Schwangerschaft bei Ag verschweigen?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Du bist nicht verpflichtet, deinen Arbeitgeber über deine Schwangerschaft in Kenntnis zu setzen.

Jedoch unterliegst du dann natürlich auch (noch) nicht dem Mutterschutzgesetz.

Ich persönlich habe nach eigener Risikoabwägung meine Schwangerschaften erst ca. in der 20.SSW meinem AG mitgeteilt und bis dahin weiterhin im Schichtdienst (Nacht/Wochenend/Feiertag) und mit potentiell infektiösem Material (Blut, Fruchtwasser...) etc. gearbeitet.

Eine Kollegin von mir hat sogar erst rund einen Monat vor dem Mutterschutz die Schwangerschaft gemeldet und bis dahin ihren Bauch versteckt.

Du musst deine Gründe nicht erklären und hast auch keine Repressalien zu befürchten.

An deiner Stelle würde ich mich aber nicht erst einen Tag vor dem Mutterschutz offenbaren und mich in denselbigen verabschieden, denn dein AG sollte schon die Möglichkeit haben, für Ersatz zu sorgen und den Dienstplan frühzeitig umzugestalten.

Alles Gute für dich und eine gesunde Schwangerschaft und schöne Geburt!

Laut Gesetz hast du deinem AG jetzt schon zu sagen, daß du schwanger bist.

Das bis zur 12. Woche das Risiko hoch ist, das Kind zu verlieren, habe ich großes Verständnis dafür, wenn du es noch nicht tust.

Alle Risiken gehen aber dann zu deinen Lasten. Der AG ist nur dann in der Pflicht, wenn du dich ihm offenbarst.

Ich weiß aber von einigen Arbeitskolleginnen meiner Schwester, daß sie den Zeitpunkt der Mitteilung herausgezögert haben, damit sie weiter arbeiten konnten (Krankenhaus, Hebamme+Intensivstation mit OP- und Anästhesiediensten, sowie Schichtdiensten).

Laut Gesetz hast du deinem AG jetzt schon zu sagen, daß du schwanger bist.

Dann nenne doch mal die gesetzliche Bestimmung, die das angeblich als ein "Muss" vorschreibt.

Die Bestimmung, die Du möglicherweise meinst (Mutterschutzgesetz MuSchG § 5 "Mitteilungspflicht, ärztliches Zeugnis" Abs. 1 Satz 1), ist lediglich eine "Soll"-Bestimmung!

Selbstverständlich ist es richtig, dass ohne Mitteilung die mutterschutzrechtlichen Schutzbestimmungen nicht "greifen".

4
@Familiengerd

Das Wort "soll" hat lediglich Aufforderungscharakter, das ist mir schon klar. Ich wollte darauf hinaus, daß ein möglicher Verlust des ungeborenen Kindes aufgrund des Verschweigens der Schwangerschaft dann voll zu Lasten der Mutter geht.

Ist immer eine schwierige Lage. Ich habe eine Kollegin, die ich aus dem Rennen genommen habe, weil sie schwanger war und aufgrund eines vorherigen Verlustes so in Sorge war, daß sie es aufgrund der Arbeit verliert. Ich erteilte also ein Arbeitsverbot, geholfen hat es leider nicht. Sie verlor ihr Kind.

0
@michi57319

Leider bedeutet die Tatsache einer Schwangerschaft für die betroffenen Arbeitnehmerinnen viel zu oft eine stressige, angstbesetzte Situation, weil ihren Arbeitgebern jegliches Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Situation der Frauen fehlt.

Der Versuch, eine Information an den Arbeitgeber so lange als möglich hinaus zu zögern, ist darum nur zu verständlich - vielleicht ist das auch ein Grund für die "Soll"- statt einer "Muss"-Bestimmung.

2
@Familiengerd

Danke. Ich habe mich schon öfter mal gefragt, warum die Gesetzgebung an dieser Stelle so schwammig bleibt.

Ich habe eine weitere Kollegin, die kurz vor dem Mutterschutz nicht mehr kann. Meine Empfehlung an sie war, daß sie mir eine AU einreicht, dann ist sie bezahlt raus.

Wenn ich mir die vielen Fälle so anhöre und darüber lese, scheine ich ein Alien in der Unternehmerwelt zu sein.....

0
@michi57319

Die Geschichte der Arbeitsbeziehungen ist leider auch (aber zum Glück nicht nur) eine Geschichte der Unterdrückung, Erniedrigung, Ausnutzung, Abhängigkeit.

