Schwerkraft bzw Gravitation im All

10 Antworten

Sobald man die Erde verlässt herrscht die Schwerkraft doch nicht mehr...

Der Schlüssel zur Beantwortung aller Deiner Fragen ist: Doch! Auch im Weltall herrscht Schwerkraft. Schwerkraft - oder wissenschaftlich Gravitation - ist die Kraft, mit der sich 2 (oder mehrere) Massen gegenseitig anziehen. Schauen wir einmal auf die Formel für die Schwerkraft:

F = G* (m1*m2)/ r²

Was heißt das? Die Schwerkraft F berechnet sich aus dem Produkt der beteiligten Massen dividiert durch das Quadrat ihrer Entfernung (mal eine Konstante G). Bedeutet: Die Schwerkraft ist größer, wenn die beteiligten Massen groß sind und wird rasch kleiner, wenn man den Abstand zwischen den Massen vergrößert. Soweit klar?

Aus der Formel oben folgt aber auch: Die Schwerkraft, mit der ein Körper andere Massen anzieht, wird nicht Null! In sehr großen Entfernungen wird der Wert von F zwar sehr klein (weil r² groß ist) , bleibt aber immer von Null verschieden.

Die Schwerkraft ist eine enorm langreichweitige Kraft. Sie ist für alle Strukturbildungen im Universum verantwortlich. Sie hält die Galaxien zusammen, ebenso wie die Sterne; sie hält Monde und Planeten auf ihren jeweiligen Umlazufbahnen. Sie ist die einzige Kraft, die über derartig große Entfernungen wirkt - und sie lässt sich nicht abschirmen. Deshalb macht es nichts, wenn sie schwach ist: auf lange Sicht zeigt sich die Wirkung. Die Schwerkraft hat Zeit. ;-)

Herrscht denn auf dem Mond auch Schwerkraft?

Aber ja! Der Mond hat etwa 1/81 der Masse der Erde, ist aber kleiner. Wenn man es berechnet, kommt heraus, dass der Mond etwa 1/6 der Schwerkraft auf einen Astronauten ausübt, der auf seiner Oberfläche steht. Würde der Astronaut auf die Waage steigen, würde er also nur 1/6 von dem wiegen wie auf der Erde. Deshalb konnten die Astronauten auf dem Mond so tolle Hüpfer machen...

Man spürt die Schwerkraft des Mondes aber auch hier auf der Erde. Sie beträgt auf der Erdoberfläche etwa 1/300 000 der Erdanziehung, nicht viel, aber messbar. Dass sie so klein ist, liegt wieder an der großen Entfernung. Immerhin verursacht die Schwerkraft des Mondes bei uns noch die Gezeiten - und das ist definitiv ein sichtbarer Einfluss.

Herrscht also auf dem Umlaufbahnen auch Schwerkraft?

Natürlich. Ohne Schwerkraft würden die Planeten einfach geradeaus ins All davonfliegen. Es ist gerade die Schwerkraft, die sie auf ihre elliptischen Bahnen zwingt. Die Umlaufbahn ergibt sich als Gleichgewicht aus Zentripetalkraft und Schwerkraft. Man könnte ein bisschen scherzhaft sagen: Die Planeten "fallen" auf die Sonne - aber daneben wegen ihres Drehimpulses.

Warum schwirren die Astronauten dann schwerelos durch die ISS?

Wirklich frei von Schwerkraft ist die ISS keineswegs. Deswegen befindet auch sie sich auf einer Umlaufbahn um die Erde. Würde die ISS nicht um die Erde kreisen, würde sie allmählich abstürzen - wegen der Schwerkraft. Tatsächlich ist es sogar so, dass man die ISS immer wieder etwas beschleunigen muss, wenn sie durch die in dieser Höhe noch nicht ganz verschwundene Luftreibung Bewegungsenergie verloren hat.

