Schusswaffen im eigenen Wohnraum führen

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11 Antworten

Nach dem Grundsatz "nulla poena sine lege" würde ich davon ausgehen, dass alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten ist.

Da im Waffengesetz zum Umgang mit Waffen in der eigenen Wohnung nichts geregelt ist, ist gegen das Hantieren mit der Waffe in der eigenen Wohnung rechtlich nichts einzuwenden. In Deiner eigenen Wohnung kannst Du tun und lassen, was Du willst, solange niemand anderes über Gebühr belästigt wird. Wer sollte das auch kontrollieren?

Probleme könnte es jedoch geben, wenn Du z.B. mit gezückter Waffe einem arglosen Besucher die Türe öffnest oder versehentlich einen Schuss abfeuerst, der die Wohnung verlässt (durch Türe oder Fenster).

Übrigens: Definition des Führens laut Anlage 1, Abschnitt 2, Ziffer 4 WaffG:

Eine Waffe führt, wer die tatsächliche Gewalt darüber – außerhalb der eigenen Wohnung, der eigenen Geschäftsräume, oder des eigenen befriedeten Besitztums – ausübt.

PERFEKT, danke. Letzteres ist natürlich klar, das wäre ja wieder ein Verstoß gegen diverse Gesetze (z.B. Nötigung, oder WaffG)

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......oder versehentlich einen Schuss abfeuerst, der die Wohnung verlässt (durch Türe oder Fenster).

Wer " versehentlich " Schüsse abfeuert der hat nicht nur Probleme, sondern noch ganz andere Sachen verdient.....

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Ich denke der Knackpunkt ist im Absatz 3 versteckt:

(3) Einer Erlaubnis zum Führen von Waffen bedarf nicht, wer 1. diese mit Zustimmung eines anderen in dessen Wohnung, Geschäftsräumen oder befriedetem Besitztum oder dessen Schießstätte zu einem von seinem Bedürfnis umfassten Zweck oder im Zusammenhang damit führt;<

Zuhause führen ist also nicht das Problem, aber geladen fällt es halt für einen z.B. Sportschützen nicht mehr unter "einem von seinem Bedürfnis umfassten Zweck " .

Da geht es aber nicht um die eigene Wohnung, sondern die Wohnung bzw. Geschäftsräume von Dritten.

Damit will der Gesetzgeber verhindern, dass z. B. ein Tankstellenangestellter über das Sportschützenbedürfnis eine Feuerwaffe erwirbt und dann damit während der Arbeitszeit dem Tankstellenpächter sein Eigentum gegen Tankstellenräuber verteidigt.

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Absatz 3 regelt das Führen in einer FREMDEN Wohnun!! Zuhause gibt es den waffenrechtlichen Begriff führen nicht. Führen kommt nur zum Tragen wenn die Waffe außerhalb der eigenen Wohnung, des umfriedeten Besitztums oder der eigenen Firma mitgenommen wird. Ist die Waffe dabei nicht zugriffs und nicht feuerbereit, dann braucht man für diesen "Transport von A nach B keinen Waffenschein. Ist sie zugriffsbereit dann nur mit Waffenschein. wer mehr wissen will: www.waffensachkundepruefung.de

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Zu Hause gibts kein "führen" und Punkt.

Der Erwerb/Besitz von erlaubnsipflichtigen Schusswaffen ist durchs Waffengesetz geregelt, auch das "Führen" im öffentlichen Verkehrsraum. Die eigene Wohnung, sofern sie über eine Haustüre verfügt, zählt aber nun mal nicht zum "öffentlichen Verkehrsraum".

Zu Hause kann man sich auch einen Sombrero aufsetzen und mit geschultertem, fertigeladenem Karabiner von der Schlafstube über den Flur bis in die Küche und zurück stolzieren, wenn man mag. Das wäre zugegebenermaßen sehr spleenig, aber völlig legal.

Es muss nur sichergestellt sein, dass keine unberechtigten Dritten die tatsächliche Gewalt über die Waffen ausüben, sie also an sich nehmen können.

Du darfst die in deiner Wohnung nicht führen. Nur auf dem Schießstand. Du musst Munition und Waffe getrennt, in einem geigneten Tresor verschließen und darfst sie auf keinen Fall schußbereit in deiner Wohnung aufbewahren.

Und wieso darf ich sie dann in einer fremden Wohnung führen, aber nicht in meiner? s. §12 WaffG

Liest denn keiner hier die ganze Frage durch??

Wenn ich meine Waffe zuhause aus dem Tresor nehme um sie zu reinigen, ist es bereits "führen".

