Seid ihr für eine Abschaffung von Religionen ?

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Das Ergebnis besteht aus 25 Abstimmungen

Nein 48%
Ja 36%
Nimmt sich nichts 16%

36 Antworten

Nein

Seid ihr für eine Abschaffung von Religionen ?

Ich halte die Abschaffung von Religionen nicht für sinnvoll.

Passivität, sich dem Willen Gottes, oder seinem Schicksal klaglos ergeben, ist nicht die zentrale Lehre aller Religionen und darüber hinaus eine Auslegungssache, wie sich im folgenden Punkt zeigt.

Jetzt ist für mich klar geworden dass Religion die Menschheit hemmt.

Es gibt allerdings auch religiös motivierte soziale Bewegungen, die sich in Bereichen wie Umweltschutz und Menschenrechte engagieren, eben weil sich die Menschen durch ihre Religion dazu aufgerufen fühlen.

Natürlich hat Religion auch eine tröstende, schützende Wirkung, aber diesen Aspekt lassen wir mal vom Tisch fallen.

Den Trostaspekt mal eben unter den Tisch fallen zu lassen, ist bei einer fairen Beurteilung nicht gerade hilfreich, denn so wird nur eine einseitige Sichtweise auf die Religion gefördert. Weshalb sollte man so etwas ignorieren?

Seid ihr der Meinung dass eine religionsfreie Welt besser wäre ?

Nein, weil ich denke, dass Religion eben Bedürfnisse nach Sinnhaftigkeit oder Transzendenz stillt, die bei einer rein rationale Weltsicht nicht berücksichtig werden.

Rein persönlich glaube ich auch, das Religion menschenfreundliche Ideale vertreten kann, die in einer modernen Leistungsgesellschaft mit Ellenbogencharakter andernfalls unter die Räder geraten können.

Allerdings wünsche ich mir mehr Bereitschaft, sich von starren Haltungen und konservativen Auslegungen zu lösen und offen für neue Impulse zu sein - ein Willen zum "Update" wäre bei den Religionen wünschenswert.

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nicht ohne Grund, lieber Parabrot, gibt es Religionen!

Lenin nannte sie mit gutem Recht Opium für das Volk!

Worum es Dir wahrscheinlich geht, ist die Befreiung des Menschen aus seiner selbst geschaffenen Unmündigkeit.

Diese aber kannst Du nicht erzwingen!

Schau: Schön-schauriges Beispiel: Der persische Schah hat versucht, die Religion in den Hintergrund zu drängen - zugegeben: mit bestialischer Gewalt - Was ist daraus entstanden?

Die islamische Republik Iran!

Entsetzlich, furchtbar - zugegeben - doch das war das ergebnis einer Anti-religiösen Staatsdoktrin!

Doch Religion abzuschaffen kann nicht die Lösung sein!

Schau: Der Goldfisch im Bassin sagt sich: es muss Gott geben! - Wer sonst würde mir jeden Tag Futter in mein BAssin werfen?!

Du kannst und darfst den Menschen nicht vorschreiben, was sie NICHT glauben dürfen!

Du kannst nur im Gespräch mit Ihnen vermitteln, dass sie einen Kopf mit Hirn drin haben -.-- Das ist allerdings wahnsinnig mühsam:(

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Nein

Seid ihr für eine Abschaffung von Religionen ?

Definitiv nicht.

Ich habe neulich eine Doku gesehen in der Afrikaner und Araber totale Mistjobs hatten und bettelarm waren, sich aber sang und klanglos damit abgefunden haben, da nach ihrer Auffassung ihr Gott es so will.

Sich damit abgefunden zu haben und dass ihre Auffassung auch zutreffend ist, sind zwei verschiedene Standpunkte die nicht miteinander in Einklang sein müssen.

Abgesehen davon dienen auch Dokus an sich ebenfalls nur der Unterhaltung und können bestenfalls, aber wirklich nur bestenfalls, sofern sie Quellmaterial angeben oder Anhaltspunkte bieten, nach denen man selbst weiter forschen kann, ein Anlass zur weiteren Recherche sein und auch in letzterem Fall ist jede weiterführende Literatur nur so authentisch, wie es ihre grundlegenden Quellen sind. 

Es gibt hier keine andere Arbeit, Gott will es wohl so, wenn er will dann ergibt sich schon was besseres.

Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Was an einem Ort entsprechend unterstützt wird, wird von Menschen bestimmt, aber nicht von Gott. Ich selbst glaube an Gott, aber ich halte es für schwachsinnig, Gott für alles die Schuld in die Schuhe zu schieben. Der Mensch ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und was er daraus macht beeinflusst sein eigenes Leben und auch das von anderen.

Natürlich hat Religion auch eine tröstende, schützende Wirkung, aber diesen Aspekt lassen wir mal vom Tisch fallen.

Ach ja? Dann kannst Du auch alle positiven Aspekte an allem anderen unter den Tisch fallen lassen. Da käme auch bei allem anderen dasselbe dabei heraus.

Seid ihr der Meinung dass eine religionsfreie Welt besser wäre ?

Mit Sicherheit nicht. Selbst wenn es keine Religionen gäbe, würde der Mensch noch immer genug Gründe finden, anderen Menschen das Leben zur Hölle zu machen, sie sogar zu verletzen oder zu töten. Man könnte als Vorwand nicht mehr Gott heranziehen, aber die Auswahl ist auch ohne Gott noch umfangreich genug.

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Nein

Ich  bin ganz klar gegen eine Abschaffung der Religionen, weil eine Abschaffung der Religionen nichts positives bewirken würde, aber sehr viel negatives.

Eine Doku dient in erster Linie auch nur der Unterhaltung, wie jedes andere Video auch. Erst nachvollziehbare Quellangaben machen enthaltene Aussagen so authentisch, wie sie einerseits auf der Quelle basieren und andererseits die jeweilige Quelle selbst authentisch ist.

Gott hat nichts damit zu tun, was die Menschen einander an Möglichkeiten bieten. Es mag sein, dass sich das manche Leute anders einreden, aber die Entscheidungen eines jeden Menschen beinflussen sein Leben und auch das seiner Mitmenschen. Die Verantwortung liegt also bei den Menschen, aber nicht bei Gott.

Wenn Du die positiven Resultate von Religionen außer Acht lassen willst, dann müsstest Du dies fairerweise auch allem anderen gegenüber so machen. Was für einen Sinn hätte dann das Leben?

Auch wenn man alle Religionen abschaffen würde, würde die Welt dadurch nicht besser. Genau das Gegenteil wäre der Fall. Auch ohne Religionen würde der Mensch immer noch eine große Auswahl an möglichen Vorwänden haben, um andere leiden zu lassen oder umzubringen. Die positiven Einflüsse der Religionen würden in der Gesellschaft aber ebenso wieder vergehen, wie sie in die Gesellschaft Einzug gehalten haben.

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Nein

Um erst einmal vorweg zu stellen, damit man mich nicht in ein bestimmtes 'Kartenhaus' abstellt: Ich bin konfessionslos und gehöre keiner Religion an, aber bin dennoch gottgläübig.

Du begehst gravierende Fehler in Deiner Argumentation!

Erstens: Du stellst nicht die Frage, weshalb jene von Dir erwähnten Menschen trotz ihrer nach Deiner Auffassung kläglichen Daseins dennoch nicht mal besorgt um ihr Leben oder ihre Gesundheit sind...

Zweitens: Du pauschalierst daraus, dass Religionen die Menschen hemmen und vergisst dabei, dass es sehr viele Menschen auf der Welt existieren, welche trotz ihrer Religiösität ein mehr oder weniger erfolgreiches und würdevolles Leben leben...

Drittens: Du verwirfst in Deiner Argumentation sofort zwei mögliche Vorrteile einer Religion (Trost und Schutz), um von vornherein die Antwort vorzugaukeln, dass Religionen keine Vorteile besitzen bzw. etwas schlechtes sind.

Auch wenn ich die Religionen für menschliche Kreationen halte (was sie ja auch sind) und somit keine von Gott erdachte, erschaffene, kreierte Werke, sehe ich eine Religion als solche nicht verantwortlich für das Übel der Welt..

Verantwortlich sind die Ausübenden, sind Menschen, welche 'ihre' Religion nach ihrer Sicht und ihrem Verständnis unterschiedlich interpretieren, verstehen, ausüben...

Und sehr viele missverstehen hier anscheinend irgendwas, denn der Kern der Religionen liegt in der Aussage von: Alle Menschen sind Brüder und Schwester...

Dass dabei viele ihre 'Brüder' und 'Schwestern' nicht als solche betrachten, liegt an ihnen selbst...

Nehmen wir mal die Bergpredigt Jesu, bei der man Jesus in den Mund gelegte Worte wie Nächstenliebe und Feindesliebe zu lesen bekommt, dann verstehe ich nicht, weshalb diesen Vorschlägen nicht nachgegangen werden. Weil die Religion Sch...ße ist, oder weil die Menschen dieses umzusetzen nicht in der Lage sind?

