Schulverweigerung wegen Sozialphobie?

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Ich habe selbst immer wieder schlimme Dinge erlebt und kann dich sehr gut verstehen. Es gibt im Leben immer wieder Situationen, in denen man das Gefühl hat, nicht mehr weiter zu kommen. So wie es dir vermutlich im Moment geht. Aber ich kann dir eins mit hundertprozentiger Sicherheit sagen: Es gibt immer die Chance, dass es wieder aufwärts geht. Du kannst es nur momentan aufgrund deiner Situation nicht spüren. Ich bin jetzt 24 Jahre alt und hatte aufgrund einer leichten autistischen Störung lange eine Sozialphobie. Referate, Schulsport, Gruppenarbeiten: Der blanke Horror. Aber soll ich dir eins sagen: ich habe mich in 14 Jahren Schule kein einziges Mal deshalb befreien lassen! Beziehe das jetzt bitte auf keinen Fall negativ auf dich! Ich möchte damit nur sagen: Man kann es schaffen! Und auch du wirst es schaffen! Ich habe über 10 Jahre dafür gebraucht, meine Sozialphobie zu überwinden und ich habe nie ein Therapie gemacht! Und weißt du, was meine Tricks waren: 

1. Ich habe immer gesagt: Es kann nur besser werden! Ich weiß nicht wann, vielleicht wird es Jahre dauern, aber irgendwann werde ich es geschafft haben! Es hat schlussendlich gestimmt.

2. Ganz wichtig: Ich habe mich immer versucht, an kleinen Dingen des Tages zu freuen: Schönes Wetter, ein Mensch hat mich angelächelt, eine schöne Blume, mein Lieblingsessen zu hause... ganz kleine Dinge des Alltags. Das hilft ungemein. Außerdem habe ich auch immer einen glatten Strich zwischen Schule und Freizeit gezogen. Wenn die Schule aus war habe ich nicht mehr über meine Angst nachgedacht. 

3.Sehr wichtig ist es übrigens, angstauslösende Situationen nicht zu meiden, denn das macht die Angst schlimmer, auch wenn es hart ist. 

4.Ich weiß natürlich nicht, ob du gläubig bist, aber ich habe fast jeden Tag gebetet und mit Gott über meinen Schmerz geredet und um Hilfe gebeten und tue es immer noch. Dadurch habe ich psychische Kräfte bekommen, die ich sonst nie gehabt hätte!

5.Entspannungsübungen zur Körperwahrnehmungen können, richtig angewandt fast jede psychische Erkrankung überwinden helfen. Ich kann dir gerne eine schicken, wenn du möchtest, die bei mir immer wieder Wunder bewirkt. Frag mich einfach!

Und zu guter Letzt:Du bist, egal was du vielleicht für Probleme hast, ein ganz besonderer und auf der Welt einzigartiger Mensch! Deshalb bist du auch unendlich wertvoll und wichtig für die Gesellschaft und für jeden, der dich kennt und den du kennst! Auch wenn du das im Moment vielleicht nicht spüren kannst und nicht so vorgelebt bekommst. Egal welche Krankheit oder Behinderung oder was auch immer du hast oder nicht hat: Nichts davon macht dich schlechter oder minderwertiger! Vergiss das niemals!

Ich hatte wegen meiner leichten Behinderung und der Ängste nie ein leichtes Leben. Ich hatte nach meinem Schulabschluss eine schwere Winterdepression. Die habe ich alleine überwunden! Und ich bin wegen Diskriminierung in der Ausbildung (aufgrund der Behinderung) die letzten beiden Jahre durch die Hölle gegangen (Habe auch noch keinen Abschluss). Trotzdem bin ich einen glückliche junge Frau!

