Schwanger, vom Freund in Stich gelassen, mit bester Freundin zusammen ziehen?

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7 Antworten

  • Also ich glaube, du solltest dich mal zurücklehnen, tief durchatmen und alles in Ruhe durchdenken. Finde klare Begriffe für die aktuelle Lage und bleibe ganz eng an der Wirklichkeit, steigere dich nicht hinein und ziehe keine voreiligen Schlüsse.
  • Dein Freund hat dich bisher NICHT im Stich gelassen. Er hat dich nicht verlassen, ihr wohnt noch zusammen, er liebt dich, du liebst ihn. Ihr habt nur eine unterschiedliche Meinung zur ungewollten Schwangerschaft -- die ja für euch beide ungewollt ist, oder? Warum sollte er das nicht klar sagen dürfen und genau so eine klare Haltung für den Abbruch der ungewollten Schwangerschaft haben wie du für das Austragen der Schwangerschaft? Beides sind legitime Meinungen und wenn ihr beide Eltern und ein dauerhaftes Paar werdet, dann müsst ihr noch ganz oft mit Meinungsverschiedenheiten klarkommen. 
  • Beide eure Meinungen sind möglich und gerechtfertigt Du hast dich mit der ungewollten Schwangerschaft abgefunden und denkst schon an ein "Kind" (obwohl es noch ein ganz, ganz kleiner Embryo wie ein Erdnussflip ist) und er kann sich noch nicht vorstellen Vater zu werden, und würde die Schwangerschaft am liebsten abbrechen. Ihr solltet euch beide keinen gegenseitigen Vorwürfe machen, sondern zusammen kuscheln, euch lieb haben und alle Vorteile und Nachteile besprechen -- ganz offen und ohne allzu feste vorgefertigte Meinungen.
  • In Deutschland hat jede Frau die freie Wahl, eine Schwangerschaft auszutragen oder abzubrechen. Diese freie Wahl sollte sie nutzen und dabei ihre Lebensziele und Lebensplanung, ihre eigenen Ansichten und Wertvorstellungen, ihre wirtschaftliche Lage und die eventuelle familiäre Zukunft und Partnerschaft berücksichtigen. Schwangerschaftsabbrüche sind immer eilig. In Deutschland gilt die strenge Fristenlösung, nach der Abbrüche nur bis zur 12. Woche nach Empfängnis erlaubt sind. Auch du hättest diese Möglichkeit und solltest zumindest mal ernsthaft drüber nachdenken, ob du ein Kind wirklich jetzt willst.
  • Zurück zur Wohnsituation: Selbstverständlich kann man auch in eurer Wohnung ein Kind großziehen. Zig Millionen Deutsche haben vor 100 Jahren weniger zur Verfügung gehabt. Die Ansprüche heute sind groß, klar, aber gehen würde es. Sieh nicht immer gleich schwarz, sondern eher die Herausforderung. 
  • Wenn du die Schwangerschaft wirklich austrägst, dann wäre es das beste für dich und dein Kind, wenn der Vater bei euch wohnen würde und ihr eine intakte Familie bilden würdet. Verlasse ihn nicht, sondern findet eine Lösung zusammen. Er liebt dich, du liebst ihn -- das ist doch eine optimale Voraussetzung. Setze das nicht aufs Spiel. Es geht nicht immer alles genau nach deinem Willen und er muss nicht begeistert sein über eine ungewollte Schwangerschaft.
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Zuerst einmal ist es ganz allein DEINE Entscheidung, ob du das Kind bekommst und die ist, denke ich bereits gefallen. Gehe in eine Beratungsstelle (Caritas, Pro Familia) und lass dich beraten. Wenn du dir sicher bist, dass das Kind auf die Welt kommen soll, dann such dir gleich eine gute Hebamme, die begleitet dich bis über die Geburt hinaus und wird dir eine große Hilfe sein.

Dein Freund hat Angst vor der Verantwortung, das ist normal und nachvollziehbar, aber muss dich unterstützen - zumindest materiell, denn er hat das Kind mit dir zusammen gemacht - er ist nicht der Erste und wird nicht der Letzte sein, dem das passiert... Wenn das Würmchen da ist, wird er es lieben, hoffe ich. Auch deine Eltern werden dir beistehen. Viel Glück!

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Du solltest Dich für das Kind und gegen Deinen Freund entscheiden. Wahrscheinlich wird die Beziehung mit Kind oder ohne Kind in die Brüche gehen bei seiner Einstellung. Du solltest auch für den Anfang wieder zurück nach Hause ziehen. Deine Eltern werden Dir schon weiter helfen. Es wird für Dich nicht einfach werden, Ausbildung und Schwangerschaft unter einen Hut zu bringen, aber da musst Du jetzt durch.

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Sucht Euch gemeinsam eine größere  Wohnung.  Ihr seid beide für das Kind verantwortlich . Schließe ihn als Vater nicht aus.

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Kommentar von LinaCoohn
28.01.2016, 13:50

Ich möchte ihn nicht ausschließen aber er sagt, wenn ich das Kind bekomme werde ich alleine da stehen ..

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Kommentar von Timodius
28.01.2016, 13:51

Gib Ihm Zeit sich an den Gedanken zu gewöhnen das er Vater wird.

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Kommentar von waldfrosch64
28.01.2016, 15:19

@Timodius 

Gehts noch ??

Der arme wird nicht ausgeschlossen, er nötigt die Frau wohl eher zur Abtreibung,so  das ihr am Ende wohl keine andre  Wahl bleiben wird !

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Mach im Wesentlichen das, was Kajjo sagt, bleib bei ihm, versuch die Beziehung aufrechtzuerhalten; wenn er jetzt sagt, dass er dich dann verlässt, dann ist das eventuell nur heiße Luft, bei einigen Männenr ändern sich die Gefühle im Laufe der Monate.

