Schwangerschaft Beurlaubung / Beschäftigungsverbot?

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2 Antworten


Das Mutterschutzgesetz unterscheidet zwischen generellen, individuellen und absoluten Beschäftigungsverboten während der Schwangerschaft.

Generelle Beschäftigungsverbote gelten für alle werdenden und stillenden Mütter ohne besonderes ärztliches Attest. Darunter fallen (nach § 4 MuSchG) z. B. Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, erhöhte Unfallgefahr, schweres Heben, ständiges Stehen, Akkordarbeit usw.

Ein individuelles Beschäftigungsverbot spricht der behandelnde Facharzt ganz oder teilweise per Attest aus und ist auf den persönlichen Gesundheitszustand der werdenden Mutter bezogen (§ 3 Abs. 1 MuSchG). Dabei muss noch kein krankhafter Zustand vorliegen, es genügt alleine die Möglichkeit eines Schadenseintrittes infolge der weiteren Beschäftigung. Dies trifft z.B. auch für psychische Belastungen am Arbeitsplatz, anhaltende Rückenschmerzen oder auch bei Übelkeit und Erbrechen zu.

Das Attest beim individuelles BV ist klar abzufassen. Es muss neben der Rechtsgrundlage die voraussichtliche Geltungsdauer („zunächst bis ...“) enthalten.

Der Facharzt kann auch den Umfang, d.h. die begrenzte Arbeitsmenge („nicht mehr als ... Arbeitsstunden pro Tag“) bzw. die Art der untersagten Tätigkeit möglichst genau und mit allgemein verständlichen Angaben darstellen. Es ist auch möglich, darzustellen, welche Art von Tätigkeit die Schwangere ausüben darf (Positivliste).

Im Gegensatz zum individuellen wird das arbeitsplatzbezogene generelle Beschäftigungsverbot somit nicht vom betreuenden Arzt, sondern vom Arbeitgeber auf Grundlage „seiner“ Gefährdungsbeurteilung und meist in Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt oder der aufsichtführenden Behörde ausgesprochen (z.B. Gewerbeaufsichtsamt).

Wird ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen, hat die werdende Mutter gegen ihren Arbeitgeber nach § 11 Absatz 1 Satz 1 MuSchG Anspruch auf zeitlich unbegrenzte Zahlung des vollen Arbeitsentgelts (Mutterschutzlohn). Dieses bekommt der Arbeitgeber auf Antrag über das Umlageverfahren 2 (U2-Verfahren) von der Krankenkasse der werdenden Mutter erstattet.

Alles Gute für dich und eine gesunde und tolle Schwangerschaft und Geburt!




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Kommentar von curso2
13.03.2016, 19:44

Danke sehr, d.h. mein Arbeitgeber spricht für mich einen Beschäftigungsverbot aus und wird auch das volle Gehalt bezahlen? Ich versteh nur nicht, warum er Schwangerschaft Urlaub gesagt hat ....

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Ich würde nochmal zum FA gehen der soll dir das Ausstellen. Das ist nur ein Blatt Papier und du tust dir ja wirklich schwer zu arbeiten.  Beim Beschäftigungsverbot bekommst du dein volles Gehalt und dein AG holt es soch von der Krankenkasse zurück.  Bei Beurlaubung ist die Bezahlung nocht gesetzlich gleich hoch wie der Lohn es kann also auch sein dass du nur die Hälfte bekommst. 

Habe selbst Beschäftigungsverbot bekommen ist ne Prima sache fur dich UND  für den AG denn er hat keine Kosten

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