Seid ihr gut darin, euch von Menschen zu trennen, die euch zwar ein Stück des Weges begleitet haben, bei denen ihr aber merkt, dass sie euch nicht gut tun?

18 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Guten Abend,

bin wieder mal viel zu spät dran mit meiner Antwort.
Eigentlich fällt es mir nicht schwer, mich von Menschen zu trennen, die mir nicht gut tun, auch wenn es Verwandte wären. Doch gerade bei letzteren schaffe ich es einfach nicht. Das liegt daran, dass ich wegen meiner Kinder, und noch mehr wegen meiner Enkel, den Kontakt nicht ganz abbreche. Sie mögen ihre Verwandten, Onkel und Tanten, und Cousins und Cousinen. Und das will ich ihnen nicht nehmen. Ich hatte schon einmal 15 Jahre lang keinen Kontakt mehr. Doch dann ließ ich ihn wieder wegen der Enkel zu. Es fühlt sich für sie nicht gut an, so ganz ohne Verwandtschaft auf der Welt zu sein. Zumal ja eine sehr große Verwandtschaft vorhanden wäre. Und das alles wegen mir, dem Stein des Anstoßes. Sie können ja nichts dafür. Und das fühlt sich wiederum für mich nicht gut an. Also beiß ich immer noch in den sauren Apfel. Aber gut tut mir das nicht.
Was soll's. Es gibt schlimmere Dinge und die meiste Zeit hab ich ja Ruhe, und wenn ich wieder ein Telefonat überstanden habe, fluche ich 5 Minuten, hol mir ein Stück Schokolade und versuche den Mist zu vergessen. Irgendwann und wahrscheinlich bald ist sowieso Schluß. Ich bin nämlich die Jüngste von ihnen. 😁

Patrick, was du in deinem letzten Satz ansprichst, das erleben mein Mann und ich zur Zeit auch ähnlich. Aber irgendwann, und ich hoffe, bald, ist auch das vorbei. Und dann hat man zwar nicht mehr die alten Freunde, aber Menschen, mit denen man wirklich reden kann, Dinge ausdiskutieren kann und Beziehungen, die nicht mehr so oberflächlich sind wie früher.

Seid ihr gut darin, euch von Menschen zu trennen, die euch zwar ein Stück des Weges begleitet haben, bei denen ihr aber merkt, dass sie euch nicht gut tun?

Guten Tag, Patrick und in die Runde!

Abschied von Menschen, denen ich längere Zeit nähergestanden bin, finde ich eine traurige Sache - aber es gibt Fälle, da muss es einfach sein. Ich bin auch ziemlich lang bereit für Debatten, versetze mich in unterschiedliche Standpunkte, versuche zu verstehen, ringe um neue Erkenntnisse.

Aber in der Situation, die hier angesprochen ist, musste ich schon des öfteren trocken schlucken, als mir klar wurde, dass Positionen schon so festgezurrt waren, dass mit Einsicht und Argumenten nichts mehr ging. Ebenso tappte ich mit Erläuterungen zu Hintergründen nur in eine Abwehrhaltung, weil demjenigen Grundwissen als Voraussetzung fürs Verstehen fehlte.

So bin ich eben gezwungen, Kontakte auf Eis zu legen, bis sich die Situation gewendet hat. Aber ich bezweifele, dass es dann noch einen Sinn hat, ihn wieder aufzunehmen. Es ist vieles jetzt kaputt.

Seit 2 Wochen trage ich einen Button 'Frei von Gentechnik', durch den Unentschlossenen zum letzten Mal ein Licht aufgehen könnte, bevor es für sie ein für alle mal zu spät ist - leider machen viele nur 'zu'.

Da ich keinen Sinn in Heucheln erkennen kann und auch nicht predigen mag, trenne ich mich dann von Menschen mit konträren Positionen. Es schont einfach die Kräfte auf beiden Seiten.

Es ist definitiv kein fröhliches Thema, aber einer Gugumo angemessen. Schließlich geht es hier um Fragen, die allen unter den Nägeln brennen - egal, auf welcher Seite einer steht.

Allen noch eine gute Zeit und viele Grüße!

Woher ich das weiß:Hobby – Primo non nocere - Hauptsache, nicht schaden!

Spricht für dich, dass du es dir nicht leicht machst liebe Freundin und wenn dir Jemand am Herzen liegt, dann kann ich das gut nachvollziehen, dass es dir in der Seele schmerzt, wenn er oder sie deinen guten Ratschlägen gegenüber so gar nicht aufgeschlossen ist.

Kommt immer auf die Gründe an, aber mitunter muss eine Trennung sein, da hast du recht, denn man selbst ist ja auch was wert.

Hab einen schönen Abend noch, GLG. + ... :-))

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@PicaPica

Naja, feste Überzeugungen sind etwas Grundlegendes. Da ist es mit guten Ratschlägen nicht getan. Hab du auch einen schönen Abend, viele Grüße! :-)

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@Spielwiesen

Gute Gedanken können zumindest nachdenklich machen, GLG. + ... :-))

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Guten Tag,

das habe ich schon mehrfach hinter mir und muss sagen - es fällt anfänglich schwer und man macht so was nicht ohne Grund, aber wohlüberlegt und deswegen ist es am Ende sehr positiv gewesen.

