Schwangerschaft Arzt verklagen?

... komplette Frage anzeigen

19 Antworten

Moin,

Nein, eine Klage wird da nicht möglich sein.

Das hat einerseits damit zu tun, dass sowohl der verschreibende Arzt als auch der Medikamentenhersteller durch die Vermerke auf der Patienteninformation des Medikaments schonmal rechtlich abgedeckt sind (da dort sehr sicher die Wechselwirkung eingetragen ist), andererseits daran, dass ihr nicht genau nachweisen könnt, dass das Johanniskraut wirklich der Verursacher des Ganzen war.

Es gibt in der Tat Hinweise darauf, dass Johanniskraut die Wirkung einschränkt - aber das an sich ist noch kein Beweis dafür, dass es der Auslöser war.

Ihr habt für den Schwangerschaftsabbruch ja vermutlich nichts bezahlen müssen - daher ist erstmal schonmal kein finanzieller Schaden entstanden; die Schwangerschaft an sich wäre vermutlich sowieso nicht als Schaden klagefähig (wie hier schon mehrfach beschrieben wurde, https://de.wikipedia.org/wiki/Kind_als_Schaden), da ihr sowieso einen Schwangerschaftsabbruch habt vornehmen lassen.

Schwangerschaftsabbrüche sind üblicherweise psychisch kein Problem - psychische Probleme rühren meist daher, dass auf die Schwangere (vor oder auch nach dem Abbruch) psychischer Druck von außen ausgeübt wird (im Sinne von "Abtreibung ist Mord!" oder Ähnlichem)

Es ist wichtig, dass du für sie da bist und sie unterstützst - dann werden die psychischen Folgen nach einer Abtreibung kaum ins Gewicht fallen. (http://www.svss-uspda.ch/de/facts/mythen.htm)

Viel Erfolg!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von CalicoSkies
08.02.2016, 16:16

PS: Was ich nicht verstehe ist die Tatsache, dass der Arzt überhaupt Johanniskraut gegen Magenprobleme verschrieben hat - da es ja gar nicht so wirkt (?)

Kann es vielleicht sein, dass deine Freundin an psychischen Problemen leidet und deswegen das Johanniskraut als natürliches Antidepressivum verschrieben bekommen hat?

Hast du darüber mal mit ihr gesprochen?

7

Ich gehe nicht davon aus, dass der Arzt deiner Freundin Johanniskraut (hat nichts mit Johannisbeeren zu tun) gegen Magenschmerzen verschreiben hat. Das ist ein Medikament gegen leichte bis mittelschwere Depressionen.

Und sebstverständlich musst du als Patient/in deinem Hausarzt sagen, dass du andere Medikamente (wie die Pille) nimmst, und nach eventuellen Wechselwirkungen fragen. Die Pille wurde ja vermutlich von der Frauenärztin verschrieben, das kann der Hausarzt nicht wissen.

Außerdem ist es allen Patienten zuzumuten (und dringend angeraten) vor Beginn einer Medikamenteneinnahme den Beipackzettel sorgfältig zu lesen. Spätestens da hätte deine Freundin hellhörig werden und den Hausarzt deswegen nochmal anrufen müssen.

Mit anderen Worten: Eine Klage könnt ihr vergessen. Deine Freundin hat sowieso keinen Schaden erlitten, da eine Schwangerschaft kein Schaden ist, und der Abbruch ist ihre eigene Entscheidung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich werd aus deiner Frage nicht ganz klug. Hat sie denn nun die Schwangerschaft bereits abgebrochen oder hat sie erst einen Termin?

Und was würde eure Zukunft zerstören? wenn sie das Kind bekommt oder wenn sie abtreibt?

Und für was soll der Schadenersatz/das Schmerzensgeld sein: dass sie einen Abbruch machen will? Müssen tut sie ja nicht.

wir wollen das nicht so auf uns sitzen lassen, nur weil der Arzt sie darüber informiert hat, dass sie womöglich für immer einen psychischen Schaden davon trägt

Da hat sich der Arzt - war das der Arzt, zu dem sie wegen des Schwangerschaftsabbruchs geht oder derjenige mit dem Johannisbeerkraut? - wohl unklar ausgedrückt oder wurde falsch verstanden. Frauen, die sich von sich aus, ohne fremden Druck, und ohne bereits vorher psychisch labil gewesen zu sein, einem Abbruch unterziehen, tragen kaum je ernste, und schon gar nicht lebenslang andauernde psychische Folgen davon. Da solltet ihr euch nicht von Anti-Abtreibungs-Websites irre machen lassen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von CalicoSkies
08.02.2016, 15:55

Da solltet ihr euch nicht von Anti-Abtreibungs-Websites irre machen lassen.

