Schwedisches Zaumzeug

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1 Antwort

Beim Schwedischen musst du darauf aufpassen, es nicht zu fest zuzumachen - durch das Rückführen der Riemen gibts eine Hebelwirkung und man kann das ganz schön anknallen. Das drückt dann auf die Blutgefäße und Nerven am Kopf und ist sehr unangenehm.

Der Sperrriemen war ursprünglich aus der Militärreiterei und sollte die Pferde davor schützen, bei einem eventuellen Sturz sich den Kiefer zu brechen. Später wurde der oben durch die Trensenringe geschnallt, um Last umzuleiten vom Maul auf die Nase. Heutzutage ist er nur noch dazu da, um dem Pferd das Maul zuzuhalten damit man nicht gleich sieht wenn der Reiter grob wird :S

Der Nasenriemen ist ebenfalls dazu da, dem Pferd das Maul zuzuhalten.

Der Kehlriemen kommt auch noch aus der Militärzeit - da war der doppelt ausgeführt, straff verschnallt, mit dem Reithalfter verbunden und einerseits dazu da, das Zaumzeug an seinem Platz zu halten wenn die Einwirkung mal nicht besonders sanft war und andererseits sozusagen eine "Notlösung", sollte das Gebiss nicht mehr verwendbar sein (zB weil das Pferd in den Zügel getreten war und das nun kaputt war). Der heutige Kehlriemen, vor allem in der FN-gerechten Schlabberverschnallung mit einer Faust Abstand, hat null Wirkung. Angeblich soll er ein Abstreifen des Zaums verhindern. Ja, vielleicht wenn er straff zugemacht wird - viel zu oft fluppt der aber gradezu hin und her und klatscht bei jedem Schritt gegen die Ganasche. Mich würd das nerven, wär ich ein Pferd...

Der Stirn- und Genickriemen zusammen haben die Aufgabe, das Zaumzeug an seinem Platz zu halten - der Stirnriemen soll verhindern, dass das Genickstück zu weit nach hinten rutscht. Da das früher mal auch fix vernäht war, hatte das auch seinen Sinn - heute, mit der gleitenden Verbindung, ist die Wirkung nur mehr dass das Genickstück nicht nach hinten rutscht (was es sowieso nur täte, wenn der Zaum durch gewaltigen Zügelzug so weit angehoben wird, dass das ganze Leder am Kopf hochrutscht - da heute aber ja ein Reithalfter meist fix mit dem Genickriemen verbunden ist, hält spätestens das alles an seinem Platz). Sehr oft seh ich viel zu enge Stirnriemen, die dem Pferd das Genickstück bis auf die Ohrenbasis nach vorne ziehen. Das drückt und tut weh.

http://www.heeresgeschichten.at/sonstiges/kavallerie/pferdewesen/pferd20_400.jpg da sieht man schön einen alten Militärzaum - hat mit den heutigen Zäumen nicht mehr viel gemein.

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Kommentar von SultanFjoelnir
16.07.2013, 09:24

Vielen Dank, sehr ausführlich und hilfreich!

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Kommentar von katjesr5
16.07.2013, 12:54

Hallo;

tolle ausführliche Beschreibung! Darf ich fragen mit was für einem Zaum du reitest?

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