Ich denke mal, in diesem Punkt trifft eher der zweite Fall zu...

Was ich damit sagen will: Würde jeder Mensch diese 'Empfehlungen' wahrlich in die Tat umsetzen, dann könnten zig tausende an unterschiedlichen Religionen friedvoll neben einander existieren...

Es liegt immer am Menschen, nicht an der 'Institution', der man angehört...

Und dass in Afrika, um auf Dein Beispiel zurück zu kommen und auch den Kreis hier zu schließen, Hunger und Armut herrschen, hat zB auch die zivilisierte und humanistische Welt des Westens ihre Mitwirkung durch die EPA zwischen Ostafrika und der EU...

Es kann durchaus auch möglich sein, dass eine reilgionsfreie Welt schädlichere Auswirkungen für eine Miteinander haben wird, als bisher...

Dies ließe sich jedoch nur dann feststellen, wenn die Welt eine zeitlang ohne einer Religon auskommen müsste...

Aus diesem Grund kann Deine Frage nur spekulatives an Antworten hervor bringen...

Jedoch kann ich keine einzige 'Institution' benennen, welche von Brüdern und Schwestern, von Nächstenliebe und von der Einheit mit Gott 'predigt'...

ausserhalb der Religionen und der spirituellen Weisheitslehren...

Gruß Fantho

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Parabrot 27.05.2016, 00:21

Dass ich da etwas pauschalisiert habe- stimmt. Aber selbst wenn nur 10% aller Menschen einer Religion irgendwie gehemmt werden hätte das schon gewaltige Auswirkungen.

Und zu deinem dritten Punkt: Dass eine Religion Schutz und Trost bieten kann streite ich ja nicht ab, allerdings musst du zugeben dass die "kurierende Wirkung" von Religionen sich effektiv nur auf die Symptome bezieht, die Ursache kann nicht behoben werden.

Wenn die Menschen jetzt aber sich nicht trösten lassen würden/könnten, würden sie dann nicht in Eigenregie probieren mit dem Problem klarzukommen ?

Zudem habe ich nie behauptet das die Religion an sich schuld an irgendetwas ist, aber wenn die Gläubigen missinterpretieren oder der Religion halt nicht 1 zu 1 folgen, ist dann nicht Konfessionlosigkeit/Nichtglaube die bessere Option ?

Und dass die Afrikaner an Ihrem Elend nicht selbst schuld sind ist mir auch durchaus bewusst.

Wer aber sich mit seinem Schicksal abfindet, der trägt zumindest Teilschuld.

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Fantho 27.05.2016, 07:34
@Parabrot

Aber selbst wenn nur 10% aller Menschen einer Religion irgendwie gehemmt werden hätte das schon gewaltige Auswirkungen.

Für wen? Und inwiefern gehemmt?

die "kurierende Wirkung" von Religionen sich effektiv nur auf die Symptome bezieht, die Ursache kann nicht behoben werden.

Von welchen Symptomen und von welcher Ursache schreibst Du?

Wenn die Menschen jetzt aber sich nicht trösten lassen würden/könnten, würden sie dann nicht in Eigenregie probieren mit dem Problem klarzukommen?

Eventuell. Doch die freiwillige Hinwendung zu einer Religion als 'Trostspender' ist doch bereits in Eigenregie vonstatten gegangen...

Andere suchen einen anderen Trostspender auf: Freund, Familie, Therapeut...

aber wenn die Gläubigen missinterpretieren oder der Religion halt nicht 1 zu 1 folgen, ist dann nicht Konfessionslosigkeit / Nichtglaube die bessere Option ?

Nein, denn für die Missinterpretation bzw. Nichteinhaltung kann eine Religion nichts. Es liegt am Verständnisproblem des Menschen allein und an fehlender Aufklärung. Es gibt so viele andere gegenteilige Beispiele, die Deine These widerlegen...

Wenn nun das Ergebnis einer Religionszugehörigkeit in lebendiger Gewalt und Angst münden würde, und zwar bei jedem oder zumindest so gut wie bei jedem Menschen, dann könnten wir über die Frage der Abschaffung diskutieren....

Doch dem ist nun mal nicht so...

Wer aber sich mit seinem Schicksal abfindet, der trägt zumindest Teilschuld.

D'accord...

Gruß Fantho

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Nimmt sich nichts

Ich wäre sehr dafür, dass Religionen weit in den privaten Bereich zurückgedrängt werden, wo sie auch hingehören.