Du siehst: Es ist alles möglich! Auch wenn du Schizophrenie haben solltest, ich kann dich beruhigen: Wenn das früh und richtig behandelt wird kann man super Erfolge erzielen und ein fast oder ganz normales Leben führen. Genauso bei Depressionen. Übrigens: Ich würde dir raten, zu einem Heilpraktiker für Psychotherapie zu gehen. Die sind oft viel besser als studierte Psychologen, weil sie nicht Schubladendenken gelernt haben.Und sie haben viel bessere ganzheitliche, alternative Therapiemethoden auf Lager. Kann ich dir nur Wärmstens empfehlen. (Aus eigener Erfahrung durch einen Bekannten, der Therapeut ist) 

Ich wünsche dir ganz, ganz viel gute Kräfte und Stärke. Du siehst, du bist nicht die Einzige mit solchen Problemen und es gibt immer Wege, auch wenn man sie nicht immer gleich sehen kann. Du schaffst das! Wenn nicht jetzt, dann in zehn Jahren wie bei mir. Irgendwann ist es auch bei dir so weit! Glaub mir! Viel Glück!

Gruß,

Lydia

Vielen dank für deine ausführliche Antwort und Hilfe! Ich werde mich definitiv über vieles informieren und einiges ausprobieren. Es ist beruhigend zu hören das du trotz deiner ''Einschränkung'' (Wenn ich es so nennen darf.) so viel, wenn nicht sogar alles erreichen kannst wenn du möchtest. Ich werde weiter am Ball bleiben, vielen Dank für all die tollen Vorschläge!

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@MMMMeeee

Sehr gerne, gerade wegen meiner eigenen Erfahrungen möchte ich andere Menschen mit Problemen unterstützen. Und auf diese Weise geht das immerhin ein bisschen (hoffe ich zumindest). Ich schicke dir mal meine Übung aber als extra Antwort. Die ist jetzt allgemein gegen Angststörungen formuliert, damit ich sie nicht jedes Mal neu schreiben muss, aber sie geht natürlich auch bei Depressionen, Stressreaktionen und anderen psychischen Problemen und auch wenn man gar keine Probleme hat zum entspannen.

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Hier ist meine Übung:

Es ist sehr wichtig, dass du gerade aufgrund deiner Angst auf keinen Fall angstauslösende Situationen meidest. Wenn man nämlich eine Situation, vor der man Angst hat, meidet, wird die Angst immer schlimmer werden. Das was du wahrscheinlich hast, ist Angst vor der Angst. Das schaukelt sich dann auf. Falls du an einem bestimmten Ort eine Panikattacke hattest, hast du Angst, dass es wieder passiert und deshalb passiert es wieder an diesem Ort. Dies musst du dir als erstes bewusst machen, dann ist schon ein großer Schritt getan. Wenn man weiß, woher die Angst kommt, ist sie nicht mehr ganz so unkontrollierbar. 

Gegen die Angst an sich gibt es eine sehr einfache Übung, die unkontrollierbare Panik innerhalb von Sekunden stoppt. Diese muss man aber eine Zeit lang üben, um sie zu beherrschen. Es geht darum, seinen eigenen Körper bewusst wahrzunehmen. Setz dich als erste Übung einfach mal auf einen Stuhl und fühle, mit den Füßen beginnend, Stück für Stück, bis zum Kopf, mit welchen Körperteilen du eine Unterlage berührst. (Füße: Boden, Po: Stuhl, Rücken: Lehne (Welche Punkte genau?) Wiederhole diese erste Übung so lange, bis du anfängst ein richtiges Gefühl für deinen Körper zu bekommen. Beginne mit Einheiten von ca. fünf Minuten. 