DH!

1

Da habt ihr kaum eine Chance.

  1. Ist nicht nachweisbar, dass es 100%ig an der Einnahme von Johanniskraut lag. Die Pille hat immer eine geringe Fehlerquote. Auch wäre es möglich, dass deine Freundin die Pille falsch eingenommen hat. Ihr müsst die Schuld eindeutig nachweisen.
  2. Ist es die Pflicht deiner Freundin die Packungsbeilage zu lesen. Der Arzt kann unmöglich über alle Neben- und Wechselwirkungen aufklären. Hat deine Freundin konkret nach Wechselwirkungen gefragt?
  3. Betrachten deutsche Gerichte ein Kind nicht als Schaden.
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Johanniskraut ist normalerweise nicht zur Therapie von Magenschmerzen indiziert. Ich kenne das nur bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen. 

Was ihr da rechtlich erreichen könnt wüsste ich allerdings nicht. 

Theoretisch steht ja über Wechselwirkungen auch alles im Beipackzettel. 

Würde mich da vll mal an eine geeignete Stelle wenden und nachfragen, was sich machen lässt. Bei nem Rechtsanwalt kann man ja mal nach den Kosten einer entsprechenden Rechtsberatung fragen und dann weiterschauen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

wurde aber nicht über die Wechselwirkungen mit der Pille informiert.

wurde ich bisher auch nur rudimentär. Ist aber durchaus nachvollziehbar. Der Arzt kann nicht jede noch so kleine Wechselwirkung der Medikamente kennen. Etwas Selbstverantwortung sollte auch der Patient zeigen und sich den Beipackzettel durchlesen. 

Ich glaube nicht, dass ihr auch nur die kleinste Chance habt, gegen den johanniskrautverschreibenden Arzt vorzugehen. Es muss zumindest eine entscheidende Kausalität zwischen Ärztehandeln und den psychischen Schäden bestehen. Das sehe ich nicht.  

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

das dürfte nicht funktionieren. sie müsste da nachweisen das sie dem arzt sagte welche pille sie nimmt und das kein kinderwunsch besteht.

weiterhin müsste sie nachweisen das sie ohne das johanniskraut nicht schwanger geworden wäre. das dürfte unmöglich sein

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein, da sie in der Packungsbeilage vom Johannisbeerkraut (Tabletten, Tropfen, was auch immer sie genommen hat) hätte nachlesen können, dass dieses die Wirkung der Pille herabsetzt oder gar verhindert. Da kann ja der Arzt nichts für. Er hätte ihr sicher auch gesagt, dass das sich nicht miteinander verträgt, wenn sie ihm gesagt hätte, dass sie die Pille nimmt.

Ich nehm nicht mal die Pille und weiß, dass diese nicht wirkt, wenn man Johannisbeerkraut nimmt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das geht aus mehreren Gründen nicht. Erstens kann die Schwangerschaft auch anders entstanden sein. Sie kann wohl eher NICHT nachweisen, daß sie keine Pille vergessen hat.

Wechselwirkungen KÖNNEN auftreten, müssen es aber nicht. Außerdem ist JEDER verpflichtet, seinen Beipackzettel zu lesen. Das Mittel gehört auch nicht zu den Medikamenten. Da sähe es etwas anders aus.

Was bedeutet denn "bekommen"? Er hat es ihr wohl kaum in die Hand gedrückt. Ein Rezept braucht dieses Mittel nicht. Er mag es empfohlen haben ... es war also ein RAT ... wer ihn befolgt, der prüfe selbst.

Ganz abgesehen von alldem kann ich nicht nachvollziehen, wie nun GELD den psychischen Schaden verhindern soll.

Gruß S.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es ist klar, das für Frauen das sehr schwer ist, abzutreiben etc, die frage ist nur, inwiefern man nachweisen kann, das er nicht darauf hingewiesen hat. Aussage gegen Aussage vermutlich, da sie ja bestimmt alleine beim Arzt war.

