Sehr guter Freund hat sich 2010 das Leben genommen, ich komme seitdem nicht mehr klar?

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7 Antworten

Ich weiß ziemlich gut wie du dich jetzt fühlst. Du solltest auch daran denken dass es seine Entscheidung war, dass er seine Gründe hatte (auch wenn du die nicht nachvollziehen kannst) und dass es für ihn eine Erleichterung war. Das musst du akzeptieren, auch wenn es schwer fällt. 

Denke an die schöne Zeit mit ihm, lache nochmal über seine Witze, erinnere dich an den Spaß den ihr hattet... Sei dankbar dass du ihn kanntest und für die Zeit mit ihm. 

Vielleicht hilft es dir auch alles, was dich beschäftigt (Gedanken, Gefühle) aufzuschreiben, so wirst du es "los" und kannst es besser verarbeiten. Wenn du magst "rede" mit ihm. Bitte denke immer daran: er würde nicht wollen dass es dir schlecht geht! Er würde sich freuen wenn du wieder glücklich bist. Er lebt in deinem Herzen weiter. 

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Hallo Kiemtea,

einen geliebten Menschen zu verlieren ist zweifellos eine traumatische Erfahrung. Auch wenn der Tod Deines Freundes schon mehrere Jahre her ist, kannst Du die Trauer um ihn nicht einfach so beenden. Auch wenn die Art zu trauern bei jedem anders ist, kann jedoch manchmal auch folgender Fall eintreten: Es könnte sein, dass Du nicht in der Lage bist, Dich mit der Realität Deiner Situation abzufinden. Falls das bei Dir der Fall sein sollte, wäre es gut, die Hilfe mitfühlender Freunde zu suchen. Das offene Gespräch mit anderen könnte ein Ausweg aus dieser Sackgasse sein.

Einem Trauernden stellt sich auch immer wieder die Frage, wie er am besten mit der Situation umgehen kann. Ist es z. B. normal, Schuldgefühle zu haben oder zornig zu sein? Oder ist es richtig, die Gefühle der Trauer zu unterdrücken und den Starken zu spielen? Manche, die mit einem Verlust fertig werden mussten, haben gemerkt, dass es gut ist, seine Trauer zu durchleben. Warum? Es kann den Druck erleichtern, wenn man seine Gefühle heraus lässt. Diese Gefühle jedoch zu unterdrücken, mag in körperlicher und auch in seelischer Hinsicht großen Schaden anrichten. Dazu, die Trauer zu durchleben, gehört auf jeden Fall zu reden!

Ich bin einmal auf einen Text in der Bibel gestoßen, der in diesem Zusammenhang sehr gut passt. Dieser Text ist dem Bibelbuch Hiob entnommen. Dieser Hiob sagte nach dem Tod seiner 10 Kinder, sowie einiger anderer dramatischer Erlebnisse, folgendes:"Meine Seele empfindet bestimmt Ekel vor meinem Leben. Ich will meiner Besorgnis um mich freien Lauf lassen. Ich will in der Bitterkeit meiner Seele reden!"(Hiob, Kapitel 10, Vers 1). Hiob tat also etwas sehr Wichtiges. Er behielt seine bedrückenden Gedanken nicht für sich, sondern redete mit anderen darüber und fand so Erleichterung. Etwas Ähnliches sagte auch Shakespeare in Macbeth: "Gib Worte deinem Schmerz, Gram der nicht spricht, preßt das beladene Herz, bis daß es bricht". Wenn Du also Deine Erfahrungen und Gefühle in Worte kleidest, kannst Du Dich zum einen selbst besser verstehen und findest auch ein gewisses Maß an Erleichterung. Sehr hilfreich wäre es natürlich, wenn Du jemanden zum Reden hast, der selbst einen geliebten Menschen verloren hat und den Verlust erfolgreich überwunden hat. Durch ihn könntest Du vielleicht praktische Anregungen erhalten, die Dir helfen, Deinen Kummer zu bewältigen. Es kann aber auch sein, dass es Dir überhaupt nicht danach ist, über Deine Gefühle zu sprechen. Was dann?

Manchen hilft es, das, was sie bewegt, aufzuschreiben und es später wieder zu lesen. Auch auf diesem Weg kann man seiner Trauer Ausdruck verleihen und fühlt sich hinterher besser.

Etwas anderes, was die Trauer erleichtert, ist weinen. Das Vergießen von Tränen gehört mit zum Heilungsprozess und man braucht sich dafür nicht zu schämen. In der Zeit der Trauer werden manche sogar zusätzlich mit Schuldgefühlen geplagt. Sie meinen, irgendein Versäumnis habe mit zum Tod des Angehörigen beigetragen. Wenn Du je so empfinden solltest, dann brauchst Du nicht zu denken, das sei nicht normal. Auch hier ist es eine Hilfe, über seine Gefühle zu sprechen, statt sie für sich zu behalten. Letztendlich haben wir keine Macht über das Leben eines uns nahestehenden Menschen.

