf zwar auf ersten blick gut anhört... aber dann denkt man sich: und dann?

Kaum ein Mensch geht mit dem Beruf in Rente, den er zuerst gelernt hat. Das Leben ist bunt und unvorhersehbar.

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@realsausi2

ich weis, ich weis....

aber wie soll man denn, wenn man mitte 30 ist, einen job bei einem handwerker anfangen wenn man vorher als koch gearbeitet hat?

es wird doch immer gesagt das leute keine jobs mehr bekommen...

ausserdem kann man das doch gar nciht bezahlen wenn man auch noch umziehen muss usw.!

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Ein Auslandsjahr in den USA hätte ich auch gerne gemacht , leider nur viel zu teuer für mich :/

Ich finde aber wenn deine Familie das Geld hat , dann solltest du das auf jeden Fall machen.

gesangsunterricht, schauspielunterricht, tanzen usw. zu machen... im moment hocke ich den ganzen tag vor dem computer aber später würde ich gerne künstlerische sachen machen...

Ich würde mich auch gerne selbstständig machen , nicht abhängig von Arbeitgebern usw. sein (denen man ja im Endeffekt auch nur hilft selber ihren Weg zu verwirklichen , und von denen man mehr oder weniger eingesperrt wird)

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@dschungelboss

meine familie hat, denke ich, das geld leider nicht :/

deswegen haben wir das jetzt erstmal verschoben... ich hoffe das wir das aber doch noch irgendwie hin bekommen!

ich weis nicht... alles alleine machen und selbstständig werden hört sich verdammt kompliziert und anstrengend an...

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@mibvws2

hallo Mibvws, dschungelboss. Es gibt auch Möglichkeiten ins Ausland zu gehen, um dort selbst zu arbeiten. Hier gibt es Infos:https://www.rausvonzuhaus.de/

man kann als Volonteer, Au Pair irgendwohin fahren.Es gibt viele Möglichkeiten. Auf

Workaway (bitte googeln) ist auch gut, dort bekommt man Unterkunft gegen Hilfe in verschiedenen Bereichen geboten.

Alles Gute!

P.S. Liebe jungen Leute: macht Euch bitte nicht so "einen Kopf". Ihr seid jung und hoffentlich gesund , oder bald wieder gesund. die Welt steht Euch offen:-)

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Setz dir paar Ziele im Leben und auch realistische am besten ;)

öhm wenn du nicht weisst was tu tun sollst,. mach konsequent GAR nichts, solange, bis du es weisst. im ernst es hilft. und in der natur kriegt man auch leichter klare gedanken. lg

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