Seele bei Platon in der Politeia?

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In Platon, Politeia gibt es sehr viele Textstellen, in denen das Wort «Seele» (griechisch ψυχή [psyche]) vorkommt.

eine Auflistung nach einzelnen Formen des Substantivs enthält:

Leonard Brandwood, A word index to Plato. Leeds : Maney, 1976 (Compendia : computer-generated aids to literary and linguistic research; Volume 8), S. 969 – 970

Solche Textstellen gibt es, wenn auch in unterschiedlicher Häufigkeit, in jedem der zehn Bücher von Platon, Politeia.

Die Textstellen werden nach der Stephanus-Paginierung angegeben (die Zahlen beziehen sich auf die Spalte, die Buchstaben auf den Abschnitt innerhalb der Spalte in einer alten Ausgabe). Diese Zählung steht in Textausgaben und Übersetzungen.

Ich gebe ausführlich Textstellen mit dem Wort «Seele» an und einige inhaltliche/thematische Hinweise.

Buch I

Werk der Seele ist das Sorgen, Regieren und Beratschlagen; auch das Leben/Seele als Lebensprinzip; Frage nach der Tugend der Seele (353 c – e)

330 e; 345 b; 353 d; 353 e

Buch II

musische Kunst als Erziehung/Bildung für die Seele (376 e)

358 b; 366 c; 366 e; 375 b; 376 e; 381 a; 382 b

Buch III

Einflüsse von Dichtung und Musik auf die Seele (400 b – 403 d), Einflüsse durch Gymnastik/Sport (410 c - 412 a)

386 d; 387 a; 400 d; 401 c; 401 d; 401 e; 402 d; 403 d; 408 e; 409 a; 409 b; 409 c; 410 a; 410 c; 411 a; 411 b; 411 d; 411 e; 412 a; 416 e

Buch IV

Analogie von Individuum und dem Zustand/der Verfassung seiner Seele mit dem Staat und seinem Zustand/seiner Verfassung; drei Arten/Teile/Strebensformen der Seele und der Zusammenhang von Tugenden mit ihnen, Gerechtigkeit als freundschaftliches Zusammenwirken, Harmonie und Einheit, als Gesundheit der Seele

431 a; 435 c; 437 c; 437 d; 439 a; 439 b; 439 c; 439 e; 440 e; 441 a; 441 c; 441 e; 442 a; 442 b; 442 e; 443 d; 444 b; 443 c; 444 d; 445 c; 445 d

Buch V

449 a; 454 d; 458 b; 462 c

Buch VI

Eigenschaften einer für die Philosophie gut geeigneten Seele (486; 490), Streben der Seele nach dem Guten (505 d)

484 c; 485 d; 486 a; 486 b; 486 d; 486 e; 490 b; 491 b; 494 b; 496 b; 498 b; 504 a; 505 a; 505 d; 508 d; 510 b; 511 a; 511 d

Buch VII

Höhlengleichnis: Erkenntnisvermögen in der Seele, Umlenkung/Umwendung der Seele erforderlich (517 – 518); zum Erkennen/kognitive Funktion der Seele (522 – 525) 517 b; 518 a; 518 c; 519 b; 521 c; 521 d; 523 d; 524 a; 524 b; 525 c; 525 d; 526 b; 526 e; 527 b; 527 d; 529 a; 529 b; 529 c, 532 c; 533 d; 533 e; 535 e; 536 e; 538 d; 540 a

Buch VIII

von der besten Verfassung abweichende Verfassungen (Timokratie, Oligarchie, Demokratie, Tyrannis) und die seelische Beschaffenheit des entsprechenden Menschentypus)

544 e, 545 c; 546 a; 550 b; 553 c; 554 e; 556 c, 559 b; 560 a; 560 b; 560 c; 560 e; 563 d

Buch IX

von der besten Verfassung abweichende Verfassungen und die seelische Beschaffenheit des entsprechenden Menschentypus (Fortsetzung: Tyrannis); innerer Mensch: Bild von der Seele als aus einem mannigfaltigen vielköpfigen und wandelbarem Tier (weitaus größter Teil), einem Löwen (zweitgrößter Teil) und einem Menschen zusammensetzt (588 b – 59 2 b)

