Schwarzes Loch Ende?

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11 Antworten

Ab wie vielen Kilometern würde es anfangen, dass man vom Schwarzen Loch angezogen wird?

Es gibt keine Obergrenze. Die gibt es generell in keinem Gravitationsfeld eines Körpers der Masse M, da ja, im Newton-Limes, 

(1) |g› = –|eᵣ›·G·M/r²

ist. Das fällt zwar gegen 0, erreicht den Wert 0 aber nie. Für Schwarze Löcher (SL), die sich auf große Entfernungen komplett wie »ganz normale« Himmelskörper gleicher Masse verhalten, gilt dasselbe.

Kommt man wirklich nicht mehr raus wenn man mal drinne ist?

Wenn Du unter »drinne sein« verstehst, dass man den Ereignishorizont des SL überquert hast, nein - aber nicht nur das. Es hängt natürlich davon ab, ob SL tatsächlich auch »im Inneren« dem Modell entsprechen, das Karl Schwarzschild 1916 für ein nicht rotierendes und Roy Kerr etwa ½ Jahrhundert später für ein rotierendes SL gemacht haben.

Da alles, das hinter dem Ereignishorizont liegt, unserem Blick verschlossen bleibt, können wir so lange auch nicht wissen, ob dort nicht jede Menge Dunkler Energie der Schwerkraft entgegen wirkt oder ob nicht das Teil von innen größer ist als von außen (quasi in Form einer Aussackung).

Sollte ein - nicht rotierendes - SL aber überall der Schwarzschild-Metrik

(2.1) c²dτ² = c²dt²(1 – 2µ/r) – dr²/(1 – 2µ/r) – r²dϑ² – r²sin²(ϑ)dφ²,

mit dem Schwarzschild-Radius

(2.2) 2µ = 2GM/c²

entsprechen, so wird die Koordinate r, die ohne den Faktor (1 – 2µ/r) der Abstand vom Ursprung wäre, zeitartig, und zwar mit nach innen gerichtetem Zeitpfeil.

Das bedeutet, dass jedes r' > r (wenn r Deine Koordinate wäre) von Dir aus in der Vergangenheit läge. Du fändest Dich in einer unaufhaltsam kollabierenden Raumregion wieder, und es wäre auch falsch, von einem »Ort r=0« zu sprechen, sondern dies wäre eigentlich ein Zeitpunkt, und zwar der letzte, den es in dieser Region überhaupt gibt. Eine Art Urknall verkehrt.

Ist das nur wegen der "hohen" Gravitation?

Die ist bei r = 2µ im Grunde nicht einfach nur »hoch« (wie es (1) suggeriert), sondern immer unendlich, denn um dort auch nur einen weiteren Absturz zu vermeiden, müsste man unendlich stark radial nach außen beschleunigen, nämlich auf Lichtgeschwindigkeit. 

Und stirbt nicht auch irgendwann ein schwarzes Loch, wie würde das dann aussehen?

Weißglühend. Das SL wäre dann im Laufe von 10⁷⁰ bis 10¹⁰⁰ Jahren auf eine Masse weit unterhalb der Masse eines Berges geschrumpft und hätte im letzten Augenblick nur noch die Plancksche Masse.

Ein einsamer Tod, denn das SL wäre wohl - aus der Sicht eines extrem hypothetischen Beobachters in der Nähe - das einzige Objekt im beobachtbaren Kosmos.

Die Kilometeranzahl hängt von den jeweiligen Massen ab. (Wie hoch ist die zu speisende Masse, wie hoch die des Lochs?)

Sobald man sich innerhalb der Gravitation des Loches befindet, kommt man nicht mehr heraus. Selbst Licht wird von schwarzen Löchern verschluckt.

Zur Sterblichkeit von schwarzen Löchern kannst du dir diesen Artikel durchlesen: http://www.heise.de/tp/artikel/40/40217/1.html

Von außen betrachtet ist jedes Schwarze Loch ein dunkler Himmelkörper, der einen sog. Schwarzschild-Radius hat. Der ist umso größer, je mehr Masse das Schwarze Loch schon geschluckt hat.

Vom Schwarzen Loch wieder entfernen kann sich nur, wer außerhalb seines Schwarzschild-Radius bleibt.

Wie dieser Radius genau definiert ist, findet sich erklärt in Notiz http://greiterweb.de/zfo/SLoch.htm#msgnr0-192 .

Es war noch niemand in der Nähe eines Schwarzen Loches.
Korrekt, einmal drin kommt das niichts und niemand wieder heraus.

Sicher kann ein Schwarzes Loch sterben, sein gesamter Inhalt würde ich in nichts auflösen.
So bislang die Theorie, beobachtet wurde dieser Effekt noch nicht.

Spätestens wenn Du Dich in der Ergosphäre des schwarzen Lochs befindest wirst Du reingezogen, weil keine Materie innerhalb der Ergosphäre ( der Abstand zum schwarzen Loch hängt von dessen Masse ab) stationär gehalten werden kann. Da Materie, also auch Du sich nicht gleich oder schneller als mit Lichtgeschwindigkeit bewegen kann kommt man aus dem schwarzen Loch nicht mehr heraus. Schwarze Löcher werden irgendwann zerstrahlen wenn die Temparatur des Universums unter der des schwarzen Loches absinkt. das wird aber noch eine Ewigkeit dauern.

Die Anziehungskraft des schwarzen Loches hat kein Ende, sondern sie nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. Sie ist ab einer gewissen Entfernung vielleicht nicht mehr messbar, weil sie von anderen Kräften überlagert wird.