Denke daher ist es eh unmöglich dem Arzt was vorwerfen zu können. Zumal ja auch nachgewiesen werden müsste, das es wirklich daran lag und nicht an schlechter Verhütung. Auch die Pille allein schütz nie 100 Prozentig.

Außerdem gibt es die Packungsbeilage die man immer lesen sollte. Der Arzt hat da keine Verantwortung, denn das lesen sollte man schon selber können.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wahrscheinlich ist rechtlich nichts zu erreichen.

Denn eine Schwangerschaft als Schaden einzuordnen würde bedeuten, ein Kind als Schaden anzusehen.

Das ist aber höchstrichterlich zumindest nicht beliebt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kind_als_Schaden#Rechtliche_Behandlung_in_Deutschland

"Der ersatzfähige Schaden ist hierbei nicht das Kind als solches, da die Würde des Menschen, die aus Art. 1 GG folgt, es verbietet das Kind als Schadensposten einzuordnen, wie das Bundesverfassungsgericht in einem obiter dictum klarstellte.[2] Jedoch stellen die Unterhaltskosten eines nicht geplanten Kindes einen ersatzfähigen Schaden dar, da lediglich nach § 249 BGB zwei Vermögenslagen miteinander verglichen werden (Differenzhypothese).[3]
Hierbei ist nicht zwischen den behinderungsbedingten Mehrkosten und den
Kosten für ein nicht behindertes Kind zu unterscheiden, da diese Kosten
nicht teilbar seien."

Hieße, die Schwangerschaft als solches ist ebenfalls nicht als Schaden anzusehen.

Ferner würde deine Freundin wenn vermutlich nach Beratungsregelung abtreiben. Eine solche Abtreibung ist aber lediglich straffrei, aber immer noch rechtswidrig.

Das Argument man hat von einer rechtswidrigen Handlung Schaden erlitten für den nun ein dritter aufkommen soll, wäre sehr angreifbar, da wer das Recht bricht sich kaum darüber beschweren kann, wenn er/sie dabei Schaden erleidet.

Ferner ist sowohl der Kausalzusammenhang zwischen der Behandlung des Arztes und dem Eintritt der Schwangerschaft als auch dem Kausalzusammenhang zwischen Schwangerschaft und "abtreiben müssen". Ca. 50% der ungeplant schwangeren entscheiden sich für ihr Kind. Damit ist unklar, wie es dem Arzt angelastet werden sollte, der hat ja nicht in der Hand wie deine Freundin entscheidet.

Am ehesten gäbe es vielleicht eine Chance, den Arzt auf Unterhalt nach Geburt des Kindes zu klagen, also dass du ihn verklagst; denn dies als Schaden wird gerichtlich akzeptiert (siehe wikiartikel oben). Aber die wäre auch nicht groß.

Warum muss es eigentlich eine Abtreibung sein? Den Termin zur Abtreibung kann sie auch wieder absagen, entsprechende Ärzte sind das gewohnt, es sind sogar Frauen schon vom Behandlungstisch aufgestanden.

Versuch doch nochmal mit ihr zu sprechen. Wenn sie durch Abtreibung traumatisiert werden könnte (was du ja andeutest), wäre ein "Ja" zu eurem Kind vielleicht sogar für euch beide besser.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich wurde an der Nase operiert im Sep. Dort wurde, Blut abgenommen und alles drum und dran. Und im Oktober erfahre ich das iCh in der 8 SSW bin und leider eine Fehlgeburt gerade erlitten habe. Ich wusste nicht das ich schwanger bin 0 Anzeichen und die Periode gehabt! Meinst du man kann den das nachweisen vergiss es, halten alle zsm! Aber versucht euer Glück. Viel Glück 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hat sie denn nachweislich dem Arzt gesagt, daß sie die Pille nimmt? Und wurde sie dann trotzdem nicht aufgeklärt? Ich hab mir spontan 2 Beipackzettel im Internet gesucht. In beiden war ein deutlicher (!) Hinweis auf die mögliche Wirkungsminderung der Pille! Selbst schuld, würde ich sagen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Pfaffenhofener
08.02.2016, 16:46

Loool, jeder der auf die ensprechenden Informationen in der Packungsbeilage hingewiesen hat, hat eine negative Bewertung bekommen... 😜  Seelig die im Geiste Armen... 😂