571 c; 573 b; 573 d; 575 d; 577 d; 577 e; 578 a; 579 b; 580 d; 581 a; 538 a; 583 e; 584 c; 585 b; 585 d; 586 e; 588 b; 591 b; 591 c; 591 d;

Buch X

versuchter Beweis der Unsterblichkeit der Seele (608 c – 612 a); Mythos vom Pamphylier Er und der vorgeburtlichen Verlosung und der Wahl einer Lebensweise durch die Seelen (614 b – 621 c); Gerechtigkeit bringt Glück(seligkeit) ein (621 c- d)

595 a; 602 d; 602 e; 603 a; 603 d; 604 c; 605 a; 605 d; 608 d; 609 b; 609 c; 609 d; 610 a; 610 b; 611 d; 612 b; 612 c; 614 b; 618 b; 618 d; 620 a; 620 b; 621 c

Der Hintergrund der Frage ist nicht genannt. Darstellungen der Seelenlehre/Psychologie Platons können nützlich sein. Wenn es nur um das Werk «Politeia» geht, ist ein Beschränkung auf das, was darin dargelegt und erörtert wird, möglich.

Vielleicht sind von den folgenden Büchern welche in einer nahegelegenen Bibliothek zugänglich:

Wolfram Brinker, Seele (psychê). In: Platon-Lexikon : Begriffswörterbuch zu Platon und der platonischen Tradition. Herausgegeben von Christian Schäfer. 2., durchgesehene und bibliographisch aktualisierte Auflage. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft : Darmstadt, 2013, S. 253 – 258

Jörn Müller, Psychologie. In: Platon-Handbuch : Leben, Werk, Wirkung. Herausgegeben von Christoph Horn, Jörn Müller und Joachim Söder. Unter Mitarbeit von Anna Schriefl und Simon Weber. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2009, S. 142 – 154

Michael Erler, Platon (Grundriss der Geschichte der Philosophie. Begründet von Friedrich Ueberweg. Völlig neu bearbeitete Ausgabe. Herausgegeben von Helmut Holzhey. Die Philosophie der Antike - Band 2/2). Basel ; Stuttgart : Schwabe, 2007, S. 375 – 390 (§ 6. Die Lehre Platons. 4. Seelenlehre)

Peter M. Steiner, Psyche bei Platon. Göttingen : Vandenhoeck & Ruprecht, 1992 (Neue Studien zur Philosophie ; Band 3). ISBN 3-525-30503-6

Platon, Jubiläumsausgabe sämtlicher Werke zum 2400. Geburtstag. Band 8: Begriffslexikon. Verfaßt von Olof Gigon und Laila Zimmermann. Zürich ; München : Artemis-Verlag, 1974, S. 243 – 251 (Seele)

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Dank dir sehr Albrecht, für die Mühe! damit kann ich ne menge anfangen. Ich muss, im Rahmen meiner Hausarbeit Platons Seelenbegriff in der Politeia, auf maximal 3 Seiten beschreiben. Jetzt wird die Auswahl schwierig! :-)

Liebe Grüße

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(Gleichnis= "kurze bildhafte Erzählung, die einen abstrakten Gedanken oder Vorgang durch Vergleich mit einer anschaulichen, konkreten Handlung [mit belehrender Absicht] verständlich machen will" (http://www.duden.de/rechtschreibung/Gleichnis). Dabei ist es m.E. so, dass zwischen Metapher und Gleichnis kein riesiger Unterschied besteht, in einem Gleichnis jedoch eine erzählerische Komponente enthalten ist und ein ganzes 'Bildfeld' ensteht (im Gegensatz zur Metapher i.e.S.).

Jetzt möchte ich fragen, ob mir jemand ganz dezidiert erklären kann, wie ich der Person (Uni-Dozent!) ggü sauber und korrekt argumentieren kann, dass sie nicht recht hat ... Also, inwiefern genau das ein Gleichnis (neben den 3 Gleichnissen) ist und keine einfach 'abzutuende' Metapher... Sicher ist das Schiffgleichnis kein Gleichnis, das Platons Ideenlehre versinnbildlichtl, aber dennoch ein Gleichnis, das Aspekte Platons Philosophiebegriffs verdeutlicht.

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