Schulregeln (Hausordnung) in den Schulen in China? Anders als in Deutschland?

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5 Antworten

Also ich kann aus Erfahrung sprechen, denn ich habe 1 Jahr lang an einer Schule in China unterrichtet. Ich hatte zwar hauptsaechlich die Deutschklasse (Abiturienten) aber habe auch ab und zu Englisch unterrichtet, und habe das Leben dort komplett mitbekommen.

Also ich war in einer kleineren Stadt, (ca. 1 Mill. EW). Die Schule war eine oeffentliche, keine private.

Tagesablauf Mo. Fr. 6:30 Schueler welche in der Unterkunft leben essen im Speisesaal 7:30 Schueler muessen in den Klassenraeumen anwesend sein, Klassenlehrer ist anwesend. Allgemeine Themen und Tagesablauf wird besprochen 8:30 Unterricht beginnt 10:00 10 Minuten "Augenmassage" (ueber Lautsprecher leitet eine Stimme an welche bewegungen durchzufuehren sind) 11:30 Mittagspause Schueler koennen entweder im Speisesaal essen, oder anderswo 13:30 Nachmittagsunterricht beginnt jeden (Nachmittag Sport) 17:30 Ende Nachmittagsunterricht (die Unterstufe (12 - 15 Jahre glaube ich hat komplett Schluss) 19:00 Abendunterricht (Schueler gestalten selber, heisst unter Aufsicht Hausaufgaben machen, bzw. Leistungsgruppen haben Unterricht) 22:00 Ende Unterricht

Samstags geht Unterricht manchmal dann nur bis 15 Uhr

Sonstige Regeln bei uns waren, staendiges Tragen der Schuluniform, nur Winter durfte dickere eigene Kleidung angezogen werden. Jeder hatte ein Schild mit dem Namen der Schule, auch die Lehrer. In der Schule durfte nicht geraucht werden. Jede Klasse hatte fuer die Sauberkeit der Raeume zu sorgen. Eine Klasse hatte immer einen Tag Dienst, heisst sie waren vom Unterricht befreit. Diese haben dann den Tag ueber das Schulgelaende gereinigt, An jedem Gebaeude sassen am Ausgang welche, welche weggehende Schueler kontrolliert haben (Erlaubnis des Lehrers) sowie die Wachleute am Tor unterstuetzt haben.

Mein persoenlicher Eindruck:

Das System ist ein sehr viel strengeres, aber es funktioniert dort. Es hat Jahrhunderte funktioniert und wird auch in Zukunft weiter so funktionieren. Chinesen lernen wirklich nicht stark eigene Meinung zu aeussern oder zu diskutieren, sondern sind extrem gut im Auswendiglernen. Dies mag nicht zur Charakterbildung beitragen, jedoch wenn es darum geht stumpf das Wissen aufzusaugen dann ist deren Methode sehr effektiv.

Mit meiner Deutschklasse hatte ich starke Probleme zu Anfang. Aufgaben wie: schreibt einen simplen 2 Personen Dialog im Bereich "Einkaufen" war eine sehr schwere Aufgabe. Lernt diese 100 Vokabeln bis morgen kein Problem fuer die. Gerade bei Deutscher Grammatik war das stumpfe Auswendiglernen und nicht hinterfragen sehr hilfreich.

Privat konnte ich mit den Schuelern jedoch sehr gut diskutieren, nur halt ueber ausserschulische Themen. Weltpolitik, Kultur etc.

Im Unterricht haben Diskussionen bei denen nichts zu suchen, denn sie wuerden die Authoritaet des Lehrers begraben. Und wenn ich denen sage 2+2 sind 5 dann wuerden die nicht sagen, da liegen sie aber falsch. Das ist manchmal schon ein Problem, denn Lehrer sind alles andere als perfekt.

Wie es an anderen Schulen ist weiss ich nicht, Aber zumindest in den Kleinstaedten in China ist es wohl sehr aehnlich wie an meiner.

Das mit der Zugehoerigkeit der Uniformen wie in dem Bericht hat auch einen Nachteil, und zwar Rivalitaet unter den Schulen (wegen allem, Wettbewerbe gibt es genug) was dazu fuehrt das es am Wochenende auch schon mal Uebergriffe gibt. Ist aber selten.

Noch mehr oder spezifischere Fragen, immer her damit :D

kein ohrlöcher kein gefärbte haare kein schmuck in der schule haare von mädchen müssen zusammen gebunden werden kein alk und co ist wohl klar solche krams halt....

Doudycat hat leider Recht. Persönliche Entfaltung wird unterdrückt. Diskussionen sind nicht zugelassen. Der Lehrer trägt vor, die Schüler kopieren es. Fragen unerwünscht. Was nicht wundert bei einer Klassengrösse von um die 50 Schüler.

Ja, die gibt es. Entsprechen in in etwa denen in Kasernen!

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