Nee, da kommst nicht raus und der Gravitation kann man nur durch einen geeigneten stabilen Orbit entkommen.

Und ja, sie könen auch "sterben", nur ist das wahrscheinlich noch nie vorgekommen. 

Mike1999roil 14.08.2016, 16:32

Wie gruselig irgendwie dass noch einige da draußen sind😀

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Das kommt auf die Masse des Schwarzen Loches an! Das größte uns bekannte hat eine Masse von 17 Milliarden Sonnenmassen! Das ist soviel das nicht mehr in Kilometern gerechnet wird!

Mike1999roil 14.08.2016, 17:09

sonnenmassen? Also 17 Milliarden mal größer als unsere sonne?

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Mike1999roil 15.08.2016, 17:52

😲😲😲 alter Schwede 17mrd. Mal größer als die sonne, wenn man das auf einem Blatt der Größe nach sehen würde, das muss dann schon so groß sein wie ganz Deutschland. Also Blattmäßig

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SlowPhil 15.08.2016, 18:35

Nicht 17 Milliarden Mal größer, sondern 17 Milliarden Mal schwerer. Der Schwarzschildradius liegt damit bei etwas mehr als 50 Milliarden km (der der Sonne ist knapp 3km).

Da 3km etwa 10⁻⁵Ls sind (hoffe, ich habe die richtigen Zeichen codiert), sind das 5×10⁵ Ls, etwa eine Lichtwoche (1d=0,864×10⁵s).

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Wenn du erstmal über den Ereignishorizont hinweg bist, gibt's kein zurück mehr.

Eine fachlich ganz tolle detaillierte Antwort hast Du von "SlowPhil" schon vorab erhalten. Ich versuche mal die "Normalverbraucher" - Variante,wie ich es für mich als Laien - auch anhand Dokus - so verstehen würde:

Vorab - "Schwarze Löcher" sind bisher nur THEORETISCH existent:

1.) Ab wieviel KM man "angezogen" würde - hängt von der Stärke der 

     Schwerkraft (Gravitation) und der Geschwindigkeit sowie Masse

     Deines Körpers zusammen. Einen ca.-Wert anzugeben ist daher

     kaum möglich, auch weil ja praktische Erfahrungswerte fehlen.

2.) Man kommt zumindest nicht mehr in dem Zustand raus WO und WIE  

     man reinkommen wäre. Nach meiner eigenen Theorie könnte evtl.

     nur  "übrigbleibende" reine Essenz von BEWUSSTSEIN einen  

      möglichen höherdimensionalen "Ausweg" erreichen, wenn es 

     eine notwendige Überlichtgeschwindigkeit für den Übergang in 

     eine der "Bewusstseinsessenz" zuträgliche höherdimensionale 

      Existenzebene unbeschadet überstehen könnte (blanke Theorie !).

     Dort dürften die Gesetze der Physik sowie die Raum-Zeit keinerlei 

     Rollen mehr spielen, d.h. die Raum-Zeit ist "dort" nicht existent und

     die uns bekannten Gesetze der Physik sind "dort" nicht anwendbar.

     Selbst Begriffe wie "Anfang" und "Ende" haben dort keinen Bezug !

3.)  Das hängt mit der extremen starken Gravitation und der folglich

      entstehenden hohen Geschwindigkeit der angezogenen Masse

      bzw. folglich enstehender Energie bis zu folglich übrigbleibender    

       Bewusstseinsessenz (nur anhand meiner "wahnsinnigen" Theorie !)

       zusammen und dem folglichen höherdimensionalen Übergang.

       NICHTS in ein schwarzes Loch "fallendes" kommt  mehr in seinen 

       räumlich-zeitlichen Urzustand wieder zurück. Selbst das Licht nicht.

        Zumindest lauten so alle gängigen aktuellen Fach-Theorien.

       Ob das Entwichene wirklich dadurch VERLOREN geht - umstritten !

        Zumindest die "Einzelteile" der verlorengegangen "Information"

         des entwichenen Etwas sollen lt. neuesten theoretischen 

         Erkenntnissen doch NICHT verlorengehen. Das ist übrigens auch

         ein fundamentales oberes Gesetz in der (bisherigen) Physik.

         (Stephen Hawking hat da wohl doch mal danebengelegen !).

OHNE Gewähr auf detailliert zutreffende Richtigkeit - Man sollte alles praktisch mal "testen" und "schauen" wie, wo, wann man evtl. als was "herauskommt". Die Erinnerung an das Geschehene wäre wohl weg !!?

       

      

     

     

Einstein2016 16.08.2016, 11:00

Nachtrag zu Punkt 3)

Lt. Wissenschaft geht dem Schwarzen Loch in äußerst ferner

Zukunft irgendwann die Energie aus. Ich bin mir da nicht so

sicher, weil wir eben nicht genau wissen, was sich "innerhalb" des schwarzen Loches hinter dem "Ereignishorizont" wirklich

im Detail abspielt. Für gewisse spirituelle "Fachleute" sind Schwarze Löcher so etwas wie die "Stellschrauben Gottes",

welche er nutzen könnte, um ein Gleichgewicht von gewissen Abläufen im Universum (und darüber hinaus ?) zu erhalten. 

Falls zutreffend, ich glaube nicht dass Gott sich ggfs. die 

Energie dieser schwarzen Löcher irgendwann ausgehen lässt,

es sei denn "er" benötigt diese evtl. irgendwann nicht mehr.

Hört sich alles ziemlich "abgedreht" an, aber ist eben auch

so eine evtl. mögliche Theorie von sehr vielen Theorien.

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