Schulpferdereiter - Reiter 2. Klasse?

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12 Antworten

Damals hat mich das gar nicht interessiert. Ich war einfach total überglücklich, als meine Eltern mir eins zweimal im Monat Reitstunden im anliegenden Gestüt spendiert hatten, mehr war eben nicht drin bei uns. 

Als ich dann 13 war, sind wir umgezogen und ich hatte einen Hof gefunden, der vogelwilde Haflinger und Ponys (also ungeritten) hatte. Dort bin ich dann fast täglich hin geradelt, hab den Pferden Wasser in Eimern gebracht, gestriegelt, Hufe ausgekratzt und kleine Heubüschel im Gepäckträger mitgenommen. Was den Umgang, die Körpersprache und das Verhalten der Pferde angeht, hab ich dort so viel gelernt, wie nirgend wo anders. Da kann kein Gestüt und kein Reitverein mithalten. 

Irgendwann wollte ich dann auch mal wieder "richtig reiten", hab also im nächsten Ort Reitstunden genommen. War wieder komplett anders und auch dort hat man jungen Reitschülern spüren lassen, dass sie weniger wert sind. 

Hab dann ab 15 im Geschäft meiner Eltern mitgeholfen, mich mit noch einer Freundin zusammen getan und privaten Unterricht genommen, der uns beiden wesentlich mehr brachte, als stupide, ausgebundene Pferde zu reiten und wo man auch noch blöd angemacht wurde, wenn man eben kein eigenes Pferd hat.

An deiner Stelle würde ich mich wo anders ggf. nach einem Pflegepferd oder einer Reitbeteiligung umsehen. Zum einen schafft es für dich neue Eindrücke und Erfahrungen und zum anderen lernst du eben auch wieder dazu. Nimm das mit, was du dort gelernt hast und versuch es auszubauen. Stehen bleiben (und das tust du ja gerade) ist demotivierend. Verantwortung für ein Tier zu übernehmen dagegen wird dich im wahrsten Sinne beflügeln und dich auch zum eigenen Handlen und Tun motivieren. 

kaltblueterin 17.04.2017, 16:33

Bedanke mich fürs Sternchen. 

Dir wünsch ich viel Erfolg auf deinem Weg. 

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Ganz ehrlich: DU hast ja sooo recht. seid über 40 Jahren beobachte ich das nun schon: alle paar Jahre schleppt mich irgendwer mal wieder in nen Reitverein und es hat sich immer noch nix verändert...

Warum ?

NUR WEGEN GELD !!!!

Wenn du in 12 Jahren solide grundlagen erarbeitet hast, kann ich der reitlehrer ja darauf ausruhen, denn du kommt ja brav immer und immer wieder und wenn er dir mehr Aufmerkamkeit schenkt, könntest du ja noch besser UND selbstbewußter werden und ANSPRÜCHE stellen... aber o zahlst du brav deine 12-15€ die Woche und der besitzer freut sich.

Denn wenn die Schulreiter zu schnell lernen, gehen sie vielleicht zu privaten Pferdehaltern und frönen ihrem Hobby und ER verdient nix mehr an dir.

ODER du nwirst so gut, daß du dir (bei ihm) ein Pferd kauft und bei ihm unterstellst - schon verdient er noch besser an dir.

 aber wenn er ,merkt, die kann sich keinen Gaul leisten(Geld-/Zeit-Mangel), liebt aber die Pferde - prima für ihn - aber bloß nicht zu sehr verwöhnen.

Tatsächlich verdient er natürlich an den Privaten mehr: Stallgebühr, ggf. Hängermiete, Privatunterricht, Kurse usw usw usw (Also 400-600€ mtl - und was bingst du ihm ein???ein Tachengeld...)

viele meiner RB's haben das auch bemerkt.....und genießen jetzt andres reiten

guck dich doch einfach mal nach ner RB MIT Unterricht um und probier mal dieses oder jenes aus, denn wenn du einfach so weiter brav "mitmachst", wird sich nie etwa ändern

HEY; DU bezahlst,
also verlange Leistung  oder gehe dahin, wo es besser ist!