Eine Religion, die davon ausgeht, das ihre Dogmen und Vorschriften den staatlichen Gesetzen übergeordnet ist sollte allerdings bekämpft werden. (natürlich nicht mit Waffen, sondern mit Worten)

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So kann man sich auch was passendes zusammenschustern oder?

Die durch und durch weltliche Wirtschaft beutet Menschen aus. Die außerirdische wahrscheinlich auch, aber anscheinend ging es ja nicht darum.

Weltlich, sehen Menschen weit und breit keine Hoffnung.

Also, klammern sie sich an etwas anderes. Hier Gott. Denn, vom weltlichen System können sie nichts mehr erwarten. Wahrscheinlich hat die Lebenserfahrung ihnen das beigebracht.

Und das einzige was einfällt, ist, dass eventuell Religionen die Ursache dafür sein könnten?

Bestand die Mitteilung der Doku darin, dass ausgebeutete Menschen davon ausgingen, dass Gott es so wollte? Oder, ist das eher eine Redensart, die nach wie vor global anzutreffen ist?

Überwiegt nicht der Drang nach Lebenserhaltung und ist die Hoffnung nicht Teil davon?

Ist es eher nicht so, dass Menschen mit dem "Wille Gottes" den Mangel an Erklärungen für bestimmte Ungerechtigkeiten kompensieren und so eine Art Trost für sich selbst holen?

Existieren nicht täglich ausreichende Belege dafür, dass auch ohne Religion nicht mehr Gas gegeben wird? Was auch immer damit gemeint sein soll.

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Nein

Ich bin gegen die Abschaffung der Religionen, denn man kann sie ja nicht einfach verbieten. Ich hoffe allerdings, dass sich die Religionen irgendwann selbst abschaffen werden, dann säen sie auch nicht mehr weiter Zweitracht unter den Menschen. Die Entwicklung in Europa stimmt mich hoffnungsvoll, für immer mehr vor allem junge Menschen sind Religionen, veraltete Ansichten und Märchengeschichten. Den Weltfrieden hätten wir in einer Welt ohne Religionen allerdings nicht, etwas friedlicher wäre es aber aller Wahrscheinlichkeit nach schon.

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Man kann Religionen nicht einfach abschaffen. Durch Verbote erreicht man gar nichts. Wichtig ist Bildung und Forschung. Religionen schaffen sich zum Glück von ganz alleine ab (von ein paar Unbelehrbaren, die es immer geben wird einmal abgesehen). Jeden Tag ein wenig mehr. Es ist halt ein langatmiger Prozess. Da darf man nicht ungeduldig werden.

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Nein

Wer bist Du denn, dass Du Dir das Recht herausnimmst anderen vorzuschreiben, dass sie "Gas geben" sollen? Ich finde es auch angenehm, einen schönen Beruf zu haben und materiell abgesichert zu sein, aber das ist meine Entscheidung, dies als sinnvollen Bestandteil meiner Lebensgestaltung zu sehen. Ich persönlich sehe es nur als einen kleinen Baustein. Beziehung zu Gott spielt für mich auch ne große Rolle. Das Leben ist mehrdimensional. Die Sinnfrage will ich nicht mit Job und Geld beantwortet wissen. Das alles kann bei der nächsten Wirtschafts- oder Finanzkrise für mich und viele Menschen hinfällig sein und das trotz Studium. Ich war ein sehr fauler und damit schlechter Schüler, bis ich "religiös wurde" aka Bekehrung. In meiner Bibel habe ich gelesen, dass ich alles was ich mache, so tun soll, als würde ich es für Jesus tun. Jesus hat viel für mich getan, also wollte ich ihm gefallen. Ich wurde Landesbester in meinem Ausbildungsberuf. Ich habe darüber meine Liebe zu guter Leistung erlernt. Meine Chefs haben mich geschätzt und ungern gehen lassen, wenn ich mich weiterentwickeln wollte. Ich habe als Bester meine Fachhochschulreife nachgeholt. Ich habe studiert und bin ein wertgeschätzter, engagierter Mitarbeiter in der größten Schule der Region und bei einem Träger freigemeinnütziger sozialer Arbeit, übrigens in sozialistischer Trägerschaft. 