Wenn ich mich von Leuten "loslöse", dann sind das Personen, die ich aus einem gewissen Grund nicht in meinem Leben willkommen heißen möchte und die es nicht wert sind, dass ich mich von ihnen runterziehen lasse oder mit denen der Kontakt zwar effektiv gesehen ganz nett war, aber aufgezwungen. Ich möchte meine Zeit nach Möglichkeit - bzw. wo ich Einfluss drauf habe, also privat! - mit Leuten verbringen, die ich wirklich mag, mit denen ich Gemeinsamkeiten habe, mit denen es mir Spaß macht und in deren Gegenwart ich mich wohl fühle, wo man die selbe Sprache spricht.

Und mancher zählt da halt nicht dazu. Das sind zum Beispiel ehemalige Mitschüler (vor allem Realschule, eine üble Zeit) und die meisten Leute aus meiner Heimatstadt ... die ich teilweise wohl auch "geghostet" habe, wie man dazu heute sagt. Ich habe es andererseits mit Sicherheit nicht nötig, Kontakte zu pflegen zu Leuten, mit denen mich nichts verbindet außer vielleicht dass man mal gemeinsam im Klassenzimmer saß oder im Vereinsheim oder vielleicht dass man in Sichtweite zueinander gewohnt und sich manchmal oberflächlich "weil man des in der Siedlung so macht" ausgetauscht hat. Wer bin ich?!

Aber manchmal muss man einfach Tabula rasa machen, und ich habe Stand heute "nichts von alledem bereut" (Wolfgang Petry). Es hat total gut getan, diesen Ballast loszulassen und ich würde es wieder machen und jedem empfehlen - wenn der erste Schritt gesetzt ist, gehen die anderen umso besser von der Hand. Weiter so und Glückauf nach vorne, sage ich da nur...

https://www.youtube.com/watch?v=CkTJqXvL73g

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Recht hast du, wie so oft und eine gute Einstellung zum Leben und den Menschen.

Hab(t) einen schönen Abend, GLG. :-))

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@PicaPica

Sie ist "nur" ehrlich :-).

Viele Grüße & lass es dir gut gehen, wir sind soweit zufrieden.

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@rotesand

Auch das ist heute eher selten mein Lieber.

Schön, dass ihr das macht und seid und viele Grüße zurück von mir zu euch. :-))

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Von Experte Renate2804 bestätigt

Hallo Patrick und den anderen Tollen hier,

danke, dass du die Gugumo gerettet hast. ;-)

Hmmm, schwierig das, aber wenn es so gar nicht mehr passt, Jemand zum Kraftzehrer geworden ist, dann lasse ich die Beziehung so langsam einschlafen. Meist klappt das auch, weil es oft dann auf Gegenseitigkeit beruht.

Das soll nun jedoch nicht heißen, wenn ich mich, vor allem im Frühjahr und Sommer bei vielen Freunden hier über einen längeren Zeitraum nicht mehr melde, dass ich die Freundschaft einschlafen lassen will, aber das wissen gute Freunde eh.

Wenn man andere Meinungen zwar nicht gutheißt, aber akzeptieren kann, der Wegbetleiter (auch weibliche natürlich), ansonsten einen guten menschlichen Charakter hat, klammere ich diesen Bereich eher aus und habe dennoch eine wundervolle Bekannt- oder gar Freundschaft mit diesen Menschen.

Leben und leben lassen. Nur wenn es gar nicht mehr passt, oder Jemand aufgrund einer Gehirnwäsche sich um 180 ° gedreht hat, mit mir und meinen Ansichten so überhaupt nicht mehr kompatibel ist, dann muss ich mich von diesem Jemand trennen und da ist die Grenze sehr subjektiv inwieweit man Manches noch akzeptiert und/oder toleriert. Schön ist eine Trennung nie und zum Glück habe ich das noch nicht so oft praktizieren müssen, dass ich darin gut werden konnte...

Dir und euch noch einen schönen Abend, LG. :-))

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Man hat schon so Einiges erlebt

Ich hatte das noch nicht. Es gab und gibt immer Menschen, deren einige Ansichten ich nicht teile, denen ich aber dennoch freundschaftlich verbunden bin. Ich denke aber, dass es mir schwer fallen würde, Freunde oder Verwandte wegen ihrer geänderten Ansichten zu verlieren, wenn diese komplett meinen wiedersprechen würden. Aber letztlich würde ich mich schon abwenden.

Es gab allerdings schon mehrere Fälle, wo sich Freunde oder Verwandte ohne weitere Erklärungen von mir (und anderen Freunden und Familienmitgliedern) abgewandt hatten. Das war manchmal schade, manchmal aber auch egal. Ist halt auch mal so, dass abweichend laufende Lebensumstände zur Trennung führen können.

Aber es gibt immer auch wieder neue Freunde, die mein Leben bereichern. Eigentlich auch hier, obwohl ich Freundesanfragen immer ablehne.

In Freundschaften muss man auch bereit sein Zeit zu investieren, aber diese Investition ist zumeist sehr bereichernd lieber Zalla, wie du das ja festgestellt hast.

Gut, wenn man Kraftgeber um sich herum hat und keine permanenten Kraftzehrer.

Dir wünsche ich einen guten Abend, LG. :-)

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