Schwester hat alle Häuser überschrieben bekommen

10 Antworten

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meine Schwester alle Häuser überschrieben bekommen hat (6 Stück) von meinen Eltern. (...) finde ich das ganze doch etwas ungerecht.

Stimmt :-( Aber wer verpflichtet wohl die Eltern, ihre Kinder gleichermaßen beschenken zu müssen oder ihr Vermögen beiden als Erbe zu erhalten und dann gerecht vererben zu müssen?

Tatsächlich können die Eltern derart frei verfügen und schulden niemandem Rechenschaft, Zustimmung, Gleichbehandlung oder Ausgleich. Dieses Recht würdest du ja auch für dich beanspruchen, wenn es um deinen Besitz ginge, and denen sie in deinem Erbfall ein mögliches Erbrecht hätten, oder?

Heisst das jetzt das ich gar bichts bekomme vom Erbanteil?

Jein: Dein lünftiger Erbteil verringert sich natürlich um den nicht mehr vorhandenen Nachlasswert Immobilien.

Sollten die Eltern iInnerhalb von 10 Jahren versterben, kannst du den Schenkungswert, ab dem zweiten Jahre alljährlich um jeweils 10% fallend, dem Nachlass hinzurechen und für den Fall, dass dein Erbe ohne die Häuser dann niedriger ausfiele als dein dazu hälftiger Pflichtteil mit abgeschmolzenem Schenkungswert, Ausgleich in Geld verlangen, § 2325 Abs. 3 BGB.

Für den Fall deiner Enterbung, etwa durch Berliner Testament oder Erbvertrg der Eheleute oder Alleinerbeinsetzung deiner Schwester zusätzlich noch auf den Pflichtteil gesetzt, erhöht sich dieser Geldanspruch aus Pflichtteil an dem so erhöhten fiktiven Nachlasswert.

Gehörten die Immobilien beiden Elternteilen, besteht dieser Anspruch zweimal, beim Tod des Vaters und der Mutter, gegen die Erben.

G imager761


Also wenn deine Eltern noch leben, gibts erstmal auch noch nichts zu erben, nicht für dich und nicht für deine Schwester. Wenn sie dann sterben, sind die Häuser kein Teil des Erbes mehr, da sie ihnen gar nicht mehr gehören. Vom Rest, der dann noch als erbe da ist, bekommst du mindestens deinen Pflichtanteil und wenn es nicht anders durch ein Testament geregelt ist, deinen ganz normalen Anteil. (0% des Erbes gehen an den noch lebenden Ehepartner, die restlichen 50% werden zu gleichen Teilen unter den Kindern aufgeteilt. Der Pflichtteil sind 50% von dem, was man bekommen würde, wenn es kein Testament gibt.

Als Beispielrechnung:

Vater stirbt ohne Testament. Mutter bekommt 50%. Es gibt 2 Kinder die dann jeweils 25% bekommen.

Oder mit Testament, das ein Kind enterbt: Frau bekommt weiterhin 50%, das nichtenterbte Kind 37,5% und das enterbte Kind bekommt seinen Pflichtteil von 12,5%.

Heisst das jetzt das ich gar bichts bekomme vom Erbanteil?

Komisch, dass immer noch weit verbreitet ist, dass der Besitz von Eltern automatisch ERBE ist. Deine Eltern können zu Lebzeiten damit machen, was sie wollen. Auch verkaufen und von dem Geld eine Weltreise machen.

Wenn Deine Eltern noch 10 Jahre leben, kannst Du auch nach deren Tod die Schenkung nicht mehr anfechten.

Eine notariell beurkundete Schenkung kann überhaupt nicht "angefochten" werden. Der Anspruch auf Ergänzung zur Pflichtteildsquote besteht 10 Jahre lang und mindert sich in diesem Zeitraum alljährlich gegen Null.

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@imager761

OK - angefochten ist vielleicht falsch ausgedrückt. Aber wenn die Schenkung bei Tod der Eltern weniger als 10 Jahre zurückliegt, fallen die Häuser noch in die Erbmasse - erst danach gehören sie sicher dem Beschenkten.

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@Gerneso

wenn die Schenkung bei Tod der Eltern weniger als 10 Jahre zurückliegt, fallen die Häuser noch in die Erbmasse

Rechtsirriger Unfug: Vielmehr ging das Eigentum an den Immobilien mit Grundbucheintragung unwiderruflich auf die Tochter über und gehört stichtagsgenau nicht mehr in den Nachlass der Schenkungsgeber :-O

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