Und damit wäre ich beim Thema "kein Geld für Caritas und Diakonie etc". Der Staat hat die Verantwortung, die Daseinsvorsorge sicherzustellen. Allerdings gilt das Subsidiaritätsprinzip und damit der Vorrang nichtstaatlicher Anbieter sozialer Dienstleistungen. Das ist auch gut so, weil so verhindert wird, dass der Staat quasi totalitär in alle vitalen Lebensbereiche hineinwirken kann (siehe Nazi-Diktatur oder DDR). So kann etwa die Diakonie eine Leistung für den Staat erbringen, den auch eine ethnische Gemeinschaft erbringen kann oder ein Humanistenverband erbringen könnte (was selten vorkommt). Damit haben wir eine gewollte Anbietervielfalt, die einfach demokratisch ist und eine pluralistische Gesellschaft widerspiegelt. Ich betone noch einmal, dass das gut ist. Die Atheisten können gerne eine soziale Einrichtung betreiben, um die Daseinsvorsorge des Staats sicherzustellen und haben dasselbe Recht auf Förderung, wie Caritas oder Diakonie, Türkische Gemeinde etc. aber sie tun es in der Praxis regelmäßig nicht. Das ist nicht die Schuld der Kirchen oder der türkischstämmigen Menschen. Die Möglichkeit, sich ideologischer Beeinflussung des Staats zu entziehen, halte ich für ein demokratisches Gut, für das es sich zu kämpfen absolut lohnt! Wir hatten schon Hitlerjugend und Jungpioniere und ähnlichen staatlichen Sche.ß in jüngster Geschichte. 

In diesem Kontext könnte man natürlich auch die Sinnhaftigkeit der Ganztagsschule diskutieren. Sie mindert möglicherweise die Motivation, sich außerschulischer Bildung zu öffnen, mit allen Chancen und Risiken. Es kann nicht schädlich sein, wenn ein religiöser Anbieter außerschulischer Bildung kritische Fragen bezüglich Evolutionstheorie aufwirft und damit einen Konflikt in dem jungen Menschen schafft, den er sich aufzulösen gefordert sieht. Das wird das Interesse an der Entstehungsgeschichte fördern, Informationsbeschaffung und Abwägungsprozesse beflügeln. Und das ist gut, weil demokratisch. In einer Gesellschaft, wenn wir sie uns pluralistisch wünschen, sollten alle Kräfte, die ja in der Gesellschaft vorhanden sind, gleichberechtigt am Bildungsprozess teilhaben. Jederman soll das als Recht und als Verpflichtung ansehen und beides soll der Staat ermöglichen.

Insofern bin ich entschieden gegen Deinen Vorschlag. 

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Nein

Religion an sich ist ja nicht verantwortlich dafür, dass die von Dir genannten Menschen sich mit Ihrer aktuellen Situation "abfinden" oder - diplomatischer - "arrangieren".

Denk mal darüber nach, was die eigentlich sagen: Letztlich geben Sie GOTT die Verantwortung dafür, dass sie unter schlechten Bedingungen leben müssen.

Ehrlich gesagt - gäbe es einen Gott, der SO ist, also seine Geschöpfe willentlich unter schlechten Bedingungen leben läßt und von Ihnen erwartet, dass diese sich mit allem "abfinden", was diese belastet und / oder ihnen das Leben schwer macht, SO EIN GOTT könnte mir "den Buckel runter rutschen"!

Hinzu kommt, dass man eigentlich die Verursacher dieser miesen Verhältnisse zur Rechenschaft ziehen bzw. in die Verantwortung nehmen müßte: Es sind Menschen, die diese Menschen "ausbeuten". Wieso ist GOTT dafür verantwortlich, wenn jemand ausgebeutet wird? Beutet GOTT diese Menschen aus?

Zu Deiner Frage: Sind es Regeln der Religion(en), die dazu verpflichten oder auffordern, das Menschen andere ausbeuten? Es mag sein, dass dies in der Vergangenheit und Gegenwart so "verkauft" wurde, aber lies die Bibel oder den Koran - beide religiösen Bücher empfehlen das Gegenteil: Man soll Benachteiligten HELFEN, mit ihnen TEILEN, für sie SORGEN.

Es ist wie mit den Gesetzen - viele sind gut und sinnvoll, aber was soll man tun, wenn Menschen sich - meist aus egoistischen Gründen - nicht an die Gesetze halten. Sind deshalb die Gesetze schlecht? Sollten diese deshalb abgeschafft werden, auch wenn die Gesetze eigentlich sinnvoll sind?

Also, die Religion ist - grundsätzlich - NICHT das Problem, wohl aber der Mensch!!!

Augen auf im kosmischen Verkehr....cheerio.

