Schwerbehinderung bei Vorstellungsgespräch?

4 Antworten

Du brauchst eine Schwerbehinderung weder in der Bewerbung, noch im Vorstellungsgespräch erwähnen. Auch in einem Personalbogen darf nicht danach gefragt werden. Wird dennoch nachgefragt, ist die Beantwortung dieser Frage freiwillig.

Hier gibt es ausdrücklich "das Recht zur Lüge". Das ist wie bei der Frage nach einer Schwangerschaft oder wenn ein potentieller Arbeitgeber eine Bewerberin fragt, ob sie in den nächsten Jahren Kinder bekommen möchte.

Angeben musst Du die Schwerbehinderung nur dann, wenn Du aufgrund der Erkrankung den gewünschten Job nicht vertragsgemäß ausführen kannst.

Es ist aber anzuraten, nach sechs Monaten (wenn der Kündigungsschutz greift), dem AG die Schwerbehinderung mitzuteilen. Der AG muss eine vorgegebene Quote schwerbehinderte Arbeitnehmer haben, ansonsten sind Ausgleichszahlungen vorgeschrieben. Außerdem bekommst Du dann auch den gesetzlich vorgeschriebenen Zusatzurlaub, bei Kündigungen braucht der AG die Zustimmung des Integrationsamts und bei mehreren Entlassungen muss die Schwerbehinderung bei der Sozialauswahl berücksichtigt werden.

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Bei Schwerbehinderung hat man doch auch das Recht auf mehr Urlaubstage und besonderer Kündigungsschutz oder?

Da kann ich kaum glauben, das man das einfach verschweigen darf.

Es ist aber anzuraten, nach sechs Monaten (wenn der Kündigungsschutz greift), dem AG die Schwerbehinderung mitzuteilen.

Und der Arbeitgeber kann das nicht anfechten?

Nicht das ich was dagegen habe, interessiert mich halt.

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@johnnymcmuff

Und der Arbeitgeber kann das nicht anfechten?

Nein, kann er nicht. Hier hat der Gesetzgeber das "Recht zur Lüge" gegeben, damit schwerbehinderte oder auch schwangere Arbeitnehmer/innen eine reelle Chance auf einen Job haben.

Der Unterschied ist hier:

 Eine schwangere Arbeitnehmerin kann auch während der Probezeit, bzw. vor einer sechsmonatigen Tätgkeit nicht mehr so einfach gekündigt werden. Hier greift der besondere Kündigungsschutz nach dem Mutterschutzgesetz sofort.

Bei einem schwerbehinderten AN ist eine Kündigung während der Probezeit möglich, deshalb empfehle ich, die Schwerbehinderung erst nach sechs Monaten bekannt zu geben. Dann gibt es auch den Zusatzurlaub und der AG weiß, dass er den besonderen Kündigungsschutz zu beachten hat.

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Ich habe auch eine psyschiche Schwerbehinderung (50% GDB) und habe versucht sie nicht zu verheimlichen. Leider wurde mir dies immer zum Verhängnis und bekam nur Absagen, denn sie trauten mir dann nicht zu leistunsgfähig und belastbar zu sein. Daher kann es gut oder besser sein kein Wort darüber zu verlieren. Den Schwerbehinderungsschein kannst Du ja irgendwann nachreichen, denn es wird in Bewerbungsgesprächen nie gefragt, ob man Schwerbehindert ist, wenn es nicht gerade offensichtlich ist. Daher machst Du auch nichts falsch, wenn Du es nicht erwähnst. Daher kann ich nur empfehlen es nicht anzugeben, wenn Du den Job unbedingt haben möchtest. Es sei denn es ist eine Schwerbehindertenstelle. 

Da die Schwerbehinderung arbeitsrechtliche Konsequenzen hat, kannst du sie nicht einfach verschweigen.

Spätestens, wenn sie bei einem späteren Gespräch erwähnt wird, kann der Arbeitegeber den bescheid verlangen. Dann ist das Vertrauensverhältnis gestört.

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Da die Schwerbehinderung arbeitsrechtliche Konsequenzen hat, kannst du sie nicht einfach verschweigen.

Selbstverständlich kann und darf man das - außer die Art der Behinderung ist für die Tätigkeit relevant.

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@DarthMario72

Und ein halbes Jahr später kommt der Mitarbeiter und pocht auf seinen erhöhten Urlaubsanspruch und seinen Kündigungsscchutz.

Das sind ja die arbeitsrechtlichen Konsequenzen.

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