Schulz und SPD mit zunehmend hohen Umfragewerten. Wie kommt das?

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16 Antworten

Nichts.

Es gibt an Schulz nichts, was irgendwie aussergwöhnlich wäre.

Er ist unverbrauchter als sein Vorgänger. Die Leute setzen sich häufig nicht damit auseinander, wofür er innerhalb der EU Administration eingetreten ist. Zudem ist die Berichterstattung über ihn ziemlich unkritisch.

Neben der Tatsache, dass er ein ziemlich radikaler Vertreter der EU - nicht Europas! - ist, ändert die SPD wegen ihm auch nicht ihr Programm. Es bleibt die gleiche alte SPD des Sozialabbaus und der irregluären Kriegseinsätze. Er ist einfach ein frischer Posterboy für eine verbrauchte Idee.

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Kommentar von NicoFFFan
02.02.2017, 17:33

Danke, genau daran habe ich auch gedacht. Auch wenn er nach meiner Sicht vielleicht das kleinere Übel von Merkel ist, wären mir andere Kandidaten (z.B. Wagenknecht) weitaus lieber. 

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Falls es sich bei den Umfrageergebnissen tatsächlich um Fakten handelt und nicht um Fake-Infos, dann kommt der Verdacht auf, daß sich ein erheblicher Teil der Bevölkerung tatsächlich einbildet, daß eine einzelne Person Zauberkräfte hat und die Meinungen und Interessen aller Parteimitglieder beliebig steuern kann.

Mehr noch: Es kommt auch der Verdacht auf, daß viele glauben, daß eine Partei, die schon beinahe unbedeutend geworden ist und der nach wie vor die Mitglieder weglaufen, die Mehrheit der anderen zwingen könnte, sich plötzlich gegenteilig zu verhalten.

Dennoch ist das alles auch erklärbar. Immerhin gibt es auch eine Mehrheit an Menschen, die im Supermarkt den Aufschriften auf den Verpackungen mehr vertraut als dem eigenen Wissen davon, was tatsächlich drin ist.

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Kommentar von Crack
02.02.2017, 20:07

und der nach wie vor die Mitglieder weglaufen,

Zumindest das ist überholt.

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Kommentar von OlliBjoern
02.02.2017, 23:52

"mehr vertraut als dem eigenen Wissen davon, was tatsächlich drin ist."

Und woher wissen die Leute, was drin ist?


 

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Hallo!

Meine Ansicht ----> das hängt nur damit zusammen, dass den Leuten Frau Merkel mit ihrer CDU zum Halse raushängt & sie einen Wechsel wollen, aber Siegmar Gabriel mit seiner austeilenden, unberechenbaren Art ihnen gleichsam einfach nicht als standesgemäße Alternative erschien.. die sie jetzt in dem gediegen auftretenden Martin Schulz erkannt zu haben glauben.

Wäre ein anderer Kandidat auf Gabriel gefolgt, würde sich das Interesse auf den konzentrieren.. zudem stilisieren die Medien den Mann jetzt dermaßen hoch, dass man sich ihm kaum entziehen kann. Das macht sicher auch was aus!

Außerdem ist die SPD immer noch eine "Volkspartei" und etablierter als etwa Grüne, Linke oder FDP, die mehrheitlich Klientelpolitik betreiben und allein nie mehrheitsfähig sein werden.

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Um es auf den Punkt zu bringen Schulz ist nicht Gabriel, das allein scheint dem geneigten SPD-Wähler offenbar wieder etwas Hoffnung zu geben. Fragt sich nur, ob diese Hoffnung bis zur Wahl anhält.

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Es ist nur eine Augenblicksstimmung, die die Medien aufpusten, es bedeutet daher langfristig garnichts. Schulz ist nur ein gewöhnlihcer sPDler, mehr auch nicht. In kurzer Zeit ist er daher wieder entwertet, weil er so garnichts Neues und Positives  für die breite Masse zu bieten hat.

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Schulz ist nicht dadurch belastet, dass er irgendwas mit der Großen Koalition zu tun hat.

Er wird nicht für deren Politik verantwortlich gemacht.

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Schulzz ist ein Hoffnungsträger

Zunächst mobilisiert er die SPD-Klientel.

Er hat drei zeitgemäße Stoßrichtungen benannt: Verteidigung der Demokratie gegen um sich greifende populistische Unterhöhlung, knallharte, kompromisslose bekämpfung des rechtsextremismus und eine starke Akzentuierung auf mehr soziale Gerechtigkeit sowie die Entlastung von Erwerbseinkommensbeziehern.

Das muss natürlich fortfolgend programmatisch operalisiert werden.

Dann ist er schlicht symphatisch, vermittelt keinen abgehobenen Eindruck, sondern den eines Kümmerers.

Er ist nicht aalglatt, sondern einer, der weiß, wie heftig man auf die Fresse fallen kann (als ehemaliger Alki).

Er ist eloquent, rhetorisch beschlagen, weiß wovon er redet, spricht mehrere Fremdsprachen fließend, ist bestens in europa vernetzt.

Insgesamt eine imponierende Persönlichkeit.mit Führungsstärke.

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Viele ehemalige SPDler schöpfen mit Schulz Hoffnung auf einen Neubeginn und kommen von allen politischen Lagern, wo sie sich bislang verstreuten, wieder zurück. Natürlich ist dies nur eine Momentaufnahme. Schulz muss sich noch positionieren und daran messen ihn seine Wähler.

Es sind noch mehr als 7 Monate Zeit. Bis dahin kann die SPD entweder die 30% knacken oder wieder abstürzen. Bei Schulz liegen alle Karten aber diese Momentaufnahme zeigt, dass die Deutschen Merkel nach 12 Jahren satt haben. Und wie ich finde auch zurecht.

