Schwangerschaft und berufsverbot was nun?

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So aber was passiert jetzt?

Du musst diese Tätigkeit nicht mehr ausüben; der Arbeitgeber darf Dich aber mit anderen ("harmlosen") Tätigkeiten beauftragen, sofern getroffene Vereinbarungen (z.B. nach Deinem Arbeitsvertrag) das zulassen.

Muss ich was irgentwo was beantragen?

Nein.

Wie ist das mit dem Geld?

Du erhältst weiterhin "ganz normal" Dein Arbeitsentgelt, das er aber in vollem Umfang von der Krankenkasse erstattet bekommt - Du hast damit nichts und musst Dich diesbezüglich um nichts kümmern zu tun.

Der Arbeitgeber hat hier eine vom Mutterschutzgesetz MuSchG § 9 "Gestaltung der Arbeitsbedingungen; unverantwortbare Gefährdung" (und allgemein dem Arbeitsschutzgesetz ArbSchG § 5 "Beurteilung der Arbeitsbedingungen") vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung für eine schwangere Arbeitnehmerin vorzunehmen und gegebenenfalls ein generelles Beschäftigungsverbot (für bestimmte Tätigkeiten, für Arbeit mit bestimmten Stoffen) für sie auszusprechen.

Der Arzt spricht ein "individuelles" Beschäftigungsverbot aus, wenn die Arbeitnehmerin alleine aufgrund ihres individuellen Zustandes und/oder dem des Kindes bestimmte Tätigkeiten oder allgemein eine berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben darf.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Beruf/Ehrenamt, lange private Beschäftigung mit Arbeitsrecht

Dein Arbeitgeber ist nach Kenntnis der Schwangerschaft in die Pflicht genommen. Er muss auf Grundlage seiner Gefährdungsbeurteilung und meist in Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt oder der aufsichtführenden Behörde (z.B. Gewerbeaufsichtsamt) den Arbeitsplatz prüfen, anpassen oder gegebenenfalls ein arbeitsplatzbezogenes, generelles Beschäftigungsverbot (also ohne besonderes ärztliches Attest) aussprechen.

Darunter fallen z.B. Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, erhöhte Unfallgefahr, schweres Heben, ständiges Stehen, Akkordarbeit usw. Der Arbeitgeber kann die Schwangere auch in eine andere Abteilung (z.B. Büro) versetzen.

Ein individuelles Beschäftigungsverbot spricht der behandelnde Facharzt ganz oder teilweise per Attest aus und ist auf den persönlichen Gesundheitszustand der werdenden Mutter bezogen. Dabei muss noch kein krankhafter Zustand vorliegen, es genügt alleine die Möglichkeit eines Schadenseintrittes infolge der weiteren Beschäftigung. Dies trifft z.B. auch für psychische Belastungen am Arbeitsplatz, anhaltende Rückenschmerzen oder auch bei Übelkeit und Erbrechen zu.

Beim Beschäftigungsverbot hat die Schwangere gegen ihren Arbeitgeber Anspruch auf zeitlich unbegrenzte Zahlung des vollen Arbeitsentgelts (Mutterschutzlohn). Dieses bekommt der Arbeitgeber auf Antrag über das Umlageverfahren 2 (U2-Verfahren) von deiner Krankenkasse erstattet.

Alles Gute für dich und eine gesunde Schwangerschaft!

Woher ich das weiß:Beruf – Ich bin seit über 30 Jahren Hebamme

Ich finde es gut das dein Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht ernst nimmt und auf die Gesundheit seiner Mitarbeiter achtet. Du mußt unbedingt mit ihm spreche und zwar um zu klären ob er dich freistellt, dann erhältst du weiterhin Gehalt oder ob du eine Bescheinigung für ein Beschäftiungsverbot vom Arzt brauchst. Wenn du eine Bescheinigung brauchst, geh zu deinem Gynäkologen, der stellt Dir eine Bescheinigung für ein Berschäftigungsverbot während der Schwangerschaft aus. Du erhältst sechs Wochen Gehalt und danach Krankengeld.

Ein Beschäftigungsverbot vom Gynäkologen darf ausschließlich aus gesundheitlichen Gründen erteilt werden, wenn der AG allerdings die Bedingungen zum Mutterschutz nicht einhalten kann, muss er dies erteilen. In diesem Fall hat der Gynäkologe absolut nichts damit zu tun.

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Du erhältst sechs Wochen Gehalt und danach Krankengeld.

Nein.

Gleichgültig, ob der Arbeitgeber ein generelles (aufgrund der von der Arbeitnehmerin auszuübenden Tätigkeit oder ihrem Umgang mit bestimmten Stoffen) oder der Arzt ein individuelles (aufgrund der individuellen - körperliche - Situation der Arbeitnehmerin und des Kindes) Beschäftigungsverbot ausspricht:

Die Arbeitnehmerin erhält weiterhin ihr Entgelt vom Arbeitgeber, das der wiederum von der Krankenkasse in vollem Umfang erstattet bekommt.

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Wenn du ein Berufsverbot benötigst, dann zahlt die Krankenkasse dein normales Gehalt weiter. Da bist du also abgesichert. Ich würde mich in diesem Fall erst mal selbst an die Krankenkasse wenden und dort erfragen wie genau du dich verhalten sollst.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – 3 mal schwanger inkl. Fehlgeburt

Der AG zahlt den Lohn. Die Krankenkasse erstattet es dem AG dann, damit hat die Fragestellerin nichts am Hut, was zwischen AG und KK läuft.

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Nur ein Arzt kann ein Berufsverbot aussprechen, Dein Arbeitgeber kann es nicht. Er kann Dich aber an einer Stelle einsetzen, die für Dich weniger gefährlich ist.

Optional kannst Du natürlich auch zu Deinem Frauenarzt gehen. Der kann ein Berufsverbot aussprechen.

Sicher kann der Arbeitgeber das. Beschäftigungsverbote spricht der Arzt aus, wenn es gesundheitliche Indikatoren gibt. Der Arbeitgeber, wenn der Arbeitsplatz nicht mit dem MuSchuG konform ist. Damit hat der Arzt nichts zutun.

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Das ist falsch.

Der Arbeitgeber muss nach dem Mutterschutzgesetz MuSchG ein "generelles" Beschäftigungsverbot aussprechen, wenn eine Arbeitnehmerin alleine aufgrund der Tatsache ihrer Schwangerschaft - ganz unabhängig von ihrem individuellen Zustand und dem des Kindes - generell bestimmte Tätigkeiten nicht mehr ausüben (z.B Arbeit mit Patienten, schweres Heben usw.) oder nicht mehr mit bestimmten Arbeitsmaterialien (z.B. schädliche Stoffe bei Reinigungskräften, Laborarbeiten mit Keimen usw.) arbeiten darf. Der Arbietgeber darf die Arbeitnehmerin dann aber selbstverständlich mit anderen ("harmlosen") Tätigkeiten beauftragen, sofern getroffene Vereinbarungen (z.B. nach dem Arbeitsvertrag) das zulassen.

Der Arzt spricht ein "individuelles" Beschäftigungsverbot aus, wenn die Arbeitnehmerin alleine aufgrund ihres individuellen Zustandes und/oder dem des Kindes bestimmte Tätigkeiten oder generell eine berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben darf.

Es wird übrigens kein Berufsverbot ausgesprochen, sondern ein Beschäftigungsverbot.

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