Bezüglich einem Aspekt aber folgendes:

"Ich bin der Meinung, dass abtreiben mord ist.. Zumal ich auch irgendwie
schon gewisse Gefühle und einen Bezug zu meinem Kind aufbaue. Er nicht.
Er sieht das Ganze immer noch als "ist doch quasi noch sperma"."

Da ist objektiv deine Meinung erheblich weniger falsch als seine.

Denn hier in Deutschland gilt das Grundgesetz und wer Grundrechte hat, dem sollte man sie nicht absprechen, so wie dein Freund das tut.

Und zum Thema Abtreibung und ob das ungeborene ein wertloser Zellhaufen ist, ergibt sich aus dem Grundgesetz laut Bundesverfassungsgericht folgendes:

http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html

"1.
Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, menschliches Leben, auch das
ungeborene, zu schützen. Diese Schutzpflicht hat ihren Grund in Art. 1
Abs. 1 GG; ihr Gegenstand und - von ihm her - ihr Maß werden durch Art. 2
Abs. 2 GG näher bestimmt. Menschenwürde kommt schon dem ungeborenen
menschlichen Leben zu. Die Rechtsordnung muß die rechtlichen
Voraussetzungen seiner Entfaltung im Sinne eines eigenen Lebensrechts
des Ungeborenen gewährleisten. Dieses Lebensrecht wird nicht erst durch
die Annahme seitens der Mutter begründet.


2. Die Schutzpflicht für das ungeborene Leben ist bezogen auf das einzelne Leben, nicht nur auf menschliches Leben allgemein."

Dein ungeborenes Kind hat, obwohl es nur Erdnuss groß ist, nicht fühlen und nicht denken kann trotzdem das Recht auf Leben nach Art. 2 Grundgesetz, wie das geborene Menschen auch haben.

Also nichts "ist doch quasi noch Sperma", Sperma darf man sich hierzulande aus Brot schmieren, ungeborene haben aber ein Recht auf Leben und sind darin geborenen Menschen zumindest ähnlich.

Und die Schwangere sollte, wenn es sich einrichten lässt, das Kind auch austragen:

"7. Grundrechte der Frau tragen nicht so weit, daß
die Rechtspflicht zum Austragen des Kindes - auch nur für eine bestimmte
Zeit - generell aufgehoben wäre. Die Grundrechtspositionen der Frau
führen allerdings dazu, daß es in Ausnahmelagen zulässig, in manchen
dieser Fälle womöglich geboten ist, eine solche Rechtspflicht nicht
aufzuerlegen. Es ist Sache des Gesetzgebers, solche Ausnahmetatbestände
im einzelnen nach dem Kriterium der Unzumutbarkeit zu bestimmen. Dafür
müssen Belastungen gegeben sein, die ein solches Maß an Aufopferung
eigener Lebenswerte verlangen, daß dies von der Frau nicht erwartet
werden kann (Bestätigung von BVerfGE 39, 1 [48 ff.])."

"Pflicht zum Austragen" = Bitte, bitte liebe Schwangere, treibt nicht ab, wenn es sich einrichten lässt, euer ungeborenes hat das Recht auf Leben

Der einzige Grund warum Abtreibungen überhaupt erlaubt sind, ist dass die Rechte der Schwangeren, hier also deine Rechte, eben dagegen sprechen, zum Austragen zu zwingen.

Da du aber von dir aus kein prinzipielles Problem mit dem Austragen hast (womit das Austragen mit deinen Rechten sehr wohl vereinbar ist) kannst du sogar ganz platt deinem Freund sagen:

Sorry, ich habe als brave Bürgerin um das Recht auf Leben meines ungeborenen zu schützen, die Pflicht es auszutragen, und ich sehe ich grade keine Umstände, warum ich mich dieser Pflicht entziehen können sollte oder dürfte.

Wobei das natürlich nicht gut ankommen muss; aber du kannst immerhin die Gewissheit haben, dass du das richtige versuchst, wenn du versuchst nein zu einer Abtreibung zu sagen.

Alles Gute und viel Kraft

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Hilfe und information wie du den WEg mit deinem Kind gehen kannst bekommst du hier : 

https://vorabtreibung.net/content/ungewollt-schwanger-0

Deutschland :von Pro Femina e.V. schnell und direkt unter
der kostenfreien Hotline 0 8000 60 67 67. Aus Österreich und der Schweiz sind
 telefonisch über die kostenfreie Hotline 00 8000 60 67 67 0 zu erreichen.
 Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr für Sie da.

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Kommentar von waldfrosch64
28.01.2016, 15:24

Bleibe nicht alleine damit und hole dir Hilfe die gibt es sehr wohl ..sofern man weiss wo die zu finden ist .Also habe Mut und melde dich dort .

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Wer Dein Kind ablehnt, lehnt damit Dich ab. Denn Dein Kind ist ein Teil von Dir. Das übersehen Männer häufig und sie denken ein Eingriff und alles ist wieder beim Alten.  Sage Deinem Freund was Du an ihm schätzt und dass Du ihn als Vater für dieses Kind willst. Wenn er Dich tatsächlich lieb hat, wird er darauf eingehen, ansonsten ist er Dein nicht wert. Dann wäre es tatsächlich eine gute Idee mit Deiner besten Freundin zusammenzuziehen. Gehe von Beratungstelle zu Beratungstelle, bis Du alles hast, was Du brauchst um dieses Kind bekommen zu können. Denn es wird später stolz auf Dich sein, dass Du es trotz allen Schwierigkeiten bekommen hast.

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