Also muss es erlaubt sein, ist nur die Frage wo es geregelt ist. Das ist ja meine Frage.

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In der eigenen Wohung GIBT ES KEIN "FÜHREN"!

Höchstens, wenn man den Bahnhofsvorplatz als eigene Wohung bezeichnet oder weder über einen Gartenzaun noch über eine Haustüre verfügt und jeder Penner da rein- und rausgehen kann, wie es ihm beliebt.

Und in einem entsprechenden Wertschutzschrank mit mind. Klasse N/0 dürfen auch Waffe und dazugehörige Munition zusammen aufbewahrt werden.

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Das soll heißen, Du darfst, falls eine Räuberbande - bewaffnet und dein Leben bedrohend - bei dir eindringt, darfst Du mit geladener Waffe (das ist dann das Führen in der eigenen Wohnung) den Raiders den Kampf ansagen. Damit dein Verteidiger, weil Du ja des Totschlags angeklagt würdest, nicht auch noch mit dem Staatsanwalt - trotz Notwehr - nicht auch noch über das WaffG diskutieren müsste. Das ist Alles. Natürlich kommt sowas nicht vor. Einbrecher sind nicht gewalttätig und fliehen vor der ersten Person, die sie bei ihrem Treiben entdeckt. Und wenns ein dreijähriges Kind ist.

Die Geschichte mit dem Führen in der anderen Wohnung ist eben in der Tatsache begründet, dass ein anderer Berechtigter eine deiner Waffen erwerben möchte und Du sie ihm in seiner Wohnung vorführen möchtest. Bis zu dieser Wohnung sind die Buffen eben vorschriftsmäßig unter Verschluss. Aber dort angekommen wirst Du sie ja auspacken und (vor)führen. Und das ist erlaubt. Schießen natürlich nicht - logo!

Und bei dir zu Hause musst Du die Waffe ja auch gelegentlich führen. Zum reinigen oder für Trockenübungen z.B.

Von mir aus auch mit Sombrero.

Wieso wird man da wegen Totschlags angeklagt? In der Regel leitet die Staatsanwaltschaft nicht mal ein Verfahren ein.

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@Reservist

Neenee, so einfach geht das nicht. Selbst ein Polizist muss sich wegen Totschlags verantworten, selbst wenn er in Notwehr geschossen hat. Nur dass der Beamte dafür üblicherweise nicht in U-Haft muss. Nehmt das mal mit der Notwehr nicht so auf die leichte Schulter. Zuerst muss ja geklärt werden, ob man nicht vielleicht einen Nebenbuhler, oder einem Menschen, dem man viel Geld schuldet, in seine Wohnung eingeladen und dort ermordet hat, um dann ein Fenster einzuschlagen und anschließend zu behaupten, das sei ein Einbrecher gewesen. Da sind schon mal ein paar Tage U-Haft drin. Ebenso werden die Umstände geklärt, warum die Tatwaffe so schnell zur Hand war, da sie doch getrennt von der Muni im Tresor liegen muss, usw. Außerdem wird die forensische Untersuchung abgewartet, ob das Geschoss tatsächlich aus der vorgezeigten Waffe stammt. Vor allem wird danach obduziert, ob die Austrittswunde hinten im Körper des Toten ist und nicht vorn. Wehe dem, der auf einen flüchtenden Einbrecher schießt! Also packt man besser bis zum Eintreffen der Polizei - falls doch mal so ein unwahrscheinlicher Fall eintritt - ein Köfferchen für ein paar Tage U-Haft.

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@shockproof

Recht braucht Unrecht nicht zu weichen.

Spätestens die höheren Instanzen sprechen hier noch Recht, sogar in höchst heiklen Fällen. Ist noch gar nicht so lange her, da wurde der Hells-Angel freigesprochen, der durch die Türe einen Polizisten erschossen hat weil er annehmen musste, das es sich um einen Angriff konkurrierender Rocker handelt.

Der Rentner von Sittensen wurde auch freigesprochen, ist auch nich sooo lange her.

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@sixgun

Ich hab nicht behauptet, dass man bei berechtigter Notwehr unbedingt wegen Totschlags verurteilt wird. Nur ist es eben möglich, dass Du in U-Haft den Abschluss der Untersuchungen abwarten musst.

Im übrigen sind die Richter des BGH, die bei dem Angel eine Notwehr anerkannt haben oder die, die den Rentner freigesprochen haben für mich unbeschreiblich willkürlich und/oder korrupt. Oder unser Rechtsstaat taugt keinen Schuss Pulver - im wahrsten Sinne des Wortes!