Tja, du hast sieben Jahre meines Reiterlebens gut beschrieben.

Ja, ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man als Schulpferdereiter immer die zweite Wahl war. In meinem Stall war es sogar so, dass Privatreiter und Schulpferdereiter eigentlich keinen Kontakt zueinander hatten. Und rasend viel gelernt hatte ich in den 7 Jahren auch nicht, obwohl ich später, als ich selbst Geld verdiente - Studentenjob - bis zu vier Mal in der Woche ritt. Aber ich war halt keine Privatreiterin. Reitbeteiligungen gab es zu meiner Zeit auch nicht. Dazu war auch der Stall zu nobel. Die Privatpferde wurden halt, wenn der Besitzer keine Zeit hatte, von Bereitern beritten.

Einzelne wenige Mädels durften Privatpferde reiten, aber die waren alle blond, hübsch, langbeinig und um die 18. Und die Besitzer der Privatpferde  waren dann alles mittelalte Männer von 40 plus. Erstens zählte ich nicht zu der Kategorie Mädels, die gefragt war - klein, dunkelhaarig und nur durchschnittlich nett aussehend - und na ja....ne, da war mir der Preis für ein Privatpferd dann doch zu hoch.  Aber wie gesagt, ich bin auch nie gefragt worden.

Richtig reiten gelernt - im Rahmen meines Niveaus wohlgemerkt - habe ich erst auf meinem eigenen Pferd. Im Einzelunterricht.  Ich habe zwar früher auch gelehrt dahingeschwätzt wie : ein Pferd durchs Genick reiten, an den Zügel reiten...etc...

aber das war nur Geschwätz, weil ich nicht zugeben wollte, dass ich keinen Dunst hatte, wie man das macht.



" Hast Du was, bist Du was" ist ein Motto, das ja nicht nur in Reitställen gilt. Ob der eine ein Häuschen hat, und der andere nur eine Wohnung, oder der eine nen alten Fiat und der Nachbar nen neuen Mercedes, oder ob es schon nur um Kleidung geht...Damit, wie unsere Gesellschafft mit so was umgeht, muß man nun mal klar kommen. Auch im Reitstall.

Wobei ich sagen muss, dass ich nicht in einem Verein, sondern in einer inhabergeführten Reitschule reite. Da ist es etwas besser. Weil der Innhaber fur ein angenehmes Klima zu sorgen weiß.

Springen und Ausritte auf Schulpfeden gibt es allerdimgs auch nicht. Daher schaue ich immer, dass ich parallel zur wöchentlichen Reitstunde noch eine weitere Reitgelegneheit habe. Und wenn es auch nur ein altes Pferd zum Spazierenreiten ist.

Der Reitlehrer gibt sich mit uns Schulpferdereiter so viel Mühe, wie es sich " lohnt". Es ist ihm ja sehr daran gelegen, dass seine(!) Pferde gut geritten werden. Wer die Anweisungen gut umsetzt, wird gefördert. Wenn Du nur einmal in der Woche reitest, ist das natürlich nicht einfach. Ergänzend fur gute Vorbereitung sorgen kann man aber , indem man durch entsprechende Gymnastik die körperlichen Voraussetzungen schafft, und auch durch gute Bücher verinnerlicht hat, um was es bei allem, was man macht, geht.

Auch schadet es nichts, den  Reitlehrer ab  und zu wissen zulassen, dass man seine Arbeit schätzt und ihm zu verdeutlichen, dass man ernsthaft daran imteressiert ist, mehr als nur transportiert zu werden.

Also wenn bei uns einer auf den Schulpferden nichts lernt, ist er irgendwie schon auch selber Schuld. Klar, kommt ein Reiter, der sein eigenes Pfded täglich reitet, schneller vorwärts. Aber wenn jemand sich wenigstens täflich eine Reitstunde auf Schulpferden leisten könnte, wurde er auch gute Fortschritte machen.

