Sehen wir mit dem Auge schneller als die Lichtgeschwindigkeit?

16 Antworten

Nein, wir sehen in deinem Beispiel eben das Licht, das der Mars 2 Minuten und 47 Sekunden vorher reflektiert hat und daher den Mars so, wie er vor 2 Minuten und 47 Selunden aussah. Wegen der endlichen Lichtgeschwindigkeit (299.947,458 km/s) wir überhaupt ständig nur in die Vergangenheit und zwar umso weiter, je weiter das weg ist, was wir sehen.

Den Mond sehen wir zum Beispiel immer so, wie er vor etwa 1,3 Sekunden aussah, die Sonne, wie sie vor etwa 8 Minuten aussah und die Andromedagalaxie sogar so, wie sie vor etwa 2,5 Millionen Jahren aussah, weil das von diesen Objekten ausgesendete Licht eben so lange braucht, um hierher zu kommen.

Selbst alles im Alltag sehen wir eigentlich so, wie es in der Vergangenhet aussah. Allerdings betragen die Zeitdifferenzen bei so geringen Entfernungen nur wenige Sekundenbruchteile, so dass wir nichts davon merken. Das liegt eben daran, dass wir Dinge sehen, indem unsere Augen das von diesen Dingen kommende Licht erkennen.

Wenn ich jetzt beispielsweise eine Lampe einschalte, während du in einiger Entfernung zu mir stehst und darauf achtest, ob das Licht angeht, wirst du das erst sehen, wenn es dich nach dem Einschalten der Lampe erreicht hat, weil vorher eben kein Licht in deine Augen fällt, das sie erkennen könnten.

Stehe ich auf der Erde und du beispielsweise auf dem Mond, siehst du es erst nach ungefähr 1,3 Sekunden, wenn du dagegen auf dem Mars stehst, wenn er gerade 50 Millionen km entfernt ist, siehst du es erst nach 2 Minuten und 47 Sekunden (vorausgesetzt, ich habe eine entsprechend starke Lampe).

Danke sehr gut erklärt, jedoch wenn deine Taschenlampe auf den Mond gerichtet ist und mein geschlossenes Auge auch und wir gleichzeitig starten, ich auf den Mond zuschauen in dem ich mein Auge öffne und du schaltest deine Taschenlampe ein, sehe ich ja den Mond schneller als das Licht deiner Taschenlampe den Mond erreicht, oder habe ich einen Denkfehler?

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@1987Hans1987

Du hast schon recht.

Aber das liegt einfach daran, dass der Mond ja nicht erst damit anfängt, das auf ihn treffende Sonnenlicht zu reflektieren, wenn du deine Augen aufmachst.

Er hat das natürlich auch schon 1,3 Sekunden vorher getan und das zu diesem Zeitpunkt von ihm reflektierte Licht gelangt dann in deine Augen, sobald du sie aufmachst.

Wenn es nur das Licht der Lampe gäbe, würdes du den Mond erst 2,6 Sekunden nach Einschalten der Lampe sehen (müsste natürlich wahrscheinlich eine Riesenlampe mit einer enormen Helligkeit sein :-)). 1,3 Sekunden bräuchte das Licht von der Lampe zum Mond und nochmal 1,3 Sekunden vom Mond in deine Augen.

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Nein, wir sehen immer nur das Licht, das gerade ins Auge einstrahlt.

Unabhängig, ob dieses Licht aus der Nähe ist und deutlich weniger als 1 Sekunde gebrauchr hat, oder ob das Licht vom Mars kommt und fast 3 Minuten unterwegs war.

Im Extremfall seher wir sogar mit bloßem Auge das Licht der Andromeda-Galaxie und das war dann 2,5 Millionen Jahre unterwegs.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Nein, natürlich nicht. Es gibt keine Gleichzeitigkeit zwischen dem Auftreten und dem Wahrnehmen eines Ereignisses.

Wegen der Endlichkeit der Signalübertragung sehen wir immer nur, was in der Vergangheit war, egal, wie gering der Abstand zwischen Lichtquelle und Sensor auch sein mag.

Aber der Effekt ist doch schon seit Einsteins spezieller Relativitätstheorie vor über 100 Jahren bekannt und nachgewiesen.

die endlichkeit der lichtgeschwindigkeit hat man sogar schon im 17.jhd gemessen. dazu brauchte man keinen Einstein.

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@Reggid

Ja natürlich. Ich war nur davon ausgegangen, dass Einstein bekannter ist als z. B. Rømer oder Huygens und das es Allgemeinwissen ist, dass die Signalgeschwindigkeits eben nicht unendlich, sondern eine Naturkonstante mit genau definierter Größenordnung ist.

Aber um so viele Ecken kann man offensichtlich gar nicht denken. Und spätestens seit Einstein sollte / könnte / müsste da Phänomen aber der ganzen Welt bekannt sein, auch einem GF-Fragesteller.

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@ramay1418

...möchte man meinem... Aber anscheinend gibt es immer noch eine erkleckliche Anzahl von Erdenbürgern, die felsenfet davon überzeugt sind, auf einer Pizza Quattro Stagioni zu leben... ;-)

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Wie vergeht GEFÜHLT für einen mit annähernd Lichtgeschwindigkeit Reisenden die Zeit?

Nachdem ich eine mir falsch erscheinde Aussage in einem Buch gelesen habe, bin ich inzwischen halb wahnsinnig, weil ich zu viel darüber nachgedacht habe und zu keiner Lösung komme.

Ein Raumfahrer legt eine Strecke von 5 Lichtjahren mit annähernd Lichtgeschwindigkeit zurück. Der Autor des Buches sagt, für ihn verginge mir der Bruchteil einer Sekunde und auf der Erde vergingen Jahrmillionen.

Dies erschien mir falsch, inzwischen ist mein Gehirn jedoch sowieso Brei.

Ich frage mich nun: wenn ich auf der Erde dem mit Lichtgeschwindigkeit Reisenden hinterher gucke, müsste ich ihn dann nicht eigentlich genau 5 Jahre reisen sehen? (es kommt mir beim schreiben gerade falsch vor). Bekannt ist, dass die Zeit für ihn langsamer vergeht. Die Frage ist nur, fühlt es sich für ihn auch so an? Denkt er "oh eine Sekunde vorbei, ich bin schon da!" oder fühlt es sich für ihn an wie 5 Jahre? Aber wenn es sich für ihn wie 5 Jahre anfühlen sollte, kann es sich unmöglich für uns auf der Erde auch wie 5 Jahre anfühlen, sondern müsste länger sein.

So gar nicht einleuchten mag mir gerade, dass es für ihn nur 1 Millisekunde ist und für uns Jahrmillionen. Für irgendjemanden muss es sich doch wie 5 Jahre anfühlen, wenn der Reisende mit annähernd Lichtgeschwindigkeit eine Strecke von 5 Lichtjahren zurücklegt oder?!

Ich bin langsam echt am verzweifeln und es ist Mitternacht. Antworten bitte mit Formeln, wenn möglich, ich bin euch im voraus sehr dankbar!!!

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