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Parabrot 26.05.2016, 21:27

Aber sobald sie Gott nicht mehr als Grund ihrer Armut zur Verfügung haben, suchen sie dann nicht den wahren Schuldigen ?

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gromio 26.05.2016, 21:34
@Parabrot

Respekt und Achtung der Würde anderer ERFORDERT, das man möglichst immer die wahren Verantwortlichen identifiziert.

Im Übrigen: Man hat IMMER eine Wahl.....

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Nein

Du beklagst dich darüber, dass Religion den Menschen diktiert und manipuliert - selbiges tust du aber, indem du, als seist du Gott, den Menschen vorschreiben willst, dass es keine Religionen mehr geben darf. Die Haltung "Religion muss abgeschafft werden" ist also von vornerein schon verwerflich.

Außerdem gibt es unlängst zig "Ersatzreligionen"...für die einen ist es der Kapitalismus mit seiner Verlockung des unermeßlichen Geldes, Besitzes und Macht, für die anderen der Ökologismus als Ideologie, die die Natur romantisiert und idealisiert. So sind wir Menschen eben.

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Parabrot 27.05.2016, 00:23

Ich diktiere und manipuliere ? Mit Verlaub, aber ich habe nur meine These und Überzeugung zur Diskussion gestellt und um Meinungen dazu gebeten. Mir wäre neu dass Diktatoren sowas tun.

Und wo bitte fordere ich die Abschaffung von Religion ?

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uyduran 27.05.2016, 08:23
@Parabrot

 Und wo bitte fordere ich die Abschaffung von Religion ?

Die Ausgangsfrage lautete: "Seid ihr für eine Abschaffung von Religionen?". Und "abschaffen" bedeutet nun mal, etwas zu beseitigen/außer Kraft zu setzen. Somit gibt es einen Unterschied dazwischen, ob Religionen von alleine rückgängig werden und langsam verschwinden, oder ob man mutwillig etwas abschafft. Eine (staatliche/organisierte) Abschaffung von Religionen wäre ein diktatorischer Akt. 

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Fuchssprung 27.05.2016, 07:43

Mit dem "Ökologismus" haben wir aber die ganz grobe Keule ausgepackt! 

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uyduran 27.05.2016, 08:26
@Fuchssprung

Mit dem "Ökologismus" haben wir aber die ganz grobe Keule ausgepackt! 

Keineswegs. Ich empfehle das Buch "Alles grün und gut? Eine Bilanz des ökologischen Denkens" von Dirk Maxeiner und Michael Miersch. Darin wird die Problematik des Ökologismus ausführlich beschrieben.

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Nein

Du gehst von der falschen Annahme aus, dass deine "Einsicht" objektiv ist.  Nur weil dir da was "klar geworden", muss das noch lange nicht auch so sein.Und nicht in allen Religionen herrscht eine solche Mentalität.

Natürlich hat Religion auch eine tröstende, schützende Wirkung, aber diesen Aspekt lassen wir mal vom Tisch fallen.

Ist das nicht etwas überheblich? Ich fände mein Leben mit Gott so trostlos, ich möchte nicht mehr darauf verzichten!

Abgesehen davon, wie willst du Religionen verbieten? Sogar in Nordkorea gibt es Christen.

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Parabrot 26.05.2016, 20:19

Jetzt Frage ich dich aber: Wenn dein Leben ohne Religion trostlos ist; würdest du dann nicht etwas ändern ?

Du untermauerst ja meine These eher noch. Und von einem Verbot spreche ich ja auch gar nicht, sowass ist mir zu brachial.

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anniegirl80 26.05.2016, 20:32
@Parabrot

Entschuldige, Abendsonne hat mich darauf hingewiesen dass ich mich verschrieben habe... (Danke für den Kommentar, Abendsonne). Ich gehe aber davon aus dass du mich richtig verstanden hast.

Somit beantworte ich deine Frage: Doch, ich ändere etwas an meinem Leben. Mit Gotte Hilfe, denn alleine kann ich das nicht. Ich habe es lange genug versucht, und es blieb bei der Anstrengung.

Stimmt, von einem Verbot sprichst du nicht, aber wie willst du Religionen abschaffen?

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Abendsonne43 26.05.2016, 20:23

....ich fände mein Leben OHNE Gott so trostlos...... Du hast geschrieben 'mit Gott' .....  ja, mein Leben fände ich auch ohne Gott trostlos....

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anniegirl80 27.05.2016, 20:20
@IchbinPilotAB

Woher weisst du so genau dass er es nicht kann?