Jeder durchschnittliche Waffenbesitzer,der so gehandelt hätte wie diese zwei Rechtsbrecher, der würde in der JVA landen und da bleiben, da verlass Dich drauf. Das ist nicht mit rechten Dingen zugegangen!

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@shockproof

Beide Entscheidungen waren für mich völlig korrekt, so sehr sie mir auch Bauchschmerzen verursachen wie bei dem Hells Angels-Fall. Aber da die Polizeibeamten sich nicht ordnungsgemäß als Polizisten ausgewiesen haben, war das für mich ein Fall von Notwehr.

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@Reservist

Notwehr mit einem illegalen Schießeisen und dann Freispruch? Wo gibt's denn das? Und der Bursche von den Angels hatte sich doch selbst in diese prekäre Lage Manövriert, so dass er in Lebensgefahr geraten ist. Er hätte nur aus seinem Verbrecherverein aussteigen müssen und wäre sofort außer Gefahr gewesen. Aber so ist das in Täuschland: Mehr Täterhilfe als Opferschutz. Der Typ kann jetzt bei seinen Brothers damit prahlen, ein Bullenkiller zu sein, ohne dass er vom saudummen Staat verknackt werden kann! Den holt keiner mehr vom Thron, der ist jetzt der Größte.

Noch mehr Angst als diese Mörder machen mir die Richter, die solche Typen schützen!

Und wer auf flüchtende Diebe schießt wie der Rentner von Sittensen ist ein Mörder. Und als Jäger muss er gewusst haben, dass er das unter keinen Umständen darf. Aber der Rentner von Sittensen ist ein reicher, einflussreicher Mann. Ein Normalosportschütze würde für dieses Verbrechen locker so 2 - 5 Jahre einsitzen, verlass Dich drauf!

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@shockproof

Sogar mit einer illegalen Waffe ist Notwehr erlaubt, auch dazu gibt es entsprechende Urteile. Sowohl die Waffe des Rockers als auch die des Rentners waren aber legal im Besitz. Aber auch deine sonstigen Vorstellungen und Auslegungen zum Thema Notwehr sind von völliger Ahnungslosigkeit und Unwissenheit geprägt.

Und versuche hier nicht, das Verbrechensopfer von Sittensen als Täter darzustellen und umgekehrt. Schuld trägt allein der Kriminelle, der meinte, bei einem alten Mann schnell Beute machen zu können. Pech gehabt.

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@sixgun

Dann frage ich mich nur, wie ein Krimineller an eine legale Waffe kommt und seit wann es erlaubt ist auf fliehende Diebe zu schießen.

Und Charles Bronsen ist immer noch nicht Gesetz, auch wenn er rot sieht.

Oder hab ich Ahnungsloser da was verpasst. Vielleicht sollte ich meine Waffensachkunde mal auffrischen. Steht da wirklich drin dass ich auf flüchtende Diebe schießen darf?

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@shockproof

Ja, du solltest in der Tat deine Waffensachkunde auffrischen UND VOR ALLEM die Begründung der Staatsanwaltschaft lesen!!

Da steht drin, dass Notwehr noch gegeben war, weil Notwehr auch die Verteidigung des Eigentums mit einbezieht. Der Dieb hätte nämlich den Geldbeutel mit 2000 Euro mitgehen lassen, also lag noch ein Notwehrfall vor.

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@Reservist

Für lumpige 2.000 € darf ich einen flüchtenden in den Rücken ballern?! Danke für den Tipp! Dann werde ich mal zusehen, dass ich immer eine Geldbörse mit 2.000 € im Haus habe, um eine Rechtfertigung für meine "Notwehr" vorzeigen zu können.

Die Begründung des Staatsanwalts ist übrigens völlig uninteressant. Die Begründung des Richters ist ausschlaggebend. Aber verlass Dich lieber nicht auf solch ein Urteil. Normalos wie Dich und mich stecken die Jungs für so ein Verbrechen in den Bau. Denn der Rentner von Sittensen war halt nicht irgendwer. Manche sind gleicher.

Mit der Flucht eines Täters ist Notwehr nicht mehr gegeben. Daran hat sich nichts geändert. Auch wegen 2.000 € darf man flüchtende Diebe nicht abknallen. Jedenfalls nicht jedermann. Ich würde es nicht auf einen Versuch ankommen lassen.

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@shockproof

Das einzige Verbrechen, das in Sittensen begangen wurde, war der versuchte Raub! Nicht die erfolgreiche Verteidigung des Opfers!!!

