Schwerbehinderung GdB50, muss sich der Arbeitgeber mit verminderter Leistung abfinden?

19 Antworten

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es ist ein weit verbreiteter irrtum, dass man dem arbeitgeber eine bestimmte leistung schulden würde. man schuldet ihm aber arbeitszeit.

der GdB würde auch keinen sinn machen, wenn man tatsächlich mit einem GdB so viel wie ein gesunder leisten müsste. den GdB kriegt man doch, weil man nicht so viel leisten KANN wie ein gesunder.

dein arbeitgeber hat einen finanziellen vorteil durch deinen GdB und deshalb einen ausgleich dafür, dass du nicht so viel leisten kannst, wie vorher.

du kannst den integrationsfachdienst und den betriebsrat fragen, ob sie dich unterstützen können z.b. durch ein aufklärendes gespräch mit dem vorgesetzten.

du musst allerdings auch zeigen, dass du dich verändert hast. wenn du krank bist, dann lass dich gefälligst AU schreiben. die meckern auch, wenn du nicht AU bist und dich krank zur arbeit schleppst.

Ich werde das mit der AU zukünftig machen.

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Ich müsse 100% leisten, da ich auch 100% bezahlt werde.

Das ist richtig.

Du hast leider Deine Möglichkeiten zur Regeneration nicht genutzt. Du hast weder eine Reha noch eine Wiedereingliederung gemacht, obwohl Du das gekonnt hättest.

Wenn Du diese Hilfen ablehnst und dem AG mitteilst, dass Du wieder arbeitsfähig bist, musst Du auch entsprechende Leistungen bringen.

Du möchtest 100% der Bezahlung, entsprechend musst Du auch 100% Deiner geschuldeten Leistung bringen.

Bei einer Wiedereingliederung hättest Du Dein Leistungsvermögen von z.B. 40 % langsam bis zu 100% steigern können, ohne dass Du Probleme bekommen hättest.

Du kannst jetzt nicht erwarten, dass der AG sich "mit halber Leistung zum vollen Preis" zufrieden gibt.

Mich würde mal interessieren, auf welcher rechtlichen Grundlage die SBV solche Aussagen tätigt.

Mit einem GdB ab 50 stehen Dir zusätzliche bezahlte Urlaubstage zu und Du hast die Möglichkeit, Mehrarbeit (über 40 Std./Woche) abzulehnen. Ansonsten bist Du zur im Arbeitsvertrag vereinbarten Leistung verpflichtet.

Kannst Du die nicht bringen, musst Du mit Deinem Arzt sprechen. Der wird Dich dann wieder arbeitsunfähig schreiben.

Sorry, dass ich das jetzt so frage aber was hat Dich "geritten", ohne Reha und Wiedereingliederung mit diesen gesundheitlichen Problemen gleich wieder voll arbeiten zu wollen?

Bei Deiner Krankheit handelt es sich ja nicht um eine Kleinigkeit, die schnell wieder vorbei ist. Da nimmt man doch jede Hilfe an, die möglich ist.

Wenn Du auf die SBV hörst, kann es durchaus sein, dass man Dich wegen der geringen Arbeitsleistung abmahnt und dann mal eine personenbedingte Kündigung im Raum steht.

Was sagt denn der Betriebsrat dazu? Der wird Dir doch hoffentlich etwas anderes als die SBV erzählt haben. Dein Kollegen hat Dir völlig korrekt gesagt, dass die Aussagen der SBV "Schwachsinn" ist.

Ich glaube, du verstehst mich falsch, ich leiste das selbe wie vorher, aber mir wurde keine Übergabe und keine Schulung zur Datenbankabfrage gewährt. Ich musste mir alles selbst erarbeiten oder bei den Kollegen um Hilfe bitten. Von der Menge her habe ich genau so viel wie vergleichbare Kollegen geschafft. Der Chef lastet mir aber das Zusammensuchen von Informationen als langsames Arbeiten an. Ich kann sogar anhand von Stückzahlen beweisen, dass ich nicht langsam war. Das ist auch der Grund, warum ich auf Reha etc verzichtet habe, ich kann voll arbeiten, aber nicht ohne Schulungen.

