Schutz in und für Bauten - Welches ist der Wichtigste für euch?

13 Antworten

nachdem das meiste in Normen und technischen Standards geregelt ist, würde ich die Frage umformulieren und auf Wohngebäude einschränken wollen:

Worauf muss man achten, was von heutigen Standards nicht oder nicht ausreichend abgedeckt oder in der Praxis unzureichend umgesetzt wird. Da es dabei immer auf die spezielle Gefahrendisposition und der damit abhängigen Risikoabschätzung geht, würde ich die Frage auf übliche Fälle und allgemein gültige Antworten beschränken und dabei differenzieren, ob es eher um gefühlte Gefahren oder statistisch relevante Gefahren geht und wie der Schaden aussieht (Einbruchsschutz: finanzieller Schaden, Feuchteschutz: Gesundheitsschaden, fehlender Schallschutz; zunächst Defizit beim Wohlfühlen...)

Eine mögliche Antwort:

  1. Brandschutz ist in D eine Risikoabschätzung, in der keine 100% Sicherheit gefordert, sondern abgewogen wird, wie hoch der gesellschaftliche Einsatz und Einschränkung im Verhältnis zum Schutz ist. Für theoretisch 100%, müsste man die gesamte Innenausstattung nicht brennbar gestalten und am besten Menschen als Bewohner vermeiden... m. E. wird in Bezug auf Brandschutz in D schon sehr viel Mittel im Verhältnis zu den Schadensfällen ausgegeben und die Vorschriften und Umsetzung würde ich persönlich als ausreichend erachten
  2. Schallschutz, gibt es in der DIN 4108 den normalen und erhöhten Schallschutz, der leider immer noch nicht Standard ist und einer der Hauptkonfliktpunkte im Miteinanderleben im Geschosswohnungsbau darstellt. Der externe Schallschutz (Straße, Flughafen) spielt nur in einzelnen Fällen eine große Rolle. Dann gibt es dafür viele technische Möglichkeiten, die aber auch einen Schallschutz beim Lüften beinhalten, der oft nicht gewollt oder vergessen wird.
  3. Kälteschutz/Feuchteschutz, auch DIN 4108 schon seit Jahrzehnten allg. anerkannt, verhindert das Ausfallen von Feuchtigkeit bei Normbedingungen, also eine Risikoabschätzung, die für die meisten Fälle genügend Sicherheiten beinhaltet. Leider in Praxis auf dem Bau nach fast 100 Jahren 4108 immer noch nicht immer umgesetzt. Nicht berücksichtigt dabei der thermische Komfort und den Wärmeverlust, der aber auch geregelt und berechenbar ist. Beim Bau nach heutiger Energieeinsparverordnung können dabei gute, bei Einhaltung von KfW-Effizienzhausstandards sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Auch hier Probleme bei der Umsetzung in der Praxis und der Akzeptanz von Dämmmaßnahmen an den Außenwänden in großen Teilen der Bevölkerung.
  4. Regenschutz, konstruktiver Feuchteschutz, ausreichend in vielen Normen und der Ausbildung enthalten mit viel Sicherheiten für all mögliche Fälle. Wieder eher Probleme der Umsetzung in der Praxis
  5. Strahlenschutz wird eher in geringen Maße in gängiger Normung und Bauweisen berücksichtigt, da dazu wenig gesichertes Wissen über Ursachen und Wirkung und Maßnahmen vorhanden ist. Oft wird vergessen, dass die intern erzeugte Strahlung (dect-Telefone, Nachtischwecker, WLAN-Repeater) wesentlich höhere Belastung, als von außen bedeuten können. Einige Hersteller werben mit Graphitschichten o. ä., die Strahlung ableiten sollen. Meist ohne wissenschaftlich belastbaren Hintergrund oder nur auf eine Art der Strahlung bezogen (welche Wellenlänge?! Elektromagnetismus, hochfrequente Handystrahlen, ...?!) Schwieriges Thema. Tannine im Holz und Masse (Beton) sollen gegen Handystrahlung helfen
  6. Blitzschutz, m. E. ausreichend geregelt und nur die Frage, ob umgesetzt wird und ob es auch um den Schutz sensibler Elektronik im Haus geht
  7. Baumfallschutz, sehr individuelles Thema, ein Haus dagegen zu sichern sehe ich als unverhältnismäßig, da würde ich eher den Baum sichern
  8. Wind und Sturm sehe ich auch als ausreichend geregelt an, auch wenn die Umsetzung verstärkter Maßnahmen jedem selbst überlassen ist. Zu beachten wäre, die höhere Schadensrisiko, das auf Grund der Klimaveränderung eintreten wird; dasselbe gilt für alle Wetter bedingten Risiken (Überschwemmung)
  9. siehe zuvor
  10. Sommerlicher Wärmeschutz wichtiges Thema, in der aktuellen 4108 nach Aussagen vieler Experten zu streng geregelt (ab einem gewissen Fensterflächenanteil, kein Nachweis mehr möglich und wird als Einschränkung der Architektur empfunden). Umsetzung im Neubau gesetzlich vorgeschrieben, Standard-Verfahren zur Berechnung sehr simpel und überhaupt nicht geeignet, spezielle Fälle zu berücksichtigen. Bewohner heutiger Bauweisen klagen oft wegen sommerlicher Überhitzung. Beste Maßnahmen dagegen sind außen liegender Sonnenschutz, hohe Bauteilmasse, geringe interne Lasten (strom,. der in Wärme umgewandelt wird, z. B. Spielkonsole, aber auch Kontakt zum Erdreich, geringer Fensterflächenanteil und Kälterückgewinnung mit Lüftungsanlage. Schwüle (Maingraben, Karlsruhe) stellt technisch ein wesentlich größeres Problem dar und dafür gibt es keine einheitlichen technischen Regeln dazu und noch viel Forschungsbedarf.
  11. Einbruchsschutz, gibt es gute Infos beim Verbraucherverbänden und der Kriminalpolizei, ist subjektiv gesehen ein großes Thema, statistisch seit Jahren rückläufiges Thema. Es gibt dazu eine KfW-Förderung zur Nachrüstung für bauliche Maßnahmen. Die Polizei räumt ein, dass es keine 100% Sicherheit gäbe und Faktoren, wie Nachbarschaftshilfe und Disziplin beim Schließen von Türen und Tiefgaragen genauso wichtig wären. Interessant wird das kommende Zeitalter, wenn Alexa & Co die Türen öffnen können
  12. Ungeziefer, in Normalen Fällen durch klassische Bauweisen und Normen erfasst. Noch nicht erfasst sind neue Gefahren, wie Termiten oder Dämmstoffe, wie Polystyrol, die wohl nicht gegen diese resistent sind. Die meisten mir bekannten Fälle sind auf Grund nicht Beachtung von Feuchteschutz und Bauschäden aufgetreten - Schimmelpilzbefall und Hausstaubmilbe.
  13. Standsicherheit durch deutsche gründliche und überdimensionierte Statik unerheblich und meist Praxisfehler
  14. Nicht angeführt, aber nicht unerheblich, sind Wohngifte, die wir uns auf Grund von falschen Materialien aber vor allem der Innenausstattung in unsere Wohnungen einbauen und externen Belastungen wie Feinstaub und bei inzwischen vielen Menschen auch Pollen oder radioaktives Gas (Radon) aus dem Erdreich, die ungefiltert in die Wohnung kommen. Dazu gibt es gute Lösungen, die natürlich Geld kosten, aber erschwinglich sind aber auf Grund von Unkenntnis gar nicht berücksichtigt werden. Zudem gibt es in diesem Bereich oft viel Halbwissen und Werbeversprechen, die für mich nicht belegbar oder vertrauenswürdig sind. Im Verhältnis zu dem technischen Aufwand, den wir bei der Trinkwasserhygiene betreiben, gibt es in diesen Bereichen sehr großen Forschungs- und Umsetzungsbedarf. Gute Ansätze dazu findet man im BNB-Bewertungssystems des Bundes für nachhaltige Bauweisen.

