Seid ihr dafür, dass Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen?

30 Antworten

Hi. 

Das sehe ich teilweise ähnlich, zum Teil würde ich aber ein paar Punkte zu bedenken geben. 

1. Das Kindeswohl definiert sich meiner Ansicht nach nicht an den Geschlechtsorganen der Eltern, sondern daran, ob es ein oder zwei liebende Elternteile hat, die für es sorgen, die es lieben und die einfach immer für das Kind da sind. Da ist das Geschlecht der Eltern zweitrangig. 

2. Wenn du so sehr das Kindeswohl daran fest machst, das ein Kind sowohl Frau als auch Mann hat, dann ist das ein Schlag ins Gesicht jeder alleinerziehenden Mutter oder Vater. 

3. Es gibt bereits massig Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufwachsen. Denen geht es nicht schlechter, aber sie hatten bis vor kurzem den rechtlichen Nachteil, dass sie schlechter abgesichert waren, weil nur ein Elternteil das Kind adoptieren durfte, und nicht beide. Sprich: Papa1 stirbt, Papa2 hatte kein Sorgerecht => Kind verliert gleich beide Bezugspersonen von rechtlicher Sicht. Die Sukzessivadoption war meiner Meinung nach absolut ein Schritt der FÜR das Kindeswohl gesorgt hat.

4. Was wäre denn die Folge, wenn auf einmal die Adoption freigegeben wird für Homosexuelle. Auf ein Kind das adoptiert werden muss kommen ca. 20 Eltern, die sich bewerben. Die werden dann auf Herz und Niere geprüft. Wenn da nun also ein 21. homosexuelles Bewerberpaar dazukommt, dann heißt das ja nicht, dass die automatisch das Kind bekommen. Ich finde es ist absolut im Sinne des Kindeswohls, wenn es so viel potentielle Eltern hat, wie möglich, je mehr Auswahl, desto besser lassen sich Eltern finden. Und wenn unter 100erten von Adoptionsvermittlungen dann mal 2-5 Fälle dabei waren, wo die Homosexuellen Eltern mit Abstand die besten Kandidaten wären, dann ist es doch wohl im Sinne des Kindeswohls, den Kindern diese Kandidaten nicht gesetzlich vorzuenthalten. 

5. Ich bin selber Onkel und verheiratet. Meine Nichte ist damit überhaupt nicht verwirrt, dass da eben der Onkel mit einem Mann zusammenlebt. Das ist für sie halt einfach normal. Ich kenne viele Homosexuelle Paare mit Kindern. Das Problem sind NIE die Eltern, sondern wenn, dann das Umfeld, das in Einzelfällen komisch reagiert. Wenn man also fordert, die Adoption nicht freizugeben, weil das den Kindern Stress bereiten könnte (Elternabende oder so), obwohl die Ursache ja das Umfeld und nicht die Eltern sind, dann hieße das ja, dass Homophobie etwas Schützenswertes ist, weil man so ja die Verursacher des Problems schützt und bestärkt und die Unschuldigen bestraft. Das ist ein ganz falsches politisches Signal. 

6. Schlussendlich finde ich es kommt bei der Erziehung darauf an, dass das Kind verlässliche, fürsorgliche und liebende Eltern bekommt. Das Geschlecht der beiden ist da egal. Wenn möglich finde ich auch, sollten bei gleicher Eignung die heterosexuellen Eltern bevorzugt werden. Wenn es aber Fälle gibt, in denen die Homosexuellen Adoptionseltern mit Abstand die besseren wären, dann ist es absolut im Sinne des Kindeswohls, dem Kind diese Eltern nicht vorzuenthalten.

Oh, da ist es ja wieder, das "Recht auf Mutter und Vater"... 

Was ist mit all den Kindern, die in irgendeinem Waisenhaus versauern? Mit den Kindern, die keine Mutter oder keinen Vater mehr haben? Soll man alleinerziehenden Eltern also die Kinder sofort und umgehend wegnehmen, weil die Kinder doch ein "Recht auf Mutter und Vater" haben? Und die Kinder vielleicht in ein Kinderheim stopfen? Wegen der liebenden Bezugspersonen dort, vielleicht?

Es geht um das Kindswohl, das stimmt. Und das Kind hat ein Rech auf liebende Bezugspersonen, auf Eltern - das Geschlecht dieser Bezugspersonen ist doch kein Thema!

Bei einer Adoption werden die Eltern übrigens immer einer strengen Prüfung unterzogen und da darf und sollte es keine Rolle spielen, ob diese Eltern schwul, lesbisch oder hetero sind. Denn wenn irgendein Junkie ein Kind auf die Welt setzt, interessiert das niemanden, ob diese Person eine gute Mutter sein wird oder nicht. 

Waisenkinder haben ihre Eltern verloren oder wurden verstoßen. Ganz ehrlich gesagt glaube ich, dass jedes Waisenkind bei einem schwulen oder lesbischen Paar besser aufgehoben ist als in einem Waisenhaus oder bei temporären Pflegeeltern.

Homosexuelle sollten Kinder adoptieren dürfen.

Ich sehe keinen Grund, weshalb ein Kind nicht genau so harmonisch und angemessen mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen können sollte, wie bei einem heterosexuellen Elternpaar?

Ob nun Papa A/B, Mama A/B oder Mama und Papa zum Elternsprechtag gehen, dürfte für das Kind alleine völlig egal sein.

Wenn man sich die Gewalt in manchen heterosexuellen Beziehungen ansieht, kann man nicht pauschal sagen, dass das Kind mit Mama und Papa automatisch immer besser dran ist.

Da ist das Wohl des Kindes dann womöglich gefährdeter, als in einer harmonischen homosexuellen Beziehung der Eltern.

Heterosexualität ist kein Garant für eine verantwortungsbewusste und liebevolle Elternschaft.

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