Schwarzfahren - Eigene Karte zurückbekommen?

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4 Antworten

Nach den üblichen Beförderungsbedingungen sind Fahrkarten, die missbräuchlich genutzt werden, ungültig und werden eingezogen.

Um die Fahrkarte zurück zu bekommen, kannst du sie nur als gestohlen oder verloren melden, wobei letzteres die geringeren Konsequenzen haben dürfte.

Die 60 Euro sind übrigens keine Strafe sondern nur ein erhöhter Fahrpreis für das Fahren ohne gültige Fahrkarte, die fällige Strafanzeige wegen Leistungserschleichung ist davon unabhängig.

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Kommentar von decembertoday
20.12.2015, 12:55

Nun gut, die Strafanzeige wegen Leistungserschleichung mal abgesehen (da ich denke, dass da sehr kulant gehandelt wird, weil sich der Aufwand eines Strafverfahrens gegen einen nicht vorbestraften 18 Jährigen wegen einmaligen Schwarzfahrens nicht wirklich lohnt).

Meine Befürchtung war, dass das in Richtung Betrug fällt. Polizei war zwar nicht involviert, aber ich befürchte, dass wenn ich versuchen würde, meine Karte abzuholen diese miteinbezogen könnte, wenn du verstehst was ich meine.

Und ich verstehe auch, dass die einzogen werden, aber (auch wenn das blöd klingt) das war doch die Schuld meines Sohnes, kriege ich da wirklich nicht meine Karte zurück?

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Geh hin und hol dir deine Karte zurück. Hätten sie ihn anzeigen wollen hätten sie das schon tun können. Ich seh da keinen Zusammenhang, mußt haltsagen, daß er die Karte heimlich genommen hat, solche Fälle sind da sicher Alltag.

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Kommentar von decembertoday
20.12.2015, 12:57

Ich hoffe, dass es so einfach wird, die restlichen Antworten machen mich aber eher pessimistisch.

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Dein Sohn hat hier zunächst, mit dem unerlaubten entwenden deiner Monatskarte, eine Unterschlagung nach 246 StGB begangen.

Da er die ihm nicht zustehende und ihm nicht gehörende Monatskarte verwendet hat, um damit den Eindruck zu erwecken er hätte ein gültiges Ticket bei sich, kommt hier keine Leistungserschleichung nach 265a StGB mehr in Betracht.

Denn dein Sohn täuschte und erregte mit dem vorweisen des Tickets einen Irrtum vor, um sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen.

Das ist Betrug nach 263 StGB . Auch in Bezug auf 265a, Absatz 1 StGB :  "... wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist."

Im 263 StGB ist die Tat schwerer bedroht. Bei Leistungserschleichung ist die Höchststrafe 1 Jahr Freiheitsstrafe, bei normalen Betrug beträgt die Höchststrafe 5 Jahre Freiheitsstrafe.

Ich bin der Meinung das man deine Monatskarte nicht einfach vernichten und einbehalten kann.

Wenn du dich beim Verkehrsunternehmen mit deinem Personalausweis und dem Sachverhalt ( Straftat deines Sohnes ) legitmierst, solltest du deine Monatskarte zurück erhalten.

Allerdings gelten bei Betrugssachen die Vorschriften des Einzugs ab 74 StGB . Demach dürfen Sachen eingezogen werden, wenn sie der Begehung der Tat dienten und zum Zeitpunkt der Tat niemand anderes gehörten.

Oder wenn der Eigentümer fahrlässig dazu beigetragen hat, dass der Täter an die Sache ran kommt. ( 74a StGB )

Du bist Eigentümerin der Monatskarte und hast sicher nicht fahrlässig gehandelt. Denn du musst deine Geldbörse und/oder deine Monatskarte nicht im Safe verstecken.

So das hier die Voraussetzungen für eine Einziehung meiner Meinung nach nicht erfüllt sind.

Und wenn dann muss die Staatsanwaltschaft die Einziehung beantragen und ein Richter selbige anordnen.

Ein Verkehrsunternehmen kann die Monatskarte maximal nur vorläufig einziehen. Sobald du dich dem Verkehrsunternehmen persönlich als Eigentümerin der Monatskarte gegenüber legitimierst, muss dir die Karte sofort ausgehändigt werden.

Andernfalls würde sich widerrum das Verkehrsunternehmen dir gegenüber der Unterschlagung nach 246 StGB strafbar machen. So das du in dem Fall die Polizei ( kein Notruf ) rufen solltest.

Die Strafanzeige gegen deinen Sohn ist völlig unabhängig von der berechtigen Herausgabe Forderung deiner Monatskarte zu sehen.

Bei Ersttätern verzichten viele Verkehrsunternehmen auf eine Strafanzeige, wenn das erhöhte Beförderungsentgelt fristgerecht gezahlt wird.

Die Verkehrsbetriebe können jedoch immer eine Strafanzeige stellen. Auch wenn die 60 € erhöhtes Beförderungsentgelt fristgerecht gezahlt werden.

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Sorry dir das jetzt sagen zu müssen. Doch dein sohn ist in dem alter wo er eigenverantwortlich handelt und sollte auch die 60 Euro aus eigener Tasche zahlen. Geh du nicht allein hin, sondern mit deinem Sohn.Er muss alles richtig stellen und am beste n mit der Wahrheit. Wenn das erhöhte bevorderungsentgelt bezahlt wurde, werden beim ersten vergehen nichts weiter bis auf einer Belehrung erwartet. Das nächste Mal sieht die Sache anders aus. Überhaupt wenn es zum Beispiel auch nicht in der Familie geschieht. Sondern als Beispiel ein Passant verliert den Geldbeutel und dein Sohn würde unerlaubt die Karte benutzen. So käme es zu einem Strafantrag.

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Kommentar von decembertoday
20.12.2015, 17:10

Ja, da stimme ich dir zu.

Bedeutet der letzte Teil, dass mein Sohn theoretisch von mir angezeigt werden musste, damit er wegen Diebstahl angezeigt wird und da ich ihn nicht anzeigen würde, dürfte er mit keiner Anzeige rechnen, oder wie verstehe ich das?

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Kommentar von Carlystern
20.12.2015, 19:42

Ja so ist das gemeint. Wenn er das erhöhte bevorderungsentgelt bezahlt ist die Sache erst einmal erledigt. Anders sähe es aus wenn es jemanden fremden gehören würde dann wäre sofort eine Anzeige gegeben. So hast du als Mutter aber die Hand vorn bis auf das Geld wegen Schwarz fahren.

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