2
@Familiengerd

Augenhöhe ist doch wichtig, damit alles super läuft. So ist zumindest meine Erfahrung. Klar gibt es faule Pocken, die Gesetze für sich ausnutzen. Aber das liegt doch im Promillbereich. Geben und Nehmen, Anerkennung, Freiheit. Das sind meine Standpunkte.

1
@michi57319

Augenhöhe ist doch wichtig

... aber leider und tatsächlich meist Illusion.

Das Arbeitsverhältnis ist keine gleichberechtigte Rechtsbeziehung "auf Augenhöhe".

Das kommt auch in den gesetzlichen Vorschriften des BGB zu den Kündigungsfristen zum Ausdruck, die im Wesentlichen eine Schutzfunktion für den Arbeitnehmer aufgrund seiner tatsächlichen wirtschaftlichen Abhängigkeit vom Arbeitgeber darstellen.

Aber selbstverständlich gehört ein "Geben und Nehmen" zu einer funktionierenden Arbeitsbeziehung.

2
@Familiengerd

Naja, bislang waren es die Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund persönlicher Schwierigkeiten darum gebeten haben, ziemlich sofort gehen zu dürfen. Reisende soll man nicht aufhalten und was kann ich schon an Pflichterfüllung erwarten, wenn jemand sehr begründet den Kopf woanders hat? Bei uns sind 14 Tage die Frist, um zu gehen. Beidseitig. Erst ab 5 Jahren Zugehörigkeit sind es 4 Wochen für mich, für den AN ändert sich nichts.

Natürlich reißt es eine Lücke, natürlich habe ich ein Problem. Aber wenn die Eltern nicht mehr ohne Pflege können, das Kind schwerstkrank ist, jemand ausgebrannt ist und den Nebenjob nicht mehr erfüllen kann, jemand aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht mehr kann, lass ich denjenigen sofort gehen. Die Alternative wäre, daß er auch sofort weg ist, aber mit AU. Weg ist weg, einige kamen wieder, die z.B. die Eltern gepflegt haben, die jetzt leider verstorben sind.

Eine Lösung in beiderseitigem Einvernehmen ist mir immer wichtig. Weil es ganz häufig das Geben und Nehmen betrifft und man eine Tür nur in den seltensten Fällen ganz zuschlagen sollte.

Menschlichkeit und Verständnis, das habe ich noch vergessen, zu erwähnen. Weitere zwei ganz wichtige Punkte in der Zusammenarbeit mit Menschen.

1
@michi57319

Nun leider ist das in dem Betrieb in dem ich nun arbeite anders. Mitarbeiter werden gekündigt aus nicht nachvollziehbaren Gründen und das wird ihnen nicht persönlich gesagt, sondern da geht man mit mehreren Leuten zur Wohnung des Betroffenen und wirft die Kündigung in den Briefkasten. Einem persönlichen Gespräch wird aus dem weg gegangen und das ist nun schon so oft passiert das ich echt Angst habe um meinen Job. 

Ich habe auch nur einen jahresvertrag und selbst wenn ich während des mutterschutz bleibe, danach bin ich sicher auch unfreiwillig dort weg.

Wenn ich nun zeige das ich so lang es geht durchhalten will obwohl es in der Pflege ist, hab ich einen geringen funken Hoffnung das ich einen folgevertrag bekomme. Nur schaffe ich tagdienst einfach nicht, daher kann ich mit dem Chef darüber auch nicht sprechen.

0
@Renke93

Merk dir bitte eines: Gedankt bekommst du deinen Einsatzwillen in diesem Unternehmen nie! Daher achte eher auf dich und riskiere nicht dein Kind für diesen Job.

2

früher oder später wird das sowieso heraus kommen und wenn du einen Arbeitsunfall haben solltest bezweifel ich das es die Versicherung dann bezahlt also die Berufsgenossenschaft.

Also bis zur 12.ssw wartet man ja so oder so ab im Normalfall. Und das mit der Versicherung ist nachvollziehbar aber die Gefahr eines Unfalls ist ja überschaubar nur hab ich echt ein schlechtes Gewissen. Aber sobald ich die Ss bekannt gebe kann ich eben nicht mehr im Nd arbeiten und tagdienst ist wirklich viel anstrengender und stressiger also meines Erachtens nach ungeeigneter 

0

Was möchtest Du wissen?