Bei der Trauer um einen lieben Menschen kann auch die Hilfe von Gott ein ausschlaggebender Punkt sein. Ich fand einmal einen sehr schönen zu Herzen gehenden Text in der Bibel, der folgendermaßen lautet: "Wenn aber aufrichtige Menschen zu ihm rufen, hört er sie und rettet sie aus jeder Not. Der Herr ist denen nahe, die verzweifelt sind, und rettet jeden, der alle Hoffnung verloren hat (Psalm 34:18 Hoffnung für alle)

Das, was einem Trauernden jedoch am meisten hilft ist das Versprechen Gottes, die Toten eines Tages wieder zum Leben zurückzubringen. Jesus beschrieb das einmal mit folgenden Worten:
"Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden...zu einer Auferstehung" (Johannes, Kapitel 5, Verse 21, 28 u. 29a). Diese Verheißung beschreibt, das Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute.

Ich selbst habe vor wenigen Jahren meine beiden Elternteile und meine Schwester verloren und finde bis heute in dem eben zitierten Text Trost. Ich habe außerdem schon oft festgestellt, dass ein persönliches Verhältnis zu Gott manches besser ertragen lässt. Wenn man sich glaubensvoll im Gebet an ihn wendet, dann ist er nicht nur ein passiver Zuhörer, sondern kann uns "Kraft geben, die über das Normale hinausgeht" (2. Korinther, Kapitel 4, Vers 7). Mehr als einmal durfte ich erfahren, dass Gott "uns tröstet in all unserer Drangsal" (2. Korinther 1, Vers 4). Gott nimmt zwar den Schmerz der Trauer nicht vollständig hinweg, doch er hilft uns, ihn besser zu ertragen.

LG Philipp

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Kommentar von MissPommeroy
07.02.2017, 11:43

Tut mir sehr leid, was du schon alles ertragen musstest - schön, dass du Trost und Hilfe in Gott gefunden hast...:)

3

Das ist wirklich traurig...

Traurig, dass sich da ein Mensch das Leben genommen hat - der dein bester Freund ist...

Traurig auch, dass du seit 6 Jahren keinen Frieden finden kannst...

Hast viele schöne und einfühlsame Antworten erhalten...:)

Einen Rat zu geben, ist immer schwierig in einer derartigen Situation - auch, wenn viele hier nachvollziehen können, wie du dich fühlst.

Ich denke, da ist noch so einiges offen in deinem Inneren zwischen dir und deinem Freund, das dich hindert, dein Leben wieder in Angriff zu nehmen:

Viel Unausgesprochenes, Unerledigtes, Ungesagtes und vielleicht auch die immerwährende Frage nach dem "Warum" überhaupt...

Glaub mir: Dein Freund ist nicht weg, nicht fort - er ist nur durch eine Tür gegangen. Es war seine Entscheidung, sein freier Wille, sein Weg und niemand hätte es verhindern können, nicht mal du !

Das solltest du dir klar machen und mein Rat an dich lautet:

Besorg dir das Buch "Keine Seele geht verloren" von Bernard Jacoby

Der Autor beschreibt auf sehr einfühlsame und nachvollziehbare Weise, was mit Menschen geschieht, die plötzlich versterben - sei es durch Krankheit, Unfälle, Suizid oder gewaltsamen Tod - wohin sie gehen, wie sie ihr "Heimgehen" erleben und auf immer durch ein unsichtbares Band mit den Zurückgebliebenen verbunden bleiben können.

Ein tröstliches Buch, zeigt es doch den Hinterbliebenen, dass noch etwas kommt und der sog. Tod nicht das Ende ist... Es half schon vielen Angehörigen und Freunden, wieder ins Lebens zurückzufinden und die Trauer umzuwandeln in Trost und Hoffnung...

Ich weiss nicht, ob du gläubig bist und auf welche Weise du Trost finden kannst, aber ich wünsche dir Frieden - geh zurück und suche wieder zu leben...

Alles Gute für dich.:)  

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Hallo,  mit verschiedene Leuten drüber reden, wie die es sehen.

Zum Beispiel zu einem Seelsorger gehen oder die Seelsorge Hotline anrufen.

Klar ist es ein trauriges Ereignis, leider kannst du dies nicht ändern.

Viel Erfolg!

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Versuch darüber zu reden. Vielleicht hilft auch eine Therapie. 

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Am besten ist es, wenn du einmal einer Person aus deinen Nahen Umfeld dir alles von der Seele redest, ansonsten solltest du versuchen " für die andere Person mitzuleben"

Unternimm lustige Sachen, erfreu dich am Leben, mach all die Sachen die er nicht machen kann.

Kümmere dich um seine Verbliebenden Familienmitglieder in seine  Söhne/Tochter.

Ich stand selbst kurz vor dem Fall eines Suizides, und der Hauptgrund war das ich niemanden mehr mit meiner Depressivität belasten wollte.

Schreib mich ruhig an und viel Erfolg dir weiterhin.

Grüße, und einen Schönen Tag noch,

Marc

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Hallo,

wenn es Dir nicht gut geht: Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge. Auch solltest Du zu einem Psychologen gehen.

Ich bin Christ. Gott liebt Dich und will, dass Du lebst. Wenn Du einiges wissen
möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich in
den Kommentaren fragen.

Alles Gute

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