Ansonsten dürften in Deutschland im Jahr noch weniger Notwehrhandlungen mittels Schusswaffe erfolgen als Leute beim Sche**en vom Blitz getroffen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer von uns jemals in eine solche Lage kommt, dürfte nur unwesentlich über "Null" liegen. Von daher kannst du dir deine eigenwillige Interpretation von dem, was deiner Meinung nach Notwehr ist und was nicht, ersparen. Vergeudete Zeit.

Abgesehen davon ist ein "Rocker" nicht zwangsläufig auch ein Krimineller und so lange er nicht vorbestraft ist oder anderweitige Zweifel an seiner persönlichen Eignung oder Zuverlässigkeit bestehen hat der das gleiche Recht wie jeder andere Bürger auch, bei nachgewiesenem Bedürfnis Schusswaffen zu besitzen.

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@sixgun

Dein sonniges Gemüt möchte ich mal haben.

Die lieben Rocker. Die Niemandem etwas tun, solange man sie nicht über Gebühr reizt, wie schon der dämliche Lindenberg genuschelt hat.

Ich halt's ja aus. Vielleicht kriegt der Killer für seine Notwehrtat ja noch nen Orden und eine Entschädigung, sowie psychologische Betreuung, weil er in seiner endlosen Verzweiflung einen Familienvater ermorden musste.

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Führen bezieht sich stets auf öffentlichen Grund !

in deiner eigenen wohnung und auf deinem grundstück darfst du doch eigentlcih machen was du willst.

also ich denke, dass entweder

führen=außerhalb deines eigenen besitzes ist

oder du kannst es auch analog damit zurechtbasteln

du hast ja die zustimmung, von dir selber halt

Was "führen" ist, ist nach meiner Durchsicht des Waffengesetzes aber auch nicht einwandfrei geregelt.

Das ich mir das zurechtbasteln kann, dachte ich mir auch schon, aber so extrem detailgenau wie das WaffG geregelt ist, würde mich das schon wundern.

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@Reservist

führen wird definiert sein als

"waffen außerhalb deines besitzes halt mitzuführen"

^^

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@Gonorrhoe

aber lass dir doch für den nva prügel von deinem vater einfach so ne erbsondergenehmigung geben.^.

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@Gonorrhoe

Mein Großvater war bei der Wehrmacht, bei Vater bei der Bundeswehr und ich ebenfalls.

Also nichts mit NVA.

Außerdem geht es nicht im Erbwaffen.

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Einen Kurs besuchen:

  • Waffensachkunde bei der IHK

(oder: jede öffentliche behördliche Dienststelle)

Seit wann macht die IHK solche Kurse?

Habe ich bereits, danke, aber das ist kein Kurs "Jura für Einsteiger". Da wird nicht jeder Satz des WaffG auseinandergenommen.

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Feuerwaffen geladen und feuerbereit darfst Du mit "nur" einer WBK zuhause nicht führen.

Okay, gut.

Aber wieso dann in einer fremden Wohnung mit Erlaubnis des Mieters/Eigentümers?

(s. §12 WaffG)

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@Reservist

In eine fremde Wohnung darfst Du Feuerwaffen Schusswaffen garnicht verbringen. Das ist durch eine WBK nicht abgedeckt. Ausgenommen dort wohnte ein WBK-Inhaber. Dann muss die Feuerwaffe aber so verpackt sein dass auf diese kein unmittelbarer Zugriff möglich ist.

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@jockl

Sorry, aber das ist Humbug.

Wie erwähnt, §12 WaffG

Mit Zustimmung des Wohnungsinhabers darf ich die Waffe dort führen, wie deckt sich das mit deiner Aussage?

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@Reservist

Du darfst dort führen, aber nur ** einem von seinem Bedürfnis umfassten Zweck**

Dafür muß/darf sie nicht geladen sein außer es handelt sich um einen zugelassenen Schießstand.

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Feuerwaffen geladen und feuerbereit darfst Du mit "nur" einer WBK zuhause nicht führen.

Wo im Gesetz steht das so, oder wo liest du das so heraus...?

Dann muss die Feuerwaffe aber so verpackt sein dass auf diese kein unmittelbarer Zugriff möglich ist.

Auch diese Aussage finde ich im Gesetz nirgens.

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Bei bewaffneten Opfern ist die Wahrscheinlichkeit, daß man ihnen ihre Schußwaffe abnimmt, viermal höher als die Wahrscheinlichkeit, daß sie sie gebrauchen können. Der Besitz einer Waffe kann zwar ein bestimmtes Gefühl der Sicherheit geben, wird aber keine echte Sicherheit schenken!!!!

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