Als nächstes, versuchst du, deinen Körper an sich wahrzunehmen. Beginne wieder mit den Füßen und gehe durch bis zum Kopf. Versuche die einzelnen Körperbereiche ganz genau wahrzunehmen. (Die Form des Körperteils, ist es entspannt/verkrampft, warm/kalt, wie fühlt es sich an?) Fühle die Körperteile von innen. Eine Hilfestellung kann sein, dass du dass jeweilige Körperteil mit deinen Gedanken dazu bringst, zu prickeln. Befasse dich ruhig eine gefühlte Minute oder noch viel länger mit einem Körperteil. Es kann ruhig lange dauern, sollte es auch. Wenn dass gelingt, wird sich das Körperteil mit der Zeit tiefen-entspannt und sehr schwer anfühlen. Mache diese Übung am besten im Liegen und ca. 10 Minuten pro Übungseinheit. Später können  es auch 20 Minuten werden. Wenn du irgendwann in der Lage bist, deinen gesamten Körper unabhängig von irgendeine Unterlage von innen heraus  zu spüren, also auch die Bereiche, die nichts berühren, kannst du dich während der Übung in einen sehr tiefen-entspannten, fast hypnotischen Zustand versetzen. Lasse dich dazu mit jedem langsamen,tiefen Ausatmen nach unten in die Unterlage sinken, während du deinen gesamten Körper wahrnimmst. Lasse dich Stück für Stück immer tiefer sinken. Wenn du einmal so weit gekommen bist, kannst du beginnen, deine Angst zu lokalisieren. Du wirst feststellen, dass es sich hiebei um eine Verkrampfung der Muskeln handelt, die sich wahrscheinlich (es könnte bei jedem anders sein) in deiner Brust unterhalb des Herzens befindet. Wenn du das geschafft hast, wirst du feststellen, dass das riesige, undefinierbare Monster der Angst nur eine heftige Verkrampfung in deiner Brust ist, die dir den Atem nimmt, dein Herz rasen lässt... Mit anderen Worten: Du hast das undefinierbare Monster Angst definierbar und fassbar gemacht. Jetzt kannst du damit beginnen,  dich im tiefenentspannten Zustand mit genau dieser Verkrampfung zu befassen und sie zu entspannen. Du kannst dir im tiefenentspannten Zustand auch genau die kommende Situation in allen Einzelheiten vorstellen und die Entspannung mit deinen Gedanken in die Situation übertragen. Das erfordert aber sehr viel Übung. 

Wenn du jetzt in eine Situation gerätst, in der die Panik beginnt, dich die Kontrolle verlieren zu lassen, konzentriere dich mit aller Kraft auf deinen Körper, wie beschrieben. Wenn du es erst einmal geübt hast, geht das sehr gut in Kurzformat in jeder beliebigen Situation, auch im Stehen/Gehen. Wenn du eine Panikattacke bekommst, verlierst du sozusagen die Kontrolle über deine Gefühle und deinen Körper. Wenn du dich jetzt mit aller Kraft auf deinen Körper konzentrierst, führst du dich sozusagen wieder zurück und erlangst diese Kontrolle wieder. Du kannst dann diese Panik wieder als Verkrampfung in deiner Brust lokalisieren und machst sie so wieder greifbar. Die Panik verliert ihren Schrecken, wird zu normaler Angst und du kannst die Verkrampfung aktiv entspannen. 

Wenn der Druck in der Brust zu groß wird und Gedanken nicht genug helfen, hilft es übrigens auch, beide Hände unauffällig gegen die verkrampfte Stelle zu drücken oder sich gegen eine Tischkante zu lehnen. Das mindert den Druck. 

Ich hoffe, ich konnte dir damit schon mal helfen. 

Viel Erfolg beim Üben!

Ich habe diese Technik tatsächlich bereits in der Klinik in einem Programm mitgemacht, leider hat sie nur zu mehr Panik geführt. Ich werde es dennoch wieder probieren, so wie du es mir beschrieben hast und auf Erfolg hoffen. Vielen Dank für deinen Vorschlag und die gute Umschreibung, wirklich!

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Wenn du keine Hilfe willst ist dir auch nicht zu helfen. Manchmal muss man im Leben Prioritäten setzen. aber gut das ist dein Ding.

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Entschuldige, ich glaube du hast etwas falsch aufgenommen, natürlich will ich das es weiter geht und voran komme, es ist die Frage ob ich kann. Ich habe niemanden der mir in dieser Entscheidung den Rücken hält oder mich unterstützt, selbst ich kämpfe mit dem inneren Schweinehund wenn es um diese Frage geht. Ich bin bereits in eine Klinik gegangen in der mir gesagt wurde es wird besser und bin nun in einer Therapie welche nicht gerade viel zu versprechen scheint. Wenn ich keine Hilfe wollte wäre ich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr hier, aber das ist nicht der Fall.

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