Seid ihr gegen Artikel 13?

Das Ergebnis basiert auf 119 Abstimmungen

Ich bin gegen Artikel 13, weil.. 76%
Ich bin für Artikel 13, weil.. 23%

41 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Ich bin gegen Artikel 13, weil..

...damit eine Infrastruktur geschaffen wird, die Zensur ermöglicht. Und vor allem, weil etwaige Versuche, ein ähnliches Gesetz zu implementieren (wie beispielsweise das Leistungsschutzrecht in Deutschland) nicht funktionierten.

Zugegeben, der jetzige Gesetzesentwurf ist recht moderat. Auch wird dort explizit erwähnt, dass Artikel 13 nicht genutzt werden darf, um freie Meinungsäußerung zu unterbinden. Aber selbst, wenn diese Intention dort erwähnt wird, wird die dazu nötige Infrastruktur geschaffen. Und das allein sollte bei der Bevölkerung bereits die Alarmglocken schrillen lassen. Alles, was dann fehlt, ist, dass die EU sich dafür entscheidet, die Meinungsfreiheit einzuschränken. Und auch, wenn ich das für unwahrscheinlich halte, halte ich es für eine Gefahr, die ernstzunehmen ist.

Es betrifft ja im Wesentlichen nur die Großunternehmen wie Youtube, die sich die Uploadfilter sicher leisten können. Kleinunternehmen (die dazu meist auch ganz anders als Youtube arbeiten) bleiben davon weitestgehend verschont, und nicht-kommerzielle Seiten (von Vereinen) auch.

Die Uploadfilter dienen auch nur dazu, solche Materialien zu schützen, die vom Urheberrecht betroffen sind. Warum sollte es erlaubt sein, sich an Dingen zu bereichern, die ein anderer geschaffen hat (und der von dieser Publikation einen Schaden hat, weil er weniger verkauft als vorher)?

Wenn man behauptet, Artikel 13 sei gegen die Meinungsfreiheit, kann man auch behaupten, Tempo 30 in einem Wohngebiet sei gegen die Freiheit des Autofahrens. Ebenso wie im Straßenverkehr sollte man im Internet Rücksicht walten lassen. Rücksicht heißt eben auch: an andere Leute denken, die ggf. einen Schaden davontragen könnten (im Netz: finanzieller Schaden). 

Wenn jemand ein eigenes Video hochlädt, wo er zeigt, wie er irgendein eigenes Rezept kocht, wird er das auch in Zukunft tun dürfen.

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Es betrifft ja im Wesentlichen nur die Großunternehmen wie Youtube, die sich die Uploadfilter sicher leisten können.

Falsch. Es betrifft Unternehmen, die mehr als 5.000.000 Nutzer haben oder älter als 3 Jahre sind. Bedeutet, wenn ich auf meinem Raspberry Pi eine Seite einrichte, die es Nutzern erlaubt, potenziell urheberrechtlich schwierige Inhalte hochzuladen, dann muss ich spätestens in drei Jahren Uploadfilter eingerichtet haben. Selbst, wenn meine Seite bis dahin nur 2.000 Nutzer hat.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Seiten von NGOs, Open Source Software und Enzyklopädien sind nach jetzigem Zwischenstand nicht von Artikel 13 betroffen. Und das waren aber auch schon alle Ausnahmen.

Die Uploadfilter dienen auch nur dazu, solche Materialien zu schützen, die vom Urheberrecht betroffen sind. Warum sollte es erlaubt sein, sich an Dingen zu bereichern, die ein anderer geschaffen hat (und der von dieser Publikation einen Schaden hat, weil er weniger verkauft als vorher)?

Das ist nicht das Problem. Vor allem, weil Artikel 13 in seiner jetzigen Fassung auch Zitate, Parodien und andere Arbeiten dieser Art erlauben möchte. Das Problem ist, dass das technisch nicht umsetzbar ist. Ein Algorithmus kann nur erkennen, ob du urheberrechtlich relevanten Content nutzt. Nicht aber, ob du die Rechte daran hast. Sprich, ob du die Lizenz dazu hast. Oder ob es sich anderweitig um eine erlaubte Vervielfältigung handelt.

Nutzer hätten nun natürlich die Möglichkeit, ihre Ansprüche geltend zu machen. In diesem Falle müsste der geblockte Content von einem Menschen überprüft werden, das sichert Artikel 13 den Nutzern zu. Ich verweise hier aber auf einen Kommentar von Eismensch unter der Antwort von DerHans, der mit seiner Rechnung anschaulich macht, dass das aufgrund der ungeheuren Menge an hochgeladenem Content auf YouTube und anderen, ähnlich großen Plattformen einfach nicht machbar ist.

Wenn man behauptet, Artikel 13 sei gegen die Meinungsfreiheit [...]