Natürlich habe ich auch eine Eigenverantwortung, diese streite ich nicht ab. Aber die Kraft dazu kommt von Gott, durch Vergebung meiner Schuld, Erkennen meiner Gaben und dass ich nur die guten Werke tun sollte, die Gott für mich vorbereitet hat.

So kommt auch weg vom Leistungsdenken, hin zum Wissen dass man gut genug ist, so wie man ist.

Wenn du findest dass du keine Veränderung und Weiterentwicklung nötig hast, keine Altlasten hast und mit dir und der Welt immer im Reinen bist, dann hast du sowas wie Gott wohl nicht nötig!

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Nein

Eine religionsfreie Welt kann man nicht "machen". Im Osten hat man das jahrzehntelang versucht, aber Religion war trotz gewaltsamer Unterdrückung nicht tot zu kriegen. Das beschreibt der junge kriminelle Russe Sergej Kurdakov in seiner Autobiographie "Vergib mir, Natascha" sehr drastisch.

Die Afrikaner in deinem Beispiel geben nach deiner Ansicht zu wenig "Gas". Vielleicht ist es bei vielen aber auch umgekehrt: Sie haben tatsächlich keine Wahl und keine Änderungsmöglichkeit.

Und ihr Glaube hilft ihnen, dass sie innerlich ihre Situation akzeptieren können. Vielleicht ist das im Endeffekt besser, als ein workaholic-Manager mit einem Super-Job zu sein, aber innerlich unglücklich und leer und nie zufrieden mit dem erreichten Gehalt und Ansehen.

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Nein

Es geht darum, die Wahrheit zu finden, und nicht darum, sie durch Abschaffungen einzuschränken. Wenn eine Religion falsch ist, kann sie widerlegt werden, wenn eine Religion wahr ist, macht sie Sinn. Aber die Religion abzuschaffen ist methodisch nicht korrekt.

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Ja

man sollte aber unterscheiden zwischen religiösen Organisationen und religiösen Glaubenssystemen: religiöser Glaube ist nur eine Variante des psychologischen Glaubenssystems, das jeder Mensch hat: also die Menge von apriori Überzeugungen, die auf irrationale Weise und meist nicht verifiziert zustandekommen. Eine solche Religionsfreiheit wäre weder besser noch nicht besser, sondern gar nicht möglich.

Aber eine Welt ohne nach Macht und Einfluss gierender religiöser Organisationen wäre sicher besser, sofern an ihre Stelle Rationalität und Humanität träte. Und eine Welt ohne Kirchen und stattdessen vielen Moscheen wäre sicher nicht besser.

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Religion kannst du nicht abschaffen. Die Leute werden auch weiterhin glauben was sie glauben wollen.

Und die Lebensumstände der von dir erwähnten Menschen wirst du so auch nicht verbessern.

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Nimmt sich nichts

Es ist absolut unmöglich, all das, was unter dem Begriff "Religion" subsumiert wird, einfach "abzuschaffen". Du kannst nicht einfach die Weltbilder von Milliarden von Menschen auf Knopfdruck ändern - und Du kannst diese Menschen auch nicht alle mit Gewalt vom Beten, Pilgern oder Meditieren abhalten.

Außerdem sagst Du:

Natürlich hat Religion auch eine tröstende, schützende Wirkung, aber diesen Aspekt lassen wir mal vom Tisch fallen.

Und ich sage: Wenn Du das, was für die meisten religiösen Menschen (mich z.B. eingeschlossen) das absolut Wichtigste an der Religion ist, einfach so "vom Tisch fallen" lässt, kann Deine Forderung nicht den Anspruch erheben, sich auf eine ausgewogene und vorurteilsfreie Betrachtung des Themas zu gründen.

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Parabrot 26.05.2016, 20:25

Mich interessiert halt auch was passieren würde wenn dieser Aspekt des Tröstens etc. wegfiele.

Das steht ja auch so ein bisschen hinter meiner Frage. Meinst du nicht dass die Menschhiet "selbstständiger" werden würde, in der Hinsicht dass sie vieles nicht mehr als gegeben hinnimmt, sondern hinterfragt und selbst Lösungen entwickelt ?

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Gronkor 26.05.2016, 20:36
@Parabrot

Also als ich die Religion für mich entdeckt habe, habe ich nicht mit dem selbstständigen Denken aufgehört. Ich habe mich gleich in die Theologie gestürzt und wollte alles ganz genau wissen. Ich glaube auch bei Weitem nicht an alles, was üblicherweise als "Christliche Lehrmeinung" daherkommt.