Du zaehlst ja hier auf, welche Moeglichkeiten so auftreten konnten.

Der Explosionsschutz macht ja nur Sinn, wo Stadtgas anliegt. Auch hier gibt es nichts zu schuetzen, denn die Anlagen muessen nur dicht sein.

Der Hochwasserschutz wird ja nur Beachtung an Haeusern finden, die dicht am Wasser gebaut werden, somit ist das eine marginale Anzahl an Hauser.

Alles andere ist sowieso vorgeschrieben und muss beachtet werden, da kann der Hausherr nicht selektieren, ansonsten wird das Haus nicht abgenommen.

Also Wunschdenken ist nicht, die Vorschriften bestimmen den Bauablauf.

Ich sags mal mit eigenen Worten:

Ein Haus soll zunächst mal Schutz vor Umwelteinflüssen bieten, Kälte, Wärme Feutchtigkeit, Umweltgeräusche und worauf ich persönlich besonderen Wert lege, es soll mich vor Erdstrahlen und Funkstrahlen insbesondere im Schlafbereich abschirmen da ich auf Handystrahlung und 2,5 Ghz 4g usw. reagiere. Meine Schlafbereiche sind in der Gabäudehaut und innerhalb der Schlafräume so abgeschirmt das weder WLAN noch Mobilfunk/UMTS eine Chance haben rein oder raus zu kommen.

Ungeziefer, Schädlinge und Kleintiere sind für mich ehr eine Frage der Hygiene und nicht Gebäudeschutz, aber mag sein das unsere Architekten auch darauf geachtet haben.

Weiter sollen meine Privatgebäude einen gewissen Komfort und Repräsentativität wiederspiegeln ohne exzentrisch zu wirken, da ich zuhause auch schon mal Geschäftspartner und sehr gute Kunden empfange. Ich liebe sehr große und hohe mehrgeschossige lichtdurchflutete Räume, klare Linien, kubische Formen, kühle Grundfarbtöne mit wenig Schnickschnack und pflegeleichtem, komfortablem Interior bei dem wenige ausgesuchte Exponate automatisch zu Eyecatchern werden und durch das edele kühle Umfeld unterstrichen werden. Komfort bedeutet dabei auch, das ich mit meinen Fahrzeugen in das Gebäude kann und samt jeglichen Einkäufen trockenen Fußes vom Auto bis zum Wohnbereich komme. Außerdem ist mir noch wichtig das ich auch auf der Dachterasse vor jeglichen fremden Blicken geschützt bin.

Ich setzte voraus das ich mich in meinen eigenen vier Wänden sicher gegen jegliche Gefahren fühlen möchte auch wenn man nicht alles ausschließen kann.

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