Das alte Pony, von dem Du unten schreibst, würde ich auf jeden Fall als zusätzliche Reitmöglichkeit annehmen ( ausser, du wärst zu schwer, natürlich😉)


Oh, leider kenne ich das beschriebene zu genau. Ich war als Kind selber in der Lage, und ich hatte selbiges Gefühl schon mit 7. Allerdings waren mir da natürlich die Hände gebunden, zumindest, bis sich wenigstens die Fessel ein wenig lockerte, als ich mit 9 eine Reitbeteiligung hatte.

Heute bin ich auf der anderen Seite. Ich bin der Reitlehrer ;) und da ich mich an dieses Gefühl erinnere, bin ich drauf aus, es anders zu machen. Da wir keinen Massenbetrieb haben, achte ich drauf, dass alle dabei sein können. Aushänge früh genug, mind. ne Woche, bevor irgendwas stattfindet, wenn jemand im Urlaub ist, kriegt der auch ne App von mir. Sei es, ob "schönes" wie Wichteln oder so, oder auch "gemeinschaftlicher Aufräum-und Saubermach-Tag mit anschließendem Grillen". 

Wenn du dieses Gefühl hast..naja, dann bist du nicht zufrieden. Ein Betrieb sollte mMn so ein Gefühl nicht vermitteln, und ob Reden einer einzelnen Person was wirkt, ist fraglich, da diese Mentalität bei den "1 Klasse Leuten" ja auch im Kopf ist und diese sicher nicht den Bedarf sehen, dies zu ändern ;) Lange Rede, kurzer Sinn...um zu Testen, obs woanders besser ist, macht nur Versuch klug.

Früher hatte ich auch so einen ,,Reitunterricht'' bzw bei mir war es so das ich immer im Gelände reitunterricht gekriegt habe da der Platz so gut wie immer unreitbar war. Allerdings war meine Reitlehrerin zu faul hinterher zu laufen und irgendwann ist nur noch meine Freundin neben mir gelaufen und hat mir Tipps geben. Und meine Reitlehrerin  hat gesagt naja ihr wisst ja wo ihr umdrehen müsst.  Ich bin dann auf ein Pony umgestiegen was auch nur ich geritten bin. Es war total unausgelastet und wurde auch nicht ablongiert! Zusätzlich mussten wir noch stall machen (ist für mich eigentlich kein Problem) aber wir waren die einzigen die das gemacht haben und wir kamen 1 mal pro Woche. Danach kam noch eine Kostenerhöhung und dann hat es mir gereicht und ich habe den Stall gewechselt. Hier ist alles viel anderser. Hier habe ich meine RB und ich kann selber entscheiden was ich mache und wie lange ih reite bzw wie lange meine rb arbeiten kann. Ich kann ausreiten gehen mit meiner besten freundin und ich fühle mich 100000 mal sicherer.
Also ich rate dir den Stall zu wechseln und dir eine RB zu holen

Ich verstehe das überhaupt nicht .... ich habe selbst fünf Pferde und würde mich super freuen wenn ich mal eine vernünftige verantwortungsbewusste und lernwillige Reitbeteiligung finden würde. Reitunterricht und Turnierteilnahme wären natürlich auch möglich. Vielleicht findest Du was anderes in Deiner Umgebung - vielleicht ja auch privat.

Leopard99 12.04.2017, 20:25

Bei uns ist es leider so, dass die meisten Privaten ihr Pferd selber reiten und wenn sie keine Zeit haben werden die Pferde von Angestellten oder anderen Privaten bewegt oder stehen halt. Wir Schulpferdereiter sind es nicht würdig ihre Pferde zu reiten. Wenn man Glück hat bekommt man eine RB (meistens ältere Ponys) mit der man ein bisschen im Gelände herumreiten kann.