Was mich kaputt macht, ist dass ich freiwillig nach dieser Krankheit zurück gekehrt bin, man mir null Übergabe usw gibt und mich psychisch triezt usw. Das wollte ich durch den Gang zur SBV verhindern.

Sie sagte daraufhin, ich BRAUCHE mit GdB50 gar nicht das leisten was ich leiste. Darum geht es gerade. Und dass man jemanden mit dieser Krankheit nicht pausenlos trietzen kann, wenn man ihm noch nicht mal Schulungen gewährt.

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@Rosenmary

Warum lässt Du Dich dann nicht weiter arbeitsunfähig schreiben, machst eine Reha und danach eine Wiedereingliederung?

Die Frage war doch, ob der AG sich mit weniger Leistung zufrieden geben muss, wenn Du einen GdB von 50 hast und das nicht leisten kannst.

Du hättest doch auch fragen können, ob Du volle Leistung bringen musst, wenn man Dir Deine Aufgaben nicht korrekt mitteilt, Du keine entsprechenden Schulungen bekommst, nicht nachfragen kannst und keinen kompetenten Ansprechpartner hast.

Dann hätte ich Dir auch eine andere Antwort geben können.

Davon mal abgesehen kommt am Schluß doch auch die Frage, ob Dein Kollege, der auch schwerbehindert ist, Dir eine Auskunft gegeben hat und nach deren Richtigkeit gefragt hast.

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Ich lese mehrere Probleme.

Zum einen schreibst du, du seist genau so schnell und voll arbeitsfähig und hättest auf Wiedereingliederung und AHB verzichtet, zum Anderen führst du Verbrennungen durch Bestrahlung an und schreibst nicht voll wiederhergestellt zu sein.

Ich denke dein Problem ist folgendes: Du hattest gedacht, du bist so gut, du brauchst keine Wiedereingliederung, das wird schon klappen, das wird honoriert werden.

Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Du kamst in Deinen alten Arbeitsplatz zurück und bekamst null Unterstützung, stattdessen die volle Breitseite.

Wenn jemand durch z.B. Mutterschutz für längere Zeit nicht Arbeiten war, ist es im gewissen Bürobereichen vollkommen unmöglich von 0 auf 100 wieder durchzustarten. Der Betrieb ist ein Jahr weiter, diesen Stand muss man erst erreichen.

Früher hättest Du das eben nebenbei erledigt, früher als Du noch 150% gearbeitet hast. Jetzt geht das aber nicht mehr, oder (du hoffst) noch nicht mehr. Jetzt must Du fragen und bist nach der Arbeit platt.

Du kannst Dich nicht mit deinem Kollegen vergleichen. Ich will sein Leiden nicht schmälern, aber mit GdB 50 durch Neurodermitis und Lunge ist man bei einem Büroarbeitsplatz nicht oder kaum eingeschränkt.

Eine Krebserkrankung mit Strahlentherapie und oder Chemotherapie ist psychisch extrem belastend. Niemand kann das einfach wegwischen als sei nichts gewesen.

Man macht sich etwas vor, wenn man meint man könne es locker ab.

Ich habe einen Telearbeitsplatz. Ich habe GdB 100 und PG5. Da wärend meiner täglichen Arbeitszeit auch immer Grund- und Behandlungspflege nötig ist, sind es nur 4 Stunden täglich, da ich wie auch diesen Text, Kommunikation alles mit meiner Unterlippe mache, dauert das auch seine Zeit.

Mir macht das Spaß. Das ist, denke ich, das Wichtigste bei der Arbeit.

Mach deine Reha und deine Wiedereingliederung und entdecke die Kraft in Dir!

Liebe Grüße

Leon

Danke für die Antwort und alles Gute

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