Artikel 13 richtet sich in seiner jetzigen Fassung nicht, und wenn überhaupt, dann nur indirekt gegen die Meinungsfreiheit. Das Problem ist, dass durch Artikel 13 technische Infrastruktur geschaffen wird, die Recht schnell dazu missbraucht werden kann, die Meinungsfreieit der Bürger im Netz einzuschränken. Da muss es nur genug Idioten in der EU geben, die das befürworten, und schon war's das hierzulande mit der freien Meinungsäußerung. Zugegeben, die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintrifft, ist wohl eher gering. Aber will man das wirklich riskieren? Ich will das nicht.

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@PeterLustig1999

 die es Nutzern erlaubt, potenziell urheberrechtlich schwierige Inhalte hochzuladen,................warum erlaubst du das denn ?

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@Halbrecht

Bei so einer Diskussion drehen wir uns im Kreis.

"urheberrechtlich schwierige Inhalte" sind bereits Bilder die ein Nutzer hoch lädt. Du kannst nicht alles per Hand Kontrollieren (auch nicht bei nur 2000 Nutzern) und ein automatisches System hat nicht die Fähigkeit richtig von falsch zu unterscheiden.

Wie soll man also, schon vor dem Upload, sicherstellen, dass niemand "unrechtmäßige" Inhalte hoch lädt?

Das wäre so, wie als müsste jemand bei der Post vor dem Versand jeden Brief durchsehen, ob da nichts falschen drin ist.

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@Halbrecht

Gutefrage.net erlaubt dies auch. Ich könnte in diesen Kommentar einen Zeitungsartikel kopieren. Ich könnte ein urheberrechtlich geschütztes Bild als Profilbild nutzen. Um es hier mal mit schärferen Worten auszudrücken: jede Website, die ihren Nutzern in irgend einer Art und Weise erlaubt, Dinge zu veröffentlichen, geht dieses Risiko ein.

Ich kann mir als Websitebetreiber nicht aussuchen, ob Leute versuchen, urheberrechtlich geschützte Werke hochzuladen, oder nicht. Sie versuchen es und ich muss sie laut Artikel 13 bald daran hindern, sollte ich nicht für etwas haftbar gemacht werden wollen, was ich so niemals vorgesehen habe. Bin ich nicht in der Lage dazu, dies in 100% der Fälle richtig zu entscheiden (und Spoiler: das ist keine Website), muss ich solche Möglichkeiten einstampfen oder Content durch Software blockieren lassen, der ganz klar mit Berufung auf das Zitatrecht erlaubt ist. Software kann nicht unterscheiden, wie ich urheberrechtlich geschützten Content verwende und ob ich damit widerrechtlich handle, oder nicht. Sie kann nur erkennen, ob ich urheberrechtlich geschützten Content nutze.

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Ich habe es bis heute nicht verstanden, worum es dabei geht. Angeblich um Wettbewerbsverzerrung bei Online-Angeboten und dem Urheberrecht, was bei sozialen Netzwerken immer ein großes Drama war und ist. Deswegen maße ich mir auch keine Meinung dazu an. Jedenfalls noch nicht.

Warten wir doch erstmal, was sich wie verändert. Vielleicht ist es auch weniger dramatisch, wie beschrieben. Im Notfall tauchen die User eben im Darknet ab. Da hat man ohnehin keine Kontrolle drüber.

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Hallo, ich ein bekannter YouTuber hat erst neulich davon berichtet, dass dieser Artikel 13 durchgesetzt werden soll oder dies schon wurde. Es hieß, dass er jegliche Art von Meinungsfreiheit einschränken würde. Was genau kann ich mir wirklich unter diesem Artikel vorstellen? Und ist er wirklich durchgesetzt wurden?

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Frage: in WIE FERN eingeschränkt

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(2) Gesetze, die der Verteidigung einschließlich des Schutzes der Zivilbevölkerung dienen, können bestimmen, dass die Grundrechte der Freizügigkeit (Artikel 11) und der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13) eingeschränkt werden.[1] ________ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ ARTIKEL 18 (1) Gesetze über Wehrdienst und Ersatzdienst können bestimmen, daß für die Angehörigen der Streitkräfte und des Ersatzdienstes während der Zeit des Wehr- oder Ersatzdienstes das Grundrecht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten (Artikel 5 Abs. 1 Satz 1 erster Halbsatz), das Grundrecht der Versammlungsfreiheit (Artikel 8) und das Petitionsrecht (Artikel 17), soweit es das Recht gewährt, Bitten oder Beschwerden in Gemeinschaft mit anderen vorzubringen, eingeschränkt werden.

(2) Gesetze, die der Verteidigung einschließlich des Schutzes der Zivilbevölkerung dienen, können bestimmen, daß die Grundrechte der Freizügigkeit (Artikel 11) und der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13) eingeschränkt werden.

×××××××××××××××××××××××××××××××××××××× KANN MIR DAS JEMD ERKLÄREN 17A UND18A??? SIND DAS BEIDE DIE GLEICHEN ARTIKEL ODER WIEE BITTE EINE ERKLÄRUNG

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