Das heißt also, dass die ISS mit genau der Geschwindigkeit in genau der Umlaufbahn ist, die die Anziehungskraft der Erde ausgleicht. Klar? Im Innern der ISS ist die resultierende Schwerkraft deshalb sehr klein. Man kann sich mühelos vom Boden der Raumstation abstoßen und quer durch den Raum gleiten, wie man in den Filmen von der ISS sehen kann. Das ist ein wenig so, wie im freien Fall oder an der richtigen Stelle der Achterbahn: Man spürt die Schwerkraft nicht mehr, weil sie durch andere Kräfte ausgeglichen wird.

Auch hier wird es noch einmal erklärt:

http://www.astronews.com/frag/antworten/3/frage3208.html

Grüße

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Diplom in Physik, Schwerpunkt Geo-/Astrophysik, FAU

Ach ja: P.S.: Mit Astrologie hat diese Frage nichts zu tun. Astrologie ist die Sache mit den Horoskopen (Merkregel "Die Sterne logen") und hat mit der Naturwissenschaft Astronomie oder Astrophysik nichts gemein.

;-)

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Die Bestätigung falscher Behauptungen gehört nicht zu meiner Leidenschaft:

Sobald man die Erde verlässt herrscht die Schwerkraft doch nicht mehr, ...

Die Gravitationsgesetze gelten immer und überall, ob auf der Erde, auf dem Mond, im Weltall, ob für Planeten oder Raumschiffe. In einer antriebslosen Raumkapsel wird für die Insassen die Schwerkraft nicht körperlich spürbar, weil sie sich im freien Fall befinden. Das ist genauso, wie wenn ein Flugzeug antriebslos auf die Erde fällt (wenn man hier vom Luftwiderstand absieht) oder wenn Du im Schwimmbad vom Sprungbrett abspringst. Das schreiben die anderen User hier auch, nur mit mehr Worten.

Hey, das ist alles eine Frage der Masse, die Planeten drehen sich um die Sonne weil die Gravitation der Sonne sie dazu "bewegt" (Die Sonne ist sehr schwer deswegen ist ihre Anziehungskraft sehr viel größer als die der Erde. Auf einen Astronauten wirkt weiterhin die Anziehungskraft der Erde aber sehr sehr viel geringer) Auf dem Mond gibt es ebenfalls schwerkraft aber nur sehr gering. Mfg

Die Schwerkraft die von JEDER Masse ausgeht, wirkt von jedem Atom auf jedes andere Atom. Ihre Wirkung lässt mit steigender Entfernung nach.

Die Erde wird von der Masse der Sonne auf ihrer Bahn gehalten; der Mond von der Erde. die Geschwindigkeit gleicht die Anziehungskraft genau aus, so dass die Planeten auf ihrer Bahn bleiben.

In der Erdumlaufbahn, in der die Astronauten schwerelos schweben, gleichen sich die Kräfte ebenfalls aus.

Die Masse des Mondes ist so gering, dass die Astronauten dort lustig herumhopsen können.

Sogar zwei große Schiffe, die sich auf dem Ozean begegnen, ziehen sich an - das kann man sogar noch an den Kursen der Schiffe nachmessen.

Hallo!!

Natürlich wirkt die Gravitation auch in der Umlaufbahn. Die Schwerelosigkeit rührt daher dass die Umlaufgeschwindigkeit (ca. 28 000Km/h) der Astronauten um die Erde so gross ist dass die Gravitationswirkung der Erde genau aufgehoben wird. Wird die Geschwindigkeit kleiner stürzt der Astronaut ab, wird sie größer verlässt der Astronaut die Erdumlaufbahn. Die Geschwindigkeit um z. B. die Erdumlaufbahn zu verlassen beträgt mindestens 11,2 Km/s. Dieses Gesetz gilt natürlich auch für die Planeten bei Ihrem Umlauf um die Sonne. Merkur, der sonnennächste Planet, benötigt z. B. für einen Umlauf ca. 88 Tage. Neptun der sonnenfernste Planet braucht dagegen ca 164 Jahre. Es herrscht also immer ein Gleichgewicht bezogen auf die Entfernung und der daraus resultierenden Umlaufzeit.

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