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Kommentar von NicoFFFan
02.02.2017, 18:46

Ich sehe das genauso. Wenn es nach mir ginge, hätte Merkel schon 2013 abgewählt werden müssen. Das war und ist immer noch Politik für die Reichen und gegen die Unter- und Mittelschicht. Politik für die reichen Lobby- und Großkonzernen und gegen Arbeitnehmer, Angestellte und Kleinunternehmer. Ich bin ehrlich gesagt nicht unbedingt der SPD-Freund, aber wir haben dieser Partei zu verdanken, dass überhaupt ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt wurde. CDU war damals immer dagegen und hat nur auf Drängen der SPD nachgegeben. Zudem haben wir es der CDU zu verdanken, dass die Krankenkassenbeiträge massiv gestiegen sind. Ich sag nur ein Wort: Gesundheitsfond. Ein Glück ist hierbei, dass die FDP 2013 rechtzeitig abgewählt wurde. Sonst wäre es vielleicht noch zur Kopfpauschale gekommen. Ein Desaster für Geringverdiener und Mittelschicht. Viel besser und gerechter wäre eine Bürgerversicherung, in die jeder einzahlt und zwar in allen Bereichen der Sozialversicherung ohne Beitragsbemessungsgrenze. Wenn somit dann auch die Reichen genug einzahlen, dürften es keine knappen Kassen mehr geben und es gäbe Spielraum für Beitragssenkungen, mehr Leistungen und bessere Renten etc.

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Na, inzwischen hat sich das auch wieder erledigt und die Zahlen sind extrem weit unten. Sowohl für die Partei als auch im Direktvergleich Schulz/Merkel!

So wie es aussieht, durfte die SPD mal mit dem Finger an der Siegertorte naschen, essen wird ihn aber CDU/CSU mit Frau Dr. Angela Merkel als Gastgeberin, die die Torte anschneidet und entscheidet wie groß die Tortenstücke für jeden werden.

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Im Moment ist das hauptsächlich der Effekt des Neuen der auf frühere SPD-Wähler wirkt und diese umgestimmt hat.

Wenn Schulz diesen Bonus aber nicht in naher Zukunft mit einem handfesten Wahlprogramm untermauern kann wird das ein Strohfeuer bleiben.

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Kommentar von Panzersperre
02.02.2017, 19:59

Der macht das schon , er kann die Menschen überzeugen.

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Er kann halt große Reden schwingen, viel Lärm machen, so dass ihm viele zuhören. Aber mehr als 25 Prozent wird die SPD nicht bekommen. 

Soviel kann auch ein Kanzler gar nicht mehr bestimmen, weil die einzelnen Bundesländer zu viel Macht haben ( Föderalismus) und der Rest nur über die EU gesteuert werden darf. Daher versuchen jetzt die Politiker mit meiner Meinung nach "Populismus" ein bisschen Stimmung zu machen, aber ändern wird/kann sich nur sehr wenig in Deutschland. (Für alle die unzufrieden sind)

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Wer von Politik nicht allzuviel versteht oder nur mit der Politik im eigenen Land vertraut ist, der kennt Martin Schulz vielleicht gar nicht.

Sigmar Gabriel ist viel bekannter als Martin Schulz. Wer mit Merkel unzufrieden ist, der ist es auch mit Gabriel. Gabriel wäre also keine Alternative gewesen.

Jetzt steht plötzlich ein neuer Kanzlerkandidat zur Auswahl und der ein oder andere sieht eine echte Alternative zu Merkel.

Die SPD hätte vermutlich jeden unbekannteren Politiker als Kanzlerkandidaten stellen können und es würde aufs gleiche hinauslaufen.

Das ist meine Vermutung.

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Wahrscheinlich sind die SPD-Wahlstrategen selber überrascht, über den Erfolg des "Coups", Schulz (um den Preis Gabriels als Außenminister) zum Kanzlerkandidaten und Parteichef gemacht zu haben.

Und die Republik ist auch überrascht, wusste sie doch eigentlich schon vorher, wie die Karten zwischen den drei "großen" SPD-Männern gemischt sind:
überrascht nämlich darüber, wie sehr sie sich über diesen Kandidaten freut.

Wenn man aber bedenkt,
- dass man dem Schulz durch seine internationale EU-Präsenz nicht nur die Fähigkeiten zum Kanzleramt auch zutrauen kann und
- dass er zugleich von Anfang an zumindest potenziell befähigt scheint, "die ewige Merkel" tatsächlich abzulösen,
dann ist sein derzeitiger Erfolg vielleicht mehr als ein kurzes Aufbäumen ... Aufbäumen einer Partei, die sich zu viele Jahrzehnte nicht korrekt um ihre Stammwählerschaft bei einfachen, arbeitenden oder auch arbeitslosen Menschen gekümmert hat.

Und diese Rolle (sowie auch die des konsequenten EU-lers) spielt Schulz ... schon fast überzeugend. Er wirkt manchmal noch etwas ungeübt darin, "den Sozialen heraushängen" zu lassen, mausert sich aber.
Er kann es schaffen.

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Es ist zunächst Erleichterung, daß Gabriel "weg" ist --- "bekannt verreisend"

Die Ernüchterung kommt, wenn man merkt, daß Schulz auch nur ein Sozi ist,,,,


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Das sind nur Stimmungen. Frau Merkel bleibt.

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Auch wenn man mit der Politik der SPD nicht einverstanden ist, muss man diesem Schulz lassen, dass er ein Rabauke ist, der sich sehr volkstümlich gibt.

Hinzu kommt noch sein Dialekt, der sehr locker und lässig wirkt.

Sowas kommt gut an.

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