2

Schadensersatz, weil der Arzt ihr Johanniskraut gegen Magenschmerzen verschrieben hat, was dann die Wirkung der Pille aufgehoben hat?  Den gibt es ganz bestimmt nicht !

wir wollen das nicht so auf uns sitzen lassen, nur weil der Arzt sie
darüber informiert hat, dass sie womöglich für immer einen psychischen
Schaden davon trägt ..

eine ziemlich unklare Ausdrucksweise, die weitere Fragen aufwirft: Sind damit psychische Schäden nach einer Abtreibung gemeint? Wenn ja, was ist daran verwerflich? Auch wenn Abtreibungsbefürworter immer wieder verlautbaren, dass eine Abtreibung nicht zu psychischen Schäden führt, ist die Realität eine andere und es ist verantwortungsvoll, die Frau darauf hinzuweisen.

Wie schon Waldfrosch richtig gesagt hat, ist Enthaltsamkeit das Mittel der Wahl, um dieses "Szenario" zuverlässig zu vermeiden und wer das nicht will, muss die Verantwortung dafür übernehmen, nicht der Arzt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von CalicoSkies
08.02.2016, 16:01

Auch wenn Abtreibungsbefürworter immer wieder verlautbaren, dass eine Abtreibung nicht zu psychischen Schäden führt, ist die Realität eine andere

Medizinische Studien bilden die Realität ab.

Einerseits wird versucht, eine möglichst hohe, repräsentative Anzahl an Studienteilnehmern zu finden - und aufgrund Peer Review ist sichergestellt, dass die wissenschaftliche Methodik eingehalten wurde.

Die Studienlage mag umstritten sein, aber derart plump ("Nicht die Realität") Studienergebnisse abzutun halte ich für extrem falsch.

Ein Schwangerschaftsabbruch kann zu psychischer Problematik führen - allerdings nicht mit einer derart hohen Inzidenz, wie zuweilen behauptet wird.

2

Was steht denn im Beipackzettel von der Pille? Wenn dort auf diese Wechselwirkung hingewiesen wird, muß das doch der Arzt nicht mehr machen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ihr könnt wahrscheinlich gar nix erreichen, da alles im Beipackzettel stehen müsste !
Und selbst wenn ... Kein Geld der Welt wird den psychischen Schaden deiner Freundin reparieren können !

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo

Hat sie dem Arzt denn gesagt, dass sie die Pille nimmt?

Ich denke nicht, dass Ihr mit einer Schadenersatzklage Erfolg hättet.

Zudem denke ich auch nicht, dass sie psychischen Schaden von einer Abtreibung davonträgt. Sie hat sich selber dafür entschieden, ohne Zwang.

Wünsche Euch alles Gute.

Freundlichen Gruss

tm

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Keine Chance, da es in jeder Packungsbeilage steht, dass Johanniskraut nicht in zusammen mit der Pille genommen werden kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Und als nächstens wird dann wohl der Arzt verklagt der die Abtreibung vorgenommen hat ? 

Es gibt auch im Jahr 2016 nur ein einziges 100 %sicheres Verhütungsmittel und das ist nicht die Pille sondern   die Enthaltsamkeit.

Eine Kind ist immer ein Segen  und kein Schaden ,man muss es nur erkennen .

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von CalicoSkies
08.02.2016, 15:07

Es gibt auch im Jahr 2016 nur ein einziges 100% sicheres Verhütungsmittel und das ist nicht die Pille sondern   die Enthaltsamkeit.

Es gibt auch nur ein 100% sicheres Mittel gegen Lebensmittelvergiftungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten  - nämlich der komplette Verzicht auf Essen.

Wie du aber vermutlich selbst einsiehst, ist aber Beides nicht machbar - ein Mensch ist für Enthaltsamkeit nicht "ausgelegt". Längere Enthaltsamkeit (weder Sex noch Selbstbefriedigung) kann bei Männern bspw. zu Prostataproblemen oder Impotenz und bei beiden Geschlechtern zu zahlreichen anderen Problemen (insb. Depressionen und andere psychische Nachfolgen) führen...

3
Kommentar von CalicoSkies
08.02.2016, 15:09

PS: 

Du hast Unrecht - ich bin beispielsweise homosexuell, was eine Schwangerschaft auch völlig ausschließt...

Homosexualität ist also auch ein 100% sicheres Verhütungsmittel 😎

4

Was möchtest Du wissen?