Es gibt natürlich Leute, die unhinterfragt nachplappern, was sie von irgendwelchen Autoritätspersonen (oder Institutionen) mitbekommen. aber die findest du bei Weitem nicht nur in der Religion. Ich glaube, das Problem ist in der Hinsicht eher eine unhinterfragte Autoritätshörigkeit und die macht von meinungsbildenden Institutionen. Dazu gehören auch die Kirchen, das ist schon klar.

Und was meinst Du mit "Wenn dieser Aspekt des Tröstens etc. wegfiele"? Ich selbst würde mir in jedem Fall eine Lebensphilosophie suchen, die mir Mut, Hoffnung und Optimismus gibt, und auch entsprechende Rituale weiter ausüben - und mir das von niemandem verbieten lassen. Ich sehe überhaupt keinen Grund, das fallen zu lassen, zumal ich meine religiösen Sichtweisen auch einigermaßen logisch und kohärent (auch mit der Naturwissenschaft) finde. Wie würdest Du mich denn davon überzeugen wollen??

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Parabrot 27.05.2016, 00:28
@Gronkor

Mir geht es gar nicht so sehr um die Gläubigen in unserer Region, sondern eher um die ungebildeteren und stärker Gläubigen in den armen Bereichen der Welt, die Gott einen sehr starken Einfluss auf ihr Leben anrechnen.

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Gronkor 27.05.2016, 10:44
@Parabrot

Warum sollen gerade die ihren Trost verlieren?

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Warum willst Du es denn einfach vom Tisch fallen lassen, dass Religion Trost gibt? Das kann doch ein sehr wichtiges Argument sein.

Meiner Meinung nach sollte man Religion nicht abschaffen. Ich bin Christ und glaube an Gott. Wenn man einige Gründe/Argumente wissen möchte, warum ich an Gott glaube, dann kann man mich in den Kommentaren fragen oder ein Blick auf meine hilfreichen Antworten werfen, da findet man einige Argumente, um an Gott zu glauben.

Es gibt auch die Glaubensfreiheit. Und denkst Du, dass Menschen sofort aufhören würden an Gott zu glauben, wenn man Religion abschaffen würde? Natürlich glauben die Menschen dann auch weiterhin an Gott.

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Parabrot 27.05.2016, 00:47

Der Glaube an Gott stört mich ja auch keineswegs. Eher das Gehabe der Religon und blindes Vertrauen in Gott.

Wer glaubt dass es einen Gott gibt, glaubt ja nicht automatisch dass sich der Gott für die Menschen oder das Verhalten der Einzelnen interessiert.

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Du hast die vierte Auswahl vergessen:
"So kann man nicht fragen".

Die Menschen sind nun mal so, wie sie sind. Und nach meiner laienhaften Einschätzung sind die Menschen zu allen Zeiten und allen Orten etwa gleich, im Durchschnitt.
Versuche, den Menschen zu ändern, haben nichts gutes bewirkt.

Wie genau das geht, dazu gibt es sicher kein Patentrezept. Aber man muss die Bedingungen so gestalten, dass aus dem Trost kein Trotz wird.
Und dabei selbsterhaltender und selbstreproduzierender Dummheit einen Riegel vorschieben.
Das beste Land der Welt, die USA, ist ein steter Quell der Dummheit, eigentlich unverständlich.
Ich verstehe das auch nicht.

Aber Abschaffen ist keine Lösung, denn 1. illegal und 2. aussichtslos.
Es bleibt nichts als ein immerwährender Kampf ohne "große" Lösungen.

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Parabrot 27.05.2016, 00:45

Eine Abschaffung von Religion wäre nicht illegal. Ich dachte da nämlich eher an Aufklärung und dergleichen, nicht an Verbote.

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ThomasJNewton 27.05.2016, 00:54
@Parabrot

Ich richte mich nicht nach dem, was du denkst, denn das weiß ich nicht. Und das zu vermuten wäre eher ein religiöses Konzept.

Ich richte mich nach dem, was du schreibst. Und in deiner Frage steht "Abschaffung".

Du scheinst ein Identitätsproblem zu haben. Eine Abschaffung ist eine Abschaffung und hierzulande illegal, und im Grundgesetz steht nicht "§soundso, außer wenn Parabrot was anderes gemeint hat".

Das sind Fähigkeiten, die ein Kind zwischen 4 und 6 lernt, also wer was wann zu wem gesagt hat.

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