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Ich bin in einem reinem privatstall eine der wenigen reitbeteiligung es. Und mir geht es nicht sehr viel besser, ich darf zwar springen und ausreiten, aber ich werde von den anderen nicht besonders einbezogen. Außerdem komme ich einfach nicht weiter, ich reite schon seit 3 Jahren "nur" nach den Ansprüchen einer E- Dressur.
Die reitbeteiligung es werden bei mir im Stall etwas belächelt und wenn man eine Sache falsch macht wird man extrem ausgemotzt... selbst wenn das Pferd auf den Platz kackt (wofür man ja eigentlich nichts kann ;))

Leopard99 12.04.2017, 20:30

Das ist auch ziemlich blöd :(. Mir scheint es so als ob man beim Reiten nur wer ist und weiter kommen kann wenn man ein eigenes Pferd hat. Schade das das so extrem teuer ist. Aber ich bin froh, dass ich überhaupt reiten kann, denn schon 1 Reitstunde in der Woche ist teuer.

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Die Tatsache, dass es eigentlich überall nur um den Profit geht, bervt mich soooo sehr. Ich bin früher auch ik einem Reitschulbetrieb geritten und am Anfang war echt alles perfekt. Aber als ich dann nach ca. einem Jahr die Grundlagen beherrschte, kam ich dort eigentlcih nicht mehr weiter. Mir wurde dort nie beigebracht, ein Pferd am Zügel und durch das Genick zu reiten. Mein Sitz war katastrophal, weil mich nie jemand korrigiert hatte. Irgendwann habe ich dann auch gemerkt, dass ich dort nicht weiterkommen würde und so kam ich eigentlich zu meinem Pferd. Ich weiss, dass viele der Meinung sind, es sei nicht gut einem Kind, das gerade mal die Grundlagen kennt, ein Pferd zu kaufen, aber um ehrlich zu sein, ist es in praktisch jedem Reitstall so, wie oben geschildert...jedenfalls hat mir meine Reitlehrerin so viel beigebracht und jetzt haben wir uns auf M-Niveau hochgearbeitet. 

Tut mir leid, dass ich so viel geschrieben habe, aber ich musst das mal loswerden. An deiner Stelle würde ich den Reitlehrer darauf ansprechen und klarstellen, was dich stört. Sollte sich nichts daran ändern würde ich mir eine Reitbeteiligung suchen, wo du Privatstunden nehmen kannst. 

Also ich an deiner Stelle würde mir einen anderen Stall suchen. Schließlich kann der/die Reitlehrer/in nicht einfach andere Schüler bevorzugen. In meinem Reitstall ist es zwar nicht soooo schlimm wie in deinem aber ich kann ganz genau verstehen was du meinst.😊

In meinem Reitstall wird man einigermaßen gleich behandelt. ich lerne wirklich sehr viel! Vor einem Jahr musste mir man noch das gescheite Leichttrüben beibringen, jetzt machen wir regelmäßig aus dem Schritt angaloppieren, auf dem Zirkel galoppieren, Seitwärtsgänge usw

Auch sind alle sehr nett, auch die Privatpferdebesitzer. Wir machen z.T. auch Bodenarbeit und bald machen wir eine Logierstunde. 

Ich finds toll

Leopard99 12.04.2017, 18:48

Da hast du wirklich Glück. Bei uns kommt noch dazu das die anderen Reitschüler, besonders die privaten, ziemlich überheblich sind und sich für was besseres halten.

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AnonymTiger 12.04.2017, 18:51
@Leopard99

ich reite aber auch nicht in einem Dressurstall, sondern auf einem Isländerhof und ich finde (bin auch schon auf Dressurhöfen geritten), dass die Stimmung dort allgemein besser ist

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Das kenne ich auch ! Wenn Du die Möglichkeit hast, dann würde ich mir an Deiner Stelle einen anderen Stall und eine RB suchen.

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